Montag, 18. Mai 2026

SCN erreicht komfortabel das deutsche Endspiel

Der Sportclub Neuenheim hat durch einen 77:24 (56:0)-Sieg über den RC Luxemburg zum 27. Mal das Endspiel der deutschen Rugby-Meisterschaft erreicht und trifft am 13. Juni in Hannover-Ricklingen auf den Titelverteidiger SC Frankfurt 1880. Die Mannschaft von Kapitän Paul Weiss, der gegen Ende seiner 16. Bundesliga-Saison vor 250 Zuschauern sein letztes Heimspiel auf dem „Museumsplatz“ bestritten hat, sicherte sich die zur Finalteilnahme fehlenden Punkte durch zehn Versuche und zehn Erhöhungen gegen eine nie aufgebende Luxemburger Mannschaft, die auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen und vom direkten Abstieg bedroht ist. Der SCN hat vor dem 18. und letzten Spiel bei Meister Frankfurt 14 Punkte Vorsprung vor dem Tabellendritten RG Heidelberg und kann nicht mehr eingeholt werden.

Das SCN-Team von Trainer Alexis Michel startete hervorragend eingestellt in dieses wichtige Spiel und legte nach dem 20:20 in der Vorrunde entfesselt los. Bereits in der 19. Minute fiel der vierte Versuch, mit dem der offensive Bonuspunkt gesichert wurde. Bis zum Pausenpfiff des guten Schiedsrichters Luc Murhirwa spielte der SCN fast fehlerfrei. Denn brachte Michel nach und nach alle Ergänzungsspieler zum Einsatz, wodurch der Spielfluss ein wenig verloren ging. Die Luxemburger kämpften beherzt und kamen mit vier Versuchen ebenfalls zum einem offensiven Bonuspunkt.

Die SCN-Versuche erzielten Flankenstürmer Mateo Trabuco Cruz (3), Innendreiviertel Luke Wakefield (2), dessen Nebenmann Enrich Bülow (2), die Außendreiviertel Leo Becker und Conor Arnold sowie der eingewechselte Nationalstürmer Nicolas Rinklin. Bemerkenswert war die Treffsicherheit der beiden Kicker: Nikolai Klewinghaus traf mit sechs, Finn Schwager mit vier Erhöhungen. Beide waren mehrfach von der Seitenauslinie erfolgreich.

SCN: Schwager – Becker (53. Moyer), Bülow, Wakefield, Arnold – N. Klewinghaus (41. Hooper), Lieb (41. Kübe) – Trabuco Cruz, Lehmann, Amelung (51. Rinklin) – Schomberg, Brockmann (51. Sengewitz) – Weiss (41. Jankarashvili), Köpper, Bachmann (78. Portillo).

Schiedsrichter: Muhirwa (Kaiserslautern); Zuschauer: 250; Punkte: 7:0 (3.) Versuch Wakefield + Erhöhung Klewinghaus, 14:0 (7.) V Bülow + E Klewinghaus, 21:0 (12.) V Trabuco Cruz + E Klewinghaus, 28:0 (19.) V Becker + E Klewinghaus, 35:0 (28.) V Bülow + E Klewinghaus, 42:0 (31.) V Wakefield + E Klewinghaus, 49:0 (35.) V Klewinghaus + E Schwager, 56:0 (38.) V Trabuco Cruz + E Schwager, 56:5 (46.) V Mu’azzam, 63:5 (50.) V Arnold + E Schwager, 63:12 (58.) V Terrou + E Inciarte, 70:12 (63.) V Rinklin + E Schwager, 70:19 (71.) V Pelletier + E Inciarte, 70:24 (77.) V Mu’azzam, 77:24 (80.) V Trabuco Cruz + E Schwager; Zeitstrafen: Hooper (78.)/Baroux (78.).

Sonntag, 10. Mai 2026

SCN hat die Endspiel-Teilnahme fast sicher

Nach seinem 64:5-Sieg beim Deutschen Sport-Verein von 1878 Hannover hat der Sportclub Neuenheim mit 99,9-prozentiger Sicherheit das Endspiel der deutschen Rugby-Meisterschaft am 13. Juni um 15 Uhr in Hannover-Ricklingen gegen den Titelverteidiger SC Frankfurt 1880 erreicht. Es ist für den Rekord-Vizemeister am Ende seiner 123. Saison die 27. Finalteilnahme, mit der der Bundesliga-Tabellenzweite seinen zehnten Titelgewinn anstrebt.

Im Spiel bei der besten Mannschaft der früheren deutschen Rugby-Hauptstadt Hannover hatte das beste Heidelberger Team einen Blitzstart und führte beim Halbzeitpfiff des guten Potsdamer Schiedsrichters Joshua Jahn mit 47:0. Nach der Pause, als SCN-Trainer Alexis Michel munter durchwechselte und dem überragenden Spielmacher Nikolai Klewinghaus nach dessen Versuche-Hattrick zwischen der 27. und 40. Minute eine Schonung gönnte, ließen es die Königsblauen etwas ruhiger angehen, spielten defensiv aber weiterhin konsequent und gönnten dem neunmaligen deutschen Meister nur einen Versuch durch Flankenstürmer Alexander Brosowski zum 5:52 in der 61. Minute.

Alexis Michel, der den SCN auch in der nächsten Saison trainieren wird und die Spieler in seiner Premierensaison gut entwickelt hat, freute sich über zehn Versuche durch Nikolai Klewinghaus (3), Robert Amelung (2), Frederik Strauß (2), Henning Brockmann, Valentin Heuser und Conor Arnold. Im Heimspiel am Samstag gegen den Vorletzten RC Luxemburg wollen die Neuenheimer den Einzug ins Finale zu 100 Prozent absichern.

SCN: Schwager – Arnold, Bülow, Wakefield (54. Hooper), Strauß – N. Klewinghaus (57. Becker), Lieb (41. Kübe) – Trabuco Cruz, Lehmann, Amelung – Schomberg, Brockmann – Weiss (41. Jankarashvili), Köpper (41. Heuser), Bachmann.

Schiedsrichter: Jahn (Potsdam); Zuschauer: 500; Punkte: 0:7 (4.) Versuch Amelung + Erhöhung Klewinghaus; 0:14 (10.) V Brockmann + E Klewinghaus; 0:21 (21.) V + E Klewinghaus; 0:28 (27.) V + E Klewinghaus; 0:35 (29.) V + E Klewinghaus; 0:40 (34.) V Strauß; 0:47 (40.) V Strauß + E Klewinghaus; 0:52 (51.) V Heuser; 5:52 (61.) V Brosowski; 5:59 (69.) V Arnold + E Schwager; 5:64 (80 + 3.) V Amelung.


Montag, 4. Mai 2026

Zur Erinnerung an Minh Becker

Pop-Art-Künstler schufen ein Graffito an der Ernst-Walz-Brücke

Am 16. Januar jährte sich zum zehnten Mal der Tag, an dem Minh Andreas Becker starb. In frischer Erinnerung ist die Trauerfeier in der Kapelle des Heidelberger Bergfriedhofs, bei der Trauergäste aus aller Welt von dem Rugby-Meisterspieler und Extremskifahrer Abschied nahmen. Becker wurde nur 34 Jahre alt, weil er im schweizerischen Verbier beim Freeriding von einer Lawine erfasst und tödlich verunglückt war.

Zur Erinnerung an diesen ebenso begabten wie wagemutigen Sportler – Junioren-Nationalspieler, deutscher Siebenerrugby-Meister 1999, 2003 und 2005 sowie deutscher Pokalsieger 2004 mit dem Rugby-Team der Rudergesellschaft Heidelberg und Nummer 35 in der Welt der Extremskifahrer – hat die Pop-Art-Künstlergruppe The Phung Masters zum 14. März 2026 - an diesem Tag wäre Minh Becker 45 Jahre alt geworden – auf der Neuenheimer Seite der Ernst-Walz-Brücke ein großes Graffito geschaffen.

Das Gesicht Beckers mit dem für Freerider typischen Sturzhelm ist von den Worten „Minh Knows“ umrahmt. Dies ist eine Anlehnung an eine Nike-Kampagne über einen multitalentierten Sportler, die der Künstler Philipp und seine Kollegen Flo, Martin, Sassan und Andi als Vorbild nahmen, um an das Multitalent Minh Andreas Becker zu erinnern.

In der Tat war Minh Becker, der als Physiker kurz vor der Promotion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich stand, ein sehr begabter Mensch. Sein Vater Hubert Becker erinnert sich daran, dass Minh Freunden aus der RGH-Jugend geholfen habe, sich durch gemeinsames Lernen auf die Abiturprüfungen vorzubereiten.

Er habe „früh Charaktereigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Großzügigkeit entwickelt und damit Erfolg gehabt“, sagte der inzwischen verstorbene katholische Stadtpfarrer Josef Mohr bei der Trauerfeier und fügte mit Blick auf das Extremskifahren kritisch hinzu: „Das ist Wahnsinn! Dieser Sport hat ihn das Leben gekostet.“ Beckers Erfolge auf der Freeride World Tour hätten die Eltern „stets mit Angst und Stolz erfüllt.“

Bei allem Schmerz über den frühen Tod des Sohnes ist Hubert Becker allerdings sehr froh, dass seine Freunde Minh nicht vergessen und ihm nun dieses Graffito gewidmet haben.

Mittwoch, 29. April 2026

Heidelberg dankt über hundert Meistersportlern

Stadt und Sportkreis Heidelberg feierten eine stimmungsvolle Sportlerehrung im Atrium der Stadtwerke

Danke! Danke! Danke! So ziemlich jeder (m, w, d), der am Freitagabend im schicken Atrium der Stadtwerke Heidelberg an der gemeinsamen Sportlerehrung von Stadt und Sportkreis Heidelberg teilnahm, wurde mit einem herzlichen „Dankeschön!“ bedacht. Natürlich die gastgebenden Stadtwerke-Personalleiter Matthias Straub und Marketing-Leiterin Katharina Schimek-Hefft, die neben der Location auch ein leckeres Büffet spendierten, und natürlich auch die treuen Sponsoren Niebel KG, Ensinger und Heidelberger Brauerei. Ein herzliches Dankeschön hatte der Sportkreis-Vorsitzende Dr. Peter Schlör aber auch für die über hundert Sportlerinnen und Sportler aus den nahezu 130 Heidelberger Vereinen, die 2025 nationale und internationale Meistertitel gewonnen haben und aus den Sparten Fechten, Golf, Leichtathletik, Quadball, Rudern, Rugby, Schwimmen und Volleyball kamen.

Diese erfolgreichen Athletinnen und Athleten profitieren, das betonten Peter Schlor und Gert Bartmann als Leiter des städtischen Amtes für Sport und Gesundheitsförderung unisono, von den Spitzenleistungen ihrer Trainerinnen und Trainer und vom idealen Umfeld, den die Vereine für Training und Wettkampf bieten. Schlör dankte den Gemeinderäten Dr. Peer Hübel, Carmen Niebel, Michael Pfeiffer, Bülent Teztiker, Waseem Butt, Adrian Rehberger und Zara Dilan Kiziltas für die trotz aller Kürzungszwänge noch immer vorbildliche Heidelberger Sportförderung. Bekanntlich muss der Sport eine fünfprozentige Kürzung der städtischen Fördermittel verkraften, was schwer, aber möglich ist.

Die von Frank Schuhmacher schwungvoll moderierte Sportlerehrung fand ihren Höhepunkt in der Proklamation der von einer Jury ausgewählten Sportler des Jahres 2025. Sportlerin des Jahres wurde Lisa Gutfleisch vom Heidelberger Ruderklub, die in Shanghai WM-Bronze im Doppelvierer gewonnen hatte und vor Schwimmerin Lena Ludwig vom SV Nikar als Zweite der Junioren-WM über 100 und 200 m Brust und Gewichtheberin Yekta Jamali vom Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar als WM-Achte im Zweikampf gewann. Diesmal gab es zwei punktgleiche Sportler des Jahres: Der deutsche 100-m-Schmetterlingsmeister Luca Nik Armbruster vom OSP und Para-Judo-Europameister Lennart Sass wurden auf Platz eins gewählt. Dritter wurde der Golfer Nico Guldan vom Gehörlosen-Sportverein Heidelberg, der bei den Deaflympics zwei Bronzmedaillen gewonnen hatte.

Drei Degenfechter der TSG Rohrbach – Carolin Marheineke als Doppel-Weltmeisterin der Veteranen vor Vizeweltmeister Marco Longo und Vizeweltmeisterin Dagmar Heinzelmann – wurden als Seniorensportler des Jahres ausgerufen, während die Basketballer der MLP Academics Heidelberg als Champions League-Teilnehmer Team des Jahres vor den Rugby-Frauen des HRK als deutsche Doppelmeisterinnen und den Degenfechtern der TSG Rohrbach als deutsche U20-Meister wurden.

