Donnerstag, 5. Februar 2026

Gegen Rumänien auch Versuche legen

Auftaktspiel der Rugby-EM am Sonntag um 16 Uhr in Heidelberg – Stadion in Kassel wurde gesperrt

„Was wir wissen können“ heißt der neue großartige Roman von Ian McEwan. Was wir hätten wissen können, muss man sich bei Rugby Europe und Rugby Deutschland eingestehen, nachdem das Winterwetter die beiden Verbände gezwungen hat, das Auftaktspiel der Rugby-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Rumänien, das im Aue-Stadion von Hessen Kassel hätte stattfinden sollen, abzusagen. Das Länderspiel des Außenseiters Deutschland und des hohen Favoriten Rumänien findet nun am Sonntag um 16 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark der Stadt Heidelberg am Kirchheimer Harbigweg statt und wird von der Rudergesellschaft Heidelberg organisatorisch begleitet. Direkt daneben im ausverkauften SNP Dome spielen die MLP Academics um 18 Uhr Basketball gegen Bayern München – ein Verkehrschaos ist vorprogrammiert, aber das interessiert bei Rugby Europe oder Rugby Deutschland niemanden.

Rugby-Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) reagiert professionell auf die neue Situation, obwohl er bis gestern Mittag noch nicht wusste, wo seine 23 Spieler ihre Beine zur Nachtruhe ausstrecken dürfen und wo es etwas Nahrhaftes zu essen gibt. Das Hin und Her ist einer seriösen EM-Spielvorbereitung nicht förderlich. Immerhin steht fest: Die Delegation trifft sich am heutigen Donnerstagabend und wird am Freitag und Samstag, jeweils um 10 Uhr und um 14.30 Uhr im Landesleistungszentrum beim Heidelberger Ruderklub, vier gemeinsame Trainings absolvieren.

„Gegen die Rumänen, die normalerweise besser sind und ihre Mannschaft bereits auf die Weltmeisterschaft 2027 in Australien vorbereiten, wollen wir gut spielen, Versuche legen, hart verteidigen und ein gutes Ergebnis erzielen“, sagt Mark Kuhlmann. Der 56-jährige Mitarbeiter der MLP AG in Wiesloch hat mit seinen Kollegen Michael Poppmeier und Samy Füchsel (beide Frankfurt) 26 Spieler nominiert, von denen nach den Trainings drei auf der Tribüne Platz nehmen müssen.

Deutschland: Luis Ball (Watsonians Edinburgh), Tobias Bauer (Hannover 78), John Dawe (Guernsey RFC), Aiden Dixon (SC Frankfurt 1880), Darren Ferrar (Bohemians RFC), Jaden Gliatis (Heidelberger RK), Daniel Hamilton-Strong (Loughborough University), Christopher Hennig (FC Grenoble), Christopher Howells (Frankfurt), Shawn Ingle (Maidenhead RFC), Felix Lammers (SC Neuenheim), Michael McDonald (Caldy RFC), Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC), Dustin Mizera (Hannover 78), Oliver Paine (Frankfurt), Jan Piosik (Hannover 78), Robin Plümpe (RG Heidelberg), Hassan Rayan (Frankfurt), Iestyn Rees (Nottingham RFC), Andrew Reintges (HRK), Justin Renc (Kapitän/TSV Handschuhsheim), Edward Shekete (Rossendale RUFC), Oliver Stein (Frankfurt), Luke Wakefield (SCN), Daniel und Leo Wolf (Frankfurt).

Dienstag, 3. Februar 2026

Den Knüller gleich am Anfang

Im Sechs-Nationen-Turnier startet Frankreich gegen Irland

Am Donnerstag um 21.10 Uhr beginnt im Stade de France in St. Denis mit dem Knüller der beiden Vorjahressieger Frankreich (2025) und Irland (2024) das 27. Sechs-Nationen-Turnier der führenden europäischen Rugby-Nationalmannschaften. Aufgrund der Tatsache, dass sie in dieser Saison von ihren fünf Spielen bis zum 14. März drei in französischen Stadien austragen darf, ist die Equipe Tricolore – allerdings nur leicht - favorisiert.

Denn zum einen treten auch die Iren gegen Italien, Wales und Schottland und die Waliser gegen Frankreich, Schottland und Italien dreimal zu Hause an, zum anderen hat Frankreichs Trainer Fabien Galthié seine Mannschaft aufgrund zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle neu formieren müssen. So fallen in der Dreiviertelreihe so starke Spieler wie Verbindungshalb Romain N’Tamack, Gael Fickou, Damien Penaud und Léo Barré aus – einige sind wegen Formschwäche auch nicht nominiert worden.

Immerhin kehrt mit Gedrängehalb und Olympiasieger Antione Dupont der beste Rugbyspieler der Welt in die Startformation der Franzosen zurück. Der 29-jährige Dynamiker aus Toulouse bildet das Scharnier des Teams nun gemeinsam mit Verbindungshalb Matthieu Jalibert aus Bordeaux, der mit Nicolas Depoortère, Yoram Moefana und Louis Bielle-Biarrey drei Vereinskameraden neben sich hat.

