Montag, 6. April 2026

Rugby-Frauen holen die European Trophy

Sehr gute Leistung beim 29:0-Sieg in Trelleborg gegen Schweden

Die deutsche Frauenrugby-Nationalmannschaft hat die Europameisterschaft der Division 2 gewonnen. Die Fünfzehn der Trainer Pierre Mathurin und Andrew Reintges, die von Curtis Bradford (alle Heidelberg) beraten und unterstützt werden, gewann am Samstag in Schweden mit 29:0 (19:0), zeigte wie beim 68:0 von Heidelberg gegen Finnland eine erneut sehr gute Leistung und beendete die EM mit der maximalen Zahl von 10 Punkten auf Rang eins. Die Spielerinnen, die frühlingshaft bunte Bänder in ihr Haupthaar geflochten hatten, tanzten nach dem Schlusspfiff der ausgezeichneten georgischen Schiedsrichterin Mariam Goguadze ausgelassen mit der European Trophy über den Rasen der Trelleborg Rugby Arena.

In die EM-Division 1 aufsteigen dürfen sie aber nicht. Weil World Rugby 2026/27 mit den Teams der gegenwärtigen Division 1 die WM-Qualifikation durchführen wird, können die deutschen Frauen frühestens am Ende der nächsten Saison aufsteigen. „Das ist unser Plan“, sagt Pierre Mathurin, der dieses Reglement ebenso wie alle Spielerinnen schon zu Saisonbeginn kannte und es gar nicht schlecht findet, „dass wir uns noch ein Jahr lang einspielen und weiter zusammenwachsen können, denn die Spiele in der Division 1 werden hammerhart.“ Niederlande, Spanien, Belgien und Portugal heißen dann die Gegner, die in ihrer Entwicklung allesamt einen oder zwei Schritte weiter sind.

Rund 300 Zuschauer erlebten in Trelleborg eine in allen Belangen überlegene deutsche Mannschaft, die an den Gassen und im stabilen Gedränge eine Vielzahl guter Angriffsbälle eroberte und besonders in der Defensive völlig fehlerfrei kämpfte. So hatten die körperlich überlegenen Schwedinnen nur eine vage Versuchschance durch ein minutenlanges Pick-and-go-Spiel, der allerdings mit einem Vorwurf endete.

Die Deutschen legten hingegen fünf Versuche durch Verbindungshalb Lara Bürger (2.), Spielführerin und Innendreiviertel Mette Zimmat (18., 58.), Außendreiviertel Johanna Hacker (37.) und Sturmführerin Sarah Goßmann (80.), deren Onkel Ringo ein meisterlicher Gewichtheber war. Charlotte Malaizier traf mit zwei Erhöhungen.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC, 60. Gruber/SC Neuenheim), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK, 60. Tauschek/SCN) – Weigel (CUS Torino), Goßmann (Germania List), Trauth (HRK, 45. Abdelkarim/SCN) – Vieth (HRK, 56. Seifert/HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli, 45. Paul/Köln), Rickel (St. Pauli, 45. Patterson/Lichfield RUFC), Bier (SCN, 45. Bergemann/SCN).


Europameisterschaft Frauen, Division 2

Schweden – Deutschland 0:29

Abschlusstabelle: 1. Deutschland 10 Punkte. 2. Schweden 4, 3. Finnland 0.

Montag, 30. März 2026

Der zweite Anzug passt noch nicht

Deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft in Sao Paulo abgestürzt

Nach Platz eins in Nairobi und Rang zwei in Montevideo ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft beim dritten Turnier der World Sevens Series (Division 2) abgestürzt. Im brasilianischen Sao Paulo verloren die Deutschen alle fünf Spiele und beendeten das letzte Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft auf dem sechsten und letzten Platz. Dadurch rutschten die Schützlinge von Bundestrainer Pablo Feijo in der Gesamtwertung der drei Turniere vom ersten auf den dritten Rang ab, haben ihren Startplatz bei den WM-Turnieren, die vom 17. bis zum 19. April in Hongkong beginnen werden, aber sicher.

