Freitag, 13. März 2026

„Können auch Rugby spielen“

Rugby-Fünfzehn in Madrid gegen die Niederlande um EM-Rang 7

Nach ihrer 25:35-Niederlage in der Schweiz ist die deutsche Rugby-Nationalmannschaft aus der Division 1 der Europameisterschaft abgestiegen. Alle vier Platzierungsspiele finden am Sonntag in Madrid statt. Die deutsche Fünfzehn spielt um 11 Uhr im Spiel um Platz sieben, dem Abschiedsspiel von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), gegen die Niederlande – und ist dabei nicht favorisiert, denn die letzten beiden Spiele gegen die Nachbarn endeten mit glasklaren niederländischen Siegen: Einem 45:0 in Paris 2024 und einem 38:9 in Amsterdam 2025.

„Wir wollen den Zuschauern im Estadio Nacional Complutense und den Rugby-Fans bei Pro7Maxx im letzten Spiel dieser Saison zeigen, dass wir gutes Rugby spielen können. Vielleicht haben wir mal wieder einen guten Tag und schaffen wie zu Saisonbeginn gegen Rumänien eine Überraschung“, hofft Kuhlmann auf eine Trotzreaktion und erhebliche Leistungssteigerung seines Teams, in dem der etatmäßige Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub sowie Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead nach Verletzungspausen und der starke Innendreiviertel John Dawe nach beruflich bedingter Abwesenheit wieder mitwirken können. Außerdem sind die beiden Neuenheimer Mattes Bachmann für die erste Sturmreihe und Nikolai Klewinghaus für die Hintermannschaft in dem von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten Kader.

Allerdings schmerzen zwei Ausfälle sehr: Eckdreiviertel Felix Lammers (SCN) hat in der Schweiz eine schwere Knieverletzung erlitten, und Kapitän Justin Renc (TSV Handschuhsheim) erhielt nach seiner Roten Karte von der Disziplinarkommission von Rugby Europe eine Sperre für zwei Länderspiele.

Außerdem spielen am Sonntag in Madrid: Schweiz – Belgien um 13.30 Uhr um Platz 5, Rumänien – Spanien um 16 Uhr um Platz 3 und Titelverteidiger Georgien – Portugal um 18.45 Uhr um den EM-Titel.

Im Sechs-Nationen-Turnier können die punktgleich führenden Franzosen und Schotten ebenso Erster werden wie die Iren, die zwei Punkte weniger haben. Die Entscheidung fällt am Samstag um 21 Uhr im Stade de France, wenn sich Frankreich gegen England behaupten muss. Um 15 Uhr spielt Irland gegen Schottland, um 17.30 Uhr Wales gegen Italien.

Die deutsche Siebenerrugby-Auswahl fliegt am heutigen Donnerstag nach Montevideo, wo am Wochenende das zweite Turnier der World Sevens Series ausgetragen wird. Die Überraschungssieger von Nairobi sind dabei keine Außenseiter mehr. Teammanager Clemens von Grumbkow (Heidelberg) hat neun Heidelberger in seinem 14-köpfigen Kader: Cedric Eichholz, Tim Lichtenberg, Henry Smeed, Jan Lammers (RGH), Bennet Veil, Daniel Eneke (TSV Handschuhsheim), Max Roddick, Chris Umeh und Jakob Dipper (SCN).

Sonntag, 8. März 2026

Nicht gut genug

Deutschlands Rugby-Team verliert in der Schweiz mit 25:35 und steigt aus der EM-Division 1 ab – Rot für Kapitän Justin Renc

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft ist bereits einen Spieltag vor Schluss aus der Division 1 der Europameisterschaft abgestiegen. Am Samstag unterlag die Fünfzehn von Trainer Mark Kuhlmann, der am Sonntag in Madrid im Spiel um Platz 7 gegen die Niederlande zum letzten Mal als Nationaltrainer die Verantwortung tragen wird, in Yverdon-les-Bains der Schweiz mit 25:35 (10:15) Punkten. Nach diesem Resultat spielen die Eidgenossen in Madrid gegen Belgien um EM-Rang 5. Damit sind sie in der Endabrechnung der Jahre 2025 (7.) und 2026 (mindestens 6.) besser als die Deutschen, die nach Platz 8 im Vorjahr nun bestenfalls Rang 7 erreichen können. Das aber wird schwer genug.

