Mittwoch, 29. April 2026

Heidelberg dankt über hundert Meistersportlern

Stadt und Sportkreis Heidelberg feierten eine stimmungsvolle Sportlerehrung im Atrium der Stadtwerke

Danke! Danke! Danke! So ziemlich jeder (m, w, d), der am Freitagabend im schicken Atrium der Stadtwerke Heidelberg an der gemeinsamen Sportlerehrung von Stadt und Sportkreis Heidelberg teilnahm, wurde mit einem herzlichen „Dankeschön!“ bedacht. Natürlich die gastgebenden Stadtwerke-Personalleiter Matthias Straub und Marketing-Leiterin Katharina Schimek-Hefft, die neben der Location auch ein leckeres Büffet spendierten, und natürlich auch die treuen Sponsoren Niebel KG, Ensinger und Heidelberger Brauerei. Ein herzliches Dankeschön hatte der Sportkreis-Vorsitzende Dr. Peter Schlör aber auch für die über hundert Sportlerinnen und Sportler aus den nahezu 130 Heidelberger Vereinen, die 2025 nationale und internationale Meistertitel gewonnen haben und aus den Sparten Fechten, Golf, Leichtathletik, Quadball, Rudern, Rugby, Schwimmen und Volleyball kamen.

Diese erfolgreichen Athletinnen und Athleten profitieren, das betonten Peter Schlor und Gert Bartmann als Leiter des städtischen Amtes für Sport und Gesundheitsförderung unisono, von den Spitzenleistungen ihrer Trainerinnen und Trainer und vom idealen Umfeld, den die Vereine für Training und Wettkampf bieten. Schlör dankte den Gemeinderäten Dr. Peer Hübel, Carmen Niebel, Michael Pfeiffer, Bülent Teztiker, Waseem Butt, Adrian Rehberger und Zara Dilan Kiziltas für die trotz aller Kürzungszwänge noch immer vorbildliche Heidelberger Sportförderung. Bekanntlich muss der Sport eine fünfprozentige Kürzung der städtischen Fördermittel verkraften, was schwer, aber möglich ist.

Die von Frank Schuhmacher schwungvoll moderierte Sportlerehrung fand ihren Höhepunkt in der Proklamation der von einer Jury ausgewählten Sportler des Jahres 2025. Sportlerin des Jahres wurde Lisa Gutfleisch vom Heidelberger Ruderklub, die in Shanghai WM-Bronze im Doppelvierer gewonnen hatte und vor Schwimmerin Lena Ludwig vom SV Nikar als Zweite der Junioren-WM über 100 und 200 m Brust und Gewichtheberin Yekta Jamali vom Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar als WM-Achte im Zweikampf gewann. Diesmal gab es zwei punktgleiche Sportler des Jahres: Der deutsche 100-m-Schmetterlingsmeister Luca Nik Armbruster vom OSP und Para-Judo-Europameister Lennart Sass wurden auf Platz eins gewählt. Dritter wurde der Golfer Nico Guldan vom Gehörlosen-Sportverein Heidelberg, der bei den Deaflympics zwei Bronzmedaillen gewonnen hatte.

Drei Degenfechter der TSG Rohrbach – Carolin Marheineke als Doppel-Weltmeisterin der Veteranen vor Vizeweltmeister Marco Longo und Vizeweltmeisterin Dagmar Heinzelmann – wurden als Seniorensportler des Jahres ausgerufen, während die Basketballer der MLP Academics Heidelberg als Champions League-Teilnehmer Team des Jahres vor den Rugby-Frauen des HRK als deutsche Doppelmeisterinnen und den Degenfechtern der TSG Rohrbach als deutsche U20-Meister wurden.

