Sonntag, 10. Mai 2026

SCN hat die Endspiel-Teilnahme fast sicher

Nach seinem 64:5-Sieg beim Deutschen Sport-Verein von 1878 Hannover hat der Sportclub Neuenheim mit 99,9-prozentiger Sicherheit das Endspiel der deutschen Rugby-Meisterschaft am 13. Juni um 15 Uhr in Hannover-Ricklingen gegen den Titelverteidiger SC Frankfurt 1880 erreicht. Es ist für den Rekord-Vizemeister am Ende seiner 123. Saison die 27. Finalteilnahme, mit der der Bundesliga-Tabellenzweite seinen zehnten Titelgewinn anstrebt.

Im Spiel bei der besten Mannschaft der früheren deutschen Rugby-Hauptstadt Hannover hatte das beste Heidelberger Team einen Blitzstart und führte beim Halbzeitpfiff des guten Potsdamer Schiedsrichters Joshua Jahn mit 47:0. Nach der Pause, als SCN-Trainer Alexis Michel munter durchwechselte und dem überragenden Spielmacher Nikolai Klewinghaus nach dessen Versuche-Hattrick zwischen der 27. und 40. Minute eine Schonung gönnte, ließen es die Königsblauen etwas ruhiger angehen, spielten defensiv aber weiterhin konsequent und gönnten dem neunmaligen deutschen Meister nur einen Versuch durch Flankenstürmer Alexander Brosowski zum 5:52 in der 61. Minute.

Alexis Michel, der den SCN auch in der nächsten Saison trainieren wird und die Spieler in seiner Premierensaison gut entwickelt hat, freute sich über zehn Versuche durch Nikolai Klewinghaus (3), Robert Amelung (2), Frederik Strauß (2), Henning Brockmann, Valentin Heuser und Conor Arnold. Im Heimspiel am Samstag gegen den Vorletzten RC Luxemburg wollen die Neuenheimer den Einzug ins Finale zu 100 Prozent absichern.

SCN: Schwager – Arnold, Bülow, Wakefield (54. Hooper), Strauß – N. Klewinghaus (57. Becker), Lieb (41. Kübe) – Trabuco Cruz, Lehmann, Amelung – Schomberg, Brockmann – Weiss (41. Jankarashvili), Köpper (41. Heuser), Bachmann.

Schiedsrichter: Jahn (Potsdam); Zuschauer: 500; Punkte: 0:7 (4.) Versuch Amelung + Erhöhung Klewinghaus; 0:14 (10.) V Brockmann + E Klewinghaus; 0:21 (21.) V + E Klewinghaus; 0:28 (27.) V + E Klewinghaus; 0:35 (29.) V + E Klewinghaus; 0:40 (34.) V Strauß; 0:47 (40.) V Strauß + E Klewinghaus; 0:52 (51.) V Heuser; 5:52 (61.) V Brosowski; 5:59 (69.) V Arnold + E Schwager; 5:64 (80 + 3.) V Amelung.


Montag, 4. Mai 2026

Zur Erinnerung an Minh Becker

Pop-Art-Künstler schufen ein Graffito an der Ernst-Walz-Brücke

Am 16. Januar jährte sich zum zehnten Mal der Tag, an dem Minh Andreas Becker starb. In frischer Erinnerung ist die Trauerfeier in der Kapelle des Heidelberger Bergfriedhofs, bei der Trauergäste aus aller Welt von dem Rugby-Meisterspieler und Extremskifahrer Abschied nahmen. Becker wurde nur 34 Jahre alt, weil er im schweizerischen Verbier beim Freeriding von einer Lawine erfasst und tödlich verunglückt war.

Zur Erinnerung an diesen ebenso begabten wie wagemutigen Sportler – Junioren-Nationalspieler, deutscher Siebenerrugby-Meister 1999, 2003 und 2005 sowie deutscher Pokalsieger 2004 mit dem Rugby-Team der Rudergesellschaft Heidelberg und Nummer 35 in der Welt der Extremskifahrer – hat die Pop-Art-Künstlergruppe The Phung Masters zum 14. März 2026 - an diesem Tag wäre Minh Becker 45 Jahre alt geworden – auf der Neuenheimer Seite der Ernst-Walz-Brücke ein großes Graffito geschaffen.

Das Gesicht Beckers mit dem für Freerider typischen Sturzhelm ist von den Worten „Minh Knows“ umrahmt. Dies ist eine Anlehnung an eine Nike-Kampagne über einen multitalentierten Sportler, die der Künstler Philipp und seine Kollegen Flo, Martin, Sassan und Andi als Vorbild nahmen, um an das Multitalent Minh Andreas Becker zu erinnern.

In der Tat war Minh Becker, der als Physiker kurz vor der Promotion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich stand, ein sehr begabter Mensch. Sein Vater Hubert Becker erinnert sich daran, dass Minh Freunden aus der RGH-Jugend geholfen habe, sich durch gemeinsames Lernen auf die Abiturprüfungen vorzubereiten.

Er habe „früh Charaktereigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Großzügigkeit entwickelt und damit Erfolg gehabt“, sagte der inzwischen verstorbene katholische Stadtpfarrer Josef Mohr bei der Trauerfeier und fügte mit Blick auf das Extremskifahren kritisch hinzu: „Das ist Wahnsinn! Dieser Sport hat ihn das Leben gekostet.“ Beckers Erfolge auf der Freeride World Tour hätten die Eltern „stets mit Angst und Stolz erfüllt.“

Bei allem Schmerz über den frühen Tod des Sohnes ist Hubert Becker allerdings sehr froh, dass seine Freunde Minh nicht vergessen und ihm nun dieses Graffito gewidmet haben.