Dienstag, 21. April 2026

Zwei Siege bei der Siebenerrugby-WM

Aufsteiger Deutschland bezwingt Großbritannien und die USA

Beim ersten von drei Turnieren um die Siebenerrugby-Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft als Aufsteiger aus der Division 2 zwei ihrer fünf Spiele gewonnen und als Elfter im Gesamtklassement die Vereinigten Staaten von Amerika hinter sich gelassen. Turniersieger im mit 42000 Zuschauern ausverkauften Stadion von Hongkong wurde Südafrika durch einen 35:7-Endspielsieg über Argentinien. Überraschungsdritter wurde Spanien durch einen 32:28-Erfolg über Neuseeland.

Die deutsche Auswahl von Bundestrainer Pablo Feijó musste in Hongkong zwar ohne drei verletzte Stammspieler – Kapitän Tim Lichtenberg, Topscorer Jakob Dipper und Daniel Eneke – auskommen, zeigte aber gute Leistungen und unterstrich mit Rang elf in der Weltrangliste ihre Zugehörigkeit zur Elite. „Deutschland kann auf dieses Team stolz sein“, sagte der Spanier Pablo Feijó, der die fünf Spiele in Hongkong als „guten ersten Schritt“ bezeichnete, „der uns in unserer Entwicklung sehr helfen wird.“

Nur in den ersten beiden Vorrundenspielen war die junge deutsche Mannschaft chancenlos. Gegen Fidschi, den Olympiasieger von 2016 und 2021, gab es eine 5:42-Niederlage, wobei der pfeilschnelle Makonnen Amakuedi vom SC Frankfurt 1880 den Ehrenversuch legte. Das Spiel gegen Frankreich, den Olympiasieger von Paris 2024, endete mit 0:35. Im dritten Vorrundenspiel überraschten die Deutschen allerdings durch einen 17:14 (14:0)-Sieg über Großbritannien und erwarben dadurch den Respekt der internationalen Rugbyszene. Makonnen Amekuedi und Niklas Koch vom deutschen Siebenerrugby-Meister Germania List legten zwei von Felix Hufnagel (List) erhöhte Versuche zum 14:0-Halbzeitführung, ehe die Briten ausglichen und Felix Hufnagel mit einem Dropkick in der Schlussminute den Sieg sicherte.

Obwohl die Leistung von Feijós Schützlingen auch im Halbfinale um die Plätze neun bis zwölf nicht übel war, gewann Uruguay dieses Match mit 35:12 (14:5). Die Deutschen machten ein paar Defensivfehler zu viel und kamen durch Makonnen Amekuedi und Niklas Koch zu zwei Versuchen und durch Felix Hufnagel zu einer Erhöhung. Im Spiel um Platz elf gelang Deutschland ein 19:15 (5:5)-Sieg über die USA. Niklas Koch, Cedric Eichholz (RG Heidelberg) und Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) nach mächtigem Sprint von Chris Umeh (SC Neuenheim) erzielten drei Versuche, von denen Felix Hufnagel zwei erhöhte.

Neben den beiden deutschen Siegen zählte der 21:7-Erfolg Kenias über Frankreich zu den Überraschungen des ersten WM-Turniers. Die zweite Etappe findet vom 28. bis zum 31. Mai im spanischen Valladolid statt.

WM-Stand nach dem ersten Turnier in Hongkong: 1. Südafrika 20 Punkte, 2. Argentinien 18, 3. Spanien 16, 4. Neuseeland 14, 5. Fidschi 12, 6. Australien 10, 7. Kenia 8, 8. Frankreich 6, 9. Uruguay 6, 10. Großbritannien 3, 11. Deutschland 2, 12. USA 1.

Helmut Wallrafen ist neuer Rugby-Präsident

Der Aachener wurde in Duisburg zum Nachfolger Michael Seidlers gewählt

Helmut Wallrafen (70), der von 1996 bis Anfang dieses Jahres Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach war und seit über 20 Jahren Vorsitzender des Rugby-Clubs Aachen ist, wurde am Sonntag in der Sportschule in Duisburg-Wedau zum Vorsitzenden von Rugby Deutschland (RD) gewählt.