Dass die Männer der Heidelberger Feuerwehr besonders flink und sportlich sind, bewiesen nicht nur Rainer Stephan, Ronny Reichelt und Rolf Rensch, die neben Sandra Buchholz (TSV Wieblingen), Christian Maichle und Werner Gießelmann (TSG 78 Heidelberg) für jahrzehntelange Tätigkeit als Sportabzeichen-Prüfer geehrt wurden, sondern auch die nach einem Feueralarm in Windeseile angerückten Löschzüge, deren Besatzungen das Gebäude nach einem Brandherd durchsuchten und nichts Bedrohliches fanden, so dass die Sportlerehrung nach kaum 30 Minuten fortgesetzt werden konnte.

Auf Beschluss des Gemeinderates wurden von Oberbürgermeister Professor Eckart Würzner drei Persönlichkeiten zu „Förderern des Sports“ ernannt: Martina Einsele ist seit 18 Jahren Motor des Volleyballs im Heidelberger Turnverein, Peter Bickel war 18 Jahre lang Vorsitzender der Ringer des AC Germania Ziegelhausen, und Gerhard Schäfer war 30 Jahre lang Vorsitzender des Sportkreises Heidelberg und dient im Badischen Sportbund Nord nach wie vor als Vizepräsident für Bildung und Qualifizierung. Bei der Sportlerehrung zeigten die Breaking Heavens der TSG Rohrbach, die Tänzerinnen des TSC Couronne und das Quartett von Ambulant Jazz mit Peer Hübel, Wigbert Stapf, Andreas Schwarz und Speciarl Guest Robert Kletterer Höchstleitungen und ernteten großen Beifall.

Neue Gesichter im Vorstand der Sportregion Rhein-Neckar

Gründungsmitglied Gerhard Schäfer wurde als Schatzmeister von Dr. Peter Schlör ersetzt

Professor Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, führt seit 2009 und für weitere zwei Jahre die Sportregion Rhein-Neckar. Der Verein mit über 200 Mitgliedsorganisationen – Vereine, Fachverbände, Sportkreise, Sportbünde, Unternehmen, Städte, Gemeinden und Landkreise – führte seine Mitgliederversammlung mit 68 Stimmberechtigten am 20. April beim BASF Tennisclub Ludwigshafen durch, bei der ausschließlich einmütige Entscheidungen getroffen wurden.

Die Sportregion hat ihren Sitz vom Stadthaus N1 in Mannheim in den Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar nach Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 710) verlegt und kann dadurch Miet- und Betriebskosten in Höhe von rund 20.000 Euro pro Jahr einsparen. Geschäftsführerin Andrea Michels gab einen Überblick über die 2025 mit Unterstützung der Sportregion durchgeführten Sportveranstaltungen, Netzwerktreffen und Fortbildungen und freute sich über die gute Resonanz auf diese Angebote. Michels warb für den SportAward Rhein-Neckar. Dieser Ball mit Showprogramm und vielen Ehrungen wird am 30. November im Heidelberger Congress-Center stattfinden. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Eckart Würzner verabschiedete mit Heinz Janalik (Mosbach) und Gerhard Schäfer (Heidelberg), den er humorvoll als „Fossil“ bezeichnete, zwei Mitglieder aus dem Vorstand, die die Sportregion 2004 mitgegründet hatten. Schäfer berichtete über Einnahmen in Höhe von 183.400 Euro und Ausgaben in Höhe von rund 188.000 Euro und somit über einen Verlust in Höhe von rund 4600 Euro. Das Vermögen der Sportregion belief sich zum 31. Dezember auf 168.520 Euro, und für 2026 legte Schäfer einen Haushalt mit positiven Erwartungen vor. Die Kassenprüfer Gert Bartmann (Heidelberg) und Wolfgang Köllner (Ludwigshafen) bescheinigten Schäfer eine korrekte Kassenführung und empfahlen die Entlastung des Vorstandes, die ohne Widerrede erfolgte.

Die Wahlen brachten große Veränderungen, denn zwölf Persönlichkeiten wurden neu in den Vorstand gewählt. Im sechsköpfigen geschäftsführenden Vorstand sind dies die stellvertretende Vorsitzende Anna Katharina Rapp von der BASF und Schatzmeister Dr. Peter Schlör vom Sportkreis Heidelberg. Außerdem gehören Ralf Eisenhauer (Stadt Mannheim), Professor Henning Plessner (Uni Heidelberg) und Rudolf Storck (Sportbund Pfalz) an. Im 18-köpfigen erweiterten Vorstand wirken unter anderem Heike Bauer (Dietmar-Hopp-Stiftung), Simone Born (Anpfiff ins Leben), Gert Rudolph (Badischer Sportbund Nord), Lukas Würtele (Rhein-Neckar-Kreis), Rainer Arend (Sparkasse Heidelberg), Lars Lamadé (SAP), Olympiasiegerin Mandy Rupp (AOK) und Gordon Rapp (OSP MRN). Der langjährige Kassenprüfer Gert Bartmann wurde wiedergewählt und wird nun von Markus Schneider (Stadt Ludwigshafen) begleitet.

Dienstag, 21. April 2026

Zwei Siege bei der Siebenerrugby-WM

Aufsteiger Deutschland bezwingt Großbritannien und die USA

Beim ersten von drei Turnieren um die Siebenerrugby-Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft als Aufsteiger aus der Division 2 zwei ihrer fünf Spiele gewonnen und als Elfter im Gesamtklassement die Vereinigten Staaten von Amerika hinter sich gelassen. Turniersieger im mit 42000 Zuschauern ausverkauften Stadion von Hongkong wurde Südafrika durch einen 35:7-Endspielsieg über Argentinien. Überraschungsdritter wurde Spanien durch einen 32:28-Erfolg über Neuseeland.

Die deutsche Auswahl von Bundestrainer Pablo Feijó musste in Hongkong zwar ohne drei verletzte Stammspieler – Kapitän Tim Lichtenberg, Topscorer Jakob Dipper und Daniel Eneke – auskommen, zeigte aber gute Leistungen und unterstrich mit Rang elf in der Weltrangliste ihre Zugehörigkeit zur Elite. „Deutschland kann auf dieses Team stolz sein“, sagte der Spanier Pablo Feijó, der die fünf Spiele in Hongkong als „guten ersten Schritt“ bezeichnete, „der uns in unserer Entwicklung sehr helfen wird.“

Nur in den ersten beiden Vorrundenspielen war die junge deutsche Mannschaft chancenlos. Gegen Fidschi, den Olympiasieger von 2016 und 2021, gab es eine 5:42-Niederlage, wobei der pfeilschnelle Makonnen Amakuedi vom SC Frankfurt 1880 den Ehrenversuch legte. Das Spiel gegen Frankreich, den Olympiasieger von Paris 2024, endete mit 0:35. Im dritten Vorrundenspiel überraschten die Deutschen allerdings durch einen 17:14 (14:0)-Sieg über Großbritannien und erwarben dadurch den Respekt der internationalen Rugbyszene. Makonnen Amekuedi und Niklas Koch vom deutschen Siebenerrugby-Meister Germania List legten zwei von Felix Hufnagel (List) erhöhte Versuche zum 14:0-Halbzeitführung, ehe die Briten ausglichen und Felix Hufnagel mit einem Dropkick in der Schlussminute den Sieg sicherte.

Obwohl die Leistung von Feijós Schützlingen auch im Halbfinale um die Plätze neun bis zwölf nicht übel war, gewann Uruguay dieses Match mit 35:12 (14:5). Die Deutschen machten ein paar Defensivfehler zu viel und kamen durch Makonnen Amekuedi und Niklas Koch zu zwei Versuchen und durch Felix Hufnagel zu einer Erhöhung. Im Spiel um Platz elf gelang Deutschland ein 19:15 (5:5)-Sieg über die USA. Niklas Koch, Cedric Eichholz (RG Heidelberg) und Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) nach mächtigem Sprint von Chris Umeh (SC Neuenheim) erzielten drei Versuche, von denen Felix Hufnagel zwei erhöhte.

Neben den beiden deutschen Siegen zählte der 21:7-Erfolg Kenias über Frankreich zu den Überraschungen des ersten WM-Turniers. Die zweite Etappe findet vom 28. bis zum 31. Mai im spanischen Valladolid statt.

WM-Stand nach dem ersten Turnier in Hongkong: 1. Südafrika 20 Punkte, 2. Argentinien 18, 3. Spanien 16, 4. Neuseeland 14, 5. Fidschi 12, 6. Australien 10, 7. Kenia 8, 8. Frankreich 6, 9. Uruguay 6, 10. Großbritannien 3, 11. Deutschland 2, 12. USA 1.

Helmut Wallrafen ist neuer Rugby-Präsident

Der Aachener wurde in Duisburg zum Nachfolger Michael Seidlers gewählt

Helmut Wallrafen (70), der von 1996 bis Anfang dieses Jahres Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach war und seit über 20 Jahren Vorsitzender des Rugby-Clubs Aachen ist, wurde am Sonntag in der Sportschule in Duisburg-Wedau zum Vorsitzenden von Rugby Deutschland (RD) gewählt.

Der führende deutsche Sozial-Manager und Buchautor ist damit Nachfolger des Berliners Michael Seidler (67), der in seinem ersten Amtsjahr ungeheuer viel zur Sanierung des Verbandes geleistet hat, nun aber wegen einer Erkrankung aufgeben musste. Seidler kündigte allerdings an, weiterhin in einer Kommission mitzuarbeiten, die die erheblichen Verfehlungen von Vorständen und Präsidiumsmitgliedern zwischen 2016 und 2024 aufarbeitet, die den Verband in eine gefährliche Schieflage gebracht haben.

Seidler und seine Vizepräsidenten informierten die Delegierten des Deutschen Rugby-Tages in aller Offenheit über die Probleme, die seit Anfang 2025 zu bewältigen waren. So hat der Verband aufgrund der Verstöße gegen Gesetze und die Abgabenordnung für die Jahre 2019 und 2020 die Gemeinnützigkeit verloren, einen Strafbefehl des Finanzamtes Hannover erhalten und Steuern in Höhe von über 40000 Euro nachzahlen müssen. Da es frühere Vorstände versäumt haben, Zuschüsse von World Rugby zu beantragen und gewährte Zuschüsse korrekt abzurechnen, ist dem Verband ein Schaden von gut 400.000 Euro entstanden, was den neuen Finanzvorstand Ralf Theune gezwungen hat, den Wirtschaftsplan für 2026 entsprechend zu kürzen. Das führt zu erheblichen Einsparungen in allen Bereichen.

Nur das olympische Siebenerrugby, das von der Bundesrepublik Deutschland 2026 mit 1,376 Millionen Euro gefördert wird, bleibt voll finanziert, während das Fünfzehnerrugby, der Breitensport und die Verwaltung mit rund 800000 Euro auskommen müssen. Theune kündigte strenges Sparen an.

Helmut Wallrafen wurde mit großer Mehrheit gewählt. Der neue Finanz-Vizepräsident Andreas Krimpmann (Berlin), Niko Colic als Vorsitzender des Bundesliga-Ausschusses, Dirk Frase als Vorsitzender der Rugby-Frauen und Marie-Louise Finck, bekannt als schlaue Frau im „Quiz-Olymp“ der ARD, als Mitglied des Schiedsgerichts erhielten Voten von über 95 Prozent. Claus-Peter Bach, DRV-Präsident von 2005 bis 2011, Vizepräsident von Rugby Europe von 1994 bis 2012 und Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg von 1986 bis 2026, wurde von Deutschen Rugby-Tag mit 99,1 Prozent in das Ehrenpräsidium gewählt, dem außerdem Fritz Raupers (Hannover), Peter Welsh (Berlin) und Ian Rawcliffe (Rödermark) angehören.

Das Präsidium gab zwei wichtige Personalentscheidungen bekannt: Frederik von Au (33) wird ab dem 1. Mai neuer Geschäftsführer, Felix Lammers (29) ab dem 1. Juni neuer RD-Sportdirektor. Beide werden am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar arbeiten.

Sonntag, 12. April 2026

Bahr folgt auf Bach

Führungswechsel im Rugby-Verband Baden-Württemberg

Der 74-jährige ehemalige Sonderschulrektor Karl-Heinz Bahr aus Zimmern-Horgen, seit 2002 Vorsitzender des Rugby-Club Rottweil, ist neuer Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg (RBW). Bahr fand als Schüler von Günter Thiel am Rottweiler Leibniz-Gymnasium zum Rugbyspiel und kämpfte bis Ende der Saison 1984/85 in der ersten Sturmreihe des damaligen Bundesligisten und an der Seite von Bernd Kramer und Volker Weber.