Dass die Männer der Heidelberger Feuerwehr besonders flink und sportlich sind, bewiesen nicht nur Rainer Stephan, Ronny Reichelt und Rolf Rensch, die neben Sandra Buchholz (TSV Wieblingen), Christian Maichle und Werner Gießelmann (TSG 78 Heidelberg) für jahrzehntelange Tätigkeit als Sportabzeichen-Prüfer geehrt wurden, sondern auch die nach einem Feueralarm in Windeseile angerückten Löschzüge, deren Besatzungen das Gebäude nach einem Brandherd durchsuchten und nichts Bedrohliches fanden, so dass die Sportlerehrung nach kaum 30 Minuten fortgesetzt werden konnte.

Auf Beschluss des Gemeinderates wurden von Oberbürgermeister Professor Eckart Würzner drei Persönlichkeiten zu „Förderern des Sports“ ernannt: Martina Einsele ist seit 18 Jahren Motor des Volleyballs im Heidelberger Turnverein, Peter Bickel war 18 Jahre lang Vorsitzender der Ringer des AC Germania Ziegelhausen, und Gerhard Schäfer war 30 Jahre lang Vorsitzender des Sportkreises Heidelberg und dient im Badischen Sportbund Nord nach wie vor als Vizepräsident für Bildung und Qualifizierung. Bei der Sportlerehrung zeigten die Breaking Heavens der TSG Rohrbach, die Tänzerinnen des TSC Couronne und das Quartett von Ambulant Jazz mit Peer Hübel, Wigbert Stapf, Andreas Schwarz und Speciarl Guest Robert Kletterer Höchstleitungen und ernteten großen Beifall.

Neue Gesichter im Vorstand der Sportregion Rhein-Neckar

Gründungsmitglied Gerhard Schäfer wurde als Schatzmeister von Dr. Peter Schlör ersetzt

Professor Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, führt seit 2009 und für weitere zwei Jahre die Sportregion Rhein-Neckar. Der Verein mit über 200 Mitgliedsorganisationen – Vereine, Fachverbände, Sportkreise, Sportbünde, Unternehmen, Städte, Gemeinden und Landkreise – führte seine Mitgliederversammlung mit 68 Stimmberechtigten am 20. April beim BASF Tennisclub Ludwigshafen durch, bei der ausschließlich einmütige Entscheidungen getroffen wurden.

Die Sportregion hat ihren Sitz vom Stadthaus N1 in Mannheim in den Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar nach Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 710) verlegt und kann dadurch Miet- und Betriebskosten in Höhe von rund 20.000 Euro pro Jahr einsparen. Geschäftsführerin Andrea Michels gab einen Überblick über die 2025 mit Unterstützung der Sportregion durchgeführten Sportveranstaltungen, Netzwerktreffen und Fortbildungen und freute sich über die gute Resonanz auf diese Angebote. Michels warb für den SportAward Rhein-Neckar. Dieser Ball mit Showprogramm und vielen Ehrungen wird am 30. November im Heidelberger Congress-Center stattfinden. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Eckart Würzner verabschiedete mit Heinz Janalik (Mosbach) und Gerhard Schäfer (Heidelberg), den er humorvoll als „Fossil“ bezeichnete, zwei Mitglieder aus dem Vorstand, die die Sportregion 2004 mitgegründet hatten. Schäfer berichtete über Einnahmen in Höhe von 183.400 Euro und Ausgaben in Höhe von rund 188.000 Euro und somit über einen Verlust in Höhe von rund 4600 Euro. Das Vermögen der Sportregion belief sich zum 31. Dezember auf 168.520 Euro, und für 2026 legte Schäfer einen Haushalt mit positiven Erwartungen vor. Die Kassenprüfer Gert Bartmann (Heidelberg) und Wolfgang Köllner (Ludwigshafen) bescheinigten Schäfer eine korrekte Kassenführung und empfahlen die Entlastung des Vorstandes, die ohne Widerrede erfolgte.

