Der Meister siegt beim Heidelberger RK mit 97:5 – RGH gewinnt das Derby gegen den SCN mit 43:24
Der deutsche Rugby-Meister SC Frankfurt 1880 hat über die Sommerpause nichts von seiner Spielstärke eingebüßt und gewann zum Saisonauftakt beim Heidelberger Ruderklub mit 97:5 Punkten. Erster Widersacher des Serienmeisters, der bekanntlich seit 2019 in Deutschland ungeschlagen ist, könnte die Rudergesellschaft Heidelberg werden, die den Vizemeister Sportclub Neuenheim in einem hochklassigen Match mit 43:24 besiegte, während der höher eingeschätzte TSV Handschuhsheim beim SC Germania List mit 12:71 Punkten unter die Räder geriet.
Frankfurt brauchte 15 Minuten, um bei der jungen HRK-Fünfzehn ins Rollen zu geraten. „Danach haben wir zu viele Geschenke verteilt“, kritisierte HRK-Trainer Steffen Liebig, der mit einer deutlichen Niederlage gerechnet hatte. „Geärgert hat mich allerdings, dass wir den Frankfurtern durch blöde Fehler gut 50 Punkte geschenkt haben“, sagte Liebig, der mit Außendreiviertel Karabo van Heerden, Flankenstürmer Steward Patrick Falconer, Zweite-Reihe-Stürmer Conrad Voigt und Hakler José Tomas vier neue Spieler im Team hatte. Der HRK kam nur zu einem Versuch zum 5:85, für den Innendreiviertel Philip Buchta von den Fans gefeiert wurde, während die Mainhessen 15 Versuche scorten, von denen der überragende Spielmacher Leo Wolf elf erhöhte. Die beiden Außendreiviertel Franziskus Schröter (4) und Makonnen Amekuedi (3) legten die meisten Versuche der Mannschaft von Cheftrainer Byron Schmidt.
Einen auch in dieser Deutlichkeit verdienten Sieg errang der Vorjahresdritte RGH vor 400 Zuschauern im Fritz-Grunebaum-Sportpark gegen den Vizemeister SCN. „Ich bin mit unserer Leistung zufrieden. Wir hatten das besser eingespielte Team“, sagte RGH-Spielertrainer Robin Plümpe, nachdem in der Vorbereitung 40 Spieler am Training teilgenommen hatten und ein Freundschaftsspiel beim elsässischen RC Haguenau dem Zusammenspiel zumindest nicht geschadet hat. Die RGH war läuferisch sowie im angeordneten Gedränge und im Gassenspiel klar besser und erzielte sechs zwingend herausgespielte Versuche durch Erik Rausch (2), Levan Lomauri, die Meffert-Zwillinge Luca und Felix sowie „Altmeister“ Bastian van der Bosch, der nichts von seiner Spritzigkeit und Spielkunst eingebüßt hat. Luca Meffert traf mit fünf Erhöhungen und einem Straftritt ins Goal und hielt den SCN sicher auf Distanz.
Die Neuenheimer Mannschaft, die sich dem schweren Saisonauftakt wieder einmal ohne Vorbereitungsspiel genähert hat, hat von den sieben neuen Spielern nur den feinen italienischen Innendreiviertel Manuel Covella – mit zwei Versuchen bester Scorer – bereits gut integriert und leistete sich allzu viele Fehler an den Gassen und Gedrängen. Da auch die Verteidigung der Dreiviertelreihe noch nicht gut genug klappte, stand es nach 25 Minuten 21:0, was der RGH zusätzliche Sicherheit verlieh. Für den SCN buchten auch Hakler Leo Köpper und Pfeiler Mattes Bachmann Versuche, die zum offensiven Bonuspunkt führten, und der gute Spielmacher Nikolai Klewinghaus traf mit zwei Erhöhungen. SCN-Trainer Alexis Michel hat das Spiel schon in der Nacht zum Sonntag zweimal analysiert und erwartet von seiner Fünfzehn gegen Germania List eine deutliche Leistungssteigerung.
RG Heidelberg – SC Neuenheim 43:24 (21:14), RGH: L. Meffert – N. Hittel, Sürer (65. B. Bayram), Plümpe, Kammholz (70. Kadunc) – van der Bosch, F. Meffert – von der Lohe, Tulagi (65. Fau), Müller (60. Ahl) – Zgazivoda (60. K. Paral), Rausch – Gogo (60. C. Bayram), Lomauri (50. Hill), Ackermann.
SCN: Schwager (72. Hooper) – Ganzberger (72. Moyer), Covella, Bülow, Arnold (55. Kato) – N. Klewinghaus, Lieb (72. Kübe) – Trabuco Cruz, Troch, Aversa – Schomburg (60. Sengewitz), Brockmann – Niebel (45. Daujam), Köpper, Bachmann (65. Santacruz).
Schiedsrichter: Niklas (Frankfurt); Zuschauer: 400; Punkte RGH: 6 Versuche Rausch (2), L. Meffert, Lomauri, F. Meffert, van der Bosch; 5 Erhöhungen + 1 Straftritt L. Meffert; SCN: 4 V Covella (2), Köpper, Bachmann; 2 E N. Klewinghaus.
Heidelberger RK – SC Frankfurt 1880 5:97 (0:57), HRK: Cristea – Skelly, Meng (60. Hartmann), Buchta, van Heerden – Schmitt (60. Bayer), Kugel – S. Schmidt, Williams (50. Bachofer), Faconer (41. M. Schmidt) – Voigt, Armbruster – Schuster (50. Wiedemann), Reintges (25. Tomas), Jahn (41. Aydin).
Schiedsrichterin: Latos (Hamburg); Zuschauer: 180; Punkte HRK: 1 V Buchta; Frankfurt: 15 V Schröter (4), Amekuedi (3), Maier (2), L. Wolf (2), Cabrera, Rodwell, Rayan, Amthaler; 11 E L. Wolf.
