Montag, 10. August 2026

Sieberrugby-Junioren Vierter bei der EM

Juniorinnen belegten in Tschechien den sechsten Platz

Die beiden deutschen Nationalmannschaften haben bei der Siebenerrugby-Europameisterschaft der Altersklasse U18 gut abgeschnitten und ihre Ziele erreicht. Die Juniorinnen belegten nach zwei Siegen und drei Niederlagen unter acht Mannschaften den sechsten Rang und haben den Klassenverbleib in der Division 1 damit geschafft. Die Junioren erreichten bei zwei Niederlagen drei Siege und erreichten Platz vier unter zwölf Teams.

Mit dem Abschneiden der Junioren, bei denen vier Heidelberger Nachwuchsspieler die Stützen bildeten, waren die beiden Trainer Maximilian Pietrek vom Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar und Jan Ceselka vom Rugby-Verband Baden-Württemberg sehr zufrieden. „Die Lernkurve war steil, und die Jungs haben aus Fehlern super schnell gelernt. Das Beste ist: Wir hatten die jüngste Mannschaft am Start. Mehr als die Hälfte des Kaders gehört den Jahrgängen 2009 und 2010 an. Die dürfen nächstes oder sogar übernächstes Jahr nochmals für unsere U18 spielen. Das Potenzial ist riesig. Wir freuen uns auf alles, was kommt“, sagte Max Pietrek nach den fünf EM-Spielen in der tschechischen Rugby-Metropole Ricany.

Die deutsche Mannschaft marschierte ungeschlagen durch die Vorrundengruppe C. Auf ein 26:5 gegen Polen folgten ein 49:12 gegen Rumänien und ein 19:12 über Belgien, während sich in der Gruppe A Frankreich vor Portugal und in der Gruppe B Spanien vor Gastgeber Tschechien durchsetzte, der sich auch schon als viermaliger Gewinner der Heidelberg Sevens hervorgetan hatte.

Im Halbfinale mussten sich die deutschen Junioren den Spaniern, deren Männern in diesem Frühjahr die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft gewonnen haben, mit 7:19 geschlagen geben, ehe es im Spiel um Platz drei eine 5:26-Niederlage gegen Tschechien gab. „Natürlich sind wir über dieses Resultat im Moment enttäuscht, aber insgesamt sind wir mit dem Abschneiden sehr zufrieden“, sagte Max Pietrek. Europameister wurde Frankreich durch ein 21:12 gegen Spanien, Fünfter wurde Portugal (22:7 gegen Belgien), Siebter Rumänien (20:7 gegen die Schweiz), Neunter die Ukraine (17:14 gegen Litauen) und Elfter Polen (19:14 gegen die Türkei.

Die deutschen Juniorinnen unterlagen in der Vorrundengruppe A mit 12:19 gegen Belgien und mit 0:36 gegen den Gruppensieger Spanien und wurden nach einem 22:7-Sieg über Rumänien Gruppendritter. Im Halbfinale über die Plätze fünf bis acht glückte der Mannschaft von Trainer Andreas Hacker, dem Mädchentrainer des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg, ein 19:5-Sieg über Polen, doch gab es im Spiel um Platz fünf eine unerwartete 0:19-Niederlage gegen die Türkei.

Das wurmte Andreas Hacker zunächst: „Direkt nach dem Abpfiff war die Enttäuschung natürlich riesig, weil wir unser Ziel knapp verpasst haben. Aber mit etwas Abstand sind wir einfach nur stolz auf Platz sechs und die Leistung der Mädels. Sie haben Deutschland mit unglaublich viel Leidenschaft und Teamgeist vertreten. Für viele war es die erste große internationale Erfahrung.“ Europameister wurde auch hier Frankreich durch ein 31:7 über Spanien, Dritter wurde Tschechien durch ein 38:7 über Belgien.