„Diese Niederlage und der Abstieg sind für mich eine mächtige Enttäuschung. Wir sind daran aber selbst schuld“, sagte Mark Kuhlmann, dessen Team erneut nicht gut genug gespielt hat, um diese Schweizer, die die entscheidende Führung erst 13 Minuten vor Schluss an sich rissen, zu besiegen. „Wir waren nicht gut genug, weder in Belgien noch in der Schweiz“, lautete das bittere Fazit des Nationaltrainers.

Dieses waren die spielentscheidenden Schwächen: Bei sechs eigenen Gasseneinwürfen wurde der Ball nur einmal erobert. Damit fehlte dem Team die Möglichkeit zu schnellen Angriffen. In der eigenen 22-m-Zone und bei Angriffen bis vor das gegnerische Malfeld passierten unbegreifliche Vorwürfe, die die Schweizer in Ballbesitz brachten und eigene Versuchschancen zerstörten. Die Zeitstrafe für Eric Marks, der die Schulter an den Hals eines Gegners rammte, und die Rote Karte für Kapitän Justin Renc, der mit dem Knie auf den Kopf eines Schweizers steigen wollte (diesen aber nicht traf), waren harte, aber vertretbare Entscheidungen des jungen walisischen Schiedsrichters Carwyn Sion, bei denen er den Videobeweis zu Rate zog. Deutschland spielte also 22 Minuten in Unterzahl, acht Minuten sogar nur mit 13 gegen 15 Mann. Disziplinlosigkeiten, auch im Spiel am angeordneten Gedränge, sind leider ein Markenzeichen des deutschen Nationalteams. Jules Porcher, der famose Kicker, bedankte sich mit drei Straftritten und neun Punkten.

Die deutsche Mannschaft erzielte drei Versuche durch Außendreiviertel Felix Lammers (4.) nach Doppelpass mit Leo Wolf, durch Flankenstürmer Oliver Stein (59.) nach einem Durchbruch von Luke Wakefield und durch Sturmführer Iestyn Rees (64.). Der ehemalige Kapitän der U20-Nationalmannschaft von Wales zählte neben Leo Wolf, Daniel Hamilton-Strong, Robin Plümpe, Christopher Hennig, Luis Ball und Oliver Stein zu den deutschen Spielern, die ein Spiel ohne Fehl und Tadel lieferten und den Schweizern auch ihre volle Willenskraft entgegensetzten. Die restlichen deutschen Punkte erzielten die Kicker Bader Pretorius (8) und Christopher Hennig (2).

Die Schweiz erzielte durch Cyril Fluckiger, Johnatan Dallet, Lucas Schmid und Tom Nublat einen Versuch mehr und gewannen allein deshalb verdient. Porcher traf auch mit drei Erhöhungen, buchte also 15 Punkte.

Der vierte Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers war ein Tag der Sensationen. Spitzenreiter Frankreich wurde auf dem Murrayfield von Edinburgh völlig zerlegt und verlor nach sieben schottischen Versuchen mit 40:50 Punkten, wobei Schottland nach 69 Minuten noch mit sogar 47:14 führte. Erst in den Schlussminuten, als Coach Gregor Townsend sein Wechselkontingent erschöpft hatte und Schottland in Unterzahl spielen musste, kamen die Franzosen mit drei Versuchen noch etwas heran.

Als England bei der WM 1991 gegen Italien mit 36:6 gewonnen hatte, platzte Englands Trainer Roger Uttley der Kragen. Die Azzurri seien nur darauf aus gewesen, das Spiel zu zerstören und zu verzögern, schimpfte Uttley. 35 Spiele später, die allesamt vom Rosenteam gewonnen wurden, hat Italien im Olympiastadion von Rom vor 80000 Zuschauern die Sensation geschafft und die Erfinder des Rugbyspiels erstmals besiegt. 23:18 stand es am Schluss für die Männer von Trainer Gonzalo Quesada, der die Versuche von Tommaso Menoncello und Leonardo Marin sowie die 13 Kickpunkte von Paolo Garbisi bejubelte. Die Engländer scorten durch Tommy Freeman und Tom Roebuck, doch Fin Smith traf nur mit einer Erhöhung und einem Straftritt.

Das Spiel zwischen Irland und den stark verbesserten Walisern war hart umkämpft, doch behaupteten die Iren beim 27:17 Turnierrang drei.