Die Wahlen brachten große Veränderungen, denn zwölf Persönlichkeiten wurden neu in den Vorstand gewählt. Im sechsköpfigen geschäftsführenden Vorstand sind dies die stellvertretende Vorsitzende Anna Katharina Rapp von der BASF und Schatzmeister Dr. Peter Schlör vom Sportkreis Heidelberg. Außerdem gehören Ralf Eisenhauer (Stadt Mannheim), Professor Henning Plessner (Uni Heidelberg) und Rudolf Storck (Sportbund Pfalz) an. Im 18-köpfigen erweiterten Vorstand wirken unter anderem Heike Bauer (Dietmar-Hopp-Stiftung), Simone Born (Anpfiff ins Leben), Gert Rudolph (Badischer Sportbund Nord), Lukas Würtele (Rhein-Neckar-Kreis), Rainer Arend (Sparkasse Heidelberg), Lars Lamadé (SAP), Olympiasiegerin Mandy Rupp (AOK) und Gordon Rapp (OSP MRN). Der langjährige Kassenprüfer Gert Bartmann wurde wiedergewählt und wird nun von Markus Schneider (Stadt Ludwigshafen) begleitet.

Dienstag, 21. April 2026

Zwei Siege bei der Siebenerrugby-WM

Aufsteiger Deutschland bezwingt Großbritannien und die USA

Beim ersten von drei Turnieren um die Siebenerrugby-Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft als Aufsteiger aus der Division 2 zwei ihrer fünf Spiele gewonnen und als Elfter im Gesamtklassement die Vereinigten Staaten von Amerika hinter sich gelassen. Turniersieger im mit 42000 Zuschauern ausverkauften Stadion von Hongkong wurde Südafrika durch einen 35:7-Endspielsieg über Argentinien. Überraschungsdritter wurde Spanien durch einen 32:28-Erfolg über Neuseeland.

Die deutsche Auswahl von Bundestrainer Pablo Feijó musste in Hongkong zwar ohne drei verletzte Stammspieler – Kapitän Tim Lichtenberg, Topscorer Jakob Dipper und Daniel Eneke – auskommen, zeigte aber gute Leistungen und unterstrich mit Rang elf in der Weltrangliste ihre Zugehörigkeit zur Elite. „Deutschland kann auf dieses Team stolz sein“, sagte der Spanier Pablo Feijó, der die fünf Spiele in Hongkong als „guten ersten Schritt“ bezeichnete, „der uns in unserer Entwicklung sehr helfen wird.“

Nur in den ersten beiden Vorrundenspielen war die junge deutsche Mannschaft chancenlos. Gegen Fidschi, den Olympiasieger von 2016 und 2021, gab es eine 5:42-Niederlage, wobei der pfeilschnelle Makonnen Amakuedi vom SC Frankfurt 1880 den Ehrenversuch legte. Das Spiel gegen Frankreich, den Olympiasieger von Paris 2024, endete mit 0:35. Im dritten Vorrundenspiel überraschten die Deutschen allerdings durch einen 17:14 (14:0)-Sieg über Großbritannien und erwarben dadurch den Respekt der internationalen Rugbyszene. Makonnen Amekuedi und Niklas Koch vom deutschen Siebenerrugby-Meister Germania List legten zwei von Felix Hufnagel (List) erhöhte Versuche zum 14:0-Halbzeitführung, ehe die Briten ausglichen und Felix Hufnagel mit einem Dropkick in der Schlussminute den Sieg sicherte.

Obwohl die Leistung von Feijós Schützlingen auch im Halbfinale um die Plätze neun bis zwölf nicht übel war, gewann Uruguay dieses Match mit 35:12 (14:5). Die Deutschen machten ein paar Defensivfehler zu viel und kamen durch Makonnen Amekuedi und Niklas Koch zu zwei Versuchen und durch Felix Hufnagel zu einer Erhöhung. Im Spiel um Platz elf gelang Deutschland ein 19:15 (5:5)-Sieg über die USA. Niklas Koch, Cedric Eichholz (RG Heidelberg) und Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) nach mächtigem Sprint von Chris Umeh (SC Neuenheim) erzielten drei Versuche, von denen Felix Hufnagel zwei erhöhte.