Der spanische Bundestrainer musste nach dem Turnier in Uruguay mit Chris Umeh, Max Roddick (SC Neuenheim), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim), Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Henry Smeed (RG Heidelberg) fünf verletzte Stammspieler ersetzen. Er nominierte Akteure nach, die auch Stammplatz-Ansprüche erheben, doch wurde in den Spielen gegen ebenbürtige Konkurrenten deutlich, dass der zweite Anzug noch nicht passt. Außerdem fielen nach dem ersten Match, einem 7:38 (7:21) gegen Kenia, Kapitän Tim Lichtenberg (RGH) und Jakob Dipper (SCN) mit Verletzungen aus, die einen weiteren Einsatz in diesem Turnier unmöglich machten. Am Ende des ersten Turniertages waren von den zwölf deutschen Spielern nur noch sieben einsatzfähig, so dass Pablo Feijo nicht mehr auswechseln konnte.

Gegen Kenia hatte Jakob Dipper mit einem Versuch und Felix Hufnagel (Germania List) per Erhöhung ein 7:0 vorgelegt, doch dann waren die Afrikaner besser. Gegen Uruguay legten die Deutschen durch Hufnagel und die jungen Alexander Lott (Hannover 78) und Bela Sindermann (RC Aachen) bei zwei Hufnagel-Erhöhungen zwar drei Versuche und eine 14:12-Pausenführung vor, doch der Sieg gehörte mit 26:19 den Südamerikanern. Im dritten Spiel siegte Belgien mit 28:17 (21:10). Felix Hufnagel (2) und Jan Lammers (RGH) erzielten drei Versuche, Hufnagel erhöhte einmal.

Der zweite Turniertag brachte zwei Niederlagen. Kanada siegte mit 26:21, nachdem Cedric Eichholz (RGH) und Hufnagel mit Versuch und Erhöhung die 7:0-Führung hergestellt hatten, und beim 5:28 (5:14) gegen die USA war Sindermanns Versuch die einzige Ausbeute der Deutschen.

Endstand in Sao Paulo: 1. Belgien 20 Punkte, 2. Kenia 18, 3. Uruguay 16, 4. USA 14, 5. Kanada 12, 6. Deutschland 10.

World Sevens Series, Division 2, Endstand nach 3 Turnieren: 1. USA 54, 2. Kenia 50, 3. Deutschland 48, 4. Uruguay 42, 5. Belgien 40, 6. Kanada 38. – USA, Kenia, Deutschland und Uruguay für die WM qualifiziert.

Der BSB Nord entlastet seine Vereine

Der Sportbund hat 2025 gut gewirtschaftet und rund 336.000 Euro eingespart

Der Hauptausschuss, zu dem sich die Fachverbände und Sportkreise im „Haus des badischen Sports“ mit insgesamt 77 Stimmen versammelt haben, ist das wichtigste Gremium des Badischen Sportbundes Nord (BSB) in all jenen Jahren, in denen kein Sportbundtag mit Wahlen stattfindet. BSB-Präsident Gert Rudolph (Karlsruhe) stellte den Strategieplan des Sportbundes für die bis 2028 währende Legislaturperiode vor, der nach vielen hundert Vorschlägen aus den Vereinen, Sportkreisen und Fachverbänden entstanden ist und vom Präsidium nach sorgfältiger Beratung beschlossen wurde.

Die Vereine durch Bürokratieabbau, Unterstützung bei der Digitalisierung und Stärkung von Netzwerken entlasten, Kompetenzen von Übungsleitenden und Mitarbeitenden fördern, Jugendliche unter der Federführung der Badischen Sportjugend und im Zusammenarbeit mit „Anpfiff ins Leben“ an die Vereine binden und die Finanzierung des Sports sichern, wozu der mit der Landesregierung vereinbarte Solidarpakt V mit einem jährlichen Mittelaufwuchs von 32 Millionen Euro von 2027 bis 2031 eine gute Grundlage bildet, heißen die vier Strategiethemen, die auf große Zustimmung stießen. Das Finden von Führungskräften und Übungsleitenden in den Vereinen und Fachverbänden wurden als wesentliche Probleme identifiziert, zu deren Verringerung der Strategieplan beitragen soll.

Wichtiger Tagesordnungspunkt jedes Hauptausschusses sind die Vorstellung der Jahresbilanz und die Mittelverteilung, die – weil Finanz-Vizepräsident Jürgen Zink (Bruchsal) erkrankt war - von der stellvertretenden Geschäftsführerin Kerstin Häfele mit großer Kompetenz vorgetragen wurde. 2025 hat der BSB besonders gut gewirtschaftet und gegenüber dem Haushaltsplan einen Überschuss von 336.000 Euro erzielt. Alleine die Entscheidung, das Monatsmagazin „Sport in BW“ nicht mehr als Druckerzeugnis, sondern digital herauszugeben, hat zu einer Einsparung von rund 100.000 Euro geführt. Die Beitragserhöhung von 2024 und der Bau einer Solarstromanlage auf dem Dach des „Hauses des badischen Sports“ führten zu deutlichen Mehreinnahmen.

Insgesamt stehen dem BSB in diesem Jahr 12,04 Millionen Euro zur Verfügung. 1,82 Millionen Euro für Bildungsmaßnahmen, 1,91 Millionen als Beitragsrückfluss und 120.000 Euro aus den Erträgen der Glücksspirale werden den Fachverbänden und Sportkreisen überwiesen. Dass Kerstin Häfele für ihren Vortrag gefeiert wurde, überrascht angesichts dieser Zahlen nicht.

Vereine entlasten: Da die Versicherungsprämien der ARAG und der VBG und insbesondere die GEMA-Gebühren deutlich gestiegen sind, hätte der BSB den Vereinsbeitrag eigentlich um 11 Cent pro Mitglied erhöhen müssen. Angesichts der guten Finanzlage hat das Präsidium vorgeschlagen, dass die Erhöhung nur 5 Cent betragen soll und 6 Cent vom BSB übernommen wird. Dem hat der Hauptausschuss gerne zugestimmt, so dass die Versammlung in gelöster Stimmung bei Kartoffelsalat und Wiener Würstchen endete.


SCN zementiert den zweiten Tabellenplatz

Mit dem zehnten Sieg im zwölften Spiel hat der Sportclub Neuenheim seinen zweiten Tabellenplatz in der Rugby-Bundesliga zementiert. Die Mannschaft des französischen Trainers Alexis Michel besiegte in einem bemerkenswert fairen Match den ewigen Rivalen TSV Handschuhsheim mit 43:26 (19:5) Punkten und machte sich das Siegen selbst schwer: „Im Prinzip haben wir gut gespielt und wachsen immer besser zu einer starken Einheit zusammen. Allerdings machten wir heute eine zu große Anzahl kleiner Fehler wie Bodenspiel, Crossing und Vorwürfe, womit wir dem stark kämpfenden TSV vier Versuche und damit den offensiven Bonuspunkt beschert haben“, fasste Michel das Spielgeschehen korrekt zusammen.

Petrus meinte es nicht gut mit den 500 Zuschauern, denn mit Spielbeginn setzte ein eiskalter Nieselregen ein, der auch den Akteuren die Ballbeherrschung nicht leichter machte. Beide Teams zeigten sehr gute Leistungen an den Gassen und den angeordneten Gedrängen und kamen so zu einer Vielzahl an Ballgewinnen, die flottes Angriffsrugby erlaubten. Im offenen Spiel war der SCN auf spielentscheidende Weise druckvoller und gefährlicher.

Die Neuenheimer gingen durch einen Strafversuch in Führung, den Schiedsrichter Benedikt Niklas wegen wiederholter Abseitsstellung der TSV-Stürmer vor der eigenen Mallinie verhängte. Danach legte der geschickt kombinierende SCN fünf Versuche, von denen der herausragende Spielmacher Nikolai Klewinghaus drei erhöhte. Der irische Erste-Reihe-Stürmer Daniel Julian Colgan (2) und Deutschlands Kapitän Justin Renc wuchteten sich drei Mal ins SCN-Malfeld, und Marius de Giacomini vollendete einen Konterversuch, nachdem Niklas Bechtel die Quetsch aus einem SCN-Angriff herausgefangen hatte.

SC Neuenheim – TSV Handschuhsheim 43:26 (19:5), SCN: Schwager – Becker (78. Moyer), Bülow, Wakefield, Arnold (66. Strauß) – N. Klewinghaus, Kübe – Lehmann, Troch (53. Rinklin), Amelung – Schomberg (60. Sengewitz), Brockmann (73. Portillo) – Jankarashvili (57. Weiss), Köpper, Bachmann (73. Axin).

TSV: De Giacomini – Gando, Surblys, Beaufort, Heising – Zöller (58. Bechtel), Schmitt (73. Widmer) – Renc (69. Kücherer), May, Irizar Krinn – Jansen, Houbali – Colgan (55. Schüle, 83. Wülfinghoff), Grauer, Martel.

