Montag, 25. Mai 2026

Die Generalprobe ist gründlich misslungen

Der SC Neuenheim unterlag bei Meister Frankfurt mit 5:76

Frankfurt. (CPB) Wenn die alte Theater-Weisheit, wonach auf eine miserable Generalprobe eine glänzende Vorstellung folgt, noch immer Gültigkeit haben sollte, dann wird der Sportclub Neuenheim am 13. Juni in Hannover deutscher Rugby-Meister. Nach der 5:76 (0:48)-Niederlage der Neuenheimer im 18. und letzten Bundesligaspiel beim Titelverteidiger SC Frankfurt 1880 mischten sich unter die unerschütterlichen Optimisten unter den zahlreichen Heidelberger Schlachtenbummlern allerdings auch einige Pessimisten – zu schlecht war die Leistung des SCN, dessen Trainer Alexis Michel auf die Nationalspieler Nikolai Klewinghaus, Nicolas Rinklin, Robert Lehmann, Paul Weiss, Henning Brockmann und Luke Wakefield verzichtet hatte und auch René Lieb und Conor Arnold für einen Einsatz im Finale gegen die übermächtig scheinenden Mainhessen schonte.

Als Deutschlands Oberschiedsrichter Paul Warman den Spielern nach 20 Minuten die erste Trinkpause gönnte, führten die Frankfurter bereits mit 31:0. Und während der Halbzeitpause (48:0) stellten Beobachter fest, dass das SCN-Team nur 96 Sekunden lang in die Frankfurter Hälfte und nie in die gegnerische 22-m-Zone vorgedrungen war. Bis dahin hatten die Titelverteidiger 8:0 Versuche gelegt, am Ende waren es 12:1. Dem auch in der Verteidigung mutigen Außendreiviertel Sam Hooper war in der 62. Minute der Ehrenversuch zum 69:5 gelungen.

Ob der SCN nach dem 0:38 in der Vorrunde und dieser herben Niederlage im Endspiel besser abschneiden wird, kann nur die Mannschaft selbst beantworten. In jedem Fall ist es nicht verkehrt, sich zuversichtlich einem Finale zu nähern – schließlich findet es in einem neutralen Stadion statt.

SCN: Becker (60. N. Klewinghaus) – Hooper, Strauß, Bülow, Moyer – Schwager, Kübe – Trabuco Cruz, Köpper (47. Troch), Amelung – Portillo, Schomberg – Jankarashvili (36. Weiss), Heuser, Axin (54. Bachmann).

Schiedsrichter: Warman (Hamburg); Zuschauer: 500; Punkte: 5:0 (3.) Versuch Daniel Wolf, 10:0 (7.) V + Erhöhung Stella, 17:0 (10.) V Henn + E Stella, 24:0 (16.) V Henn + E Stella, 29:0 (20.) V Cabrera, 36:0 (24.) V + E Stella, 41:0 (28.) V Khomeriki, 48:0 (35.) V Anitelea + E Stella, 55:0 (41.) V Rodwell + E Stella, 62:0 (50.) V Rodwell + E Stella, 69:0 (55.) V Rodwell + E Stella, 69:5 (62.) V Hooper, 76:5 (66.) V Stein + E Stella; Zeitstrafen: Anitelea/Strauß.

Montag, 18. Mai 2026

SCN erreicht komfortabel das deutsche Endspiel

Der Sportclub Neuenheim hat durch einen 77:24 (56:0)-Sieg über den RC Luxemburg zum 27. Mal das Endspiel der deutschen Rugby-Meisterschaft erreicht und trifft am 13. Juni in Hannover-Ricklingen auf den Titelverteidiger SC Frankfurt 1880. Die Mannschaft von Kapitän Paul Weiss, der gegen Ende seiner 16. Bundesliga-Saison vor 250 Zuschauern sein letztes Heimspiel auf dem „Museumsplatz“ bestritten hat, sicherte sich die zur Finalteilnahme fehlenden Punkte durch zehn Versuche und zehn Erhöhungen gegen eine nie aufgebende Luxemburger Mannschaft, die auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen und vom direkten Abstieg bedroht ist. Der SCN hat vor dem 18. und letzten Spiel bei Meister Frankfurt 14 Punkte Vorsprung vor dem Tabellendritten RG Heidelberg und kann nicht mehr eingeholt werden.

