In der Rugby-Europameisterschaft will die deutsche Fünfzehn in Belgien bestehen
Nach ihrem 30:24-Sieg von Heidelberg gegen Rumänien und der 12:68-Niederlage von Dessau gegen Portugal bieten sich der deutschen Rugby-Nationalmannschaft drei Möglichkeiten, dem Abstieg aus der Division 1 der Europameisterschaft zu entgehen. Die erste Chance hat die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann am Samstag um 20 Uhr im Stade Charles Tondreau in Mons. „Wenn wir in Belgien gewinnen sollten, wären wir Gruppenzweiter und hätten den Klassenverbleib geschafft“, sagt Kuhlmann. Denn nach ihrer 6:23-Niederlage in Rumänien haben die Belgier noch keinen Punkt, während die Deutschen durch die Überraschung gegen Rumänien vier Punkte eingesammelt haben. Kuhlmanns Rechnung geht natürlich nur dann perfekt auf, wenn Portugal am Sonntag um 17.30 Uhr in Lissabon gegen Rumänien gewönne.
Sollte Deutschland als Nummer 31 der Weltrangliste in Belgien, das durch die beiden jüngsten Niederlagen um zwei Plätze auf Rang 23 zurückgefallen ist, verlieren, bestehen weitere Möglichkeiten zur Rettung in den beiden folgenden Spielen gegen die schwächeren Teams der Gruppe A – gegen die Niederlande und die Schweiz also.
Die deutsche Fünfzehn wird am Freitagmorgen in Heidelberg abreisen, um 19.30 Uhr und am Samstagmorgen in Mons im Stadion trainieren und bis auf den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC) mit den Siegern von Heidelberg antreten. Neu in dem am Dienstag von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten 26-köpfigen Kader sind der hoch gewachsene Iestyn Rees vom Nottingham RFC, der bereits für Wales U20 gespielt hat, und der Dritte-Reihe-Stürmer John Ireland von den Oxford Harlequins, der beim deutschen Sieg über die Militär-Nationalmannschaft Großbritannien getestet wurde und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Andrew Reitges (Heidelberger RK) wird als Hakler, Oliver Stein (SC Frankfurt 1880) als Gassenfänger und dessen Vereinskamerad Oliver Paine als Gedrängehalb in die Startformation zurückkehren.
Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Teams, das ein geschlossener Klub ohne Auf- und Abstieg ist, ist Tabellenführer Frankreich, das beim 36:14 gegen Irland und beim 54:12 in Wales so brillant aufgespielt hat, klarer Favorit gegen das stark verbesserte Italien, das mit dem 18:15-Sieg über Schottland, aber auch mit der 13:20-Niederlage in Irland aufhorchen ließ und sich unter dem argentinischen Cheftrainer Gonzalo Quesada, bei der WM 2007 in Frankreich Spielmacher des damaligen Bronze-Teams, spielerisch deutlich gesteigert hat. Gespielt wird am Sonntag um 16.10 Uhr im Stade Pierre Mauroy in Lille.
Bei England gegen Irland am Samstag um 15.10 Uhr in Twickenham und bei Wales gegen Schottland am Samstag um 17.40 Uhr in Cardiff geht um die Verfolgung der Franzosen und um die Triple Crown für den britischen Meister, die nur noch die Schotten und Iren erobern können. Pro7 Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Mons, live.