Karl-Heinz Bahr ist seit vielen Jahren stellvertretender RBW-Vorsitzender für Württemberg und folgte am 11. April 2026 bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung des RBW im Haus des badischen Sports in Karlsruhe auf Claus-Peter Bach (Plankstadt). Der gebürtige Neuenheimer hatte seit 1986 als Vorsitzender gewirkt und wurde nach 40 Jahren im Ehrenamt von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Auch der Badische Sportbund Nord und der Württembergische Landessportbund, deren Präsidenten ebenso wie BSB-Geschäftsführer Michael Titze der Mitgliederversammlung in voller Länge von drei Stunden beiwohnten, dankten Bach, der seit 2010 als Leistungssport-Vizepräsident des BSB Nord und Mitglied des Landesausschusses zur Förderung des Leistungssports und seit 2022 als Vorsitzender des Präsidialausschusses Leistungssport im Landessportverband Baden-Württemberg wirkt und in dieser Funktion Mitglied im LSV-Präsidium ist. Präsident Gert Rudolph überreichte Bach nach einer bewegenden Laudatio die Verdienstmedaille des BSB Nord, und Präsident Andreas Felchle brachte die Goldene Ehrennadel des WLSB mit, nachdem er den scheidenden RBW-Vorsitzenden so heftig gelobt hatte, dass es diesem die Sprache verschlug.

Zwei andere hoch verdiente Mitarbeiter schieden aus ihren Ämtern aus: Wolfgang Mund (85) vom Heidelberger Ruderklub, über 25 Jahre Schatzmeister und zuletzt Kassenprüfer des RBW, ist nach einem schweren häuslichen Unfall und gravierenden Verletzungen zum Aufgeben gezwungen, und der stellvertretende Schatzmeister Georg Walter (89) vom SC Neuenheim machte seine Ankündigung wahr und schied mit Bach aus. Ältester Teilnehmer der Mitgliederversammlung war übrigens Ehrenmitglied Heinz Reutlinger vom TSV Handschuhsheim, der mit dem Regionalexpress und der Straßenbahn von Heidelberg nach Karlsruhe gekommen war. Heinz Reutlinger wird am 21. Februar 2027 100 Jahre alt. Ehrenmitglied Helmut Rohr (75) vom Stuttgarter RC nahm die einstimmig erfolgte Entlastung des Vorstandes, der Kassenprüfer und des Schiedsgerichts vor und leitete die Neuwahlen ein, die ausnahmslos einstimmige Voten erbrachten.

Der RBW-Vorstand zeichnete den erfolgreichen RBW-Mädchentrainer Andreas Malaizier (Heidelberg) mit der Verdienstnadel aus, ehe die Mitgliederversammlung Marko Protega zum Ehrenmitglied wählte. Er war Nationalspieler und letzter Nationaltrainer in Jugoslawien, Gründer, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der European Veterans Rugby Association und Schulrugby-Beauftragter des RBW. Als Mitbegründer und Schülertrainer des TB Rohrbach formte er die späteren Nationalspieler Alexander Widiker, Kehoma Brenner, Arthur Zeiler und Ali Sürer. 1984 war Marko Protega Bürgermeister des Athletendorfes bei den Olympischen Winterspielen in Sarajewo.

Die Vorstandsmitglieder berichteten über einen Verband, der sich hauptsächlich um die Förderung junger Spielerinnen und Spieler kümmert und der 2025 Erfolge auf allen sportlichen Ebenen feierte. Der 20 Vereine mit 3216 Mitgliedern starke RBW wurde bei den deutschen Meisterschaften des Landesauswahlen Erster bei den Frauen und den U16-Jugendlichen, Zweiter bei den U15-Mädchen und den U18-Juniorinnen sowie Dritter bei den U18-Junioren. Herausragend war der Sieg der U16-Jungen und Platz zwei der U18-Mädchen bei den Heidelberg Sevens im Wettstreit mit Teams aus sieben Nationen. Bei internationalen Aufgaben in Brüssel, in Prag, gegen den englischen Shelford RFC, den niederländischen Meister Den Haag und die kanadische Auswahl der Dog River Howlers wurden Erfolge oder sehr gute Resultate erzielt. Der Anteil von Baden-Württembergern in den deutschen Nationalteams liegt zwischen 40 (Männer-XV), 60 (Männer-7s), 65 (Frauen-7s) und 90 (Frauen-XV) Prozent. Der LSV hat seinen Leistungssport-Zuschuss für 2026 auf 196.000 Euro erhöht. 96,4 Prozent der RBW-Ausgaben wurden 2025 für den Sport und die Jugendarbeit aufgewandt, nur 3,6 Prozent für die Verwaltung und Reisekosten.

Der RBW bedauert die Insolvenz des Rhein-Neckar-Fernsehens und den Ausstieg der Partner Capri-Sun und mbits imaging GmbH, dankt aber seinen zahlreichen Partnern, die sich auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zum Rugbysport bekennen. Schatzmeister Wolfgang Seibert vom Heidelberger Turnverein forderte zu sparsamem Wirtschaften auf. Schiedsrichter-Obmann Thomas Bollian von der Rudergesellschaft Heidelberg lobte den Fleiß, die Wissbegierde und die Vollbeschäftigung der Match Officials, prangerte aber die garstige und im Rugbysport gänzlich unübliche Missachtung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durch Kindertrainer und Zuschauende an. Künftig werden pöbelnde Trainer mit Lizenzentzug bestraft.

Aus den Reihen der Vereine wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Verbandsliga laut, den der Vorstand erfüllen wird.

Der RBW-Vorstand, Vorsitzender: Karl-Heinz Bahr (RC Rottweil); Stellvertretende Vorsitzende: Alexander Wiedemann (Nordbaden/Heidelberger RK) und Roland Geuss (Südbaden/Freiburger RC); Schatzmeister: Wolfgang Seibert (Heidelberger TV); Lehrwart: Jan Ceselka (TSV Handschuhsheim); Sportwart: Benjamin Merdes (SC Neuenheim); Schriftführer: Julian Schmitt (Quadball Heidelberg); Staffelleiter: Christoph Papajewski (Stuttgarter RC); Jugendwartin: Caroline Trost (Heidelberger TV); Schiedsrichter-Obmann: Thomas Bollian (RG Heidelberg); Schulrugby-Beauftragter: Bernard Guyénot (Stuttgarter RC); Passstelle: Regina Schuster (Heidelberger RK); Frauenwartin: Caroline Augspurger-Hacker (Heidelberger RK); Antidoping-Beauftragter: Markus Hirsch (Stuttgarter RC); Ombudsmann gegen sexualisierte Gewalt: Bo Pernter (MTV Ludwigsburg).

Kassenprüfer: Harald Hößler (RG Heidelberg), Guntrum Hacker (Heidelberger RK).

Schiedsgericht: Simon Wilde (RC Rottweil), Marko Protega und Claus-Peter Bach (SC Neuenheim).

Montag, 6. April 2026

Rugby-Frauen holen die European Trophy

Sehr gute Leistung beim 29:0-Sieg in Trelleborg gegen Schweden

Die deutsche Frauenrugby-Nationalmannschaft hat die Europameisterschaft der Division 2 gewonnen. Die Fünfzehn der Trainer Pierre Mathurin und Andrew Reintges, die von Curtis Bradford (alle Heidelberg) beraten und unterstützt werden, gewann am Samstag in Schweden mit 29:0 (19:0), zeigte wie beim 68:0 von Heidelberg gegen Finnland eine erneut sehr gute Leistung und beendete die EM mit der maximalen Zahl von 10 Punkten auf Rang eins. Die Spielerinnen, die frühlingshaft bunte Bänder in ihr Haupthaar geflochten hatten, tanzten nach dem Schlusspfiff der ausgezeichneten georgischen Schiedsrichterin Mariam Goguadze ausgelassen mit der European Trophy über den Rasen der Trelleborg Rugby Arena.

In die EM-Division 1 aufsteigen dürfen sie aber nicht. Weil World Rugby 2026/27 mit den Teams der gegenwärtigen Division 1 die WM-Qualifikation durchführen wird, können die deutschen Frauen frühestens am Ende der nächsten Saison aufsteigen. „Das ist unser Plan“, sagt Pierre Mathurin, der dieses Reglement ebenso wie alle Spielerinnen schon zu Saisonbeginn kannte und es gar nicht schlecht findet, „dass wir uns noch ein Jahr lang einspielen und weiter zusammenwachsen können, denn die Spiele in der Division 1 werden hammerhart.“ Niederlande, Spanien, Belgien und Portugal heißen dann die Gegner, die in ihrer Entwicklung allesamt einen oder zwei Schritte weiter sind.

Rund 300 Zuschauer erlebten in Trelleborg eine in allen Belangen überlegene deutsche Mannschaft, die an den Gassen und im stabilen Gedränge eine Vielzahl guter Angriffsbälle eroberte und besonders in der Defensive völlig fehlerfrei kämpfte. So hatten die körperlich überlegenen Schwedinnen nur eine vage Versuchschance durch ein minutenlanges Pick-and-go-Spiel, der allerdings mit einem Vorwurf endete.

Die Deutschen legten hingegen fünf Versuche durch Verbindungshalb Lara Bürger (2.), Spielführerin und Innendreiviertel Mette Zimmat (18., 58.), Außendreiviertel Johanna Hacker (37.) und Sturmführerin Sarah Goßmann (80.), deren Onkel Ringo ein meisterlicher Gewichtheber war. Charlotte Malaizier traf mit zwei Erhöhungen.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC, 60. Gruber/SC Neuenheim), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK, 60. Tauschek/SCN) – Weigel (CUS Torino), Goßmann (Germania List), Trauth (HRK, 45. Abdelkarim/SCN) – Vieth (HRK, 56. Seifert/HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli, 45. Paul/Köln), Rickel (St. Pauli, 45. Patterson/Lichfield RUFC), Bier (SCN, 45. Bergemann/SCN).


Europameisterschaft Frauen, Division 2

Schweden – Deutschland 0:29

Abschlusstabelle: 1. Deutschland 10 Punkte. 2. Schweden 4, 3. Finnland 0.

Montag, 30. März 2026

Der zweite Anzug passt noch nicht

Deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft in Sao Paulo abgestürzt

Nach Platz eins in Nairobi und Rang zwei in Montevideo ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft beim dritten Turnier der World Sevens Series (Division 2) abgestürzt. Im brasilianischen Sao Paulo verloren die Deutschen alle fünf Spiele und beendeten das letzte Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft auf dem sechsten und letzten Platz. Dadurch rutschten die Schützlinge von Bundestrainer Pablo Feijo in der Gesamtwertung der drei Turniere vom ersten auf den dritten Rang ab, haben ihren Startplatz bei den WM-Turnieren, die vom 17. bis zum 19. April in Hongkong beginnen werden, aber sicher.

Der spanische Bundestrainer musste nach dem Turnier in Uruguay mit Chris Umeh, Max Roddick (SC Neuenheim), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim), Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Henry Smeed (RG Heidelberg) fünf verletzte Stammspieler ersetzen. Er nominierte Akteure nach, die auch Stammplatz-Ansprüche erheben, doch wurde in den Spielen gegen ebenbürtige Konkurrenten deutlich, dass der zweite Anzug noch nicht passt. Außerdem fielen nach dem ersten Match, einem 7:38 (7:21) gegen Kenia, Kapitän Tim Lichtenberg (RGH) und Jakob Dipper (SCN) mit Verletzungen aus, die einen weiteren Einsatz in diesem Turnier unmöglich machten. Am Ende des ersten Turniertages waren von den zwölf deutschen Spielern nur noch sieben einsatzfähig, so dass Pablo Feijo nicht mehr auswechseln konnte.

Gegen Kenia hatte Jakob Dipper mit einem Versuch und Felix Hufnagel (Germania List) per Erhöhung ein 7:0 vorgelegt, doch dann waren die Afrikaner besser. Gegen Uruguay legten die Deutschen durch Hufnagel und die jungen Alexander Lott (Hannover 78) und Bela Sindermann (RC Aachen) bei zwei Hufnagel-Erhöhungen zwar drei Versuche und eine 14:12-Pausenführung vor, doch der Sieg gehörte mit 26:19 den Südamerikanern. Im dritten Spiel siegte Belgien mit 28:17 (21:10). Felix Hufnagel (2) und Jan Lammers (RGH) erzielten drei Versuche, Hufnagel erhöhte einmal.

Der zweite Turniertag brachte zwei Niederlagen. Kanada siegte mit 26:21, nachdem Cedric Eichholz (RGH) und Hufnagel mit Versuch und Erhöhung die 7:0-Führung hergestellt hatten, und beim 5:28 (5:14) gegen die USA war Sindermanns Versuch die einzige Ausbeute der Deutschen.

Endstand in Sao Paulo: 1. Belgien 20 Punkte, 2. Kenia 18, 3. Uruguay 16, 4. USA 14, 5. Kanada 12, 6. Deutschland 10.

World Sevens Series, Division 2, Endstand nach 3 Turnieren: 1. USA 54, 2. Kenia 50, 3. Deutschland 48, 4. Uruguay 42, 5. Belgien 40, 6. Kanada 38. – USA, Kenia, Deutschland und Uruguay für die WM qualifiziert.

Der BSB Nord entlastet seine Vereine

Der Sportbund hat 2025 gut gewirtschaftet und rund 336.000 Euro eingespart

Der Hauptausschuss, zu dem sich die Fachverbände und Sportkreise im „Haus des badischen Sports“ mit insgesamt 77 Stimmen versammelt haben, ist das wichtigste Gremium des Badischen Sportbundes Nord (BSB) in all jenen Jahren, in denen kein Sportbundtag mit Wahlen stattfindet. BSB-Präsident Gert Rudolph (Karlsruhe) stellte den Strategieplan des Sportbundes für die bis 2028 währende Legislaturperiode vor, der nach vielen hundert Vorschlägen aus den Vereinen, Sportkreisen und Fachverbänden entstanden ist und vom Präsidium nach sorgfältiger Beratung beschlossen wurde.

Die Vereine durch Bürokratieabbau, Unterstützung bei der Digitalisierung und Stärkung von Netzwerken entlasten, Kompetenzen von Übungsleitenden und Mitarbeitenden fördern, Jugendliche unter der Federführung der Badischen Sportjugend und im Zusammenarbeit mit „Anpfiff ins Leben“ an die Vereine binden und die Finanzierung des Sports sichern, wozu der mit der Landesregierung vereinbarte Solidarpakt V mit einem jährlichen Mittelaufwuchs von 32 Millionen Euro von 2027 bis 2031 eine gute Grundlage bildet, heißen die vier Strategiethemen, die auf große Zustimmung stießen. Das Finden von Führungskräften und Übungsleitenden in den Vereinen und Fachverbänden wurden als wesentliche Probleme identifiziert, zu deren Verringerung der Strategieplan beitragen soll.

Wichtiger Tagesordnungspunkt jedes Hauptausschusses sind die Vorstellung der Jahresbilanz und die Mittelverteilung, die – weil Finanz-Vizepräsident Jürgen Zink (Bruchsal) erkrankt war - von der stellvertretenden Geschäftsführerin Kerstin Häfele mit großer Kompetenz vorgetragen wurde. 2025 hat der BSB besonders gut gewirtschaftet und gegenüber dem Haushaltsplan einen Überschuss von 336.000 Euro erzielt. Alleine die Entscheidung, das Monatsmagazin „Sport in BW“ nicht mehr als Druckerzeugnis, sondern digital herauszugeben, hat zu einer Einsparung von rund 100.000 Euro geführt. Die Beitragserhöhung von 2024 und der Bau einer Solarstromanlage auf dem Dach des „Hauses des badischen Sports“ führten zu deutlichen Mehreinnahmen.

Insgesamt stehen dem BSB in diesem Jahr 12,04 Millionen Euro zur Verfügung. 1,82 Millionen Euro für Bildungsmaßnahmen, 1,91 Millionen als Beitragsrückfluss und 120.000 Euro aus den Erträgen der Glücksspirale werden den Fachverbänden und Sportkreisen überwiesen. Dass Kerstin Häfele für ihren Vortrag gefeiert wurde, überrascht angesichts dieser Zahlen nicht.

Vereine entlasten: Da die Versicherungsprämien der ARAG und der VBG und insbesondere die GEMA-Gebühren deutlich gestiegen sind, hätte der BSB den Vereinsbeitrag eigentlich um 11 Cent pro Mitglied erhöhen müssen. Angesichts der guten Finanzlage hat das Präsidium vorgeschlagen, dass die Erhöhung nur 5 Cent betragen soll und 6 Cent vom BSB übernommen wird. Dem hat der Hauptausschuss gerne zugestimmt, so dass die Versammlung in gelöster Stimmung bei Kartoffelsalat und Wiener Würstchen endete.


SCN zementiert den zweiten Tabellenplatz

Mit dem zehnten Sieg im zwölften Spiel hat der Sportclub Neuenheim seinen zweiten Tabellenplatz in der Rugby-Bundesliga zementiert. Die Mannschaft des französischen Trainers Alexis Michel besiegte in einem bemerkenswert fairen Match den ewigen Rivalen TSV Handschuhsheim mit 43:26 (19:5) Punkten und machte sich das Siegen selbst schwer: „Im Prinzip haben wir gut gespielt und wachsen immer besser zu einer starken Einheit zusammen. Allerdings machten wir heute eine zu große Anzahl kleiner Fehler wie Bodenspiel, Crossing und Vorwürfe, womit wir dem stark kämpfenden TSV vier Versuche und damit den offensiven Bonuspunkt beschert haben“, fasste Michel das Spielgeschehen korrekt zusammen.

Petrus meinte es nicht gut mit den 500 Zuschauern, denn mit Spielbeginn setzte ein eiskalter Nieselregen ein, der auch den Akteuren die Ballbeherrschung nicht leichter machte. Beide Teams zeigten sehr gute Leistungen an den Gassen und den angeordneten Gedrängen und kamen so zu einer Vielzahl an Ballgewinnen, die flottes Angriffsrugby erlaubten. Im offenen Spiel war der SCN auf spielentscheidende Weise druckvoller und gefährlicher.

Die Neuenheimer gingen durch einen Strafversuch in Führung, den Schiedsrichter Benedikt Niklas wegen wiederholter Abseitsstellung der TSV-Stürmer vor der eigenen Mallinie verhängte. Danach legte der geschickt kombinierende SCN fünf Versuche, von denen der herausragende Spielmacher Nikolai Klewinghaus drei erhöhte. Der irische Erste-Reihe-Stürmer Daniel Julian Colgan (2) und Deutschlands Kapitän Justin Renc wuchteten sich drei Mal ins SCN-Malfeld, und Marius de Giacomini vollendete einen Konterversuch, nachdem Niklas Bechtel die Quetsch aus einem SCN-Angriff herausgefangen hatte.

SC Neuenheim – TSV Handschuhsheim 43:26 (19:5), SCN: Schwager – Becker (78. Moyer), Bülow, Wakefield, Arnold (66. Strauß) – N. Klewinghaus, Kübe – Lehmann, Troch (53. Rinklin), Amelung – Schomberg (60. Sengewitz), Brockmann (73. Portillo) – Jankarashvili (57. Weiss), Köpper, Bachmann (73. Axin).

TSV: De Giacomini – Gando, Surblys, Beaufort, Heising – Zöller (58. Bechtel), Schmitt (73. Widmer) – Renc (69. Kücherer), May, Irizar Krinn – Jansen, Houbali – Colgan (55. Schüle, 83. Wülfinghoff), Grauer, Martel.

Schiedsrichter: Niklas (Frankfurt); Zuschauer: 500; Punkte: 7:0 (14.) Strafversuch, 14:0 (16.) Versuch + Erhöhung N. Klewinghaus, 19:0 (38.) V Schomberg, 19:5 (40.) V Colgan, 19:12 (44.) V Colgan + E de Giacomini, 26:12 (60.) V Brockmann + E N. Klewinghaus, 26:19 (66.) V Renc + E de Giacomini, 33:19 (68.) V Wakefield + E N. Klewinghaus, 33:26 (71.) V + E de Giacomini, 38:26 (76.) V Amelung, 43:26 (79.) V Strauß.


Dienstag, 24. März 2026

Vorzeitig für die WM qualifiziert

Die deutsche Siebenerrugby-Auswahl spielt in Montevideo groß auf und wird Zweiter

Die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die in diesem Jahr erstmals in drei Turnieren ausgetragen wird: Vom 17. bis zum 19. April in Hongkong, vom 29. bis zum 31. Mai in Valladolid und vom 5. bis zum 7. Juni in Bordeaux. Die Mannschaft von Bundestrainer Pablo Feijo erreichte die vorzeitige WM-Qualifikation durch Platz zwei beim World Sevens Series-Turnier der Division 2 in Montevideo, nachdem das erste Turnier in Nairobi sogar gewonnen worden war.

Die Deutschen führen die Division 2 mit 38 Punkten gemeinsam mit den USA an und haben bereits vor dem dritten Turnier am Wochenende im brasilianischen Sao Paulo ihr Zwischenziel erreicht. Das Team liegt zusammen mit den USA auf Platz 9 der Siebenerrugby-Weltrangliste.

Nach den sechs Turnieren der Division 1 in Dubai, Kapstadt, Singapur, Perth, Vancouver und New York liegen Südafrikas „Blitzbokke“ mit 106 Punkten auf Platz 1 vor Fidschi (104), Australien (82), Neuseeland (80), Olympiasieger Frankreich (76), Argentinien (72), Spanien (62) und Großbritannien (42). Mit diesen acht Teams dürfen sich die Deutschen bei den drei WM-Turnieren vergleichen.

In Uruguays Hauptstadt an der Mündung des Rio de la Plata hat die deutsche Sieben vier von fünf Spielen gewonnen und damit erneut den Beifall der internationalen Rugby-Szene erhalten. Drei der vier Erfolge mussten hart erkämpft werden, und am Ende des Turniers waren vier Spieler verletzt, deren Einsatz in Sao Paulo unsicher ist. Der Olympiakader von Rugby Deutschland, der am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar betreut wird, umfasst 19 Akteure, von denen 14 in Brasilien antreten dürfen.

Im ersten Spiel gegen Kanada mussten die Deutschen einen 0:14-Halbzeitrückstand verkraften, ehe der 23-jährige Neuenheimer Jakob Dipper mit enormer Schnelligkeit drei Versuche legte, die der sichere Kicker Felix Hufnagel vom SC Germania List zum 21:14-Sieg erhöhte. Denn hatte Belgien beim 31:5 (14:0) keine Chance. Niklas Koch (List/2), Jakob Dipper, Jan Lammers und Kapitän Tim Lichtenberg (beide RG Heidelberg) legten fünf Versuche, Hufnagel erhöhte dreimal. Im letzten Spiel des ersten Tages waren Los Teros von Gastgeber Uruguay der erwartungsgemäß kampfstarke Gegner, der zur Pause mit 19:12 führte. Allerdings gelangen den Deutschen auch in diesem spannenden Match fünf Versuche durch Ben Ellermann (FC St. Pauli), Felix Hufnagel, Tim Lichtenberg, Chris Umeh (SCN) und Cedric Eichholz (RGH), von denen Hufnagel drei erhöhte.

Am zweiten Turniertag brachte der hauchdünne und prächtig erkämpfte 12:7 (5:0)-Sieg über Kenia die WM-Qualifikation. Jakob Dipper und Tim Lichtenberg erzielten die beiden Versuche, Hufnagel erhöhte den zweiten. Im abschließenden Spiel gegen Turniersieger USA musste Pablo Feijo vier verletzte Akteure ersetzen, so dass die 5:29 (0:17)-Niederlage zwangsläufig war. Ben Ellermann gelang ein Versuch. Neun der 14 Spieler kommen aus Heidelberger Bundesligaklubs.

World Sevens Series, Division 2, Stand nach 2 von 3 Turnieren: 1. Deutschland und USA je 38 Punkte, 3. Kenia 32, 4. Uruguay 28, 5. Kanada und Belgien je 22.

Sonntag, 15. März 2026

Ohne den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn verlor gegen die Niederlande im Spiel um EM-Rang sieben mit 7:76

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft belegt in der Division 1 der Europameisterschaft den achten und letzten Platz und muss in die Division 2 (Trophy) absteigen. Im Platzierungsspiel um Rang 7 unterlag die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) im Uni-Stadion von Madrid den in allen Belangen überlegenen Niederländern mit 7:76 (0:47) Punkten. Einziger versöhnlicher Moment nach einer sehr schlechten Leistung war der späte Versuch von Schlussmann Christopher Hennig, den er selbst zum 7:69 in der 76. Minute erhöhte.

Neben dem für Grenoble spielenden Frankfurter Hennig zeigten nur Sturmführer Oliver Stein und Verbinder Leo Wolf vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880, Flankenstürmer und McLaren-Ingenieur Shawn Ingle aus Maidenhead und Zweite-Reihe-Stürmer Luis Ball von den Watsonians Edinburgh, der wie Coach Kuhlmann seinen Abschied vom Nationalteam verkündet hat, eine akzeptable Leistung gegen eine junge, technisch bessere und vor allem viel schnellere niederländische Mannschaft. Über den deutschen Spielern den Stab zu brechen, wäre allzu leicht. Doch muss man wissen, dass es mit ganz wenigen Ausnahmen keine Besseren gibt. Deshalb ist es höchst unwahrscheinlich, dass die deutsche Mannschaft nach dem nun notwendigen Neuaufbau eine Liga tiefer alle Spiele gewinnen wird.