Der führende deutsche Sozial-Manager und Buchautor ist damit Nachfolger des Berliners Michael Seidler (67), der in seinem ersten Amtsjahr ungeheuer viel zur Sanierung des Verbandes geleistet hat, nun aber wegen einer Erkrankung aufgeben musste. Seidler kündigte allerdings an, weiterhin in einer Kommission mitzuarbeiten, die die erheblichen Verfehlungen von Vorständen und Präsidiumsmitgliedern zwischen 2016 und 2024 aufarbeitet, die den Verband in eine gefährliche Schieflage gebracht haben.

Seidler und seine Vizepräsidenten informierten die Delegierten des Deutschen Rugby-Tages in aller Offenheit über die Probleme, die seit Anfang 2025 zu bewältigen waren. So hat der Verband aufgrund der Verstöße gegen Gesetze und die Abgabenordnung für die Jahre 2019 und 2020 die Gemeinnützigkeit verloren, einen Strafbefehl des Finanzamtes Hannover erhalten und Steuern in Höhe von über 40000 Euro nachzahlen müssen. Da es frühere Vorstände versäumt haben, Zuschüsse von World Rugby zu beantragen und gewährte Zuschüsse korrekt abzurechnen, ist dem Verband ein Schaden von gut 400.000 Euro entstanden, was den neuen Finanzvorstand Ralf Theune gezwungen hat, den Wirtschaftsplan für 2026 entsprechend zu kürzen. Das führt zu erheblichen Einsparungen in allen Bereichen.

Nur das olympische Siebenerrugby, das von der Bundesrepublik Deutschland 2026 mit 1,376 Millionen Euro gefördert wird, bleibt voll finanziert, während das Fünfzehnerrugby, der Breitensport und die Verwaltung mit rund 800000 Euro auskommen müssen. Theune kündigte strenges Sparen an.

Helmut Wallrafen wurde mit großer Mehrheit gewählt. Der neue Finanz-Vizepräsident Andreas Krimpmann (Berlin), Niko Colic als Vorsitzender des Bundesliga-Ausschusses, Dirk Frase als Vorsitzender der Rugby-Frauen und Marie-Louise Finck, bekannt als schlaue Frau im „Quiz-Olymp“ der ARD, als Mitglied des Schiedsgerichts erhielten Voten von über 95 Prozent. Claus-Peter Bach, DRV-Präsident von 2005 bis 2011, Vizepräsident von Rugby Europe von 1994 bis 2012 und Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg von 1986 bis 2026, wurde von Deutschen Rugby-Tag mit 99,1 Prozent in das Ehrenpräsidium gewählt, dem außerdem Fritz Raupers (Hannover), Peter Welsh (Berlin) und Ian Rawcliffe (Rödermark) angehören.

Das Präsidium gab zwei wichtige Personalentscheidungen bekannt: Frederik von Au (33) wird ab dem 1. Mai neuer Geschäftsführer, Felix Lammers (29) ab dem 1. Juni neuer RD-Sportdirektor. Beide werden am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar arbeiten.

Sonntag, 12. April 2026

Bahr folgt auf Bach

Führungswechsel im Rugby-Verband Baden-Württemberg

Der 74-jährige ehemalige Sonderschulrektor Karl-Heinz Bahr aus Zimmern-Horgen, seit 2002 Vorsitzender des Rugby-Club Rottweil, ist neuer Vorsitzender des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg (RBW). Bahr fand als Schüler von Günter Thiel am Rottweiler Leibniz-Gymnasium zum Rugbyspiel und kämpfte bis Ende der Saison 1984/85 in der ersten Sturmreihe des damaligen Bundesligisten und an der Seite von Bernd Kramer und Volker Weber.

Karl-Heinz Bahr ist seit vielen Jahren stellvertretender RBW-Vorsitzender für Württemberg und folgte am 11. April 2026 bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung des RBW im Haus des badischen Sports in Karlsruhe auf Claus-Peter Bach (Plankstadt). Der gebürtige Neuenheimer hatte seit 1986 als Vorsitzender gewirkt und wurde nach 40 Jahren im Ehrenamt von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Auch der Badische Sportbund Nord und der Württembergische Landessportbund, deren Präsidenten ebenso wie BSB-Geschäftsführer Michael Titze der Mitgliederversammlung in voller Länge von drei Stunden beiwohnten, dankten Bach, der seit 2010 als Leistungssport-Vizepräsident des BSB Nord und Mitglied des Landesausschusses zur Förderung des Leistungssports und seit 2022 als Vorsitzender des Präsidialausschusses Leistungssport im Landessportverband Baden-Württemberg wirkt und in dieser Funktion Mitglied im LSV-Präsidium ist. Präsident Gert Rudolph überreichte Bach nach einer bewegenden Laudatio die Verdienstmedaille des BSB Nord, und Präsident Andreas Felchle brachte die Goldene Ehrennadel des WLSB mit, nachdem er den scheidenden RBW-Vorsitzenden so heftig gelobt hatte, dass es diesem die Sprache verschlug.

