Donnerstag, 26. Februar 2026

Rugby-Frauen sind gegen Finnland favorisiert

Europameisterschaftsspiel am Samstag in Heidelberg – Nach guter Vorbereitung liebäugelt Trainer Mathurin mit einem Sieg

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft der Frauen hat Ambitionen. Die Fünfzehn von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) möchten es den Männern gleichtun und in die Division 1 der Europameisterschaft aufsteigen. Hierzu sind in der Division 2, die sich bei Rugby Europe „Trophy“ nennt, zwei Siege erforderlich: Am Samstag um 14.30 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark in Heidelberg-Kirchheim gegen Finnland und am 4. April in Trelleborg gegen Schweden. Das erste Trophy-Spiel hat Schweden in Finnland mit 18:7 Punkten gewonnen.

Pierre Mathurin, ein 35-jähriger Erzieher in einem Kindergarten in Leimen, ist zuversichtlich und hat allen Grund dazu. Zum einen haben die deutschen Frauen in der letzten Saison im Oktober 2024 in Finnland mit 44:10 gewonnen, und zum anderen war die Vorbereitung in den letzten Wochen „richtig gut“. So wurde das letzte Vorbereitungsspiel am Sonntag in Yverdon gegen die Schweiz nach vier Versuchen von Elena Korn (SC Germania List), Johanna Hacker (Heidelberger Ruderklub), Clara Tauschek (SC Neuenheim) und Sofie Fella (Dubai RC) mit 20:13 gewonnen. Allerdings verfehlten alle vier Erhöhungskicks ihr Ziel, was in einem EM-Spiel nicht passieren sollte. „Natürlich haben wir noch ein paar Dinge gesehen, die wir gegen Finnland besser machen müssen und besser machen wollen. Aber wenn wir diese Leistung auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg“, sagt Pierre Mathurin, der ein sehr guter Nationalspieler im klassischen Rugby und im olympischen Siebenerrugby war.

Mathurin hat seinen 23-köpfigen Länderspiel-Kader schon am Dienstag berufen und Innendreiviertel Mette Zimmat vom Heidelberger RK als Spielführerin nominiert. Er setzt auf einen starken Block des deutschen Meisters HRK, den er erfolgreich betreut, und freut sich, dass auch die im Ausland tätigen Spitzenspielerinnen Manja Bechtel von Stade Français Paris, Muriel Weigel aus Turin, Sofie Fella aus Dubai und Grace Patterson vom Lichfield RUFC angereist sind. Die Mannschaft hat sich am gestrigen Mittwoch getroffen und wird auch am Donnerstag und Freitag um 18.30 Uhr im Landesleistungszentrum trainieren.

Am Samstag wird der Fritz-Grunebaum-Sportpark um 12 Uhr geöffnet. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.vivenu.com und an der Tageskasse. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre genießen freien Eintritt. Die U15-Mädchen von Baden-Württemberg und Hessen bestreiten um 13 Uhr auf dem Kunstrasen des HRK ein Siebenerrugby-Vergleichsspiel. Der Erlös aus dem Catering kommt der baden-württembergischen Rugby-Jugend zugute. Autofahrer werden gebeten, ihr Fahrzeug auf dem Messplatz abzustellen, da der Harbigweg ab 11 Uhr für den Verkehr gesperrt ist.

Deutschland: M. Bechtel (SF Paris) – Fella (Dubai RC), Schult (Heidelberger RK), Zimmat (Kapitänin/HRK), J. Hacker (HRK) – Bürger (HRK), Malaizier (HRK) – Weigel (CUS Torino), Gossmann (SC Germania List), Trauth (HRK) – Vieth (HRK), Lauter (RSV Köln) – Fouquet (FC St. Pauli), Rickel (FC St. Pauli), Bier (SCN). – In Reserve: Bergemann (SCN), Patterson (Lichfield RUFC), Paul (Köln), Seifert (HRK), Hinterding (TSV Handschuhsheim), Abdelkarim (SCN), Tauschek (SCN), Gruber (SCN).