Das SCN-Team von Trainer Alexis Michel startete hervorragend eingestellt in dieses wichtige Spiel und legte nach dem 20:20 in der Vorrunde entfesselt los. Bereits in der 19. Minute fiel der vierte Versuch, mit dem der offensive Bonuspunkt gesichert wurde. Bis zum Pausenpfiff des guten Schiedsrichters Luc Murhirwa spielte der SCN fast fehlerfrei. Denn brachte Michel nach und nach alle Ergänzungsspieler zum Einsatz, wodurch der Spielfluss ein wenig verloren ging. Die Luxemburger kämpften beherzt und kamen mit vier Versuchen ebenfalls zum einem offensiven Bonuspunkt.

Die SCN-Versuche erzielten Flankenstürmer Mateo Trabuco Cruz (3), Innendreiviertel Luke Wakefield (2), dessen Nebenmann Enrich Bülow (2), die Außendreiviertel Leo Becker und Conor Arnold sowie der eingewechselte Nationalstürmer Nicolas Rinklin. Bemerkenswert war die Treffsicherheit der beiden Kicker: Nikolai Klewinghaus traf mit sechs, Finn Schwager mit vier Erhöhungen. Beide waren mehrfach von der Seitenauslinie erfolgreich.

SCN: Schwager – Becker (53. Moyer), Bülow, Wakefield, Arnold – N. Klewinghaus (41. Hooper), Lieb (41. Kübe) – Trabuco Cruz, Lehmann, Amelung (51. Rinklin) – Schomberg, Brockmann (51. Sengewitz) – Weiss (41. Jankarashvili), Köpper, Bachmann (78. Portillo).

Schiedsrichter: Muhirwa (Kaiserslautern); Zuschauer: 250; Punkte: 7:0 (3.) Versuch Wakefield + Erhöhung Klewinghaus, 14:0 (7.) V Bülow + E Klewinghaus, 21:0 (12.) V Trabuco Cruz + E Klewinghaus, 28:0 (19.) V Becker + E Klewinghaus, 35:0 (28.) V Bülow + E Klewinghaus, 42:0 (31.) V Wakefield + E Klewinghaus, 49:0 (35.) V Klewinghaus + E Schwager, 56:0 (38.) V Trabuco Cruz + E Schwager, 56:5 (46.) V Mu’azzam, 63:5 (50.) V Arnold + E Schwager, 63:12 (58.) V Terrou + E Inciarte, 70:12 (63.) V Rinklin + E Schwager, 70:19 (71.) V Pelletier + E Inciarte, 70:24 (77.) V Mu’azzam, 77:24 (80.) V Trabuco Cruz + E Schwager; Zeitstrafen: Hooper (78.)/Baroux (78.).

Sonntag, 10. Mai 2026

SCN hat die Endspiel-Teilnahme fast sicher

Nach seinem 64:5-Sieg beim Deutschen Sport-Verein von 1878 Hannover hat der Sportclub Neuenheim mit 99,9-prozentiger Sicherheit das Endspiel der deutschen Rugby-Meisterschaft am 13. Juni um 15 Uhr in Hannover-Ricklingen gegen den Titelverteidiger SC Frankfurt 1880 erreicht. Es ist für den Rekord-Vizemeister am Ende seiner 123. Saison die 27. Finalteilnahme, mit der der Bundesliga-Tabellenzweite seinen zehnten Titelgewinn anstrebt.

Im Spiel bei der besten Mannschaft der früheren deutschen Rugby-Hauptstadt Hannover hatte das beste Heidelberger Team einen Blitzstart und führte beim Halbzeitpfiff des guten Potsdamer Schiedsrichters Joshua Jahn mit 47:0. Nach der Pause, als SCN-Trainer Alexis Michel munter durchwechselte und dem überragenden Spielmacher Nikolai Klewinghaus nach dessen Versuche-Hattrick zwischen der 27. und 40. Minute eine Schonung gönnte, ließen es die Königsblauen etwas ruhiger angehen, spielten defensiv aber weiterhin konsequent und gönnten dem neunmaligen deutschen Meister nur einen Versuch durch Flankenstürmer Alexander Brosowski zum 5:52 in der 61. Minute.

Alexis Michel, der den SCN auch in der nächsten Saison trainieren wird und die Spieler in seiner Premierensaison gut entwickelt hat, freute sich über zehn Versuche durch Nikolai Klewinghaus (3), Robert Amelung (2), Frederik Strauß (2), Henning Brockmann, Valentin Heuser und Conor Arnold. Im Heimspiel am Samstag gegen den Vorletzten RC Luxemburg wollen die Neuenheimer den Einzug ins Finale zu 100 Prozent absichern.