Zwei andere hoch verdiente Mitarbeiter schieden aus ihren Ämtern aus: Wolfgang Mund (85) vom Heidelberger Ruderklub, über 25 Jahre Schatzmeister und zuletzt Kassenprüfer des RBW, ist nach einem schweren häuslichen Unfall und gravierenden Verletzungen zum Aufgeben gezwungen, und der stellvertretende Schatzmeister Georg Walter (89) vom SC Neuenheim machte seine Ankündigung wahr und schied mit Bach aus. Ältester Teilnehmer der Mitgliederversammlung war übrigens Ehrenmitglied Heinz Reutlinger vom TSV Handschuhsheim, der mit dem Regionalexpress und der Straßenbahn von Heidelberg nach Karlsruhe gekommen war. Heinz Reutlinger wird am 21. Februar 2027 100 Jahre alt. Ehrenmitglied Helmut Rohr (75) vom Stuttgarter RC nahm die einstimmig erfolgte Entlastung des Vorstandes, der Kassenprüfer und des Schiedsgerichts vor und leitete die Neuwahlen ein, die ausnahmslos einstimmige Voten erbrachten.

Der RBW-Vorstand zeichnete den erfolgreichen RBW-Mädchentrainer Andreas Malaizier (Heidelberg) mit der Verdienstnadel aus, ehe die Mitgliederversammlung Marko Protega zum Ehrenmitglied wählte. Er war Nationalspieler und letzter Nationaltrainer in Jugoslawien, Gründer, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der European Veterans Rugby Association und Schulrugby-Beauftragter des RBW. Als Mitbegründer und Schülertrainer des TB Rohrbach formte er die späteren Nationalspieler Alexander Widiker, Kehoma Brenner, Arthur Zeiler und Ali Sürer. 1984 war Marko Protega Bürgermeister des Athletendorfes bei den Olympischen Winterspielen in Sarajewo.

Die Vorstandsmitglieder berichteten über einen Verband, der sich hauptsächlich um die Förderung junger Spielerinnen und Spieler kümmert und der 2025 Erfolge auf allen sportlichen Ebenen feierte. Der 20 Vereine mit 3216 Mitgliedern starke RBW wurde bei den deutschen Meisterschaften des Landesauswahlen Erster bei den Frauen und den U16-Jugendlichen, Zweiter bei den U15-Mädchen und den U18-Juniorinnen sowie Dritter bei den U18-Junioren. Herausragend war der Sieg der U16-Jungen und Platz zwei der U18-Mädchen bei den Heidelberg Sevens im Wettstreit mit Teams aus sieben Nationen. Bei internationalen Aufgaben in Brüssel, in Prag, gegen den englischen Shelford RFC, den niederländischen Meister Den Haag und die kanadische Auswahl der Dog River Howlers wurden Erfolge oder sehr gute Resultate erzielt. Der Anteil von Baden-Württembergern in den deutschen Nationalteams liegt zwischen 40 (Männer-XV), 60 (Männer-7s), 65 (Frauen-7s) und 90 (Frauen-XV) Prozent. Der LSV hat seinen Leistungssport-Zuschuss für 2026 auf 196.000 Euro erhöht. 96,4 Prozent der RBW-Ausgaben wurden 2025 für den Sport und die Jugendarbeit aufgewandt, nur 3,6 Prozent für die Verwaltung und Reisekosten.