Das Spiel, für das sich die deutsche Mannschaft vorgenommen hatte zu zeigen, „dass wir auch gut Rugby spielen können“ (Mark Kuhlmann), stand nach zwei Minuten und einem haarsträubenden Fehler des Außendreiviertels Daniel Hamilton-Strong 0:7, nach 14 Minuten 0:21 und war nach 17 Minuten beim Stande von 0:28 verloren, als der Frankfurter Erste-Reihe-Stürmer Cosmo Zymvragos nach einem unfairen Tackling die Rote Karte sah. Insgesamt erzielten die Oranje Boven zwölf Versuche durch Oliva Sialau (2), Tobias Nota, Boris Hadinegoro (3), Mart van der Veen, Tim de Jong, Tafadzwa Kahembe, Mees Voets, Te Campbell und Vikas Meijer, der mit acht Erhöhungskicks ins Goal traf. Die deutsche Mannschaft hatte nur noch eine weitere vage Versuchschance, die durch eine Abseitsstellung zunichte gemacht wurde.

Titelverteidiger Frankreich hat das Sechs-Nationen-Turnier gewonnen. Die XV de France besiegte das ebenbürtige, aber weniger disziplinierte Team Englands vor 81000 Zuschauern im Stade de France glücklich mit 48:46 (24:27). Den siegbringenden Straftritt verwandelte Schlussmann Thomas Ramos nach 83 Minuten aus 45 Metern beim Stande von 45:46. Der beste Kicker der Welt, der mit fünf Erhöhungen und zwei Straftritten bei einer 100-prozentigen Ausbeute 16 Punkte buchte, bewies wieder einmal eiserne Nerven und profitierte von einem Hochhalten des englischen Kapitäns Maro Itoje während des letzten französischen Angriffs. Beim Stand von 17:27 hatte der georgische Referee Saba Abulashvili bereits einen Strafversuch und eine Zeitstrafe nach einem Foul von Ellis Genge verhängt. Erfolgreichster Spieler des Abends war der 22-jährige Außensprinter Louis Bielle-Biarrey. Der schnelle Mann aus Bordeaux legte vier Versuche und hat nach 27 Länderspielen nun 29 Versuche auf seinem Konto – ein einsamer Weltrekord.

Irland belegt Platz zwei und feiert nach Siegen gegen Wales, England und dem abschließenden 43:21 über Schottland mit der Triple Crown die Meisterschaft der vier Home Unions des Rugbyspiels, und Wales beendete das Turnier mit einem 31:17 über Italien mit dem ersten Sieg des Jahres.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong (41. N. Klewinghaus), Plümpe, Dawe (53. Wakefield), Dixon – L. Wolf (Kapitän), Piosik (41. M. McDonald) – Ingle, Stein, Ireland – Bauer (41. Kasper), Ball (60. Rayan) – Zymvragos (37. Shekete), Reintges, Mizera (54. Howells).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Schottland 43:21

Wales – Italien 31:17

Frankreich – England 48:46

Endklassement: 1. Frankreich (TV) 21 Punkte, 2. Irland 19, 3. Schottland 18, 4. Italien 9, 5. England 8, 6. Wales 6.

Europameisterschaft, Division 1

Spiel um Platz 7 in Madrid

Niederlande – Deutschland 76:7

Deutschland steigt ab.

Freitag, 13. März 2026

„Können auch Rugby spielen“

Rugby-Fünfzehn in Madrid gegen die Niederlande um EM-Rang 7

Nach ihrer 25:35-Niederlage in der Schweiz ist die deutsche Rugby-Nationalmannschaft aus der Division 1 der Europameisterschaft abgestiegen. Alle vier Platzierungsspiele finden am Sonntag in Madrid statt. Die deutsche Fünfzehn spielt um 11 Uhr im Spiel um Platz sieben, dem Abschiedsspiel von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), gegen die Niederlande – und ist dabei nicht favorisiert, denn die letzten beiden Spiele gegen die Nachbarn endeten mit glasklaren niederländischen Siegen: Einem 45:0 in Paris 2024 und einem 38:9 in Amsterdam 2025.

„Wir wollen den Zuschauern im Estadio Nacional Complutense und den Rugby-Fans bei Pro7Maxx im letzten Spiel dieser Saison zeigen, dass wir gutes Rugby spielen können. Vielleicht haben wir mal wieder einen guten Tag und schaffen wie zu Saisonbeginn gegen Rumänien eine Überraschung“, hofft Kuhlmann auf eine Trotzreaktion und erhebliche Leistungssteigerung seines Teams, in dem der etatmäßige Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub sowie Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead nach Verletzungspausen und der starke Innendreiviertel John Dawe nach beruflich bedingter Abwesenheit wieder mitwirken können. Außerdem sind die beiden Neuenheimer Mattes Bachmann für die erste Sturmreihe und Nikolai Klewinghaus für die Hintermannschaft in dem von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten Kader.

Allerdings schmerzen zwei Ausfälle sehr: Eckdreiviertel Felix Lammers (SCN) hat in der Schweiz eine schwere Knieverletzung erlitten, und Kapitän Justin Renc (TSV Handschuhsheim) erhielt nach seiner Roten Karte von der Disziplinarkommission von Rugby Europe eine Sperre für zwei Länderspiele.

Außerdem spielen am Sonntag in Madrid: Schweiz – Belgien um 13.30 Uhr um Platz 5, Rumänien – Spanien um 16 Uhr um Platz 3 und Titelverteidiger Georgien – Portugal um 18.45 Uhr um den EM-Titel.

Im Sechs-Nationen-Turnier können die punktgleich führenden Franzosen und Schotten ebenso Erster werden wie die Iren, die zwei Punkte weniger haben. Die Entscheidung fällt am Samstag um 21 Uhr im Stade de France, wenn sich Frankreich gegen England behaupten muss. Um 15 Uhr spielt Irland gegen Schottland, um 17.30 Uhr Wales gegen Italien.

Die deutsche Siebenerrugby-Auswahl fliegt am heutigen Donnerstag nach Montevideo, wo am Wochenende das zweite Turnier der World Sevens Series ausgetragen wird. Die Überraschungssieger von Nairobi sind dabei keine Außenseiter mehr. Teammanager Clemens von Grumbkow (Heidelberg) hat neun Heidelberger in seinem 14-köpfigen Kader: Cedric Eichholz, Tim Lichtenberg, Henry Smeed, Jan Lammers (RGH), Bennet Veil, Daniel Eneke (TSV Handschuhsheim), Max Roddick, Chris Umeh und Jakob Dipper (SCN).

Sonntag, 8. März 2026

Nicht gut genug

Deutschlands Rugby-Team verliert in der Schweiz mit 25:35 und steigt aus der EM-Division 1 ab – Rot für Kapitän Justin Renc

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft ist bereits einen Spieltag vor Schluss aus der Division 1 der Europameisterschaft abgestiegen. Am Samstag unterlag die Fünfzehn von Trainer Mark Kuhlmann, der am Sonntag in Madrid im Spiel um Platz 7 gegen die Niederlande zum letzten Mal als Nationaltrainer die Verantwortung tragen wird, in Yverdon-les-Bains der Schweiz mit 25:35 (10:15) Punkten. Nach diesem Resultat spielen die Eidgenossen in Madrid gegen Belgien um EM-Rang 5. Damit sind sie in der Endabrechnung der Jahre 2025 (7.) und 2026 (mindestens 6.) besser als die Deutschen, die nach Platz 8 im Vorjahr nun bestenfalls Rang 7 erreichen können. Das aber wird schwer genug.

„Diese Niederlage und der Abstieg sind für mich eine mächtige Enttäuschung. Wir sind daran aber selbst schuld“, sagte Mark Kuhlmann, dessen Team erneut nicht gut genug gespielt hat, um diese Schweizer, die die entscheidende Führung erst 13 Minuten vor Schluss an sich rissen, zu besiegen. „Wir waren nicht gut genug, weder in Belgien noch in der Schweiz“, lautete das bittere Fazit des Nationaltrainers.

Dieses waren die spielentscheidenden Schwächen: Bei sechs eigenen Gasseneinwürfen wurde der Ball nur einmal erobert. Damit fehlte dem Team die Möglichkeit zu schnellen Angriffen. In der eigenen 22-m-Zone und bei Angriffen bis vor das gegnerische Malfeld passierten unbegreifliche Vorwürfe, die die Schweizer in Ballbesitz brachten und eigene Versuchschancen zerstörten. Die Zeitstrafe für Eric Marks, der die Schulter an den Hals eines Gegners rammte, und die Rote Karte für Kapitän Justin Renc, der mit dem Knie auf den Kopf eines Schweizers steigen wollte (diesen aber nicht traf), waren harte, aber vertretbare Entscheidungen des jungen walisischen Schiedsrichters Carwyn Sion, bei denen er den Videobeweis zu Rate zog. Deutschland spielte also 22 Minuten in Unterzahl, acht Minuten sogar nur mit 13 gegen 15 Mann. Disziplinlosigkeiten, auch im Spiel am angeordneten Gedränge, sind leider ein Markenzeichen des deutschen Nationalteams. Jules Porcher, der famose Kicker, bedankte sich mit drei Straftritten und neun Punkten.

Die deutsche Mannschaft erzielte drei Versuche durch Außendreiviertel Felix Lammers (4.) nach Doppelpass mit Leo Wolf, durch Flankenstürmer Oliver Stein (59.) nach einem Durchbruch von Luke Wakefield und durch Sturmführer Iestyn Rees (64.). Der ehemalige Kapitän der U20-Nationalmannschaft von Wales zählte neben Leo Wolf, Daniel Hamilton-Strong, Robin Plümpe, Christopher Hennig, Luis Ball und Oliver Stein zu den deutschen Spielern, die ein Spiel ohne Fehl und Tadel lieferten und den Schweizern auch ihre volle Willenskraft entgegensetzten. Die restlichen deutschen Punkte erzielten die Kicker Bader Pretorius (8) und Christopher Hennig (2).

Die Schweiz erzielte durch Cyril Fluckiger, Johnatan Dallet, Lucas Schmid und Tom Nublat einen Versuch mehr und gewannen allein deshalb verdient. Porcher traf auch mit drei Erhöhungen, buchte also 15 Punkte.

Der vierte Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers war ein Tag der Sensationen. Spitzenreiter Frankreich wurde auf dem Murrayfield von Edinburgh völlig zerlegt und verlor nach sieben schottischen Versuchen mit 40:50 Punkten, wobei Schottland nach 69 Minuten noch mit sogar 47:14 führte. Erst in den Schlussminuten, als Coach Gregor Townsend sein Wechselkontingent erschöpft hatte und Schottland in Unterzahl spielen musste, kamen die Franzosen mit drei Versuchen noch etwas heran.

Als England bei der WM 1991 gegen Italien mit 36:6 gewonnen hatte, platzte Englands Trainer Roger Uttley der Kragen. Die Azzurri seien nur darauf aus gewesen, das Spiel zu zerstören und zu verzögern, schimpfte Uttley. 35 Spiele später, die allesamt vom Rosenteam gewonnen wurden, hat Italien im Olympiastadion von Rom vor 80000 Zuschauern die Sensation geschafft und die Erfinder des Rugbyspiels erstmals besiegt. 23:18 stand es am Schluss für die Männer von Trainer Gonzalo Quesada, der die Versuche von Tommaso Menoncello und Leonardo Marin sowie die 13 Kickpunkte von Paolo Garbisi bejubelte. Die Engländer scorten durch Tommy Freeman und Tom Roebuck, doch Fin Smith traf nur mit einer Erhöhung und einem Straftritt.

Das Spiel zwischen Irland und den stark verbesserten Walisern war hart umkämpft, doch behaupteten die Iren beim 27:17 Turnierrang drei.

Deutschland: Hennig (FC Grenoble) – Hamilton-Strong (Loughborough University), Plümpe (RG Heidelberg), Pretorius (Sao Miguel, 53. Wakefield/SC Neuenheim), Lammers (SCN, 39. Dixon/SC Frankfurt 1880) – L. Wolf (Frankfurt), Paine (Frankfurt, 41. M. McDonald/Caldy RFC) – Renc (Kapitän, TSV Handschuhsheim, 39. Ireland/Oxford Harlequins), Rees (Nottingham RFC, 75. Rayan/Frankfurt), Stein (Frankfurt) – Ball (Watsonians FC Edinburgh), Marks (RC Vannes) – Zymvragos (Frankfurt, 68. Shekete/Rossendale RUFC), Ferrar (Bohemians RFC, 41. Tyumenev (CA Castelsarrasain), Mizera (Hannover 78, 71. D. Wolf/Frankfurt).


Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Wales 27:17

Schottland – Frankreich 50:40

Italien – England 23:18

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 16 Punkte (+79), 2. Schottland 16 (+21), 3. Irland 14, 4. Italien 9, 5. England 6, 6. Wales 1.