Neben den beiden deutschen Siegen zählte der 21:7-Erfolg Kenias über Frankreich zu den Überraschungen des ersten WM-Turniers. Die zweite Etappe findet vom 28. bis zum 31. Mai im spanischen Valladolid statt.

WM-Stand nach dem ersten Turnier in Hongkong: 1. Südafrika 20 Punkte, 2. Argentinien 18, 3. Spanien 16, 4. Neuseeland 14, 5. Fidschi 12, 6. Australien 10, 7. Kenia 8, 8. Frankreich 6, 9. Uruguay 6, 10. Großbritannien 3, 11. Deutschland 2, 12. USA 1.

Helmut Wallrafen ist neuer Rugby-Präsident

Der Aachener wurde in Duisburg zum Nachfolger Michael Seidlers gewählt

Helmut Wallrafen (70), der von 1996 bis Anfang dieses Jahres Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach war und seit über 20 Jahren Vorsitzender des Rugby-Clubs Aachen ist, wurde am Sonntag in der Sportschule in Duisburg-Wedau zum Vorsitzenden von Rugby Deutschland (RD) gewählt.

Der führende deutsche Sozial-Manager und Buchautor ist damit Nachfolger des Berliners Michael Seidler (67), der in seinem ersten Amtsjahr ungeheuer viel zur Sanierung des Verbandes geleistet hat, nun aber wegen einer Erkrankung aufgeben musste. Seidler kündigte allerdings an, weiterhin in einer Kommission mitzuarbeiten, die die erheblichen Verfehlungen von Vorständen und Präsidiumsmitgliedern zwischen 2016 und 2024 aufarbeitet, die den Verband in eine gefährliche Schieflage gebracht haben.

Seidler und seine Vizepräsidenten informierten die Delegierten des Deutschen Rugby-Tages in aller Offenheit über die Probleme, die seit Anfang 2025 zu bewältigen waren. So hat der Verband aufgrund der Verstöße gegen Gesetze und die Abgabenordnung für die Jahre 2019 und 2020 die Gemeinnützigkeit verloren, einen Strafbefehl des Finanzamtes Hannover erhalten und Steuern in Höhe von über 40000 Euro nachzahlen müssen. Da es frühere Vorstände versäumt haben, Zuschüsse von World Rugby zu beantragen und gewährte Zuschüsse korrekt abzurechnen, ist dem Verband ein Schaden von gut 400.000 Euro entstanden, was den neuen Finanzvorstand Ralf Theune gezwungen hat, den Wirtschaftsplan für 2026 entsprechend zu kürzen. Das führt zu erheblichen Einsparungen in allen Bereichen.

Nur das olympische Siebenerrugby, das von der Bundesrepublik Deutschland 2026 mit 1,376 Millionen Euro gefördert wird, bleibt voll finanziert, während das Fünfzehnerrugby, der Breitensport und die Verwaltung mit rund 800000 Euro auskommen müssen. Theune kündigte strenges Sparen an.

Helmut Wallrafen wurde mit großer Mehrheit gewählt. Der neue Finanz-Vizepräsident Andreas Krimpmann (Berlin), Niko Colic als Vorsitzender des Bundesliga-Ausschusses, Dirk Frase als Vorsitzender der Rugby-Frauen und Marie-Louise Finck, bekannt als schlaue Frau im „Quiz-Olymp“ der ARD, als Mitglied des Schiedsgerichts erhielten Voten von über 95 Prozent. Claus-Peter Bach, DRV-Präsident von 2005 bis 2011, Vizepräsident von Rugby Europe von 1994 bis 2012 und Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg von 1986 bis 2026, wurde von Deutschen Rugby-Tag mit 99,1 Prozent in das Ehrenpräsidium gewählt, dem außerdem Fritz Raupers (Hannover), Peter Welsh (Berlin) und Ian Rawcliffe (Rödermark) angehören.