Deutschland: Hennig (FC Grenoble) – Hamilton-Strong (Loughborough University), Plümpe (RG Heidelberg), Pretorius (Sao Miguel, 53. Wakefield/SC Neuenheim), Lammers (SCN, 39. Dixon/SC Frankfurt 1880) – L. Wolf (Frankfurt), Paine (Frankfurt, 41. M. McDonald/Caldy RFC) – Renc (Kapitän, TSV Handschuhsheim, 39. Ireland/Oxford Harlequins), Rees (Nottingham RFC, 75. Rayan/Frankfurt), Stein (Frankfurt) – Ball (Watsonians FC Edinburgh), Marks (RC Vannes) – Zymvragos (Frankfurt, 68. Shekete/Rossendale RUFC), Ferrar (Bohemians RFC, 41. Tyumenev (CA Castelsarrasain), Mizera (Hannover 78, 71. D. Wolf/Frankfurt).


Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Wales 27:17

Schottland – Frankreich 50:40

Italien – England 23:18

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 16 Punkte (+79), 2. Schottland 16 (+21), 3. Irland 14, 4. Italien 9, 5. England 6, 6. Wales 1.

Letzter Spieltag, Samstag, 15 Uhr: Irland – Schottland; 17.30 Uhr: Wales – Italien; 21 Uhr: Frankreich – England.


Europameisterschaft, Division 1

Halbfinals Plätze 5 – 8

Schweiz – Deutschland 35:25

Belgien – Niederlande 38:15

Freitag, 6. März 2026

Das Spiel der letzten Chance

Rugby-EM: Deutschland muss in der Schweiz gewinnen, sonst ist der Abstieg besiegelt

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat die Wahl. Sollte das Team von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) am Samstag (7. März) um 13 Uhr in Yverdon-les-Bains gegen die Schweiz gewinnen, ist der Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft noch möglich. Sollten die Deutschen aber verlieren, wären sie schon vor dem finalen Spieltag am 15. März in Madrid abgestiegen, da die Schweiz das Vorrundenspiel 2025 in Heidelberg mit 20:17 Punkten gewonnen hatte.

„Diese Niederlage tut uns sehr weh und ist mir bis heute unbegreiflich“, sagte Mark Kuhlmann gestern. Er sagt aber auch: „Wenn wir die Schweizer diesmal nicht schlagen, haben wir es auch nicht verdient, in der Division 1 zu spielen.“ Im Falle eines Misserfolgs müssten die Deutschen in der nächsten Saison in der Division 2 spielen, in der einen Spieltag vor Schluss Tschechien mit 18 Punkten vor Polen (16) führt. Schweden, Kroatien, Dänemark und Litauen spielen keine Rolle mehr.

Eigentlich hatten die deutschen Trainer vor, am Samstag im Stade Municipal von Yverdon, einem knapp 31000 Einwohner zählenden Kurort am Neuburgersee im Kanton Waadt, die beste Mannschaft aufzubieten. In der Tat ist Zweite-Reihe-Stürmer Eric Marks vom französischen Zweitliga-Spitzenreiter RC Vannes erstmals in dieser EM-Saison dabei, und auch Hakler Mika Tyumenev vom CA Castelsarrasain, der seine internationale Laufbahn vor Jahresfrist eigentlich beendet hatte, feiert auf Bitten Kuhlmanns ein Comeback. „Leider haben Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub und Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead beim letzten Spiel in Belgien Gehirnerschütterungen erlitten, weshalb wir sie ersetzen müssen“, erläutert Kuhlmann.

Der Einsatz des mächtigen Pfeilers Julius Nostadt vom französischen Zweitliga-Tabellendritten Provence Rugby ließ sich hingegen nicht realisieren. Außerdem muss die deutsche Mannschaft auf den starken Innendreiviertel John Dawe verzichten. Dawe ist Sportlehrer auf der Kanalinsel Guernsey und hat am Wochenende eine schulische Verpflichtung.

„Dennoch haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft, wenngleich die Schweiz aufgrund des Heimvorteils leicht favorisiert ist“, sagt Mark Kuhlmann, den der jüngste 29:23-Sieg der Eidgenossen über die Niederlande nicht überrascht hat: „Ich habe ein solches Ergebnis für möglich gehalten, und wir wissen natürlich, dass Verbindungshalb Jules Porcher der Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Mannschaft ist.“

Im Sechs-Nationen-Turnier wird das erste Match des vierten Spieltages bereits am Freitag um 21 Uhr ausgetragen, wenn Irland in Dublin auf das noch sieglose Wales trifft. „Es wäre ein großer Fehler, die Waliser zu unterschätzen“, warnt Irlands Flankenstürmer Josh van der Flier. Auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Frankreich wartet am Samstag um 15 Uhr auf dem Murrayfield von Edinburgh eine schottische Fünfzehn, die zu allem fähig ist. Die völlig verunsicherte englische Mannschaft möchte am Samstag um 17.30 Uhr im Olympiastadion von Rom eine weitere Schmach vermeiden. Ob’s gelingt?