SCN: Schwager – Arnold, Bülow, Wakefield (54. Hooper), Strauß – N. Klewinghaus (57. Becker), Lieb (41. Kübe) – Trabuco Cruz, Lehmann, Amelung – Schomberg, Brockmann – Weiss (41. Jankarashvili), Köpper (41. Heuser), Bachmann.

Schiedsrichter: Jahn (Potsdam); Zuschauer: 500; Punkte: 0:7 (4.) Versuch Amelung + Erhöhung Klewinghaus; 0:14 (10.) V Brockmann + E Klewinghaus; 0:21 (21.) V + E Klewinghaus; 0:28 (27.) V + E Klewinghaus; 0:35 (29.) V + E Klewinghaus; 0:40 (34.) V Strauß; 0:47 (40.) V Strauß + E Klewinghaus; 0:52 (51.) V Heuser; 5:52 (61.) V Brosowski; 5:59 (69.) V Arnold + E Schwager; 5:64 (80 + 3.) V Amelung.


Montag, 4. Mai 2026

Zur Erinnerung an Minh Becker

Pop-Art-Künstler schufen ein Graffito an der Ernst-Walz-Brücke

Am 16. Januar jährte sich zum zehnten Mal der Tag, an dem Minh Andreas Becker starb. In frischer Erinnerung ist die Trauerfeier in der Kapelle des Heidelberger Bergfriedhofs, bei der Trauergäste aus aller Welt von dem Rugby-Meisterspieler und Extremskifahrer Abschied nahmen. Becker wurde nur 34 Jahre alt, weil er im schweizerischen Verbier beim Freeriding von einer Lawine erfasst und tödlich verunglückt war.

Zur Erinnerung an diesen ebenso begabten wie wagemutigen Sportler – Junioren-Nationalspieler, deutscher Siebenerrugby-Meister 1999, 2003 und 2005 sowie deutscher Pokalsieger 2004 mit dem Rugby-Team der Rudergesellschaft Heidelberg und Nummer 35 in der Welt der Extremskifahrer – hat die Pop-Art-Künstlergruppe The Phung Masters zum 14. März 2026 - an diesem Tag wäre Minh Becker 45 Jahre alt geworden – auf der Neuenheimer Seite der Ernst-Walz-Brücke ein großes Graffito geschaffen.

Das Gesicht Beckers mit dem für Freerider typischen Sturzhelm ist von den Worten „Minh Knows“ umrahmt. Dies ist eine Anlehnung an eine Nike-Kampagne über einen multitalentierten Sportler, die der Künstler Philipp und seine Kollegen Flo, Martin, Sassan und Andi als Vorbild nahmen, um an das Multitalent Minh Andreas Becker zu erinnern.

In der Tat war Minh Becker, der als Physiker kurz vor der Promotion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich stand, ein sehr begabter Mensch. Sein Vater Hubert Becker erinnert sich daran, dass Minh Freunden aus der RGH-Jugend geholfen habe, sich durch gemeinsames Lernen auf die Abiturprüfungen vorzubereiten.

Er habe „früh Charaktereigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Großzügigkeit entwickelt und damit Erfolg gehabt“, sagte der inzwischen verstorbene katholische Stadtpfarrer Josef Mohr bei der Trauerfeier und fügte mit Blick auf das Extremskifahren kritisch hinzu: „Das ist Wahnsinn! Dieser Sport hat ihn das Leben gekostet.“ Beckers Erfolge auf der Freeride World Tour hätten die Eltern „stets mit Angst und Stolz erfüllt.“

Bei allem Schmerz über den frühen Tod des Sohnes ist Hubert Becker allerdings sehr froh, dass seine Freunde Minh nicht vergessen und ihm nun dieses Graffito gewidmet haben.

Mittwoch, 29. April 2026

Heidelberg dankt über hundert Meistersportlern

Stadt und Sportkreis Heidelberg feierten eine stimmungsvolle Sportlerehrung im Atrium der Stadtwerke

Danke! Danke! Danke! So ziemlich jeder (m, w, d), der am Freitagabend im schicken Atrium der Stadtwerke Heidelberg an der gemeinsamen Sportlerehrung von Stadt und Sportkreis Heidelberg teilnahm, wurde mit einem herzlichen „Dankeschön!“ bedacht. Natürlich die gastgebenden Stadtwerke-Personalleiter Matthias Straub und Marketing-Leiterin Katharina Schimek-Hefft, die neben der Location auch ein leckeres Büffet spendierten, und natürlich auch die treuen Sponsoren Niebel KG, Ensinger und Heidelberger Brauerei. Ein herzliches Dankeschön hatte der Sportkreis-Vorsitzende Dr. Peter Schlör aber auch für die über hundert Sportlerinnen und Sportler aus den nahezu 130 Heidelberger Vereinen, die 2025 nationale und internationale Meistertitel gewonnen haben und aus den Sparten Fechten, Golf, Leichtathletik, Quadball, Rudern, Rugby, Schwimmen und Volleyball kamen.