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Haben Heidelberg bei der U18-Europameisterschaft in Ricany gut vertreten, v.l.n.r.: Stefan Darimont (HRK), Andre Brauner (HRK), Lili Schüßler (HRK/RGH), Noemi Oertel (TSV Handschuhsheim), Felix May (TSV) und Lennard Grimm (HRK). Foto: privat

Montag, 3. August 2026

Sportvereine brauchen einen „Kümmerer“

Nachwuchsgewinnung für die Führungsebene ist ein existenzbedrohendes Problem

Seit 2005 arbeiten Wissenschaftler des Deutschen Olympischen Sportbundes, des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und aus vier Landessportbünden am Sportentwicklungsbericht für Deutschland, mit dem allen im organisierten Sport Engagierten Entwicklungen und Schlussfolgerungen aufgezeigt werden. Der Sportentwicklungsbericht wird in dreijährigem Rhythmus, sogenannten Wellen, fortgeschrieben, wobei insbesondere die Situation der Sportvereine analysiert wird. Die Erkenntnisse daraus können helfen, Vereine zeitgemäß zu leiten und Fehler bei der Erledigung von Führungsaufgaben zu vermeiden.

Dr. phil. Florian Dürr (51), stellvertretender Geschäftsführer des Badischen Sportbundes Nord und Absolvent des Bunsen-Gymnasiums in Heidelberg-Neuenheim, repräsentiert den Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) seit 15 Jahren im Projektbeirat und hat die neunte Welle des Sportentwicklungsberichts ausgewertet. Dabei hat Florian Dürr die aktuellen Defizite und Nöte der Vereine, aber auch deren Chancen aufgezeigt und die Unterschiede zwischen Vereinen aus Baden-Württemberg und dem übrigen Deutschland aufgezeigt. Die gute Nachricht: Den Vereinen im „Ländle“ geht es etwas besser als anderswo.

Unlängst vertrat eine oppositionelle Bundespolitikerin die Meinung, das Sporttreiben in Vereinen sei im Laufe der letzten Jahre so teuer geworden, dass es sich Normalverdiener kaum noch leisten könnten. Der jüngste Sportentwicklungsbericht kann als Faktencheck dienen und beweist das Gegenteil. Die Mitgliedsbeiträge sind nach wie vor erschwinglich. Kinder zahlen bundesweit 4 Euro, Jugendliche 5 Euro und Erwachsene 10 Euro – pro Monat wohlgemerkt, womit die Benutzung von beheizten Klubhäusern und warmen Duschen sowie deren regelmäßige mühevolle und kostenintensive Reinigung inbegriffen sind. Hier schneidet Baden-Württemberg mit Mitgliedsbeiträgen von 4,20 Euro, 5,40 Euro und 11,50 Euro geringfügig schlechter ab, was mit den höheren Einkommen von Berufstätigen im Südwesten zusammenhängen mag.

Interessant ist, wie Übungsleitende und Führungskräfte ihre Vereine einschätzen. 94 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „unser Verein legt Wert auf Gemeinschaft“ zu, 72 Prozent unterstreichen die Behauptung „unser Verein engagiert sich im Kinder- und Jugendsport“. 84 Prozent sind der Auffassung, dass „sich unser Verein als Solidargemeinschaft versteht“, und 84 Prozent sind der Überzeugung, dass „unser Verein Wert auf demokratische Beteiligung im Verein legt“. 73 Prozent der Befragten sagt schließlich, dass „unser Verein Wert auf die Qualifizierung seiner Übungsleitenden, Trainerinnen und Trainer legt“. Baden-Württemberg darf sich darüber freuen, dass das Selbstverständnis in zwei Punkten besser ausfällt. Denn sogar 78 Prozent der Übungsleitenden und Führungskräfte meinen, dass sich „unser Verein im Kinder- und Jugendsport engagiert“, während 75 Prozent ihren „Verein in der Qualifizierung von Übungsleitenden, Trainerinnen und Trainern“ engagiert sehen. Die Rolle des Sportvereins als Schule der Demokratie wird niemand ernsthaft bezweifeln.

Seit 2015 ist das Bewusstsein in den Vereinen für die Themen Kinderschutz und Prävention sexualisierter Gewalt gestiegen. 2025 sagten 82 Prozent der Befragten, die Prävention sexualisierter Gewalt sei ein relevantes Thema für Sportvereine, 73 Prozent sind der Meinung, „unser Verein setzt sich aktiv gegen sexualisierte Gewalt ein“, 72 Prozent bezeugen, dass „in unserem Verein über sexualisierte Gewalt und präventive Maßnahmen offen gesprochen wird“, und 76 Prozent sagen aus, dass „unser Verein über fundierte Kenntnisse zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt verfügt“. Diese Zahlen weisen allerdings auf einen Nachholbedarf bei einem Teil der Vereine hin.