Der RBW bedauert die Insolvenz des Rhein-Neckar-Fernsehens und den Ausstieg der Partner Capri-Sun und mbits imaging GmbH, dankt aber seinen zahlreichen Partnern, die sich auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zum Rugbysport bekennen. Schatzmeister Wolfgang Seibert vom Heidelberger Turnverein forderte zu sparsamem Wirtschaften auf. Schiedsrichter-Obmann Thomas Bollian von der Rudergesellschaft Heidelberg lobte den Fleiß, die Wissbegierde und die Vollbeschäftigung der Match Officials, prangerte aber die garstige und im Rugbysport gänzlich unübliche Missachtung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durch Kindertrainer und Zuschauende an. Künftig werden pöbelnde Trainer mit Lizenzentzug bestraft.

Aus den Reihen der Vereine wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Verbandsliga laut, den der Vorstand erfüllen wird.

Der RBW-Vorstand, Vorsitzender: Karl-Heinz Bahr (RC Rottweil); Stellvertretende Vorsitzende: Alexander Wiedemann (Nordbaden/Heidelberger RK) und Roland Geuss (Südbaden/Freiburger RC); Schatzmeister: Wolfgang Seibert (Heidelberger TV); Lehrwart: Jan Ceselka (TSV Handschuhsheim); Sportwart: Benjamin Merdes (SC Neuenheim); Schriftführer: Julian Schmitt (Quadball Heidelberg); Staffelleiter: Christoph Papajewski (Stuttgarter RC); Jugendwartin: Caroline Trost (Heidelberger TV); Schiedsrichter-Obmann: Thomas Bollian (RG Heidelberg); Schulrugby-Beauftragter: Bernard Guyénot (Stuttgarter RC); Passstelle: Regina Schuster (Heidelberger RK); Frauenwartin: Caroline Augspurger-Hacker (Heidelberger RK); Antidoping-Beauftragter: Markus Hirsch (Stuttgarter RC); Ombudsmann gegen sexualisierte Gewalt: Bo Pernter (MTV Ludwigsburg).

Kassenprüfer: Harald Hößler (RG Heidelberg), Guntrum Hacker (Heidelberger RK).

Schiedsgericht: Simon Wilde (RC Rottweil), Marko Protega und Claus-Peter Bach (SC Neuenheim).

Montag, 6. April 2026

Rugby-Frauen holen die European Trophy

Sehr gute Leistung beim 29:0-Sieg in Trelleborg gegen Schweden

Die deutsche Frauenrugby-Nationalmannschaft hat die Europameisterschaft der Division 2 gewonnen. Die Fünfzehn der Trainer Pierre Mathurin und Andrew Reintges, die von Curtis Bradford (alle Heidelberg) beraten und unterstützt werden, gewann am Samstag in Schweden mit 29:0 (19:0), zeigte wie beim 68:0 von Heidelberg gegen Finnland eine erneut sehr gute Leistung und beendete die EM mit der maximalen Zahl von 10 Punkten auf Rang eins. Die Spielerinnen, die frühlingshaft bunte Bänder in ihr Haupthaar geflochten hatten, tanzten nach dem Schlusspfiff der ausgezeichneten georgischen Schiedsrichterin Mariam Goguadze ausgelassen mit der European Trophy über den Rasen der Trelleborg Rugby Arena.

In die EM-Division 1 aufsteigen dürfen sie aber nicht. Weil World Rugby 2026/27 mit den Teams der gegenwärtigen Division 1 die WM-Qualifikation durchführen wird, können die deutschen Frauen frühestens am Ende der nächsten Saison aufsteigen. „Das ist unser Plan“, sagt Pierre Mathurin, der dieses Reglement ebenso wie alle Spielerinnen schon zu Saisonbeginn kannte und es gar nicht schlecht findet, „dass wir uns noch ein Jahr lang einspielen und weiter zusammenwachsen können, denn die Spiele in der Division 1 werden hammerhart.“ Niederlande, Spanien, Belgien und Portugal heißen dann die Gegner, die in ihrer Entwicklung allesamt einen oder zwei Schritte weiter sind.

Rund 300 Zuschauer erlebten in Trelleborg eine in allen Belangen überlegene deutsche Mannschaft, die an den Gassen und im stabilen Gedränge eine Vielzahl guter Angriffsbälle eroberte und besonders in der Defensive völlig fehlerfrei kämpfte. So hatten die körperlich überlegenen Schwedinnen nur eine vage Versuchschance durch ein minutenlanges Pick-and-go-Spiel, der allerdings mit einem Vorwurf endete.