Sonntag, 22. Februar 2026

Der erste Rettungsanker hat nicht gegriffen

Rugby-Europameisterschaft: Deutschland verlor in Belgien mit 3:18 -

Nun wird die deutsche Rugby-Nationalmannschaft doch bis zum Finaltag am 15. März in Madrid um den Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft bangen müssen. Denn der am Samstagabend in Mons geworfene erste Rettungsanker hat nicht gegriffen, das letzte Gruppenspiel in Belgien haben die Deutschen mit 3:18 (3:5) verloren und dabei eine schlechte Leistung gezeigt. Entsprechend enttäuscht war Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), der sein Team für „undiszipliniertes Spiel und sehr viele Fehler“ kritisierte und feststellte: „Wer in 80 Minuten 23 Straftritte gegen sich erhält, kann nicht gewinnen – auch wenn die Belgier deutlich schwächer waren als vor einem Jahr in Kassel.“

Nun müssen die Deutschen am 7./8. März im Überkreuzspiel um die EM-Plätze 5 bis 8 in der Schweiz antreten, die gestern gegen die Niederlande mit 29:23 gewann.

Ein Resultat der vielen Abseitsstellungen und Bodenspiele der deutschen Stürmer war die Zeitstrafe, die der georgische Schiedsrichter Shota Tevzadze in der 54. Minute beim Stande von 3:8 als Sammelbuße gegen den deutschen Kapitän Justin Renc verhängte. Zehn Minuten in Unterzahl gegen einen im Sturm ohnehin starken Gegner zu spielen, verjagte jegliche Aussicht, das Ergebnis noch zu drehen.

Die Belgier waren – was Mark Kuhlmann auch nicht fassen konnte – im Gassenspiel überlegen, was ihnen mit zahlreichen Ballgewinnen die Möglichkeit bot, mit ihnen bekanntermaßen starken Paket viele Meter nach vorne zu drängen. Nach einer Viertelstunde, in der die in Rot spielenden Schwarzen Adler konsequent verteidigten, warf sich Erste-Reihe-Stürmer Jean-Baptiste Declercq, ein schwerer und fast quadratischer Muskelmann, zum Versuch und 5:0 über die deutsche Mallinie. Dem setzte Schlussmann Christopher Hennig zwei Minuten vor der Halbzeitpause einen Straftritt zum 5:3 entgegen. Es war für die deutsche Fünfzehn die einzige Möglichkeit im gesamten Match, Punkte zu erzielen. Eine Versuchschance gab es nicht, weitere Straftritte auch nicht, und in der zweiten Halbzeit, als die zahlreichen deutschen Fans unter den 3000 Zuschauern auf einen Führungswechsel hofften, kamen die Deutschen nie in die belgische Spielhälfte.

Auch weil die guten Stürmer Andrew Reintges und Shawn Ingle früh mit Verletzungen ausscheiden mussten, wurde der belgische Angriffsdruck immer höher. Zunächst nutzte Verbindungshalb Guillem Fernandez Grau einen Straftritt zum 8:3 (47.), ehe Declercq (55.) und Bruno Vliegen (76.) mit zwei weiteren Versuchen die deutsche Niederlage besiegelten. Außerdem waren das Kickspiel der Deutschen, die den Belgiern zahlreiche Konter ermöglichten, kritikwürdig und die Vorwürfe im Angriff ungewöhnlich zahlreich.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers hat Titelverteidiger Frankreich die Tabellenführung durch einen 33:8-Sieg über Italien ausgebaut. Die Mannschaft von Trainer Fabien Galthié hatte einige Mühe, die aufmerksame Defensive der Italiener auszuspielen, erzielte aber fünf Versuche durch Louis Bielle-Biarrey, Emanuel Meafou, Thomas Ramos, Neuling Gael Drean und Emilien Gailleton. Den Rest besorgte Ramos per Kicks. Italien buchte einen Versuch durch den in Grenoble aufgewachsenen und für Toulouse spielenden Schlussmann Ange Capuozzo und einen Straftritt von Paolo Garbisi, den Spielmacher des RC Toulon.

England wurde im Home of Rugby vor 82000 Zuschauern in Twickenham von den entfesselt aufspielenden Iren völlig fertiggemacht und verlor mit 21:42 (7:22), während Schottland in Cardiff gegen stark verbesserte Waliser in den Schlussminuten mit 26:23 (6:17) gewann. Irland führte zwischenzeitlich mit 29:7 und hatte seinen Dreh- und Angelpunkt in Gedrängehalb Jamison Gibson-Park.


Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Dixon (61. Lammers) – L. Wolf, Paine (46. M. McDonald) – Ingle (44. Ireland), Stein (55. Rayan), Renc (Kapitän) – Rees, Ball – Zymvragos (62. Howells), Reintges (44. Ferrar), Mizera (62. D. Wolf).


Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

England – Irland 21:42

Wales – Schottland 23:26

Frankreich – Italien 33:8

Tabelle: 1. Frankreich 15, 2. Schottland 11, 3. Irland 9, 4. England 5, 5. Italien 5, 6. Wales 1.

Europameisterschaft, Division 1

Gruppe A

Georgien – Spanien 42:30

Schweiz – Niederlande 29:23

Tabelle: 1. Georgien (TV) 15, 2. Spanien 10, 3. Schweiz 4, 4. Niederlande 1.

Gruppe B

Belgien – Deutschland 18:3

Portugal – Rumänien x:x

Tabelle: 1. Portugal 10, 2. Rumänien 5, 3. Belgien 5, 4. Deutschland 4.

Mittwoch, 18. Februar 2026

Die erste Chance auf den Klassenverbleib

In der Rugby-Europameisterschaft will die deutsche Fünfzehn in Belgien bestehen

Nach ihrem 30:24-Sieg von Heidelberg gegen Rumänien und der 12:68-Niederlage von Dessau gegen Portugal bieten sich der deutschen Rugby-Nationalmannschaft drei Möglichkeiten, dem Abstieg aus der Division 1 der Europameisterschaft zu entgehen. Die erste Chance hat die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann am Samstag um 20 Uhr im Stade Charles Tondreau in Mons. „Wenn wir in Belgien gewinnen sollten, wären wir Gruppenzweiter und hätten den Klassenverbleib geschafft“, sagt Kuhlmann. Denn nach ihrer 6:23-Niederlage in Rumänien haben die Belgier noch keinen Punkt, während die Deutschen durch die Überraschung gegen Rumänien vier Punkte eingesammelt haben. Kuhlmanns Rechnung geht natürlich nur dann perfekt auf, wenn Portugal am Sonntag um 17.30 Uhr in Lissabon gegen Rumänien gewönne.

Sollte Deutschland als Nummer 31 der Weltrangliste in Belgien, das durch die beiden jüngsten Niederlagen um zwei Plätze auf Rang 23 zurückgefallen ist, verlieren, bestehen weitere Möglichkeiten zur Rettung in den beiden folgenden Spielen gegen die schwächeren Teams der Gruppe A – gegen die Niederlande und die Schweiz also.

Die deutsche Fünfzehn wird am Freitagmorgen in Heidelberg abreisen, um 19.30 Uhr und am Samstagmorgen in Mons im Stadion trainieren und bis auf den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC) mit den Siegern von Heidelberg antreten. Neu in dem am Dienstag von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten 26-köpfigen Kader sind der hoch gewachsene Iestyn Rees vom Nottingham RFC, der bereits für Wales U20 gespielt hat, und der Dritte-Reihe-Stürmer John Ireland von den Oxford Harlequins, der beim deutschen Sieg über die Militär-Nationalmannschaft Großbritannien getestet wurde und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Andrew Reitges (Heidelberger RK) wird als Hakler, Oliver Stein (SC Frankfurt 1880) als Gassenfänger und dessen Vereinskamerad Oliver Paine als Gedrängehalb in die Startformation zurückkehren.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Teams, das ein geschlossener Klub ohne Auf- und Abstieg ist, ist Tabellenführer Frankreich, das beim 36:14 gegen Irland und beim 54:12 in Wales so brillant aufgespielt hat, klarer Favorit gegen das stark verbesserte Italien, das mit dem 18:15-Sieg über Schottland, aber auch mit der 13:20-Niederlage in Irland aufhorchen ließ und sich unter dem argentinischen Cheftrainer Gonzalo Quesada, bei der WM 2007 in Frankreich Spielmacher des damaligen Bronze-Teams, spielerisch deutlich gesteigert hat. Gespielt wird am Sonntag um 16.10 Uhr im Stade Pierre Mauroy in Lille.