Die wichtigste personelle Ressource der Vereine sind die 1.969.600 Ehrenamtlichen in Deutschland. In Baden-Württemberg sind 287.000 Menschen ehrenamtlich in Sportvereinen tätig, und zwar 77.300 als Vorstandsmitglieder, 26.300 als Abteilungsvorstände, 22.700 als Kassenprüfende, 23.500 als Schieds- und Kampfrichtende, 121.900 als Übungsleitende, Trainerinnen und Trainer und 15.000 Menschen in sonstigen Positionen. Erfreulich ist, dass sich bundesweit weitere 22,7 Prozent der Mitglieder und in Baden-Württemberg sogar 23,9 Prozent freiwillig für sporadische Aufgaben in Vereinen engagieren. Von den 287.000 Ehrenamtlichen in baden-württembergischen Sportvereinen sind rund 102.000 weiblich, 184.000 männlich und 840 divers, wobei bei den männlichen Engagierten seit 2019 ein Rückgang von 7,6 Prozent Sorgen auslösen muss.

Größere Sorgen bereitet das Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Führungspositionen der Sportvereine, deren Anteil seit 2022 um rund 20 Prozent gesunken ist. Die Autoren des Sportentwicklungsberichts 2025 empfehlen deshalb dringend die Wahl eines Jugendvertreters im Vorstand, Stimmrecht der Jugendlichen in der Hauptversammlung, die Wahl einer Jugendvertretung durch die Jugendlichen und die Bildung eines Jugendausschusses. Außerdem wird empfohlen, in die Vorstände einen „Kümmerer“ aufzunehmen, der die einzige Aufgabe haben soll, junge Mitglieder anzusprechen und sie für die Übungsleiter- und Trainerausbildung oder eine Mitarbeit im Vereins- und Abteilungsvorstand zu gewinnen. Fehlender Nachwuchs auf Führungsebene bezeichnen 44 Prozent der Befragten als „existenzbedrohendes Problem“ ihres Vereins, 2009 waren das nur 31 Prozent.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Noch nie gab es in Baden-Württemberg so viele Sporttreibende

Der Landessportverband meldet über 4,3 Millionen Mitglieder – Deutliche Steigerung auch in Nordbaden und im Sportkreis Heidelberg

In Baden-Württemberg sind 4.373.259 Menschen Mitglieder in den 11.214 Sportvereinen. Das sind 73.226 oder 1,70 Prozent Mitglieder mehr als im Vorjahr und ein Allzeit-Höchststand. Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) und seine drei Sportbünde in Württemberg, Südbaden und Nordbaden haben damit rund 4.353.000 Mitglieder mehr als die führende Regierungspartei Bündnis 90/Die Grünen und 4.323.000 Millionen mehr als der kaum schwächere Koalitionspartner CDU auf seiner Website angibt.

Die Zahlen“ – Stichtag der Bestandserhebung war der 1. Januar – „verdeutlichen eindrucksvoll, welchen Stellenwert der Vereinssport für die Menschen in Baden-Württemberg einnimmt“, freute sich LSV-Präsident Jürgen Scholz (Sersheim) über die neue Rekordmarke und die fünfte Mitgliedersteigerung in Folge. 39 Prozent der Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes sind demnach Mitglied eines Sportvereins. Alle drei Regionen haben sich positiv entwickelt: Der Badische Sportbund Freiburg ist um 1,88 Prozent gewachsen, der Württembergische Landessportbund um 1,66 Prozent und der Badische Sportbund Nord um 1,62 Prozent. Größter Sportverein ist der VfB Stuttgart mit 122.360 Mitgliedern.

Der Badische Sportbund Nord mit Präsident Gert Rudolph, einem Karlsruher Tennisspieler, hat seinen Sitz im „Haus des badischen Sports“, das am 15. Juli 25 Jahre alt wurde, am Eingang des Traugott-Bender-Sportparks in der Karlsruher Waldstadt. Der BSB Nord hat nun 895.012 Mitglieder, das sind 13.647 Mitglieder mehr als 2025. 345.845 Mitglieder sind weiblich, das sind 40,47 Prozent und ebenfalls ein Höchststand. Zuwächse gab es in allen Altersklassen, auch bei den Unter-Zwei-Jährigen und Über-90-Jährigen.