Irland mit Trainer Andy Farrell und Captain Caelan Doris tritt mit einer sehr erfahrenen, spiel- und kampfstarken Fünfzehn an und hat Chancen auf einen Erfolg im mit 81336 Besuchern ausverkauften Stade de France und den Turniersieg.

Am Samstag um 15.10 Uhr stehen sich Italien mit dem argentinischen Trainer Gonzalo Quesada und Schottland mit dem in Neuseeland aufgewachsenen Gregor Townsend im Olympiastadion von Rom in einem völlig offenen Match gegenüber. Dagegen ist England am Samstag um 17.40 Uhr im heimischen Twickenham gegen die 2025 sieglosen Waliser hoch favorisiert. England wird nach wie vor von Steve Borthwick betreut, während Wales mit Steve Tandy einen neuen Coach verpflichtet hat.

Sechs-Nationen-Turnier, 1. Spieltag, Donnerstag, 21.10 Uhr: Frankreich – Irland; Samstag, 15.10 Uhr: Italien – Schottland; 17.40 Uhr: England – Wales.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Es geht nur um den Klassenverbleib

Deutschland startet gegen Rumänien und Portugal in die Rückrunde der Europameisterschaft

Für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft beginnt die Rückrunde der Saison 2025/26 am 8. Februar um 16 Uhr im Aue-Stadion in Kassel mit einem Heimspiel gegen Rumänien. Die Schützlinge von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (56) aus Heilbronn müssen binnen sechs Wochen fünf EM-Spiele bestreiten, was für eine überwiegend aus Amateurspielern bestehende Fünfzehn „sehr schwer“ ist.

Die Deutschen spielen in der European Championship, also in der höchsten kontinentalen Liga, und treffen in den Gruppenspielen außerdem auf Portugal (14. Februar, 13 Uhr in Dessau) und Belgien (21. Februar, 20 Uhr in Mons). Danach folgen ein Überkreuzspiel gegen ein Team aus der anderen Gruppe und ein Platzierungsspiel. In der anderen Gruppe spielen Titelverteidiger Georgien, Spanien, die Niederlande und die Schweiz. In der Vorrunde 2025 hat Kuhlmanns Team alle fünf Spiele verloren, weshalb der Nationaltrainer, als Versicherungskaufmann der MLP AG ein kühler Rechner, nur ein Ziel nennt: „Den Klassenverbleib.“

Zwar gibt es auch im Rugby, dem kontrolliertesten aller Ballspiele, hin und wieder Überraschungen, doch Trainer sollten nicht träumen, sondern die Realität erkennen und bewerten. Wenn alles ganz normal läuft, wird das junge Team von Rugby Deutschland gegen Rumänien, das einen mächtigen Sturm hat, und gegen die flinken Portugiesen verlieren. In Belgien besteht eine klitzekleine Siegchance, obwohl die taktisch viel besseren westlichen Nachbarn am 16. Februar 2025 in Kassel mit 39:19 überlegen waren. Im Überkreuzspiel und dem Platzierungsmatch dürften die Gegner Niederlande und Schweiz heißen, und Kuhlmann geht davon aus, dass sein Team gegen die Eidgenossen besser spielen wird als im März letzten Jahres, als es in Heidelberg eine fast unbegreifliche 17:20-Niederlage setzte.

Kuhlmann und die seine beiden Assistenten Michael Poppmeier und Samy Füchsel (beide Frankfurt) werden in dieser Saison von dem südafrikanischen Gedränge-Spezialisten BJ Botha (46/Natal Sharks) unterstützt, der als Stürmer 2007 in Frankreich mit den Springboks Weltmeister war. Außerdem – und das ist neu und für die Trainer eine enorme Entlastung – gibt es mit Ulrike Faye vom Heidelberger Ruderklub und Erik Schulze vom RK Heusenstamm zwei Teammanager, die ehrenamtlich und mit Herzblut den organisatorischen Rahmen für die internationalen Aufgaben schaffen.

Die deutsche Mannschaft, die für diese EM-Kampagne 33 Spieler umfassen wird, hat sich gewissenhaft vorbereitet und bei internationalen Vergleichen zwei Siege errungen: In Gloucester gab es am Erinnerungstag an den Ersten Weltkrieg einen 29:24-Erfolg gegen die Auswahl der British Armed Forces, in Heidelberg beim Testmatch über 100 Minuten einen 45:26-Sieg über Pogon Awenta Siedlce, der die polnische Ekstraliga mit drei Punkten Vorsprung anführt.

Neuer Kapitän ist Justin Renc (25), der unermüdliche Flankenstürmer des TSV Handschuhsheim, der in zumindest einigen EM-Spielen auch die starken Stürmer Eric Marks von der französischen Zweitliga-Spitzenmannschaft Vannes, Shawn Ingle aus dem englischen Maidenhead und Luis Ball vom schottischen Topclub Watsonians Edinburgh an seiner Seite hat. Die Nominierung für die ersten beiden Spiele werden die Trainer am Wochenende vornehmen, wobei Spielmacher Christopher Hennig vom FC Grenoble und der 35-jährige eisenharte Erste-Reihe-Knochen Nicola Breglia aus dem italienischen Aquila sicherlich gute Chancen haben werden. Außerdem stehen weitere elf Akteure der Heidelberger Klubs HRK, RGH und SCN zur Auswahl bereit.