Das Präsidium gab zwei wichtige Personalentscheidungen bekannt: Frederik von Au (33) wird ab dem 1. Mai neuer Geschäftsführer, Felix Lammers (29) ab dem 1. Juni neuer RD-Sportdirektor. Beide werden am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar arbeiten.

Sonntag, 12. April 2026

Bahr folgt auf Bach

Führungswechsel im Rugby-Verband Baden-Württemberg

Der 74-jährige ehemalige Sonderschulrektor Karl-Heinz Bahr aus Zimmern-Horgen, seit 2002 Vorsitzender des Rugby-Club Rottweil, ist neuer Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg (RBW). Bahr fand als Schüler von Günter Thiel am Rottweiler Leibniz-Gymnasium zum Rugbyspiel und kämpfte bis Ende der Saison 1984/85 in der ersten Sturmreihe des damaligen Bundesligisten und an der Seite von Bernd Kramer und Volker Weber.

Karl-Heinz Bahr ist seit vielen Jahren stellvertretender RBW-Vorsitzender für Württemberg und folgte am 11. April 2026 bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung des RBW im Haus des badischen Sports in Karlsruhe auf Claus-Peter Bach (Plankstadt). Der gebürtige Neuenheimer hatte seit 1986 als Vorsitzender gewirkt und wurde nach 40 Jahren im Ehrenamt von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Auch der Badische Sportbund Nord und der Württembergische Landessportbund, deren Präsidenten ebenso wie BSB-Geschäftsführer Michael Titze der Mitgliederversammlung in voller Länge von drei Stunden beiwohnten, dankten Bach, der seit 2010 als Leistungssport-Vizepräsident des BSB Nord und Mitglied des Landesausschusses zur Förderung des Leistungssports und seit 2022 als Vorsitzender des Präsidialausschusses Leistungssport im Landessportverband Baden-Württemberg wirkt und in dieser Funktion Mitglied im LSV-Präsidium ist. Präsident Gert Rudolph überreichte Bach nach einer bewegenden Laudatio die Verdienstmedaille des BSB Nord, und Präsident Andreas Felchle brachte die Goldene Ehrennadel des WLSB mit, nachdem er den scheidenden RBW-Vorsitzenden so heftig gelobt hatte, dass es diesem die Sprache verschlug.

Zwei andere hoch verdiente Mitarbeiter schieden aus ihren Ämtern aus: Wolfgang Mund (85) vom Heidelberger Ruderklub, über 25 Jahre Schatzmeister und zuletzt Kassenprüfer des RBW, ist nach einem schweren häuslichen Unfall und gravierenden Verletzungen zum Aufgeben gezwungen, und der stellvertretende Schatzmeister Georg Walter (89) vom SC Neuenheim machte seine Ankündigung wahr und schied mit Bach aus. Ältester Teilnehmer der Mitgliederversammlung war übrigens Ehrenmitglied Heinz Reutlinger vom TSV Handschuhsheim, der mit dem Regionalexpress und der Straßenbahn von Heidelberg nach Karlsruhe gekommen war. Heinz Reutlinger wird am 21. Februar 2027 100 Jahre alt. Ehrenmitglied Helmut Rohr (75) vom Stuttgarter RC nahm die einstimmig erfolgte Entlastung des Vorstandes, der Kassenprüfer und des Schiedsgerichts vor und leitete die Neuwahlen ein, die ausnahmslos einstimmige Voten erbrachten.

Der RBW-Vorstand zeichnete den erfolgreichen RBW-Mädchentrainer Andreas Malaizier (Heidelberg) mit der Verdienstnadel aus, ehe die Mitgliederversammlung Marko Protega zum Ehrenmitglied wählte. Er war Nationalspieler und letzter Nationaltrainer in Jugoslawien, Gründer, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der European Veterans Rugby Association und Schulrugby-Beauftragter des RBW. Als Mitbegründer und Schülertrainer des TB Rohrbach formte er die späteren Nationalspieler Alexander Widiker, Kehoma Brenner, Arthur Zeiler und Ali Sürer. 1984 war Marko Protega Bürgermeister des Athletendorfes bei den Olympischen Winterspielen in Sarajewo.

