Zwölf prächtig herausgespielte Versuche beim 80:5-Sieg im Heidelberger Derby
Muss man sich um den Heidelberger Ruderklub sorgen? Die Mannschaft von Trainer Steffen Liebig verlor auch das dritte Spiel in der Rugby-Bundesliga, hatte beim 5:80 (5:33) gegen den deutschen Vizemeister Sportclub Neuenheim nicht den Hauch einer Siegchance und ziert nun mit null Wertpunkten und 22:211 Spielpunkten den zehnten und letzten Tabellenplatz.
„Das gibt mir zu denken“, sagte HRK-Abteilungsleiter Holger Xandry, während Steffen Liebig sich bemühte, nicht zu harte Worte zu gebrauchen und die Schwäche seiner Fünfzehn in den ersten drei Saisonspielen mit der Potenz der Gegner Frankfurt, Handschuhsheim und Neuenheim, den verletzungsbedingten Ausfällen von Andrew Reintges, Max Zahner und Haakon Oeß, die so schnell nicht wieder gesund werden, und den Schutzsperren für die Siebenerrugby-Nationalspieler erklärte. Liebig sagte aber auch: „Wir haben nach 30 einigermaßen guten Minuten eine Vielzahl von Fehlern begangen und dem SCN immer wieder in die Karten gespielt.“ So blieb der Versuch von Ben Sida zum 5:12 die einzige Ausbeute des Ruderklubs. Der 19-jährige Spielmacher kam aus Aachen zum Studium in Mannheim und zählt zum Perspektivkader der deutschen Siebenerrugby-Nationalmannschaft.
Der SCN hingegen zeigte das erste wirklich gute Spiel der Saison, war an den Gassen und im angeordneten Gedränge deutlich besser und im offenen Spiel viel schneller und technisch überlegen, so dass die zwölf Versuche prächtig herausgespielt wurden. Erfreulich waren das Comeback des erfahrenen Innendreiviertels Luke Wakefield und die Tatsache, dass die sieben Auswechslungen durch Trainer Alexis Michel keinerlei Bruch im Spielfluss verursachten. „Heute bin ich wirklich zufrieden und habe nur ganz wenige Dinge notiert, die wir besser machen können“, sagte der Franzose. Besser machen müssen, könnte man noch treffender sagen, denn der nächste Spielpartner am 3. Oktober heißt SC Frankfurt 1880. Das ist der deutsche Meister und seit 2019 ungeschlagene Spitzenreiter…
HRK: Van Heerden – Baron (60. Dietz), Buchta, Cristea (60. Meng), M. Schmitt – Sida, Bayer (70. Kugel) – Armbruster (60. Schuster), Falconer, Roll – Voigt, Williams (60. Aydin) – K. Wiedemann (45. Bachofer), Knorr, Matache (55. Jahn).
SCN: Schwager – Kato (50. Arnold), Covella (65. Moyer), Bülow (65. Wakefield), Ganzberger – Klewinghaus-Hacker, Lieb – Trabuco Cruz (55. Sengewitz), Troch (45. Aversa), Rinklin – Brockmann, Lehmann (60. Schomberg) – Santacruz, Köpper (65. Becker), Bachmann.
Schiedsrichterin: Latos (Hamburg); Zuschauer: 300; Punkte HRK: 1 Versuch Sida; SCN: 12 V Bülow (2), Rinklin (2), Wakefield (2), Aversa (2), Köpper, Klewinghaus-Hacker, Trabuco Cruz, Schwager; 10 Erhöhungen Klewinghaus-Hacker; Zeitstrafe: Williams (50).