Die Deutschen legten hingegen fünf Versuche durch Verbindungshalb Lara Bürger (2.), Spielführerin und Innendreiviertel Mette Zimmat (18., 58.), Außendreiviertel Johanna Hacker (37.) und Sturmführerin Sarah Goßmann (80.), deren Onkel Ringo ein meisterlicher Gewichtheber war. Charlotte Malaizier traf mit zwei Erhöhungen.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC, 60. Gruber/SC Neuenheim), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK, 60. Tauschek/SCN) – Weigel (CUS Torino), Goßmann (Germania List), Trauth (HRK, 45. Abdelkarim/SCN) – Vieth (HRK, 56. Seifert/HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli, 45. Paul/Köln), Rickel (St. Pauli, 45. Patterson/Lichfield RUFC), Bier (SCN, 45. Bergemann/SCN).


Europameisterschaft Frauen, Division 2

Schweden – Deutschland 0:29

Abschlusstabelle: 1. Deutschland 10 Punkte. 2. Schweden 4, 3. Finnland 0.

Montag, 30. März 2026

Der zweite Anzug passt noch nicht

Deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft in Sao Paulo abgestürzt

Nach Platz eins in Nairobi und Rang zwei in Montevideo ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft beim dritten Turnier der World Sevens Series (Division 2) abgestürzt. Im brasilianischen Sao Paulo verloren die Deutschen alle fünf Spiele und beendeten das letzte Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft auf dem sechsten und letzten Platz. Dadurch rutschten die Schützlinge von Bundestrainer Pablo Feijo in der Gesamtwertung der drei Turniere vom ersten auf den dritten Rang ab, haben ihren Startplatz bei den WM-Turnieren, die vom 17. bis zum 19. April in Hongkong beginnen werden, aber sicher.

Der spanische Bundestrainer musste nach dem Turnier in Uruguay mit Chris Umeh, Max Roddick (SC Neuenheim), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim), Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Henry Smeed (RG Heidelberg) fünf verletzte Stammspieler ersetzen. Er nominierte Akteure nach, die auch Stammplatz-Ansprüche erheben, doch wurde in den Spielen gegen ebenbürtige Konkurrenten deutlich, dass der zweite Anzug noch nicht passt. Außerdem fielen nach dem ersten Match, einem 7:38 (7:21) gegen Kenia, Kapitän Tim Lichtenberg (RGH) und Jakob Dipper (SCN) mit Verletzungen aus, die einen weiteren Einsatz in diesem Turnier unmöglich machten. Am Ende des ersten Turniertages waren von den zwölf deutschen Spielern nur noch sieben einsatzfähig, so dass Pablo Feijo nicht mehr auswechseln konnte.

Gegen Kenia hatte Jakob Dipper mit einem Versuch und Felix Hufnagel (Germania List) per Erhöhung ein 7:0 vorgelegt, doch dann waren die Afrikaner besser. Gegen Uruguay legten die Deutschen durch Hufnagel und die jungen Alexander Lott (Hannover 78) und Bela Sindermann (RC Aachen) bei zwei Hufnagel-Erhöhungen zwar drei Versuche und eine 14:12-Pausenführung vor, doch der Sieg gehörte mit 26:19 den Südamerikanern. Im dritten Spiel siegte Belgien mit 28:17 (21:10). Felix Hufnagel (2) und Jan Lammers (RGH) erzielten drei Versuche, Hufnagel erhöhte einmal.

Der zweite Turniertag brachte zwei Niederlagen. Kanada siegte mit 26:21, nachdem Cedric Eichholz (RGH) und Hufnagel mit Versuch und Erhöhung die 7:0-Führung hergestellt hatten, und beim 5:28 (5:14) gegen die USA war Sindermanns Versuch die einzige Ausbeute der Deutschen.

Endstand in Sao Paulo: 1. Belgien 20 Punkte, 2. Kenia 18, 3. Uruguay 16, 4. USA 14, 5. Kanada 12, 6. Deutschland 10.

World Sevens Series, Division 2, Endstand nach 3 Turnieren: 1. USA 54, 2. Kenia 50, 3. Deutschland 48, 4. Uruguay 42, 5. Belgien 40, 6. Kanada 38. – USA, Kenia, Deutschland und Uruguay für die WM qualifiziert.