Am Freitag um 19 Uhr lädt das Deutsche Rugby-Sportmuseum in der Heidelberger Tiergartenstraße 7b zu einem Liederabend ein. Das Duo „The Fifty Twenty Two“ singt und spielt die größten Rugby-Hits aller Zeiten im Kulturzentrum des Rugbysports.

Europameisterschaft, Division 1, Samstag, 13 Uhr: Schweiz – Deutschland (live bei Pro7Maxx).

Sechs-Nationen-Turnier, Freitag, 21 Uhr: Irland – Wales; Samstag, 15 Uhr: Schottland – Frankreich; 17.30 Uhr: Italien – England (alle live bei Pro7Maxx).

Montag, 2. März 2026

Dieser EM-Auftakt macht Lust auf mehr Frauenrugby

Gegen Finnland gelang der deutschen Fünfzehn in Heidelberg ein 68:0-Sieg mit zwölf Versuchen

Am Freitagnachmittag beobachtete Baden-Württembergs Landestrainer Jan Ceselka im Landesleistungszentrum das Training der finnischen Frauenrugby-Nationalmannschaft. „Morgen gewinnt Deutschland mit 35 Punkten Vorsprung“, wagte der Heidelberger Experte eine kühne Prognose. Ceselka irrte sich. Deutschlands Rugby-Frauen gewannen ihr erstes Spiel in der Europameisterschafts-Division 2 (Trophy) mit 68:0 (29:0) Punkten und sind damit vom Aufstieg in die Division 1 nur noch ein Sieg entfernt. Am 4. April treffen Schweden und Deutschland, die beiden ungeschlagenen Teams, in Trelleborg aufeinander. Der Sieger steigt auf.

Deutschland ist mit fünf Wertpunkten alleiniger Tabellenführer, weil gegen die zwar kampfstarken und nie aufgebenden, aber ungefährlichen Finninnen zwölf Versuche gelangen und somit der offensive Bonuspunkt eingesammelt wurde. Schweden hat in Finnland nur mit 18:7 gewonnen und keinen Bonuspunkt erhalten. Es verbietet sich allerdings, aus den Spielergebnissen eine Favoritenrolle für die Schützlinge von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) abzuleiten, der von seinen Kollegen Curtis Bradford, Andrew Reintges und Te Ira Davison gut unterstützt wurde und sich lobend äußerte.

„Wir können mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden sein. Die Mädels konnten zeigen, was sie draufhaben und was eine gute Vorbereitung ausmacht. Das Ergebnis davon war klar zu sehen. Das Team hat seit November eine tolle Entwicklung gemacht“, sagte Mathurin, der besonders mit dem akkuraten Spiel an den Gassen, die bei hoher Überlegenheit viele Ballgewinne brachten, und mit dem flüssigen, schnellen Angriffsspiel der läuferisch besseren Dreiviertelreihe sehr zufrieden sein. Außerdem klappte die Verteidigung tadellos, denn die belgische Oberaufseherin Véronique Fourmy durfte nicht einen einzigen finnischen Versuch in die Zentrale von Rugby Europe nach Paris melden.

Einziger Kritikpunkt an einem schönen und die 900 Rugby-Fans begeisternden Spiel waren die hohe Anzahl von acht plus vier Straftritten, die die exzellente georgische Schiedsrichterin Mariam Gorguadze wegen Verstößen am offenen Gedränge und wegen Bodenspiels in den beiden Halbzeiten gegen die deutsche Mannschaft verhängen musste. Gegen einen stärkeren und mit einer guten Kickerin gesegneten Gegner kann das zum Spielverlust führen. Finnland hatte keine sichere Kickerin dabei und setzte den Ball deshalb nie auf das Hütchen, um Straftritt-Punkte zu erzielen.

Unter den Zuschauern, die sich an zwölf brillant herausgespielten deutschen Versuchen erfreuten, waren übrigens Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Sportkreis-Vorsitzender Peter Schlör und Gerhard Schubert aus Leipzig. Der Rekord-Nationalspieler der ehemaligen DDR feuerte seine Enkelin Paula Schult an, die neben Johanna Hacker, Sofie Fella und Spielführerin Mette Zimmat in einer Mannschaft ohne Schwachpunkt zu den Besten zählte.