Letzter Spieltag, Samstag, 15 Uhr: Irland – Schottland; 17.30 Uhr: Wales – Italien; 21 Uhr: Frankreich – England.


Europameisterschaft, Division 1

Halbfinals Plätze 5 – 8

Schweiz – Deutschland 35:25

Belgien – Niederlande 38:15

Freitag, 6. März 2026

Das Spiel der letzten Chance

Rugby-EM: Deutschland muss in der Schweiz gewinnen, sonst ist der Abstieg besiegelt

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat die Wahl. Sollte das Team von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) am Samstag (7. März) um 13 Uhr in Yverdon-les-Bains gegen die Schweiz gewinnen, ist der Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft noch möglich. Sollten die Deutschen aber verlieren, wären sie schon vor dem finalen Spieltag am 15. März in Madrid abgestiegen, da die Schweiz das Vorrundenspiel 2025 in Heidelberg mit 20:17 Punkten gewonnen hatte.

„Diese Niederlage tut uns sehr weh und ist mir bis heute unbegreiflich“, sagte Mark Kuhlmann gestern. Er sagt aber auch: „Wenn wir die Schweizer diesmal nicht schlagen, haben wir es auch nicht verdient, in der Division 1 zu spielen.“ Im Falle eines Misserfolgs müssten die Deutschen in der nächsten Saison in der Division 2 spielen, in der einen Spieltag vor Schluss Tschechien mit 18 Punkten vor Polen (16) führt. Schweden, Kroatien, Dänemark und Litauen spielen keine Rolle mehr.

Eigentlich hatten die deutschen Trainer vor, am Samstag im Stade Municipal von Yverdon, einem knapp 31000 Einwohner zählenden Kurort am Neuburgersee im Kanton Waadt, die beste Mannschaft aufzubieten. In der Tat ist Zweite-Reihe-Stürmer Eric Marks vom französischen Zweitliga-Spitzenreiter RC Vannes erstmals in dieser EM-Saison dabei, und auch Hakler Mika Tyumenev vom CA Castelsarrasain, der seine internationale Laufbahn vor Jahresfrist eigentlich beendet hatte, feiert auf Bitten Kuhlmanns ein Comeback. „Leider haben Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub und Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead beim letzten Spiel in Belgien Gehirnerschütterungen erlitten, weshalb wir sie ersetzen müssen“, erläutert Kuhlmann.

Der Einsatz des mächtigen Pfeilers Julius Nostadt vom französischen Zweitliga-Tabellendritten Provence Rugby ließ sich hingegen nicht realisieren. Außerdem muss die deutsche Mannschaft auf den starken Innendreiviertel John Dawe verzichten. Dawe ist Sportlehrer auf der Kanalinsel Guernsey und hat am Wochenende eine schulische Verpflichtung.

„Dennoch haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft, wenngleich die Schweiz aufgrund des Heimvorteils leicht favorisiert ist“, sagt Mark Kuhlmann, den der jüngste 29:23-Sieg der Eidgenossen über die Niederlande nicht überrascht hat: „Ich habe ein solches Ergebnis für möglich gehalten, und wir wissen natürlich, dass Verbindungshalb Jules Porcher der Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Mannschaft ist.“

Im Sechs-Nationen-Turnier wird das erste Match des vierten Spieltages bereits am Freitag um 21 Uhr ausgetragen, wenn Irland in Dublin auf das noch sieglose Wales trifft. „Es wäre ein großer Fehler, die Waliser zu unterschätzen“, warnt Irlands Flankenstürmer Josh van der Flier. Auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Frankreich wartet am Samstag um 15 Uhr auf dem Murrayfield von Edinburgh eine schottische Fünfzehn, die zu allem fähig ist. Die völlig verunsicherte englische Mannschaft möchte am Samstag um 17.30 Uhr im Olympiastadion von Rom eine weitere Schmach vermeiden. Ob’s gelingt?

Am Freitag um 19 Uhr lädt das Deutsche Rugby-Sportmuseum in der Heidelberger Tiergartenstraße 7b zu einem Liederabend ein. Das Duo „The Fifty Twenty Two“ singt und spielt die größten Rugby-Hits aller Zeiten im Kulturzentrum des Rugbysports.

Europameisterschaft, Division 1, Samstag, 13 Uhr: Schweiz – Deutschland (live bei Pro7Maxx).

Sechs-Nationen-Turnier, Freitag, 21 Uhr: Irland – Wales; Samstag, 15 Uhr: Schottland – Frankreich; 17.30 Uhr: Italien – England (alle live bei Pro7Maxx).

Montag, 2. März 2026

Dieser EM-Auftakt macht Lust auf mehr Frauenrugby

Gegen Finnland gelang der deutschen Fünfzehn in Heidelberg ein 68:0-Sieg mit zwölf Versuchen

Am Freitagnachmittag beobachtete Baden-Württembergs Landestrainer Jan Ceselka im Landesleistungszentrum das Training der finnischen Frauenrugby-Nationalmannschaft. „Morgen gewinnt Deutschland mit 35 Punkten Vorsprung“, wagte der Heidelberger Experte eine kühne Prognose. Ceselka irrte sich. Deutschlands Rugby-Frauen gewannen ihr erstes Spiel in der Europameisterschafts-Division 2 (Trophy) mit 68:0 (29:0) Punkten und sind damit vom Aufstieg in die Division 1 nur noch ein Sieg entfernt. Am 4. April treffen Schweden und Deutschland, die beiden ungeschlagenen Teams, in Trelleborg aufeinander. Der Sieger steigt auf.

Deutschland ist mit fünf Wertpunkten alleiniger Tabellenführer, weil gegen die zwar kampfstarken und nie aufgebenden, aber ungefährlichen Finninnen zwölf Versuche gelangen und somit der offensive Bonuspunkt eingesammelt wurde. Schweden hat in Finnland nur mit 18:7 gewonnen und keinen Bonuspunkt erhalten. Es verbietet sich allerdings, aus den Spielergebnissen eine Favoritenrolle für die Schützlinge von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) abzuleiten, der von seinen Kollegen Curtis Bradford, Andrew Reintges und Te Ira Davison gut unterstützt wurde und sich lobend äußerte.

„Wir können mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden sein. Die Mädels konnten zeigen, was sie draufhaben und was eine gute Vorbereitung ausmacht. Das Ergebnis davon war klar zu sehen. Das Team hat seit November eine tolle Entwicklung gemacht“, sagte Mathurin, der besonders mit dem akkuraten Spiel an den Gassen, die bei hoher Überlegenheit viele Ballgewinne brachten, und mit dem flüssigen, schnellen Angriffsspiel der läuferisch besseren Dreiviertelreihe sehr zufrieden sein. Außerdem klappte die Verteidigung tadellos, denn die belgische Oberaufseherin Véronique Fourmy durfte nicht einen einzigen finnischen Versuch in die Zentrale von Rugby Europe nach Paris melden.

Einziger Kritikpunkt an einem schönen und die 900 Rugby-Fans begeisternden Spiel waren die hohe Anzahl von acht plus vier Straftritten, die die exzellente georgische Schiedsrichterin Mariam Gorguadze wegen Verstößen am offenen Gedränge und wegen Bodenspiels in den beiden Halbzeiten gegen die deutsche Mannschaft verhängen musste. Gegen einen stärkeren und mit einer guten Kickerin gesegneten Gegner kann das zum Spielverlust führen. Finnland hatte keine sichere Kickerin dabei und setzte den Ball deshalb nie auf das Hütchen, um Straftritt-Punkte zu erzielen.

Unter den Zuschauern, die sich an zwölf brillant herausgespielten deutschen Versuchen erfreuten, waren übrigens Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Sportkreis-Vorsitzender Peter Schlör und Gerhard Schubert aus Leipzig. Der Rekord-Nationalspieler der ehemaligen DDR feuerte seine Enkelin Paula Schult an, die neben Johanna Hacker, Sofie Fella und Spielführerin Mette Zimmat in einer Mannschaft ohne Schwachpunkt zu den Besten zählte.

Deutschland: M. Bechtel – Fella (59. Gruber), Schult, Zimmat (Kapitän), J. Hacker – Bürger, Malaizier (53. Tauschek) – Weigel (70. Trauth), Gossmann (56. Hinterding), Trauth (50. Abdelkarim) – Vieth, Lauter (50. Seifert) – Fouquet (47. Paul), Rickel (47. Bergemann), Bier (47. Patterson).

Schiedsrichterin: Gorguadze (Georgien); Seitenrichterinnen: Callaghan und Brakemeier (Deutschland); Match Commissioner: Fourmy (Belgien); Zuschauer: 900; Punkte: 12 Versuche durch Hacker 4, Schult 3, Zimmat 2, Fella, Trauth und Hinterding; 4 Erhöhungen durch Malaizier 3 und Bechtel.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Rugby-Frauen sind gegen Finnland favorisiert

Europameisterschaftsspiel am Samstag in Heidelberg – Nach guter Vorbereitung liebäugelt Trainer Mathurin mit einem Sieg

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft der Frauen hat Ambitionen. Die Fünfzehn von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) möchten es den Männern gleichtun und in die Division 1 der Europameisterschaft aufsteigen. Hierzu sind in der Division 2, die sich bei Rugby Europe „Trophy“ nennt, zwei Siege erforderlich: Am Samstag um 14.30 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark in Heidelberg-Kirchheim gegen Finnland und am 4. April in Trelleborg gegen Schweden. Das erste Trophy-Spiel hat Schweden in Finnland mit 18:7 Punkten gewonnen.

Pierre Mathurin, ein 35-jähriger Erzieher in einem Kindergarten in Leimen, ist zuversichtlich und hat allen Grund dazu. Zum einen haben die deutschen Frauen in der letzten Saison im Oktober 2024 in Finnland mit 44:10 gewonnen, und zum anderen war die Vorbereitung in den letzten Wochen „richtig gut“. So wurde das letzte Vorbereitungsspiel am Sonntag in Yverdon gegen die Schweiz nach vier Versuchen von Elena Korn (SC Germania List), Johanna Hacker (Heidelberger Ruderklub), Clara Tauschek (SC Neuenheim) und Sofie Fella (Dubai RC) mit 20:13 gewonnen. Allerdings verfehlten alle vier Erhöhungskicks ihr Ziel, was in einem EM-Spiel nicht passieren sollte. „Natürlich haben wir noch ein paar Dinge gesehen, die wir gegen Finnland besser machen müssen und besser machen wollen. Aber wenn wir diese Leistung auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg“, sagt Pierre Mathurin, der ein sehr guter Nationalspieler im klassischen Rugby und im olympischen Siebenerrugby war.

Mathurin hat seinen 23-köpfigen Länderspiel-Kader schon am Dienstag berufen und Innendreiviertel Mette Zimmat vom Heidelberger RK als Spielführerin nominiert. Er setzt auf einen starken Block des deutschen Meisters HRK, den er erfolgreich betreut, und freut sich, dass auch die im Ausland tätigen Spitzenspielerinnen Manja Bechtel von Stade Français Paris, Muriel Weigel aus Turin, Sofie Fella aus Dubai und Grace Patterson vom Lichfield RUFC angereist sind. Die Mannschaft hat sich am gestrigen Mittwoch getroffen und wird auch am Donnerstag und Freitag um 18.30 Uhr im Landesleistungszentrum trainieren.

Am Samstag wird der Fritz-Grunebaum-Sportpark um 12 Uhr geöffnet. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.vivenu.com und an der Tageskasse. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre genießen freien Eintritt. Die U15-Mädchen von Baden-Württemberg und Hessen bestreiten um 13 Uhr auf dem Kunstrasen des HRK ein Siebenerrugby-Vergleichsspiel. Der Erlös aus dem Catering kommt der baden-württembergischen Rugby-Jugend zugute. Autofahrer werden gebeten, ihr Fahrzeug auf dem Messplatz abzustellen, da der Harbigweg ab 11 Uhr für den Verkehr gesperrt ist.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (Kapitänin/HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK) – Weigel (CUS Torino), Gossmann (SC Germania List), Trauth (HRK) – Vieth (HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli), Rickel (FC St. Pauli), Bier (SCN). – In Reserve: Bergemann (SCN), Patterson (Lichfield RUFC), Paul (Köln), Seifert (HRK), Hinterding (TSV Handschuhsheim), Abdelkarim (SCN), Tauschek (SCN), Gruber (SCN).

