Sonntag, 15. März 2026

Ohne den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn verlor gegen die Niederlande im Spiel um EM-Rang sieben mit 7:76

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft belegt in der Division 1 der Europameisterschaft den achten und letzten Platz und muss in die Division 2 (Trophy) absteigen. Im Platzierungsspiel um Rang 7 unterlag die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) im Uni-Stadion von Madrid den in allen Belangen überlegenen Niederländern mit 7:76 (0:47) Punkten. Einziger versöhnlicher Moment nach einer sehr schlechten Leistung war der späte Versuch von Schlussmann Christopher Hennig, den er selbst zum 7:69 in der 76. Minute erhöhte.

Neben dem für Grenoble spielenden Frankfurter Hennig zeigten nur Sturmführer Oliver Stein und Verbinder Leo Wolf vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880, Flankenstürmer und McLaren-Ingenieur Shawn Ingle aus Maidenhead und Zweite-Reihe-Stürmer Luis Ball von den Watsonians Edinburgh, der wie Coach Kuhlmann seinen Abschied vom Nationalteam verkündet hat, eine akzeptable Leistung gegen eine junge, technisch bessere und vor allem viel schnellere niederländische Mannschaft. Über den deutschen Spielern den Stab zu brechen, wäre allzu leicht. Doch muss man wissen, dass es mit ganz wenigen Ausnahmen keine Besseren gibt. Deshalb ist es höchst unwahrscheinlich, dass die deutsche Mannschaft nach dem nun notwendigen Neuaufbau eine Liga tiefer alle Spiele gewinnen wird.

Das Spiel, für das sich die deutsche Mannschaft vorgenommen hatte zu zeigen, „dass wir auch gut Rugby spielen können“ (Mark Kuhlmann), stand nach zwei Minuten und einem haarsträubenden Fehler des Außendreiviertels Daniel Hamilton-Strong 0:7, nach 14 Minuten 0:21 und war nach 17 Minuten beim Stande von 0:28 verloren, als der Frankfurter Erste-Reihe-Stürmer Cosmo Zymvragos nach einem unfairen Tackling die Rote Karte sah. Insgesamt erzielten die Oranje Boven zwölf Versuche durch Oliva Sialau (2), Tobias Nota, Boris Hadinegoro (3), Mart van der Veen, Tim de Jong, Tafadzwa Kahembe, Mees Voets, Te Campbell und Vikas Meijer, der mit acht Erhöhungskicks ins Goal traf. Die deutsche Mannschaft hatte nur noch eine weitere vage Versuchschance, die durch eine Abseitsstellung zunichte gemacht wurde.

Titelverteidiger Frankreich hat das Sechs-Nationen-Turnier gewonnen. Die XV de France besiegte das ebenbürtige, aber weniger disziplinierte Team Englands vor 81000 Zuschauern im Stade de France glücklich mit 48:46 (24:27). Den siegbringenden Straftritt verwandelte Schlussmann Thomas Ramos nach 83 Minuten aus 45 Metern beim Stande von 45:46. Der beste Kicker der Welt, der mit fünf Erhöhungen und zwei Straftritten bei einer 100-prozentigen Ausbeute 16 Punkte buchte, bewies wieder einmal eiserne Nerven und profitierte von einem Hochhalten des englischen Kapitäns Maro Itoje während des letzten französischen Angriffs. Beim Stand von 17:27 hatte der georgische Referee Saba Abulashvili bereits einen Strafversuch und eine Zeitstrafe nach einem Foul von Ellis Genge verhängt. Erfolgreichster Spieler des Abends war der 22-jährige Außensprinter Louis Bielle-Biarrey. Der schnelle Mann aus Bordeaux legte vier Versuche und hat nach 27 Länderspielen nun 29 Versuche auf seinem Konto – ein einsamer Weltrekord.

Irland belegt Platz zwei und feiert nach Siegen gegen Wales, England und dem abschließenden 43:21 über Schottland mit der Triple Crown die Meisterschaft der vier Home Unions des Rugbyspiels, und Wales beendete das Turnier mit einem 31:17 über Italien mit dem ersten Sieg des Jahres.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong (41. N. Klewinghaus), Plümpe, Dawe (53. Wakefield), Dixon – L. Wolf (Kapitän), Piosik (41. M. McDonald) – Ingle, Stein, Ireland – Bauer (41. Kasper), Ball (60. Rayan) – Zymvragos (37. Shekete), Reintges, Mizera (54. Howells).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Schottland 43:21

Wales – Italien 31:17

Frankreich – England 48:46

Endklassement: 1. Frankreich (TV) 21 Punkte, 2. Irland 19, 3. Schottland 18, 4. Italien 9, 5. England 8, 6. Wales 6.

Europameisterschaft, Division 1

Spiel um Platz 7 in Madrid

Niederlande – Deutschland 76:7

Deutschland steigt ab.

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