Deutschland: M. Bechtel – Fella (59. Gruber), Schult, Zimmat (Kapitän), J. Hacker – Bürger, Malaizier (53. Tauschek) – Weigel (70. Trauth), Gossmann (56. Hinterding), Trauth (50. Abdelkarim) – Vieth, Lauter (50. Seifert) – Fouquet (47. Paul), Rickel (47. Bergemann), Bier (47. Patterson).

Schiedsrichterin: Gorguadze (Georgien); Seitenrichterinnen: Callaghan und Brakemeier (Deutschland); Match Commissioner: Fourmy (Belgien); Zuschauer: 900; Punkte: 12 Versuche durch Hacker 4, Schult 3, Zimmat 2, Fella, Trauth und Hinterding; 4 Erhöhungen durch Malaizier 3 und Bechtel.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Rugby-Frauen sind gegen Finnland favorisiert

Europameisterschaftsspiel am Samstag in Heidelberg – Nach guter Vorbereitung liebäugelt Trainer Mathurin mit einem Sieg

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft der Frauen hat Ambitionen. Die Fünfzehn von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) möchten es den Männern gleichtun und in die Division 1 der Europameisterschaft aufsteigen. Hierzu sind in der Division 2, die sich bei Rugby Europe „Trophy“ nennt, zwei Siege erforderlich: Am Samstag um 14.30 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark in Heidelberg-Kirchheim gegen Finnland und am 4. April in Trelleborg gegen Schweden. Das erste Trophy-Spiel hat Schweden in Finnland mit 18:7 Punkten gewonnen.

Pierre Mathurin, ein 35-jähriger Erzieher in einem Kindergarten in Leimen, ist zuversichtlich und hat allen Grund dazu. Zum einen haben die deutschen Frauen in der letzten Saison im Oktober 2024 in Finnland mit 44:10 gewonnen, und zum anderen war die Vorbereitung in den letzten Wochen „richtig gut“. So wurde das letzte Vorbereitungsspiel am Sonntag in Yverdon gegen die Schweiz nach vier Versuchen von Elena Korn (SC Germania List), Johanna Hacker (Heidelberger Ruderklub), Clara Tauschek (SC Neuenheim) und Sofie Fella (Dubai RC) mit 20:13 gewonnen. Allerdings verfehlten alle vier Erhöhungskicks ihr Ziel, was in einem EM-Spiel nicht passieren sollte. „Natürlich haben wir noch ein paar Dinge gesehen, die wir gegen Finnland besser machen müssen und besser machen wollen. Aber wenn wir diese Leistung auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg“, sagt Pierre Mathurin, der ein sehr guter Nationalspieler im klassischen Rugby und im olympischen Siebenerrugby war.

Mathurin hat seinen 23-köpfigen Länderspiel-Kader schon am Dienstag berufen und Innendreiviertel Mette Zimmat vom Heidelberger RK als Spielführerin nominiert. Er setzt auf einen starken Block des deutschen Meisters HRK, den er erfolgreich betreut, und freut sich, dass auch die im Ausland tätigen Spitzenspielerinnen Manja Bechtel von Stade Français Paris, Muriel Weigel aus Turin, Sofie Fella aus Dubai und Grace Patterson vom Lichfield RUFC angereist sind. Die Mannschaft hat sich am gestrigen Mittwoch getroffen und wird auch am Donnerstag und Freitag um 18.30 Uhr im Landesleistungszentrum trainieren.

Am Samstag wird der Fritz-Grunebaum-Sportpark um 12 Uhr geöffnet. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.vivenu.com und an der Tageskasse. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre genießen freien Eintritt. Die U15-Mädchen von Baden-Württemberg und Hessen bestreiten um 13 Uhr auf dem Kunstrasen des HRK ein Siebenerrugby-Vergleichsspiel. Der Erlös aus dem Catering kommt der baden-württembergischen Rugby-Jugend zugute. Autofahrer werden gebeten, ihr Fahrzeug auf dem Messplatz abzustellen, da der Harbigweg ab 11 Uhr für den Verkehr gesperrt ist.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (Kapitänin/HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK) – Weigel (CUS Torino), Gossmann (SC Germania List), Trauth (HRK) – Vieth (HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli), Rickel (FC St. Pauli), Bier (SCN). – In Reserve: Bergemann (SCN), Patterson (Lichfield RUFC), Paul (Köln), Seifert (HRK), Hinterding (TSV Handschuhsheim), Abdelkarim (SCN), Tauschek (SCN), Gruber (SCN).