Sonntag, 22. Februar 2026

Der erste Rettungsanker hat nicht gegriffen

Rugby-Europameisterschaft: Deutschland verlor in Belgien mit 3:18 -

Nun wird die deutsche Rugby-Nationalmannschaft doch bis zum Finaltag am 15. März in Madrid um den Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft bangen müssen. Denn der am Samstagabend in Mons geworfene erste Rettungsanker hat nicht gegriffen, das letzte Gruppenspiel in Belgien haben die Deutschen mit 3:18 (3:5) verloren und dabei eine schlechte Leistung gezeigt. Entsprechend enttäuscht war Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), der sein Team für „undiszipliniertes Spiel und sehr viele Fehler“ kritisierte und feststellte: „Wer in 80 Minuten 23 Straftritte gegen sich erhält, kann nicht gewinnen – auch wenn die Belgier deutlich schwächer waren als vor einem Jahr in Kassel.“

Nun müssen die Deutschen am 7./8. März im Überkreuzspiel um die EM-Plätze 5 bis 8 in der Schweiz antreten, die gestern gegen die Niederlande mit 29:23 gewann.

Ein Resultat der vielen Abseitsstellungen und Bodenspiele der deutschen Stürmer war die Zeitstrafe, die der georgische Schiedsrichter Shota Tevzadze in der 54. Minute beim Stande von 3:8 als Sammelbuße gegen den deutschen Kapitän Justin Renc verhängte. Zehn Minuten in Unterzahl gegen einen im Sturm ohnehin starken Gegner zu spielen, verjagte jegliche Aussicht, das Ergebnis noch zu drehen.

Die Belgier waren – was Mark Kuhlmann auch nicht fassen konnte – im Gassenspiel überlegen, was ihnen mit zahlreichen Ballgewinnen die Möglichkeit bot, mit ihnen bekanntermaßen starken Paket viele Meter nach vorne zu drängen. Nach einer Viertelstunde, in der die in Rot spielenden Schwarzen Adler konsequent verteidigten, warf sich Erste-Reihe-Stürmer Jean-Baptiste Declercq, ein schwerer und fast quadratischer Muskelmann, zum Versuch und 5:0 über die deutsche Mallinie. Dem setzte Schlussmann Christopher Hennig zwei Minuten vor der Halbzeitpause einen Straftritt zum 5:3 entgegen. Es war für die deutsche Fünfzehn die einzige Möglichkeit im gesamten Match, Punkte zu erzielen. Eine Versuchschance gab es nicht, weitere Straftritte auch nicht, und in der zweiten Halbzeit, als die zahlreichen deutschen Fans unter den 3000 Zuschauern auf einen Führungswechsel hofften, kamen die Deutschen nie in die belgische Spielhälfte.

Auch weil die guten Stürmer Andrew Reintges und Shawn Ingle früh mit Verletzungen ausscheiden mussten, wurde der belgische Angriffsdruck immer höher. Zunächst nutzte Verbindungshalb Guillem Fernandez Grau einen Straftritt zum 8:3 (47.), ehe Declercq (55.) und Bruno Vliegen (76.) mit zwei weiteren Versuchen die deutsche Niederlage besiegelten. Außerdem waren das Kickspiel der Deutschen, die den Belgiern zahlreiche Konter ermöglichten, kritikwürdig und die Vorwürfe im Angriff ungewöhnlich zahlreich.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers hat Titelverteidiger Frankreich die Tabellenführung durch einen 33:8-Sieg über Italien ausgebaut. Die Mannschaft von Trainer Fabien Galthié hatte einige Mühe, die aufmerksame Defensive der Italiener auszuspielen, erzielte aber fünf Versuche durch Louis Bielle-Biarrey, Emanuel Meafou, Thomas Ramos, Neuling Gael Drean und Emilien Gailleton. Den Rest besorgte Ramos per Kicks. Italien buchte einen Versuch durch den in Grenoble aufgewachsenen und für Toulouse spielenden Schlussmann Ange Capuozzo und einen Straftritt von Paolo Garbisi, den Spielmacher des RC Toulon.

England wurde im Home of Rugby vor 82000 Zuschauern in Twickenham von den entfesselt aufspielenden Iren völlig fertiggemacht und verlor mit 21:42 (7:22), während Schottland in Cardiff gegen stark verbesserte Waliser in den Schlussminuten mit 26:23 (6:17) gewann. Irland führte zwischenzeitlich mit 29:7 und hatte seinen Dreh- und Angelpunkt in Gedrängehalb Jamison Gibson-Park.


Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Dixon (61. Lammers) – L. Wolf, Paine (46. M. McDonald) – Ingle (44. Ireland), Stein (55. Rayan), Renc (Kapitän) – Rees, Ball – Zymvragos (62. Howells), Reintges (44. Ferrar), Mizera (62. D. Wolf).


Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

England – Irland 21:42

Wales – Schottland 23:26

Frankreich – Italien 33:8

Tabelle: 1. Frankreich 15, 2. Schottland 11, 3. Irland 9, 4. England 5, 5. Italien 5, 6. Wales 1.

Europameisterschaft, Division 1

Gruppe A

Georgien – Spanien 42:30

Schweiz – Niederlande 29:23

Tabelle: 1. Georgien (TV) 15, 2. Spanien 10, 3. Schweiz 4, 4. Niederlande 1.

Gruppe B

Belgien – Deutschland 18:3

Portugal – Rumänien x:x

Tabelle: 1. Portugal 10, 2. Rumänien 5, 3. Belgien 5, 4. Deutschland 4.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Die erste Chance auf den Klassenverbleib

In der Rugby-Europameisterschaft will die deutsche Fünfzehn in Belgien bestehen

Nach ihrem 30:24-Sieg von Heidelberg gegen Rumänien und der 12:68-Niederlage von Dessau gegen Portugal bieten sich der deutschen Rugby-Nationalmannschaft drei Möglichkeiten, dem Abstieg aus der Division 1 der Europameisterschaft zu entgehen. Die erste Chance hat die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann am Samstag um 20 Uhr im Stade Charles Tondreau in Mons. „Wenn wir in Belgien gewinnen sollten, wären wir Gruppenzweiter und hätten den Klassenverbleib geschafft“, sagt Kuhlmann. Denn nach ihrer 6:23-Niederlage in Rumänien haben die Belgier noch keinen Punkt, während die Deutschen durch die Überraschung gegen Rumänien vier Punkte eingesammelt haben. Kuhlmanns Rechnung geht natürlich nur dann perfekt auf, wenn Portugal am Sonntag um 17.30 Uhr in Lissabon gegen Rumänien gewönne.

Sollte Deutschland als Nummer 31 der Weltrangliste in Belgien, das durch die beiden jüngsten Niederlagen um zwei Plätze auf Rang 23 zurückgefallen ist, verlieren, bestehen weitere Möglichkeiten zur Rettung in den beiden folgenden Spielen gegen die schwächeren Teams der Gruppe A – gegen die Niederlande und die Schweiz also.

Die deutsche Fünfzehn wird am Freitagmorgen in Heidelberg abreisen, um 19.30 Uhr und am Samstagmorgen in Mons im Stadion trainieren und bis auf den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC) mit den Siegern von Heidelberg antreten. Neu in dem am Dienstag von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten 26-köpfigen Kader sind der hoch gewachsene Iestyn Rees vom Nottingham RFC, der bereits für Wales U20 gespielt hat, und der Dritte-Reihe-Stürmer John Ireland von den Oxford Harlequins, der beim deutschen Sieg über die Militär-Nationalmannschaft Großbritannien getestet wurde und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Andrew Reitges (Heidelberger RK) wird als Hakler, Oliver Stein (SC Frankfurt 1880) als Gassenfänger und dessen Vereinskamerad Oliver Paine als Gedrängehalb in die Startformation zurückkehren.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Teams, das ein geschlossener Klub ohne Auf- und Abstieg ist, ist Tabellenführer Frankreich, das beim 36:14 gegen Irland und beim 54:12 in Wales so brillant aufgespielt hat, klarer Favorit gegen das stark verbesserte Italien, das mit dem 18:15-Sieg über Schottland, aber auch mit der 13:20-Niederlage in Irland aufhorchen ließ und sich unter dem argentinischen Cheftrainer Gonzalo Quesada, bei der WM 2007 in Frankreich Spielmacher des damaligen Bronze-Teams, spielerisch deutlich gesteigert hat. Gespielt wird am Sonntag um 16.10 Uhr im Stade Pierre Mauroy in Lille.

Bei England gegen Irland am Samstag um 15.10 Uhr in Twickenham und bei Wales gegen Schottland am Samstag um 17.40 Uhr in Cardiff geht um die Verfolgung der Franzosen und um die Triple Crown für den britischen Meister, die nur noch die Schotten und Iren erobern können. Pro7 Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Mons, live.

Dienstag, 17. Februar 2026

Turniersieg in Nairobi

Deutsche Siebenerrugby-Auswahl startet erfolgreich in die Weltserie

Ende letzten Jahres ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft erstmals in den höchsten Wettbewerb, die World Sevens Series, aufgestiegen, die vom in Dublin ansässigen Weltverband nach einer Modusänderung nun in zwei Divisionen ausgetragen werden. Nach vier Turnieren der Division 1 führt Fidschi mit 70 Punkten vor Südafrika (66), Neuseeland (62), Olympiasieger Frankreich (54), Australien (54), Argentinien (44), Spanien (36) und Großbritannien (30) das Achterfeld an. Und nach dem ersten Turnier der Division 2 in Nairobi ist Deutschland mit 20 Punkten Tabellenführer vor den USA (18), Gastgeber Kenia (16), Uruguay (14), Belgien (12) und Kanada (10). Die Mannschaft des spanischen Bundestrainers Pablo Feijo ist gegenwärtig also auf Platz neun in der Welt.

Diese Momentaufnahme gilt es nun beim zweiten Turnier am 21. und 22. März in Montevideo er bestätigen. „Insgesamt bin ich superglücklich mit der Leistung dieses Teams. Die Jungs haben zu 100 Prozent füreinander gearbeitet und gekämpft. Darauf können wir stolz sein“, sagte Feijo, dessen Spieler am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar stationiert sind, von wo sie sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren möchten.

In Nairobi hat das Profiteam von Rugby Deutschland vier der fünf Spiele über zweimal sieben Minuten gewonnen. Der Start in den ersten Turniertag geriet beim 19:14 (7:14)-Sieg über Uruguay etwas holprig. Felix Hufnagel vom deutschen Meister SC Germania List (2) und Maximilian Heid vom SC Neuenheim legten drei Versuche, Hufnagel traf mit zwei Erhöhungskicks ins Goal.

Im zweiten Match gegen Kanada musste ein 5:17-Pausenrückstand in einen 26:17-Sieg gedreht werden, zu dem Niklas Koch (List/2), Kapitän Tim Lichtenberg (RG Heidelberg) und Jakob Dipper (SCN) vier Versuche und Hufnagel drei Erhöhungen beisteuerten. Der erste Tag endete mit einer 10:15 (10:0, 10:10)-Niederlage durch sudden try gegen Kenia. Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Hufnagel legten die beiden Versuche.

Am zweiten Turniertag gelang ein triumphaler 28:7 (14:0)-Sieg über die USA. Cedric Eichholz (RGH), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) und Felix Hufnagel (2) erzielten die vier Versuche, die Hufnagel allesamt erhöhte. Das abschließende Spiel gegen Belgien, das die Deutschen mit 10:7 (5:0) gewannen, wurde zu einem Nervenkitzel. Das deutsche Team, das aus 14 Spielern mit zehn Heidelbergern besteht, legte zwei Versuche durch Koch und Dipper und brachte die hauchdünne Führung über die Zeit. Tim Lichtenberg (29) bestritt das 50. Turnier für die deutsche Nationalmannschaft.

Sonntag, 15. Februar 2026

Gegen Portugal nicht den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn unterlag beim EM-Spiel in Dessau mit 12:68 Punkten

Im zweiten Europameisterschaftsspiel der Saison 2026 wollte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft nach ihrem überraschenden 30:24-Auftaktsieg von Heidelberg gegen Rumänien auch Portugal ärgern und ein gutes Ergebnis erzielen. Beides ist der Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) nicht gelungen. Die Portugiesen, EM-Vierte des Vorjahres und bereits für die WM 2027 in Australien qualifiziert, siegten vor 3400 Zuschauern in Dessau mit 68:12 (33:0) Punkten, und leider haben die Deutschen an die überragende Leistung des letzten Sonntags nicht anknüpfen können.

Mark Kuhlmann hatte schon im Vorfeld des Spiels gegenüber dieser Zeitung die Befürchtung geäußert, „dass wir nicht gewinnen können, denn die Portugiesen sind deutlich besser als Rumänien.“ Ob das stimmt, wird das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams am 22. Februar in Lissabon zeigen. Auf jeden Fall spielten die Iberer – wie von Kuhlmann vorhergesagt – mannschaftlich viel schneller und variantenreicher und individuell deutlich flinker und ballsicherer. Das Ergebnis waren zehn Versuche durch Innendreiviertel Rodrigo Marta (2), die Außendreiviertel Manuel Cardoso Pinto und Vincent Pinto, Schlussmann Manuel Vareiro (2), Innen Guilherme Vasconcelas und die Stürmer Joao Granate, Nuno Mascarenhas und Simao Bento, von denen Domingos Cabral, ein 24-jähriger Verbindungshalb mit ganz feinem Fuß, neun erhöhte.