2406 Vereine sind in Nordbaden im Sportbund organisiert. 1619 Vereine haben unter 300 Mitglieder, 37 Vereine mehr als 2000 Mitglieder. Größte Vereine sind der Karlsruher SC mit 21.933 Mitgliedern, was nach der Aufnahme von Fanclubs einer Steigerung um 3138 Mitgliedern entspricht, vor der TSG 1899 Hoffenheim (12.183 Mitglieder), dem Deutschen Alpen-Verein Karlsruhe (12.478), dem Deutschen Alpen-Verein Heidelberg (10.327), dem SSC Karlsruhe (8729), der TSG Weinheim (6729), dem AC Weinheim (6504) und dem Deutschen Alpen-Verein Mannheim (4898).

Der BSB Nord ist in neun Sportkreise unterteilt, die alle selbständige eingetragene Vereine mit eigenen Satzungen sind, was in erster Linie steuerliche Gründe hat. Alle Sportkreise sind gewachsen. Größter Sportkreis ist Karlsruhe mit 201.505 Mitgliedern (+2,41 %) in 457 Vereinen vor Mannheim (162.004/+1,89 %/442), Heidelberg (146.572/+1,11 %/415), Pforzheim (80.696/+0,47 %/256), Bruchsal (79.692/+0,64 %/246), Sinsheim (63.320/+3,15 %/187), Tauberbischofsheim (42,752/+0,69 %/135), Mosbach (42.069/+2,22 %/147) und Buchen (36.418/+0,71 %/123). Im Sportkreis Heidelberg gibt es 324 Einspartenvereine mit 91.805 Mitgliedern, während 83.891 Mitglieder in 91 Mehrspartenvereinen organisiert sind.

Größte Sportart in Nordbaden ist Turnen mit 227.516 Mitgliedern vor Fußball mit 219.475, Tennis mit 58.807, Bergsport/Klettern mit 37.628, Handball mit 36.777, Sportschießen mit 32.214, Behinderten-/Rehasport mit 27.588, Leichtathletik mit 24.792, Reiten mit 20.792 und Tischtennis mit 20.951 Mitgliedern. Kleinste der 54 Sportarten ist der Rasenkraftsport mit 62 Mitgliedern hinter Aikido (215) und Squash und Racket (394).

Sonntag, 5. Juli 2026

Deutschland besiegt den Olympiasieger Frankreich

Die Siebenerrugby-Nationalmannschaft gewinnt das erste von zwei EM-Turnieren – Frauen verbessern sich auf Platz 5

Die deutschen Siebenerrugby-Nationalmannschaften haben das Heimturnier in Hamburg dazu genutzt, in der Europameisterschaft 2026 große Sprünge zu machen. Die Männer von Bundestrainer Pablo Feijoo wurden durch einen auf fantastische Weise herausgespielten 26:7 (5:7)-Finalsieg über Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich Turniersieger, verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze und gehen mit 20 Punkten als Tabellenführer in das zweite und entscheidende Turnier vom 24. bis 26. Juli im kroatischen Split. Die Frauen von Bundestrainer Curtis Bradford besiegten Irland im Spiel um Platz 5 mit 19:5 (14:0), waren im Vorjahr Achter und haben nun zwölf Punkte auf ihrem Konto.

Die Männer, auch betreut von Rekord-Nationalspieler Clemens von Grumbkow (Heidelberg), der vor den Hamburg Sevens die Ausfälle von sechs Leistungsträgern beklagt hatte, feierten in sechs Spielen sechs Siege. Das märchenhafte Auftreten begann mit einem 42:0 (21:0) gegen Tschechien, zu dem Makonnen Amekuedi (SC Frankfurt 1880), Ben Ellermann (FC St. Pauli), Philip Gleitze, dessen Zwillingsbruder Anton (Berliner RC), Maximilian Kammholz (RG Heidelberg) und Felix Hufnagel (Germania List), der mit allen Erhöhungen traf, sechs Versuche beisteuerten. Gegen Polen gelang nach sieben Versuchen durch Amekuedi (3), Philip Gleitze (2), Cedric Eichholz (RGH) und Hufnagel, der drei Mal erhöhte, ein 41:0 (26:0)-Sieg, ehe den Deutschen gegen den WM-Dritten Spanien mit einem 10:0 (5:0)-Erfolg eine Weichenstellung glückte. Chris Umeh (SC Neuenheim) und Amekuedi legten die Versuche zum Gruppensieg.

