Dienstag, 3. Februar 2026

Den Knüller gleich am Anfang

Im Sechs-Nationen-Turnier startet Frankreich gegen Irland

Am Donnerstag um 21.10 Uhr beginnt im Stade de France in St. Denis mit dem Knüller der beiden Vorjahressieger Frankreich (2025) und Irland (2024) das 27. Sechs-Nationen-Turnier der führenden europäischen Rugby-Nationalmannschaften. Aufgrund der Tatsache, dass sie in dieser Saison von ihren fünf Spielen bis zum 14. März drei in französischen Stadien austragen darf, ist die Equipe Tricolore – allerdings nur leicht - favorisiert.

Denn zum einen treten auch die Iren gegen Italien, Wales und Schottland und die Waliser gegen Frankreich, Schottland und Italien dreimal zu Hause an, zum anderen hat Frankreichs Trainer Fabien Galthié seine Mannschaft aufgrund zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle neu formieren müssen. So fallen in der Dreiviertelreihe so starke Spieler wie Verbindungshalb Romain N’Tamack, Gael Fickou, Damien Penaud und Léo Barré aus – einige sind wegen Formschwäche auch nicht nominiert worden.

Immerhin kehrt mit Gedrängehalb und Olympiasieger Antione Dupont der beste Rugbyspieler der Welt in die Startformation der Franzosen zurück. Der 29-jährige Dynamiker aus Toulouse bildet das Scharnier des Teams nun gemeinsam mit Verbindungshalb Matthieu Jalibert aus Bordeaux, der mit Nicolas Depoortère, Yoram Moefana und Louis Bielle-Biarrey drei Vereinskameraden neben sich hat.

Irland mit Trainer Andy Farrell und Captain Caelan Doris tritt mit einer sehr erfahrenen, spiel- und kampfstarken Fünfzehn an und hat Chancen auf einen Erfolg im mit 81336 Besuchern ausverkauften Stade de France und den Turniersieg.

Am Samstag um 15.10 Uhr stehen sich Italien mit dem argentinischen Trainer Gonzalo Quesada und Schottland mit dem in Neuseeland aufgewachsenen Gregor Townsend im Olympiastadion von Rom in einem völlig offenen Match gegenüber. Dagegen ist England am Samstag um 17.40 Uhr im heimischen Twickenham gegen die 2025 sieglosen Waliser hoch favorisiert. England wird nach wie vor von Steve Borthwick betreut, während Wales mit Steve Tandy einen neuen Coach verpflichtet hat.

Sechs-Nationen-Turnier, 1. Spieltag, Donnerstag, 21.10 Uhr: Frankreich – Irland; Samstag, 15.10 Uhr: Italien – Schottland; 17.40 Uhr: England – Wales.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Es geht nur um den Klassenverbleib

Deutschland startet gegen Rumänien und Portugal in die Rückrunde der Europameisterschaft

Für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft beginnt die Rückrunde der Saison 2025/26 am 8. Februar um 16 Uhr im Aue-Stadion in Kassel mit einem Heimspiel gegen Rumänien. Die Schützlinge von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (56) aus Heilbronn müssen binnen sechs Wochen fünf EM-Spiele bestreiten, was für eine überwiegend aus Amateurspielern bestehende Fünfzehn „sehr schwer“ ist.

Die Deutschen spielen in der European Championship, also in der höchsten kontinentalen Liga, und treffen in den Gruppenspielen außerdem auf Portugal (14. Februar, 13 Uhr in Dessau) und Belgien (21. Februar, 20 Uhr in Mons). Danach folgen ein Überkreuzspiel gegen ein Team aus der anderen Gruppe und ein Platzierungsspiel. In der anderen Gruppe spielen Titelverteidiger Georgien, Spanien, die Niederlande und die Schweiz. In der Vorrunde 2025 hat Kuhlmanns Team alle fünf Spiele verloren, weshalb der Nationaltrainer, als Versicherungskaufmann der MLP AG ein kühler Rechner, nur ein Ziel nennt: „Den Klassenverbleib.“

