Sonntag, 15. Februar 2026

Gegen Portugal nicht den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn unterlag beim EM-Spiel in Dessau mit 12:68 Punkten

Im zweiten Europameisterschaftsspiel der Saison 2026 wollte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft nach ihrem überraschenden 30:24-Auftaktsieg von Heidelberg gegen Rumänien auch Portugal ärgern und ein gutes Ergebnis erzielen. Beides ist der Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) nicht gelungen. Die Portugiesen, EM-Vierte des Vorjahres und bereits für die WM 2027 in Australien qualifiziert, siegten vor 3400 Zuschauern in Dessau mit 68:12 (33:0) Punkten, und leider haben die Deutschen an die überragende Leistung des letzten Sonntags nicht anknüpfen können.

Mark Kuhlmann hatte schon im Vorfeld des Spiels gegenüber dieser Zeitung die Befürchtung geäußert, „dass wir nicht gewinnen können, denn die Portugiesen sind deutlich besser als Rumänien.“ Ob das stimmt, wird das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams am 22. Februar in Lissabon zeigen. Auf jeden Fall spielten die Iberer – wie von Kuhlmann vorhergesagt – mannschaftlich viel schneller und variantenreicher und individuell deutlich flinker und ballsicherer. Das Ergebnis waren zehn Versuche durch Innendreiviertel Rodrigo Marta (2), die Außendreiviertel Manuel Cardoso Pinto und Vincent Pinto, Schlussmann Manuel Vareiro (2), Innen Guilherme Vasconcelas und die Stürmer Joao Granate, Nuno Mascarenhas und Simao Bento, von denen Domingos Cabral, ein 24-jähriger Verbindungshalb mit ganz feinem Fuß, neun erhöhte.

Die Deutschen hatten vor allem deshalb keine Chance, weil sie erst in der 54. Minute beim Stande von 0:47 durch Kapitän Justin Renc den ersten Ball nach einem Gasseneinwurf gewannen, und nach dem dritten Ballgewinn gelang dem eingewechselten Hakler und Einwerfer Andre Reintges vom Heidelberger Ruderklub der erste Versuch, den der eingewechselte Verbinder Bader Pretorius aus dem portugiesischen Sao Miguel zum 7:47 erhöhte. In der Nachspielzeit glückte dem ebenfalls eingewechselten Außendreiviertel Aiden Dixon vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880 eine Ergebniskosmetik.

Gegen die wendigen und auch im Spiel auf engstem Raum einfallsreichen Portugiesen klappte auch die Defensive nicht gut genug. „Wenn Gegner dieser Klasse ihre Überzahl ausspielen, sind wir in der Verteidigung geschlagen. Wir brauchen dann zu viele Spieler, um einen einzigen Gegner zu stoppen“, sagte Mark Kuhlmann, der am Samstag um 20 Uhr in Mons gegen Belgien seine – im Gegensatz zu Dessau – beste Formation aufbieten möchte.

Nach dem zweiten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers ist Frankreich alleiniger Tabellenführer. In Cardiff, wo Frankreichs Trainer Fabien Galthié 1999 als Gedrängehalb die Vizeweltmeisterschaft gefeiert hatte, gewann die XV de France gestern mit 54:12 gegen Wales und legte dabei acht blendend herausgespielte Versuche durch Emilien Gailleton, Louis Bielle-Biarrey, Debütant Fabien Brau Boirie, Matthieu Jalibert, Julien Marchand, Théo Attissogbe (2) und Charles Ollivon, von denen Schlussmann Thomas Ramos sieben erhöhte.

England kann auf dem Murrayfield nicht gewinnen. Im 144. Spiel zwischen Schottland und England gewannen die Brave Hearts mit 31:20 zum 45. Mal den silbernen Calcutta Cup, den Prinzessin Anne mit sichtlichem Stolz überreichte. Die Schotten legten vier Versuche durch Huw Jones (2), Jamie Ritchie und Ben White. Spielmacher Finn Russell traf mit allen Erhöhungen und einem Straftritt. England kam nur zu zwei Versuchen durch Henry Arundell, der später Gelb-Rot sah, und Ben Earl. Irland hatte große Mühe, um Italien mit 20:13 zu besiegen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Lammers (41. Pretorius) – L. Wolf (59. Dixon), M. McDonald (65. Piosik) – Ingle, Ball, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Bauer), Rayan (59. Kasper) – Zymvragos (65. Howells), Ferrar (41. Reintges), D. Wolf (41. Mizera).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Italien 20:13

Schottland – England 31:20

Wales – Frankreich 12:54

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 10 Punkte, 2. Schottland 6, 3. England 5, 4. Italien 5, 5. Irland 4, 6. Wales 0.

Europameisterschaft, Gruppe A

Niederlande – Georgien 12:61

Spanien – Schweiz 53:14

Tabelle: 1. Georgien (TV) 10, 2. Spanien 10, 3. Niederlande 0, 4. Schweiz 0.

Gruppe B

Deutschland – Portugal 12:68

Samstag, 20 Uhr: Belgien – Deutschland in Mons.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen