Freitag, 6. März 2026

Das Spiel der letzten Chance

Rugby-EM: Deutschland muss in der Schweiz gewinnen, sonst ist der Abstieg besiegelt

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat die Wahl. Sollte das Team von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) am Samstag (7. März) um 13 Uhr in Yverdon-les-Bains gegen die Schweiz gewinnen, ist der Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft noch möglich. Sollten die Deutschen aber verlieren, wären sie schon vor dem finalen Spieltag am 15. März in Madrid abgestiegen, da die Schweiz das Vorrundenspiel 2025 in Heidelberg mit 20:17 Punkten gewonnen hatte.

„Diese Niederlage tut uns sehr weh und ist mir bis heute unbegreiflich“, sagte Mark Kuhlmann gestern. Er sagt aber auch: „Wenn wir die Schweizer diesmal nicht schlagen, haben wir es auch nicht verdient, in der Division 1 zu spielen.“ Im Falle eines Misserfolgs müssten die Deutschen in der nächsten Saison in der Division 2 spielen, in der einen Spieltag vor Schluss Tschechien mit 18 Punkten vor Polen (16) führt. Schweden, Kroatien, Dänemark und Litauen spielen keine Rolle mehr.

Eigentlich hatten die deutschen Trainer vor, am Samstag im Stade Municipal von Yverdon, einem knapp 31000 Einwohner zählenden Kurort am Neuburgersee im Kanton Waadt, die beste Mannschaft aufzubieten. In der Tat ist Zweite-Reihe-Stürmer Eric Marks vom französischen Zweitliga-Spitzenreiter RC Vannes erstmals in dieser EM-Saison dabei, und auch Hakler Mika Tyumenev vom CA Castelsarrasain, der seine internationale Laufbahn vor Jahresfrist eigentlich beendet hatte, feiert auf Bitten Kuhlmanns ein Comeback. „Leider haben Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub und Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead beim letzten Spiel in Belgien Gehirnerschütterungen erlitten, weshalb wir sie ersetzen müssen“, erläutert Kuhlmann.

Der Einsatz des mächtigen Pfeilers Julius Nostadt vom französischen Zweitliga-Tabellendritten Provence Rugby ließ sich hingegen nicht realisieren. Außerdem muss die deutsche Mannschaft auf den starken Innendreiviertel John Dawe verzichten. Dawe ist Sportlehrer auf der Kanalinsel Guernsey und hat am Wochenende eine schulische Verpflichtung.

„Dennoch haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft, wenngleich die Schweiz aufgrund des Heimvorteils leicht favorisiert ist“, sagt Mark Kuhlmann, den der jüngste 29:23-Sieg der Eidgenossen über die Niederlande nicht überrascht hat: „Ich habe ein solches Ergebnis für möglich gehalten, und wir wissen natürlich, dass Verbindungshalb Jules Porcher der Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Mannschaft ist.“

Im Sechs-Nationen-Turnier wird das erste Match des vierten Spieltages bereits am Freitag um 21 Uhr ausgetragen, wenn Irland in Dublin auf das noch sieglose Wales trifft. „Es wäre ein großer Fehler, die Waliser zu unterschätzen“, warnt Irlands Flankenstürmer Josh van der Flier. Auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Frankreich wartet am Samstag um 15 Uhr auf dem Murrayfield von Edinburgh eine schottische Fünfzehn, die zu allem fähig ist. Die völlig verunsicherte englische Mannschaft möchte am Samstag um 17.30 Uhr im Olympiastadion von Rom eine weitere Schmach vermeiden. Ob’s gelingt?

Am Freitag um 19 Uhr lädt das Deutsche Rugby-Sportmuseum in der Heidelberger Tiergartenstraße 7b zu einem Liederabend ein. Das Duo „The Fifty Twenty Two“ singt und spielt die größten Rugby-Hits aller Zeiten im Kulturzentrum des Rugbysports.

Europameisterschaft, Division 1, Samstag, 13 Uhr: Schweiz – Deutschland (live bei Pro7Maxx).

Sechs-Nationen-Turnier, Freitag, 21 Uhr: Irland – Wales; Samstag, 15 Uhr: Schottland – Frankreich; 17.30 Uhr: Italien – England (alle live bei Pro7Maxx).

Montag, 2. März 2026

Dieser EM-Auftakt macht Lust auf mehr Frauenrugby

Gegen Finnland gelang der deutschen Fünfzehn in Heidelberg ein 68:0-Sieg mit zwölf Versuchen

Am Freitagnachmittag beobachtete Baden-Württembergs Landestrainer Jan Ceselka im Landesleistungszentrum das Training der finnischen Frauenrugby-Nationalmannschaft. „Morgen gewinnt Deutschland mit 35 Punkten Vorsprung“, wagte der Heidelberger Experte eine kühne Prognose. Ceselka irrte sich. Deutschlands Rugby-Frauen gewannen ihr erstes Spiel in der Europameisterschafts-Division 2 (Trophy) mit 68:0 (29:0) Punkten und sind damit vom Aufstieg in die Division 1 nur noch ein Sieg entfernt. Am 4. April treffen Schweden und Deutschland, die beiden ungeschlagenen Teams, in Trelleborg aufeinander. Der Sieger steigt auf.

Deutschland ist mit fünf Wertpunkten alleiniger Tabellenführer, weil gegen die zwar kampfstarken und nie aufgebenden, aber ungefährlichen Finninnen zwölf Versuche gelangen und somit der offensive Bonuspunkt eingesammelt wurde. Schweden hat in Finnland nur mit 18:7 gewonnen und keinen Bonuspunkt erhalten. Es verbietet sich allerdings, aus den Spielergebnissen eine Favoritenrolle für die Schützlinge von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) abzuleiten, der von seinen Kollegen Curtis Bradford, Andrew Reintges und Te Ira Davison gut unterstützt wurde und sich lobend äußerte.

„Wir können mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden sein. Die Mädels konnten zeigen, was sie draufhaben und was eine gute Vorbereitung ausmacht. Das Ergebnis davon war klar zu sehen. Das Team hat seit November eine tolle Entwicklung gemacht“, sagte Mathurin, der besonders mit dem akkuraten Spiel an den Gassen, die bei hoher Überlegenheit viele Ballgewinne brachten, und mit dem flüssigen, schnellen Angriffsspiel der läuferisch besseren Dreiviertelreihe sehr zufrieden sein. Außerdem klappte die Verteidigung tadellos, denn die belgische Oberaufseherin Véronique Fourmy durfte nicht einen einzigen finnischen Versuch in die Zentrale von Rugby Europe nach Paris melden.

Einziger Kritikpunkt an einem schönen und die 900 Rugby-Fans begeisternden Spiel waren die hohe Anzahl von acht plus vier Straftritten, die die exzellente georgische Schiedsrichterin Mariam Gorguadze wegen Verstößen am offenen Gedränge und wegen Bodenspiels in den beiden Halbzeiten gegen die deutsche Mannschaft verhängen musste. Gegen einen stärkeren und mit einer guten Kickerin gesegneten Gegner kann das zum Spielverlust führen. Finnland hatte keine sichere Kickerin dabei und setzte den Ball deshalb nie auf das Hütchen, um Straftritt-Punkte zu erzielen.

Unter den Zuschauern, die sich an zwölf brillant herausgespielten deutschen Versuchen erfreuten, waren übrigens Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Sportkreis-Vorsitzender Peter Schlör und Gerhard Schubert aus Leipzig. Der Rekord-Nationalspieler der ehemaligen DDR feuerte seine Enkelin Paula Schult an, die neben Johanna Hacker, Sofie Fella und Spielführerin Mette Zimmat in einer Mannschaft ohne Schwachpunkt zu den Besten zählte.

Deutschland: M. Bechtel – Fella (59. Gruber), Schult, Zimmat (Kapitän), J. Hacker – Bürger, Malaizier (53. Tauschek) – Weigel (70. Trauth), Gossmann (56. Hinterding), Trauth (50. Abdelkarim) – Vieth, Lauter (50. Seifert) – Fouquet (47. Paul), Rickel (47. Bergemann), Bier (47. Patterson).

Schiedsrichterin: Gorguadze (Georgien); Seitenrichterinnen: Callaghan und Brakemeier (Deutschland); Match Commissioner: Fourmy (Belgien); Zuschauer: 900; Punkte: 12 Versuche durch Hacker 4, Schult 3, Zimmat 2, Fella, Trauth und Hinterding; 4 Erhöhungen durch Malaizier 3 und Bechtel.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Rugby-Frauen sind gegen Finnland favorisiert

Europameisterschaftsspiel am Samstag in Heidelberg – Nach guter Vorbereitung liebäugelt Trainer Mathurin mit einem Sieg

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft der Frauen hat Ambitionen. Die Fünfzehn von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) möchten es den Männern gleichtun und in die Division 1 der Europameisterschaft aufsteigen. Hierzu sind in der Division 2, die sich bei Rugby Europe „Trophy“ nennt, zwei Siege erforderlich: Am Samstag um 14.30 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark in Heidelberg-Kirchheim gegen Finnland und am 4. April in Trelleborg gegen Schweden. Das erste Trophy-Spiel hat Schweden in Finnland mit 18:7 Punkten gewonnen.

Pierre Mathurin, ein 35-jähriger Erzieher in einem Kindergarten in Leimen, ist zuversichtlich und hat allen Grund dazu. Zum einen haben die deutschen Frauen in der letzten Saison im Oktober 2024 in Finnland mit 44:10 gewonnen, und zum anderen war die Vorbereitung in den letzten Wochen „richtig gut“. So wurde das letzte Vorbereitungsspiel am Sonntag in Yverdon gegen die Schweiz nach vier Versuchen von Elena Korn (SC Germania List), Johanna Hacker (Heidelberger Ruderklub), Clara Tauschek (SC Neuenheim) und Sofie Fella (Dubai RC) mit 20:13 gewonnen. Allerdings verfehlten alle vier Erhöhungskicks ihr Ziel, was in einem EM-Spiel nicht passieren sollte. „Natürlich haben wir noch ein paar Dinge gesehen, die wir gegen Finnland besser machen müssen und besser machen wollen. Aber wenn wir diese Leistung auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg“, sagt Pierre Mathurin, der ein sehr guter Nationalspieler im klassischen Rugby und im olympischen Siebenerrugby war.

Mathurin hat seinen 23-köpfigen Länderspiel-Kader schon am Dienstag berufen und Innendreiviertel Mette Zimmat vom Heidelberger RK als Spielführerin nominiert. Er setzt auf einen starken Block des deutschen Meisters HRK, den er erfolgreich betreut, und freut sich, dass auch die im Ausland tätigen Spitzenspielerinnen Manja Bechtel von Stade Français Paris, Muriel Weigel aus Turin, Sofie Fella aus Dubai und Grace Patterson vom Lichfield RUFC angereist sind. Die Mannschaft hat sich am gestrigen Mittwoch getroffen und wird auch am Donnerstag und Freitag um 18.30 Uhr im Landesleistungszentrum trainieren.

Am Samstag wird der Fritz-Grunebaum-Sportpark um 12 Uhr geöffnet. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.vivenu.com und an der Tageskasse. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre genießen freien Eintritt. Die U15-Mädchen von Baden-Württemberg und Hessen bestreiten um 13 Uhr auf dem Kunstrasen des HRK ein Siebenerrugby-Vergleichsspiel. Der Erlös aus dem Catering kommt der baden-württembergischen Rugby-Jugend zugute. Autofahrer werden gebeten, ihr Fahrzeug auf dem Messplatz abzustellen, da der Harbigweg ab 11 Uhr für den Verkehr gesperrt ist.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (Kapitänin/HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK) – Weigel (CUS Torino), Gossmann (SC Germania List), Trauth (HRK) – Vieth (HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli), Rickel (FC St. Pauli), Bier (SCN). – In Reserve: Bergemann (SCN), Patterson (Lichfield RUFC), Paul (Köln), Seifert (HRK), Hinterding (TSV Handschuhsheim), Abdelkarim (SCN), Tauschek (SCN), Gruber (SCN).

Sonntag, 22. Februar 2026

Der erste Rettungsanker hat nicht gegriffen

Rugby-Europameisterschaft: Deutschland verlor in Belgien mit 3:18 -

Nun wird die deutsche Rugby-Nationalmannschaft doch bis zum Finaltag am 15. März in Madrid um den Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft bangen müssen. Denn der am Samstagabend in Mons geworfene erste Rettungsanker hat nicht gegriffen, das letzte Gruppenspiel in Belgien haben die Deutschen mit 3:18 (3:5) verloren und dabei eine schlechte Leistung gezeigt. Entsprechend enttäuscht war Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), der sein Team für „undiszipliniertes Spiel und sehr viele Fehler“ kritisierte und feststellte: „Wer in 80 Minuten 23 Straftritte gegen sich erhält, kann nicht gewinnen – auch wenn die Belgier deutlich schwächer waren als vor einem Jahr in Kassel.“

Nun müssen die Deutschen am 7./8. März im Überkreuzspiel um die EM-Plätze 5 bis 8 in der Schweiz antreten, die gestern gegen die Niederlande mit 29:23 gewann.

Ein Resultat der vielen Abseitsstellungen und Bodenspiele der deutschen Stürmer war die Zeitstrafe, die der georgische Schiedsrichter Shota Tevzadze in der 54. Minute beim Stande von 3:8 als Sammelbuße gegen den deutschen Kapitän Justin Renc verhängte. Zehn Minuten in Unterzahl gegen einen im Sturm ohnehin starken Gegner zu spielen, verjagte jegliche Aussicht, das Ergebnis noch zu drehen.

Die Belgier waren – was Mark Kuhlmann auch nicht fassen konnte – im Gassenspiel überlegen, was ihnen mit zahlreichen Ballgewinnen die Möglichkeit bot, mit ihnen bekanntermaßen starken Paket viele Meter nach vorne zu drängen. Nach einer Viertelstunde, in der die in Rot spielenden Schwarzen Adler konsequent verteidigten, warf sich Erste-Reihe-Stürmer Jean-Baptiste Declercq, ein schwerer und fast quadratischer Muskelmann, zum Versuch und 5:0 über die deutsche Mallinie. Dem setzte Schlussmann Christopher Hennig zwei Minuten vor der Halbzeitpause einen Straftritt zum 5:3 entgegen. Es war für die deutsche Fünfzehn die einzige Möglichkeit im gesamten Match, Punkte zu erzielen. Eine Versuchschance gab es nicht, weitere Straftritte auch nicht, und in der zweiten Halbzeit, als die zahlreichen deutschen Fans unter den 3000 Zuschauern auf einen Führungswechsel hofften, kamen die Deutschen nie in die belgische Spielhälfte.

Auch weil die guten Stürmer Andrew Reintges und Shawn Ingle früh mit Verletzungen ausscheiden mussten, wurde der belgische Angriffsdruck immer höher. Zunächst nutzte Verbindungshalb Guillem Fernandez Grau einen Straftritt zum 8:3 (47.), ehe Declercq (55.) und Bruno Vliegen (76.) mit zwei weiteren Versuchen die deutsche Niederlage besiegelten. Außerdem waren das Kickspiel der Deutschen, die den Belgiern zahlreiche Konter ermöglichten, kritikwürdig und die Vorwürfe im Angriff ungewöhnlich zahlreich.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers hat Titelverteidiger Frankreich die Tabellenführung durch einen 33:8-Sieg über Italien ausgebaut. Die Mannschaft von Trainer Fabien Galthié hatte einige Mühe, die aufmerksame Defensive der Italiener auszuspielen, erzielte aber fünf Versuche durch Louis Bielle-Biarrey, Emanuel Meafou, Thomas Ramos, Neuling Gael Drean und Emilien Gailleton. Den Rest besorgte Ramos per Kicks. Italien buchte einen Versuch durch den in Grenoble aufgewachsenen und für Toulouse spielenden Schlussmann Ange Capuozzo und einen Straftritt von Paolo Garbisi, den Spielmacher des RC Toulon.

England wurde im Home of Rugby vor 82000 Zuschauern in Twickenham von den entfesselt aufspielenden Iren völlig fertiggemacht und verlor mit 21:42 (7:22), während Schottland in Cardiff gegen stark verbesserte Waliser in den Schlussminuten mit 26:23 (6:17) gewann. Irland führte zwischenzeitlich mit 29:7 und hatte seinen Dreh- und Angelpunkt in Gedrängehalb Jamison Gibson-Park.


Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Dixon (61. Lammers) – L. Wolf, Paine (46. M. McDonald) – Ingle (44. Ireland), Stein (55. Rayan), Renc (Kapitän) – Rees, Ball – Zymvragos (62. Howells), Reintges (44. Ferrar), Mizera (62. D. Wolf).


Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

England – Irland 21:42

Wales – Schottland 23:26

Frankreich – Italien 33:8

Tabelle: 1. Frankreich 15, 2. Schottland 11, 3. Irland 9, 4. England 5, 5. Italien 5, 6. Wales 1.

Europameisterschaft, Division 1

Gruppe A

Georgien – Spanien 42:30

Schweiz – Niederlande 29:23

Tabelle: 1. Georgien (TV) 15, 2. Spanien 10, 3. Schweiz 4, 4. Niederlande 1.

Gruppe B

Belgien – Deutschland 18:3

Portugal – Rumänien x:x

Tabelle: 1. Portugal 10, 2. Rumänien 5, 3. Belgien 5, 4. Deutschland 4.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Die erste Chance auf den Klassenverbleib

In der Rugby-Europameisterschaft will die deutsche Fünfzehn in Belgien bestehen

Nach ihrem 30:24-Sieg von Heidelberg gegen Rumänien und der 12:68-Niederlage von Dessau gegen Portugal bieten sich der deutschen Rugby-Nationalmannschaft drei Möglichkeiten, dem Abstieg aus der Division 1 der Europameisterschaft zu entgehen. Die erste Chance hat die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann am Samstag um 20 Uhr im Stade Charles Tondreau in Mons. „Wenn wir in Belgien gewinnen sollten, wären wir Gruppenzweiter und hätten den Klassenverbleib geschafft“, sagt Kuhlmann. Denn nach ihrer 6:23-Niederlage in Rumänien haben die Belgier noch keinen Punkt, während die Deutschen durch die Überraschung gegen Rumänien vier Punkte eingesammelt haben. Kuhlmanns Rechnung geht natürlich nur dann perfekt auf, wenn Portugal am Sonntag um 17.30 Uhr in Lissabon gegen Rumänien gewönne.

Sollte Deutschland als Nummer 31 der Weltrangliste in Belgien, das durch die beiden jüngsten Niederlagen um zwei Plätze auf Rang 23 zurückgefallen ist, verlieren, bestehen weitere Möglichkeiten zur Rettung in den beiden folgenden Spielen gegen die schwächeren Teams der Gruppe A – gegen die Niederlande und die Schweiz also.

Die deutsche Fünfzehn wird am Freitagmorgen in Heidelberg abreisen, um 19.30 Uhr und am Samstagmorgen in Mons im Stadion trainieren und bis auf den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC) mit den Siegern von Heidelberg antreten. Neu in dem am Dienstag von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten 26-köpfigen Kader sind der hoch gewachsene Iestyn Rees vom Nottingham RFC, der bereits für Wales U20 gespielt hat, und der Dritte-Reihe-Stürmer John Ireland von den Oxford Harlequins, der beim deutschen Sieg über die Militär-Nationalmannschaft Großbritannien getestet wurde und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Andrew Reitges (Heidelberger RK) wird als Hakler, Oliver Stein (SC Frankfurt 1880) als Gassenfänger und dessen Vereinskamerad Oliver Paine als Gedrängehalb in die Startformation zurückkehren.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Teams, das ein geschlossener Klub ohne Auf- und Abstieg ist, ist Tabellenführer Frankreich, das beim 36:14 gegen Irland und beim 54:12 in Wales so brillant aufgespielt hat, klarer Favorit gegen das stark verbesserte Italien, das mit dem 18:15-Sieg über Schottland, aber auch mit der 13:20-Niederlage in Irland aufhorchen ließ und sich unter dem argentinischen Cheftrainer Gonzalo Quesada, bei der WM 2007 in Frankreich Spielmacher des damaligen Bronze-Teams, spielerisch deutlich gesteigert hat. Gespielt wird am Sonntag um 16.10 Uhr im Stade Pierre Mauroy in Lille.

Bei England gegen Irland am Samstag um 15.10 Uhr in Twickenham und bei Wales gegen Schottland am Samstag um 17.40 Uhr in Cardiff geht um die Verfolgung der Franzosen und um die Triple Crown für den britischen Meister, die nur noch die Schotten und Iren erobern können. Pro7 Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Mons, live.