Die Deutschen hatten vor allem deshalb keine Chance, weil sie erst in der 54. Minute beim Stande von 0:47 durch Kapitän Justin Renc den ersten Ball nach einem Gasseneinwurf gewannen, und nach dem dritten Ballgewinn gelang dem eingewechselten Hakler und Einwerfer Andre Reintges vom Heidelberger Ruderklub der erste Versuch, den der eingewechselte Verbinder Bader Pretorius aus dem portugiesischen Sao Miguel zum 7:47 erhöhte. In der Nachspielzeit glückte dem ebenfalls eingewechselten Außendreiviertel Aiden Dixon vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880 eine Ergebniskosmetik.

Gegen die wendigen und auch im Spiel auf engstem Raum einfallsreichen Portugiesen klappte auch die Defensive nicht gut genug. „Wenn Gegner dieser Klasse ihre Überzahl ausspielen, sind wir in der Verteidigung geschlagen. Wir brauchen dann zu viele Spieler, um einen einzigen Gegner zu stoppen“, sagte Mark Kuhlmann, der am Samstag um 20 Uhr in Mons gegen Belgien seine – im Gegensatz zu Dessau – beste Formation aufbieten möchte.

Nach dem zweiten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers ist Frankreich alleiniger Tabellenführer. In Cardiff, wo Frankreichs Trainer Fabien Galthié 1999 als Gedrängehalb die Vizeweltmeisterschaft gefeiert hatte, gewann die XV de France gestern mit 54:12 gegen Wales und legte dabei acht blendend herausgespielte Versuche durch Emilien Gailleton, Louis Bielle-Biarrey, Debütant Fabien Brau Boirie, Matthieu Jalibert, Julien Marchand, Théo Attissogbe (2) und Charles Ollivon, von denen Schlussmann Thomas Ramos sieben erhöhte.

England kann auf dem Murrayfield nicht gewinnen. Im 144. Spiel zwischen Schottland und England gewannen die Brave Hearts mit 31:20 zum 45. Mal den silbernen Calcutta Cup, den Prinzessin Anne mit sichtlichem Stolz überreichte. Die Schotten legten vier Versuche durch Huw Jones (2), Jamie Ritchie und Ben White. Spielmacher Finn Russell traf mit allen Erhöhungen und einem Straftritt. England kam nur zu zwei Versuchen durch Henry Arundell, der später Gelb-Rot sah, und Ben Earl. Irland hatte große Mühe, um Italien mit 20:13 zu besiegen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Lammers (41. Pretorius) – L. Wolf (59. Dixon), M. McDonald (65. Piosik) – Ingle, Ball, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Bauer), Rayan (59. Kasper) – Zymvragos (65. Howells), Ferrar (41. Reintges), D. Wolf (41. Mizera).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Italien 20:13

Schottland – England 31:20

Wales – Frankreich 12:54

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 10 Punkte, 2. Schottland 6, 3. England 5, 4. Italien 5, 5. Irland 4, 6. Wales 0.

Europameisterschaft, Gruppe A

Niederlande – Georgien 12:61

Spanien – Schweiz 53:14

Tabelle: 1. Georgien (TV) 10, 2. Spanien 10, 3. Niederlande 0, 4. Schweiz 0.

Gruppe B

Deutschland – Portugal 12:68

Samstag, 20 Uhr: Belgien – Deutschland in Mons.

Freitag, 13. Februar 2026

Rugby-Nationalteam will auch Portugal ärgern

In der Europameisterschaft am Samstag in Dessau die zweite Bewährungsprobe – Siebenerrugby-Team in Nairobi

Nach ihrem völlig unerwarteten 30:24-Sieg über Rumänien ist die deutsche Rugby-Nationalmannschaft guter Laune und vor dem zweiten Europameisterschaftsspiel am Samstag um 13 Uhr in Dessau gegen Portugal voll motiviert. Der Erfolg gegen die vielfachen Europameister, die in den 1970-er Jahren auf einer Stufe mit den Franzosen standen und diese – unter anderem mit dem späteren deutschen Bundestrainer Peter Ianusevici als Außendreiviertel – mehrfach besiegt haben, hat sich sofort ausgezahlt. In der Rangliste von World Rugby hat sich Deutschland um vier Plätze auf Rang 31 verbessert und Paraguay, Russland, Schweden und Brasilien hinter sich gelassen, während Rumänien auf Rang 22 verharrt.

Portugal, EM-Vierter des Vorjahren nach einem 7:21 im Bronze-Finale gegen Rumänien, ist nach dem jüngsten 47:17-Sieg in Belgien in der Weltrangliste um einen Platz auf Rang 19 und damit vor Samoa geklettert. „So gut sind die Portugiesen auch“, sagt Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), für den sich an der Zielsetzung nichts geändert hat: „Wir wollen auch gegen Portugal ein gutes Spiel machen, Punkte auf die Anzeigetafel und den Gegner in Verlegenheit bringen. Für uns geht es nur um den Klassenverbleib.“

Mark Kuhlmann und seine Assistenten Michael Poppmeier, Samy Füchsel (beide Frankfurt) und BJ Botha, mit Südafrika Weltmeister 2007, reisten am Donnerstag mit 26 Spielern von Heidelberg nach Dessau, bestreiten am Freitag zwei Trainingseinheiten, frühstücken am Samstag schon um sieben Uhr, um sich zur ungewohnten und den Wünschen des Fernsehens geschuldeten Zeit um 13 Uhr in den Kampf zu stürzen. Die Trainer haben die Start-Fünfzehn aus Gründen der Belastungssteuerung auf zwei Positionen verändert. Für den Erste-Reihe-Pfeiler Edward Shekete (Rossendale RUFC) wird der Frankfurter Cosmo Zymvragos beginnen, für den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart vom Sutton & Epsom RFC könnte Tobias Bauer (Hannover 78) spielen. Die Deutschen müssen fünf Länderspiele binnen sechs Wochen durchstehen. Kuhlmann freut sich, dass Bader Pretorius vom portugiesischen Spitzenklub Sao Miguel eine Handverletzung auskuriert hat. „Das gibt uns für die Hintermannschaft weitere Variationsmöglichkeiten“, sagt der Trainer.

Die Portugiesen sind nicht so schwer und nicht ganz so groß wie die Rumänen, aber viel flinker und im Angriff deutlich einfallsreicher. Gegen Rumänien hat Deutschland, obwohl vier Versuche gelungen sind, übrigens keinen offensiven Bonuspunkt erhalten. Den gäbe es in der WM, im Sechs-Nationen-Turnier und in der Bundesliga für vier Versuche. Rugby Europe tanzt aus der Reihe und gibt den offensiven Bonuspunkt nur dann, wenn man vier Versuche und drei mehr legt als der Gegner.

Die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft startet am Samstag und Sonntag im kenianischen Nairobi in die World Sevens Series, die höchste Liga im Weltrugby. Aussteiger Deutschland trifft auf Belgien, Kanada, Uruguay, Kenia und die USA. Bundestrainer Pablo Feijoo hat mit Cedric Eichholz, Henry Smeed, Jan Lammers, Tim Lichtenberg (RGH), Bennet Veil, Daniel Eneke (TSV Handschuhsheim), Max Roddick, Maximilian Heid, Chris Umeh und Jakob Dipper (SCN) zehn Heidelberger Vollprofis in seinem 14-köpfigen Kader.

Im Sechs-Nationen-Turnier ist Irland am Samstag um 15.10 Uhr Favorit gegen Italien, während Schottland und England um 17.40 Uhr um den Calcutta-Cup kämpfen. Wales ist am Sonntag um 16.10 Uhr Außenseiter gegen Frankreich, dessen Trainer Fabien Galthié ebenfalls zum Mittel der Belastungssteuerung greift, was mit einem 42-er Kader kein Problem ist. Pro7Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Dessau, live.

Sonntag, 8. Februar 2026

Historischer Rugby-Sieg in Heidelberg

Zum Auftakt der Europameisterschaft schlägt Deutschland den hohen Favoriten Rumänien mit 30:24

Der Frankfurter Spielmacher Leo Wolf, dem fünf Minuten vor Schluss der entscheidende vierte Versuch zum 30:24 (6:14)-Sieg und zum offensiven Bonuspunkt gelungen war, sprach vom „schönsten Gefühl meines Lebens.“ Der Handschuhsheimer Flankenstürmer Justin Renc, der die deutsche Rugby-Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld führen durfte, wollte vor Freude die ganze Welt umarmen. Mit einem völlig unerwarteten und dennoch vollkommen verdienten Erfolg über den vielfachen Titelträger Rumänien ist Deutschland erfolgreich in die Europameisterschaft 2026 gestartet, in der nach wie vor nur ein Ziel gilt: Der Klassenverbleib.

1500 Zuschauer erlebten im Heidelberger Fritz-Grunebaum-Sportpark, wohin das Match kurzfristig von Kassel verlegt worden war, eine der besten Leistungen einer deutschen Fünfzehn seit vielen Jahrzehnten. In ihrem „Wohnzimmer“ zeigten die Schützlinge von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) eine fantastische Defensive, und sie spielten auch stark im angeordneten Gedränge und an den Gassen gegen die deutlich höher gewachsenen und schwereren Rumänen, die dann brandgefährlich waren, wenn sie mit dem massiven Sturm ins Rollen kamen. Mark Kuhlmann sagte: „Ich bin zwar nie zufrieden, aber heute bin ich glücklich!“

In der ersten Halbzeit glückten nur zwei Straftritte von Linksfuß Leo Wolf zum 3:0 (16.) und 6:7 (31.), während die rumänischen Eichen zwei Versuche durch ihr Paket (20.) und den für Aurillac in der französischen Pro D2 spielenden Außen Toni Maftei erzielten, die Alin Conache zum 6:14-Pausenstand erhöhte.

Dann aber befolgten die deutschen Spieler den Rat ihres Sturmtrainers Michael Poppmeier (Frankfurt) und nahmen ihre Herzen in beide Hände. Das Ergebnis: Viele selbstbewusste, ja freche Angriffe und vier Versuche durch Gedrängehalb Oliver Paine (50.), Linksaußen Felix Lammers (54.), Rechtsaußen Daniel Hamilton-Strong (70.) und Leo Wolf (75.), der auch drei Erhöhungen ins Goal trat. Dem hatten die zunehmend entnervten Rumänen nur noch einen Versuch von Gheorghe Gajion (73.), eine Erhöhung und einen Straftritt von Conache entgegen zu setzen.

Am Samstag spielt Deutschland um 13 Uhr in Dessau gegen Portugal. Es geht wieder mit 0:0 los, und Pro7Maxx überträgt live.

Titelverteidiger Frankreich, Italien und England heißen die Sieger am ersten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers. Die Franzosen zeigten vor 81000 Zuschauern im Stade de France eine zauberhafte Leistung und besiegten Irland, den Gesamtsieger von 2024, mit 38:14 (22:0). Die Fünfzehn von Trainer Fabien Galthié erzielte fünf Versuche durch Außensprinter Louis Bielle-Biarrey (2), Verbinder Matthieu Jalibert, Zweite-Reihe-Stürmer Charles Ollivon und Rechtaußen Théo Attissogbe, denen Thomas Ramos vier Erhöhungen und einen Straftritt hinzufügte.

Italien kämpfte Schottland im strömenden Regen von Rom nieder und gewann aufgrund einer fantastischen Verteidigungsleistung verdient. Louis Lynagh und Tommaso Menoncello legten zwei Versuche vor, Paolo Garbisi traf mit einer Erhöhung und zwei Straftritten. Die Schotten scorten durch Jack Dempsey und George Horne. Finn Russell traf mit einer Erhöhung und einem Straftritt. Mitfavorit England hatte beim 48:7 in Twickenham gegen das schwache Wales keine Probleme, um einen Hattrick von Henry Arundell und drei weitere Versuche durch Ben Earl, Tom Roebuck und Tommy Freeman zu erzielen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe (71. Wakefield), Dawe, Lammers (71. Dixon) – L. Wolf, Paine (64. M. McDonald) – Ingle, Stein, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Rayan), Ball – Shekete (41. Howells), Reitges (56. Ferrar), Mizera (63. D. Wolf)..


Für die Tabellenseite

Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

Frankreich (TV) – Irland 36:14

Italien – Schottland 18:15

England – Wales 48:7

Europameisterschaft, Division 1

Gruppe A

Schweiz – Georgien (TV) 3:54

Niederlande – Spanien 33:51

Gruppe B

Deutschland – Rumänien 30:24

Belgien – Portugal 17:47

Samstag, 13 Uhr: Deutschland – Portugal in Dessau.