Im Viertelfinale gelang nach einem 7:14-Pausenrückstand ein 26:12-Sieg über Großbritannien, den Amekuedi, Bennet Veil (TSV Handschuhsheim), Kapitän Philip Gleitze und Hufnagel, der mit drei Erhöhungen traf, durch vier Versuche sicherten. Im Halbfinale waren die Deutschen mit 19:0 besser als Belgien. Hufnagel, der als bester Spieler der EM ausgezeichnet wurde, glückte mit drei Versuchen und zwei Erhöhungen alle deutschen Punkte. Frankreich wurde aufgrund einer hervorragenden Verteidigungsleistung durch Versuche von Anton Gleitze, Hufnagel, Ellermann und Eichholz und durch drei Hufnagel-Erhöhungen mit 26:7 regelrecht zerlegt.

„Wir waren am Finaltag richtig gut. Ich bin sehr stolz auf die Jungs, die sich den Turniersieg redlich verdient haben“, lobte der Spanier Pablo Feijoo.

Die deutschen Frauen starteten mit zwei Niederlagen ins Turnier. Gegen Tschechien gab es ein 12:17 (5:5) mit Versuchen von Spielführerin Mette Zimmat und Johanna Hacker und einer Erhöhung von Charlotte Malaizier (alle HRK). Gegen Polen, das später das Endspiel gegen Frankreich mit 14:17 verlor, hatten die Deutschen mit 7:24 (7:5) das Nachsehen, obwohl Zimmat ein von Julia Braun (RK 03 Berlin) erhöhter Führungsversuch gelang. Das dritte Vorrundenspiel gegen die Türkei wurde allerdings nach Versuchen von Laura Schwinn (SCN), Malaizier, Zimmat (2), Sophie Hacker (HRK) und Braun sowie fünf Erhöhungen von Malaizier (4) und Schwinn mit 40:5 (19:0) gewonnen, bevor im Viertelfinale eine 5:7 (5:0)-Niederlage gegen Belgien betrauert wurde. Malaizier legte den Ehrenversuch.

Im Halbfinale der Platzierungsrunde nahmen die deutschen Frauen mit 14:10 (7:10) gegen Tschechien Revanche für die erste Niederlage. Zimmat legte zwei Versuche, Malaizier erhöhte zwei Mal. Und im Spiel um Platz fünf gelang ein 19:5 (14:0)-Sieg über die große Rugby-Nation Irland, zu dem Mette Zimmat (2) und Gesine Adler (Germania List) mit drei Versuchen sowie Charlotte Malaizier mit zwei Erhöhungen beitrugen.

„Wir haben am Finaltag ein Spiel gezeigt, mit dem ich nicht ganz zufrieden war, und am Ende eines, in dem wir eine tolle Leistung gezeigt haben“, war der Wahl-Heidelberger Curtis Bradford mit seinem Team zufrieden.

EM-Stand Männer: 1. Deutschland 20 Punkte, 2. Frankreich 18, 3. Italien 16, 4. Belgien 14, 5. Portugal 12, 6. Spanien 10, 7. Großbritannien 8, 8. Georgien 6, 9. Tschechien 4, 10. Ukraine 3, 11. Litauen 2, 12. Polen 1; Frauen: 1. Frankreich 20, 2. Polen 18, 3. Belgien 16, 4. Spanien 14, 5. Deutschland 12, 6. Irland 10, 7. Tschechien 8, 8. Portugal 6, 9. Dänemark 4, 10. Großbritannien 3, 11. Schweden 2, 12. Türkei 1.