Zwar gibt es auch im Rugby, dem kontrolliertesten aller Ballspiele, hin und wieder Überraschungen, doch Trainer sollten nicht träumen, sondern die Realität erkennen und bewerten. Wenn alles ganz normal läuft, wird das junge Team von Rugby Deutschland gegen Rumänien, das einen mächtigen Sturm hat, und gegen die flinken Portugiesen verlieren. In Belgien besteht eine klitzekleine Siegchance, obwohl die taktisch viel besseren westlichen Nachbarn am 16. Februar 2025 in Kassel mit 39:19 überlegen waren. Im Überkreuzspiel und dem Platzierungsmatch dürften die Gegner Niederlande und Schweiz heißen, und Kuhlmann geht davon aus, dass sein Team gegen die Eidgenossen besser spielen wird als im März letzten Jahres, als es in Heidelberg eine fast unbegreifliche 17:20-Niederlage setzte.

Kuhlmann und die seine beiden Assistenten Michael Poppmeier und Samy Füchsel (beide Frankfurt) werden in dieser Saison von dem südafrikanischen Gedränge-Spezialisten BJ Botha (46/Natal Sharks) unterstützt, der als Stürmer 2007 in Frankreich mit den Springboks Weltmeister war. Außerdem – und das ist neu und für die Trainer eine enorme Entlastung – gibt es mit Ulrike Faye vom Heidelberger Ruderklub und Erik Schulze vom RK Heusenstamm zwei Teammanager, die ehrenamtlich und mit Herzblut den organisatorischen Rahmen für die internationalen Aufgaben schaffen.

Die deutsche Mannschaft, die für diese EM-Kampagne 33 Spieler umfassen wird, hat sich gewissenhaft vorbereitet und bei internationalen Vergleichen zwei Siege errungen: In Gloucester gab es am Erinnerungstag an den Ersten Weltkrieg einen 29:24-Erfolg gegen die Auswahl der British Armed Forces, in Heidelberg beim Testmatch über 100 Minuten einen 45:26-Sieg über Pogon Awenta Siedlce, der die polnische Ekstraliga mit drei Punkten Vorsprung anführt.

Neuer Kapitän ist Justin Renc (25), der unermüdliche Flankenstürmer des TSV Handschuhsheim, der in zumindest einigen EM-Spielen auch die starken Stürmer Eric Marks von der französischen Zweitliga-Spitzenmannschaft Vannes, Shawn Ingle aus dem englischen Maidenhead und Luis Ball vom schottischen Topclub Watsonians Edinburgh an seiner Seite hat. Die Nominierung für die ersten beiden Spiele werden die Trainer am Wochenende vornehmen, wobei Spielmacher Christopher Hennig vom FC Grenoble und der 35-jährige eisenharte Erste-Reihe-Knochen Nicola Breglia aus dem italienischen Aquila sicherlich gute Chancen haben werden. Außerdem stehen weitere elf Akteure der Heidelberger Klubs HRK, RGH und SCN zur Auswahl bereit.


Eine Niederlage, die Mut macht

2. Gewichtheber-Bundesliga: Maksym Kara bester Akteur gegen Gräfenroda

Bernd Börgerding war zufrieden. Der Vorsitzende des AC Germania St. Ilgen hatte bei der 583,2:600-Niederlage seiner Staffel gegen den Tabellendritten SV Gräfenroda sogar „Spaß empfunden“. St. Ilgen, ohne die operierten Lina Gossmann (Fuß) und Lilli Svatek (Handgelenk) sowie ohne die verletzten Alisa Arda (Rücken) und Mandy Treutlein (Schulter), hatte mit einer Niederlage gegen die Thüringer rechnen müssen, doch waren die Leistungen durchaus ansprechend. Das beidarmige Stoßen gewann Gräfenroda mit 369:368,9 Kilopunkten – um 100 Gramm also, was vor allem daran lag, dass die Gäste in dieser Teildisziplin keinen einzigen Fehlversuch hatten.