Die Vorstandsmitglieder berichteten über einen Verband, der sich hauptsächlich um die Förderung junger Spielerinnen und Spieler kümmert und der 2025 Erfolge auf allen sportlichen Ebenen feierte. Der 20 Vereine mit 3216 Mitgliedern starke RBW wurde bei den deutschen Meisterschaften des Landesauswahlen Erster bei den Frauen und den U16-Jugendlichen, Zweiter bei den U15-Mädchen und den U18-Juniorinnen sowie Dritter bei den U18-Junioren. Herausragend war der Sieg der U16-Jungen und Platz zwei der U18-Mädchen bei den Heidelberg Sevens im Wettstreit mit Teams aus sieben Nationen. Bei internationalen Aufgaben in Brüssel, in Prag, gegen den englischen Shelford RFC, den niederländischen Meister Den Haag und die kanadische Auswahl der Dog River Howlers wurden Erfolge oder sehr gute Resultate erzielt. Der Anteil von Baden-Württembergern in den deutschen Nationalteams liegt zwischen 40 (Männer-XV), 60 (Männer-7s), 65 (Frauen-7s) und 90 (Frauen-XV) Prozent. Der LSV hat seinen Leistungssport-Zuschuss für 2026 auf 196.000 Euro erhöht. 96,4 Prozent der RBW-Ausgaben wurden 2025 für den Sport und die Jugendarbeit aufgewandt, nur 3,6 Prozent für die Verwaltung und Reisekosten.

Der RBW bedauert die Insolvenz des Rhein-Neckar-Fernsehens und den Ausstieg der Partner Capri-Sun und mbits imaging GmbH, dankt aber seinen zahlreichen Partnern, die sich auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zum Rugbysport bekennen. Schatzmeister Wolfgang Seibert vom Heidelberger Turnverein forderte zu sparsamem Wirtschaften auf. Schiedsrichter-Obmann Thomas Bollian von der Rudergesellschaft Heidelberg lobte den Fleiß, die Wissbegierde und die Vollbeschäftigung der Match Officials, prangerte aber die garstige und im Rugbysport gänzlich unübliche Missachtung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durch Kindertrainer und Zuschauende an. Künftig werden pöbelnde Trainer mit Lizenzentzug bestraft.

Aus den Reihen der Vereine wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Verbandsliga laut, den der Vorstand erfüllen wird.

Der RBW-Vorstand, Vorsitzender: Karl-Heinz Bahr (RC Rottweil); Stellvertretende Vorsitzende: Alexander Wiedemann (Nordbaden/Heidelberger RK) und Roland Geuss (Südbaden/Freiburger RC); Schatzmeister: Wolfgang Seibert (Heidelberger TV); Lehrwart: Jan Ceselka (TSV Handschuhsheim); Sportwart: Benjamin Merdes (SC Neuenheim); Schriftführer: Julian Schmitt (Quadball Heidelberg); Staffelleiter: Christoph Papajewski (Stuttgarter RC); Jugendwartin: Caroline Trost (Heidelberger TV); Schiedsrichter-Obmann: Thomas Bollian (RG Heidelberg); Schulrugby-Beauftragter: Bernard Guyénot (Stuttgarter RC); Passstelle: Regina Schuster (Heidelberger RK); Frauenwartin: Caroline Augspurger-Hacker (Heidelberger RK); Antidoping-Beauftragter: Markus Hirsch (Stuttgarter RC); Ombudsmann gegen sexualisierte Gewalt: Bo Pernter (MTV Ludwigsburg).

Kassenprüfer: Harald Hößler (RG Heidelberg), Guntrum Hacker (Heidelberger RK).

Schiedsgericht: Simon Wilde (RC Rottweil), Marko Protega und Claus-Peter Bach (SC Neuenheim).