Die deutsche Nationalmannschaft feiert nach Siegen über Tschechien, Polen, den WM-Dritten Spanien, Großbritannien, Belgien und Olympiasieger Frankreich den Turniersieg beim EM-Turnier in Hamburg. Foto: Jan Perlich


Mittwoch, 1. Juli 2026

Toulouse holt sich den 25. Meistertitel

28:20-Finalsieg über Montpellier - Northampton Saints Titelträger in England

Stade Toulousain hat am Abend des 27. Juni 2026 zum 25. Mal die französische Rugby-Meisterschaft gewonnen. Unter der Regieführung von Trainer Ugo Mola ist es der vierte Titelgewinn in Folge. Im ausverkauften Stade de France feierte Toulouse einen 28:20 (25:6)-Sieg über Rugby Montpellier-Herault. Der Verein aus der Heidelberger Partnerstadt, Zweiter der Top-14-Liga hinter Toulouse, hat erst zum zweiten Mal das Endspiel erreicht. 2011 gab es eine 10:15-Niederlage – gegen Stade Toulousain.

Am Samstag hatte der Titelverteidiger eine traumhafte erste Halbzeit und führte – noch immer ohne Schlussmann und Chefkicker Thomas Ramos – durch drei Versuche von Hakler Peato Mauvaka (5. und 32. Minute) und Gedrängehalb Antoine Dupont (36.) sowie zwei Erhöhungen und zwei Straftritten von Verbinder Romain N’Tamack gegen zwei Straftritte von Montpelliers argentinischem Verbinder Domingo Miotto mit 25:6, ehe der Herausforderer stärker und stärker wurde. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff fing der eingewechselte Innendreiviertel Justo Piccardo einen Ball heraus und legte einen Versuch, den Miotti zum 25:13 erhöhte. Zwar stellte N’Tamack das Resultat per Straftritt auf 28:13 (52.), doch nach Leo Colys selbst erhöhten Versuch zum 28:20 und nach einem gewaltigen Gewitter stand der Sieg des Rekordmeisters auf des Messers Schneide. Außendreiviertel Matthis Lebel, neben den erneut herausragenden Dupont, N’Tamack, Mauvaka, François Cros und Santiago Chocobares bester Spieler des von Staatspräsident Emmanuel Macron besuchten Endspiels, musste nach einer Zeitstrafe (42.) zehn Minuten zuschauen.

Toulouse begann mit folgender Fünfzehn: Blair Kinghorn (Schottland) – Teddy Thomas (Frankreich), Pierre Louis Barassi (Frankreich), Santiago Chocobares (Argentinien), Matthis Lebel (Frankreich) – Romain N’Tamack (Frankreich), Antoine Dupont (Frankreich) – Kapitän Jack Willis (England), Alexandre Roumat (Frankreich), François Cros (Frankreich) – Emmanuel Meafou (Frankreich), Joshua Brennan (Irland) – Joel Merkler (Spanien), Peato Mauvaka (Frankreich), Rodrigue Neti (Frankreich).

Die 25 Meisterschaften von Stade Toulousain: 1912, 1922, 1923, 1924, 1926, 1927, 1947, 1985, 1986, 1989, 1994, 1995, 1996, 1997, 1999, 2001, 2008, 2011, 2012, 2019, 2021, 2023, 2024, 2025 und 2026.

Champions Cup-Sieger (Heineken Cup): 1996, 2003, 2005, 2010, 2021 und 2024.

Die Northampton Saints haben vor 81.125 Zuschauern in Twickenham durch einen 26:17 (14:10)-Sieg über die Exeter Chiefs zum dritten Mal nach 2014 und 2024 die englische Rugby-Meisterschaft gewonnen. Der Champions-Cup-Sieger von 2000, Klub des berühmten Innendreiviertels Jeff Butterfield, erzielte vier Versuche durch die Nationalspieler Tommy Freeman (1. Minute) und Fin Smith (31.) sowie George Hendy (64. und 67.) Smith brachte zwei Straftritte ins Ziel.

Exeter kam zu drei Versuchen durch Außendreiviertel Campbell Ridl (39.), den neuseeländischen Prop Josh Iosefa-Scott (51.) und Zweite-Reihe-Stürmer Dafydd Jenkins aus Wales (52.). Innendreiviertel Henry Slade, 74-facher Nationalspieler des Rosenteams, traf mit eine Erhöhung.