Schiedsrichter: Niklas (Frankfurt); Zuschauer: 500; Punkte: 7:0 (14.) Strafversuch, 14:0 (16.) Versuch + Erhöhung N. Klewinghaus, 19:0 (38.) V Schomberg, 19:5 (40.) V Colgan, 19:12 (44.) V Colgan + E de Giacomini, 26:12 (60.) V Brockmann + E N. Klewinghaus, 26:19 (66.) V Renc + E de Giacomini, 33:19 (68.) V Wakefield + E N. Klewinghaus, 33:26 (71.) V + E de Giacomini, 38:26 (76.) V Amelung, 43:26 (79.) V Strauß.


Dienstag, 24. März 2026

Vorzeitig für die WM qualifiziert

Die deutsche Siebenerrugby-Auswahl spielt in Montevideo groß auf und wird Zweiter

Die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die in diesem Jahr erstmals in drei Turnieren ausgetragen wird: Vom 17. bis zum 19. April in Hongkong, vom 29. bis zum 31. Mai in Valladolid und vom 5. bis zum 7. Juni in Bordeaux. Die Mannschaft von Bundestrainer Pablo Feijo erreichte die vorzeitige WM-Qualifikation durch Platz zwei beim World Sevens Series-Turnier der Division 2 in Montevideo, nachdem das erste Turnier in Nairobi sogar gewonnen worden war.

Die Deutschen führen die Division 2 mit 38 Punkten gemeinsam mit den USA an und haben bereits vor dem dritten Turnier am Wochenende im brasilianischen Sao Paulo ihr Zwischenziel erreicht. Das Team liegt zusammen mit den USA auf Platz 9 der Siebenerrugby-Weltrangliste.

Nach den sechs Turnieren der Division 1 in Dubai, Kapstadt, Singapur, Perth, Vancouver und New York liegen Südafrikas „Blitzbokke“ mit 106 Punkten auf Platz 1 vor Fidschi (104), Australien (82), Neuseeland (80), Olympiasieger Frankreich (76), Argentinien (72), Spanien (62) und Großbritannien (42). Mit diesen acht Teams dürfen sich die Deutschen bei den drei WM-Turnieren vergleichen.

In Uruguays Hauptstadt an der Mündung des Rio de la Plata hat die deutsche Sieben vier von fünf Spielen gewonnen und damit erneut den Beifall der internationalen Rugby-Szene erhalten. Drei der vier Erfolge mussten hart erkämpft werden, und am Ende des Turniers waren vier Spieler verletzt, deren Einsatz in Sao Paulo unsicher ist. Der Olympiakader von Rugby Deutschland, der am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar betreut wird, umfasst 19 Akteure, von denen 14 in Brasilien antreten dürfen.

Im ersten Spiel gegen Kanada mussten die Deutschen einen 0:14-Halbzeitrückstand verkraften, ehe der 23-jährige Neuenheimer Jakob Dipper mit enormer Schnelligkeit drei Versuche legte, die der sichere Kicker Felix Hufnagel vom SC Germania List zum 21:14-Sieg erhöhte. Denn hatte Belgien beim 31:5 (14:0) keine Chance. Niklas Koch (List/2), Jakob Dipper, Jan Lammers und Kapitän Tim Lichtenberg (beide RG Heidelberg) legten fünf Versuche, Hufnagel erhöhte dreimal. Im letzten Spiel des ersten Tages waren Los Teros von Gastgeber Uruguay der erwartungsgemäß kampfstarke Gegner, der zur Pause mit 19:12 führte. Allerdings gelangen den Deutschen auch in diesem spannenden Match fünf Versuche durch Ben Ellermann (FC St. Pauli), Felix Hufnagel, Tim Lichtenberg, Chris Umeh (SCN) und Cedric Eichholz (RGH), von denen Hufnagel drei erhöhte.

Am zweiten Turniertag brachte der hauchdünne und prächtig erkämpfte 12:7 (5:0)-Sieg über Kenia die WM-Qualifikation. Jakob Dipper und Tim Lichtenberg erzielten die beiden Versuche, Hufnagel erhöhte den zweiten. Im abschließenden Spiel gegen Turniersieger USA musste Pablo Feijo vier verletzte Akteure ersetzen, so dass die 5:29 (0:17)-Niederlage zwangsläufig war. Ben Ellermann gelang ein Versuch. Neun der 14 Spieler kommen aus Heidelberger Bundesligaklubs.

World Sevens Series, Division 2, Stand nach 2 von 3 Turnieren: 1. Deutschland und USA je 38 Punkte, 3. Kenia 32, 4. Uruguay 28, 5. Kanada und Belgien je 22.