Bester Heber vor 80 Zuschauern in der Aegidiushalle war Maksym Kara mit 127 kg im Reißen und 155 kg im Stoßen, was 131 Kilopunkte ergab. Der 19-jährige deutsche Meister der Junioren und Männer wog am Samstag 76,5 kg, wurde auch von seinem Vater beglückwünscht und fühlt sich seit dem 12. Dezember 2025 jeder Aufgabe gewachsen. Der aus dem ukrainischen Odessa stammende Maksym Kara spricht hervorragend Deutsch, macht eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann bei Pfitzenmeier und gehört neuerdings dem Nachwuchskader des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber an. „Es läuft!“, findet Maksym Kara.

Rückblende: Zwei Wochen vor Weihnachten fuhr Kara als Titelverteidiger im Mittelgewicht (bis 79 kg) zu den deutschen Meisterschaften nach Böbingen, wo er den Titel mit 130 kg im Reißen und 156 kg im Stoßen, mithin 286 im Zweikampf, souverän gewann, denn Vizemeister Lukas Walker vom TSV Röthenbach hatte nur 267 kg und der drittplatzierte Isaac Molina Becker vom TuS Raubling 250 kg zu Buche stehen. Maksym Kara orientierte sich daher an dem gleichaltrigen Robert Moritz Hennig vom ASK Frankfurt/Oder, der allerdings in der Gewichtsklasse bis 88 kg antrat. „Als Robert im Reißen nur neun Kilo mehr hob als ich, hat es ,klick‘ gemacht. Da wusste ich, dass ich Meister werden kann. Da war ich wie ein Tiger auf der Jagd“, erinnert sich der St. Ilgener Spitzenheber.

Sehr respektable Leistungen zeigten der kurzfristig eingesprungene Trainer Robby Behm, der im zarten Alter von 39 Jahren seine Saison-Bestleistung um neun auf glatte 100 Kilopunkte steigerte, während Mehmet Milli, der 28-jährige Pädagogik-Student der Uni Frankfurt/Main, mit 119 kg im Reißen und 92 Kilopunkten zwei neue Bestleistungen aufstellte. Lauter gültige Versuche hatten der aus Rostock an die Heidelberger Willy-Hellpach-Schule gewechselte Fiete Glücklich mit 99 kg im Reißen und das 16-jährige Eigengewächs Justus Ruffert mit 120 kg im Stoßen. „In der letzten Woche habe ich meine Atemtechnik vor dem Ausstoßen verbessert“, ließ Ruffert wissen und freut sich bereits auf den nächsten Einsatz in der ersten Mannschaft der „Germanen“. Vielleicht schon am 7. Februar im Bundesleistungszentrum in Leimen gegen den AC Weinheim. „Vielleicht bringen unsere Heber ja mal all ihre Freunde mit, dann hätten wir ein volles Haus“, hofft Sportwart Ringo Gossmann auf mehr Unterstützung für seine junge Staffel.

AC St. Ilgen – SV Gräfenroda 583,2:600, St. Ilgen: Maksym Kara (76,5 kg Körpergewicht) 127 kg in Reißen + 155 kg im Stoßen = 282 kg in Zweikampf/131 Kilopunkte; Sophie Meike Eichkorn (59,8) 66 + 86 = 152/102; Robby Behm (99,6) 131 + 164 = 295/100; Justus Moritz (80,6) 117 + 140 = 257/95,8; Mehmet Milli (83,5) 119 + 140 = 259/92; Fiete Glücklich (82,6) 99 im Reißen/16,4; Justus Ruffert (75,5) 120 im Stoßen/46.

Gräfenroda: Marc Pfeiffer (75,5) 116 + 148 = 264/116; Simona Jerabkova (72,9) 80 + 108 = 188/110; Jakub Bartecek (97,5) 130 + 170 = 300/107; Franziska Erbert (62,9) 69 + 85 = 154/97; Lotta Frank (52,5) 60 + 68 = 128/93; Carina Gerlach (56,2) 53 + 67 = 120/77.