Diese erfolgreichen Athletinnen und Athleten profitieren, das betonten Peter Schlor und Gert Bartmann als Leiter des städtischen Amtes für Sport und Gesundheitsförderung unisono, von den Spitzenleistungen ihrer Trainerinnen und Trainer und vom idealen Umfeld, den die Vereine für Training und Wettkampf bieten. Schlör dankte den Gemeinderäten Dr. Peer Hübel, Carmen Niebel, Michael Pfeiffer, Bülent Teztiker, Waseem Butt, Adrian Rehberger und Zara Dilan Kiziltas für die trotz aller Kürzungszwänge noch immer vorbildliche Heidelberger Sportförderung. Bekanntlich muss der Sport eine fünfprozentige Kürzung der städtischen Fördermittel verkraften, was schwer, aber möglich ist.

Die von Frank Schuhmacher schwungvoll moderierte Sportlerehrung fand ihren Höhepunkt in der Proklamation der von einer Jury ausgewählten Sportler des Jahres 2025. Sportlerin des Jahres wurde Lisa Gutfleisch vom Heidelberger Ruderklub, die in Shanghai WM-Bronze im Doppelvierer gewonnen hatte und vor Schwimmerin Lena Ludwig vom SV Nikar als Zweite der Junioren-WM über 100 und 200 m Brust und Gewichtheberin Yekta Jamali vom Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar als WM-Achte im Zweikampf gewann. Diesmal gab es zwei punktgleiche Sportler des Jahres: Der deutsche 100-m-Schmetterlingsmeister Luca Nik Armbruster vom OSP und Para-Judo-Europameister Lennart Sass wurden auf Platz eins gewählt. Dritter wurde der Golfer Nico Guldan vom Gehörlosen-Sportverein Heidelberg, der bei den Deaflympics zwei Bronzmedaillen gewonnen hatte.

Drei Degenfechter der TSG Rohrbach – Carolin Marheineke als Doppel-Weltmeisterin der Veteranen vor Vizeweltmeister Marco Longo und Vizeweltmeisterin Dagmar Heinzelmann – wurden als Seniorensportler des Jahres ausgerufen, während die Basketballer der MLP Academics Heidelberg als Champions League-Teilnehmer Team des Jahres vor den Rugby-Frauen des HRK als deutsche Doppelmeisterinnen und den Degenfechtern der TSG Rohrbach als deutsche U20-Meister wurden.

Dass die Männer der Heidelberger Feuerwehr besonders flink und sportlich sind, bewiesen nicht nur Rainer Stephan, Ronny Reichelt und Rolf Rensch, die neben Sandra Buchholz (TSV Wieblingen), Christian Maichle und Werner Gießelmann (TSG 78 Heidelberg) für jahrzehntelange Tätigkeit als Sportabzeichen-Prüfer geehrt wurden, sondern auch die nach einem Feueralarm in Windeseile angerückten Löschzüge, deren Besatzungen das Gebäude nach einem Brandherd durchsuchten und nichts Bedrohliches fanden, so dass die Sportlerehrung nach kaum 30 Minuten fortgesetzt werden konnte.

Auf Beschluss des Gemeinderates wurden von Oberbürgermeister Professor Eckart Würzner drei Persönlichkeiten zu „Förderern des Sports“ ernannt: Martina Einsele ist seit 18 Jahren Motor des Volleyballs im Heidelberger Turnverein, Peter Bickel war 18 Jahre lang Vorsitzender der Ringer des AC Germania Ziegelhausen, und Gerhard Schäfer war 30 Jahre lang Vorsitzender des Sportkreises Heidelberg und dient im Badischen Sportbund Nord nach wie vor als Vizepräsident für Bildung und Qualifizierung. Bei der Sportlerehrung zeigten die Breaking Heavens der TSG Rohrbach, die Tänzerinnen des TSC Couronne und das Quartett von Ambulant Jazz mit Peer Hübel, Wigbert Stapf, Andreas Schwarz und Speciarl Guest Robert Kletterer Höchstleitungen und ernteten großen Beifall.