Bei England gegen Irland am Samstag um 15.10 Uhr in Twickenham und bei Wales gegen Schottland am Samstag um 17.40 Uhr in Cardiff geht um die Verfolgung der Franzosen und um die Triple Crown für den britischen Meister, die nur noch die Schotten und Iren erobern können. Pro7 Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Mons, live.

Dienstag, 17. Februar 2026

Turniersieg in Nairobi

Deutsche Siebenerrugby-Auswahl startet erfolgreich in die Weltserie

Ende letzten Jahres ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft erstmals in den höchsten Wettbewerb, die World Sevens Series, aufgestiegen, die vom in Dublin ansässigen Weltverband nach einer Modusänderung nun in zwei Divisionen ausgetragen werden. Nach vier Turnieren der Division 1 führt Fidschi mit 70 Punkten vor Südafrika (66), Neuseeland (62), Olympiasieger Frankreich (54), Australien (54), Argentinien (44), Spanien (36) und Großbritannien (30) das Achterfeld an. Und nach dem ersten Turnier der Division 2 in Nairobi ist Deutschland mit 20 Punkten Tabellenführer vor den USA (18), Gastgeber Kenia (16), Uruguay (14), Belgien (12) und Kanada (10). Die Mannschaft des spanischen Bundestrainers Pablo Feijo ist gegenwärtig also auf Platz neun in der Welt.

Diese Momentaufnahme gilt es nun beim zweiten Turnier am 21. und 22. März in Montevideo er bestätigen. „Insgesamt bin ich superglücklich mit der Leistung dieses Teams. Die Jungs haben zu 100 Prozent füreinander gearbeitet und gekämpft. Darauf können wir stolz sein“, sagte Feijo, dessen Spieler am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar stationiert sind, von wo sie sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren möchten.

In Nairobi hat das Profiteam von Rugby Deutschland vier der fünf Spiele über zweimal sieben Minuten gewonnen. Der Start in den ersten Turniertag geriet beim 19:14 (7:14)-Sieg über Uruguay etwas holprig. Felix Hufnagel vom deutschen Meister SC Germania List (2) und Maximilian Heid vom SC Neuenheim legten drei Versuche, Hufnagel traf mit zwei Erhöhungskicks ins Goal.

Im zweiten Match gegen Kanada musste ein 5:17-Pausenrückstand in einen 26:17-Sieg gedreht werden, zu dem Niklas Koch (List/2), Kapitän Tim Lichtenberg (RG Heidelberg) und Jakob Dipper (SCN) vier Versuche und Hufnagel drei Erhöhungen beisteuerten. Der erste Tag endete mit einer 10:15 (10:0, 10:10)-Niederlage durch sudden try gegen Kenia. Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Hufnagel legten die beiden Versuche.

Am zweiten Turniertag gelang ein triumphaler 28:7 (14:0)-Sieg über die USA. Cedric Eichholz (RGH), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) und Felix Hufnagel (2) erzielten die vier Versuche, die Hufnagel allesamt erhöhte. Das abschließende Spiel gegen Belgien, das die Deutschen mit 10:7 (5:0) gewannen, wurde zu einem Nervenkitzel. Das deutsche Team, das aus 14 Spielern mit zehn Heidelbergern besteht, legte zwei Versuche durch Koch und Dipper und brachte die hauchdünne Führung über die Zeit. Tim Lichtenberg (29) bestritt das 50. Turnier für die deutsche Nationalmannschaft.

Sonntag, 15. Februar 2026

Gegen Portugal nicht den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn unterlag beim EM-Spiel in Dessau mit 12:68 Punkten

Im zweiten Europameisterschaftsspiel der Saison 2026 wollte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft nach ihrem überraschenden 30:24-Auftaktsieg von Heidelberg gegen Rumänien auch Portugal ärgern und ein gutes Ergebnis erzielen. Beides ist der Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) nicht gelungen. Die Portugiesen, EM-Vierte des Vorjahres und bereits für die WM 2027 in Australien qualifiziert, siegten vor 3400 Zuschauern in Dessau mit 68:12 (33:0) Punkten, und leider haben die Deutschen an die überragende Leistung des letzten Sonntags nicht anknüpfen können.

Mark Kuhlmann hatte schon im Vorfeld des Spiels gegenüber dieser Zeitung die Befürchtung geäußert, „dass wir nicht gewinnen können, denn die Portugiesen sind deutlich besser als Rumänien.“ Ob das stimmt, wird das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams am 22. Februar in Lissabon zeigen. Auf jeden Fall spielten die Iberer – wie von Kuhlmann vorhergesagt – mannschaftlich viel schneller und variantenreicher und individuell deutlich flinker und ballsicherer. Das Ergebnis waren zehn Versuche durch Innendreiviertel Rodrigo Marta (2), die Außendreiviertel Manuel Cardoso Pinto und Vincent Pinto, Schlussmann Manuel Vareiro (2), Innen Guilherme Vasconcelas und die Stürmer Joao Granate, Nuno Mascarenhas und Simao Bento, von denen Domingos Cabral, ein 24-jähriger Verbindungshalb mit ganz feinem Fuß, neun erhöhte.

Die Deutschen hatten vor allem deshalb keine Chance, weil sie erst in der 54. Minute beim Stande von 0:47 durch Kapitän Justin Renc den ersten Ball nach einem Gasseneinwurf gewannen, und nach dem dritten Ballgewinn gelang dem eingewechselten Hakler und Einwerfer Andre Reintges vom Heidelberger Ruderklub der erste Versuch, den der eingewechselte Verbinder Bader Pretorius aus dem portugiesischen Sao Miguel zum 7:47 erhöhte. In der Nachspielzeit glückte dem ebenfalls eingewechselten Außendreiviertel Aiden Dixon vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880 eine Ergebniskosmetik.

Gegen die wendigen und auch im Spiel auf engstem Raum einfallsreichen Portugiesen klappte auch die Defensive nicht gut genug. „Wenn Gegner dieser Klasse ihre Überzahl ausspielen, sind wir in der Verteidigung geschlagen. Wir brauchen dann zu viele Spieler, um einen einzigen Gegner zu stoppen“, sagte Mark Kuhlmann, der am Samstag um 20 Uhr in Mons gegen Belgien seine – im Gegensatz zu Dessau – beste Formation aufbieten möchte.

Nach dem zweiten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers ist Frankreich alleiniger Tabellenführer. In Cardiff, wo Frankreichs Trainer Fabien Galthié 1999 als Gedrängehalb die Vizeweltmeisterschaft gefeiert hatte, gewann die XV de France gestern mit 54:12 gegen Wales und legte dabei acht blendend herausgespielte Versuche durch Emilien Gailleton, Louis Bielle-Biarrey, Debütant Fabien Brau Boirie, Matthieu Jalibert, Julien Marchand, Théo Attissogbe (2) und Charles Ollivon, von denen Schlussmann Thomas Ramos sieben erhöhte.

England kann auf dem Murrayfield nicht gewinnen. Im 144. Spiel zwischen Schottland und England gewannen die Brave Hearts mit 31:20 zum 45. Mal den silbernen Calcutta Cup, den Prinzessin Anne mit sichtlichem Stolz überreichte. Die Schotten legten vier Versuche durch Huw Jones (2), Jamie Ritchie und Ben White. Spielmacher Finn Russell traf mit allen Erhöhungen und einem Straftritt. England kam nur zu zwei Versuchen durch Henry Arundell, der später Gelb-Rot sah, und Ben Earl. Irland hatte große Mühe, um Italien mit 20:13 zu besiegen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Lammers (41. Pretorius) – L. Wolf (59. Dixon), M. McDonald (65. Piosik) – Ingle, Ball, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Bauer), Rayan (59. Kasper) – Zymvragos (65. Howells), Ferrar (41. Reintges), D. Wolf (41. Mizera).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Italien 20:13

Schottland – England 31:20

Wales – Frankreich 12:54

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 10 Punkte, 2. Schottland 6, 3. England 5, 4. Italien 5, 5. Irland 4, 6. Wales 0.

Europameisterschaft, Gruppe A

Niederlande – Georgien 12:61

Spanien – Schweiz 53:14

Tabelle: 1. Georgien (TV) 10, 2. Spanien 10, 3. Niederlande 0, 4. Schweiz 0.

Gruppe B

Deutschland – Portugal 12:68

Samstag, 20 Uhr: Belgien – Deutschland in Mons.