Mittwoch, 24. Juni 2026

Toulouse gegen Montpellier im Finale

Am 27. Juni wird die französische Rugby-Meisterschaft entschieden

Titelverteidiger Stade Toulousain und der Rugby-Club Herault aus Heidelbergs Partnerstadt Montpellier bestreiten am Samstag um 21 Uhr im Stade de France in St. Denis das Endspiel der französischen Rugby-Meisterschaft. Die beiden südfranzösischen Vereine, Meister und Vizemeister der Top-14-Liga, setzten sich in den Halbfinalspielen gegen die Konkurrenten aus Paris durch.

Toulouse, das seinen 25. Meistertitel anstrebt, gewann im Vélodrome Marseille gegen Racing 92 Paris nach einer Galavorstellung mit 71:17 Punkten, während sich Montpellier an gleicher Stelle mit 25:15 gegen Stade Français Paris durchsetzte.

Nach dem 45:5-Viertelfinalsieg von Stade Français über den RC Rochelais-Atlantique war der Verein des Eppelheimer Eigentümers Dr. Hans-Peter Wild (Capri-Sun) als möglicher neuer Meister gehandelt worden, doch spielte die Mannschaft gegen das kampfstarke Montpellier viel zu undiszipliniert. So konnten die beiden Erste-Reihe-Pfeiler Paul und Moses Alo-Emile im angeordneten Gedränge dem enormen Druck von Montpelliers Stürmern nicht standhalten, brachen mehrfach ein und ermöglichten dem gegnerischen Kickspezialisten Domingo Miotti fünf erfolgreiche Straftritte. Während Paris mit zwei Versuchen von Gedrängehalb Tawera Kerr-Barlow (12. Minute) und Außendreiviertel Peniasi Dakuwaqa (14.) sehr gut begann, baute die Mannschaft von Trainer Morgan Parra immer mehr ab. Montpellier gewann, obwohl Schlussmann Tom Banks (9.) nur einen Versuch legte.

Montpellier hat die französische Meisterschaft noch nie gewonnen. 2011 erreichte die Mannschaft zwar das Endspiel im mit 77.000 Zuschauern gut besetzten Stade de France, verlor jedoch mit 10:15 – gegen Stade Toulousain, das am Samstag seinen 25. Meistertitel und seine vierte Meisterschaft in Folge erreichen möchte und als Favorit gilt. Montpellier hatte in der Vergangenheit einige prominente Spieler: Frankreichs Verbindungshalb François Trinh-Duc, Neuseelands 81-facher All-Back-Gedrängehalb Justin Marshall oder Schottlands Schlussmann Gregor Townsend, der seit einigen Jahren Nationaltrainer in Schottland ist.

Toulouse, ohne den verletzten genialen Schlussmann und weltbesten Kicker Thomas Ramos, spielte gegen Racing 92, das 1892 nach einem 4:3 gegen Stade Français erster französischer Meister war, ganz groß auf und erzielte zehn Versuche durch zehn verschiedene Akteure, von denen Verbinder Romain N’Tamack (8) und Schlussmann Blair Kinghorn (1) neun erhöhten. Zwar ging Paris durch einen Straftritt von Antoine Gibert mit 3:0 ich Führung, doch in der 68. Minute stand es 71:3. Teddy Thomas, François Cros, Emmanel Meafou, Jack Willis, Antoine Dupont, Kalvin Gourgues, Matthis Lebel, Julien Marchand, Peato Mauvaka und Ange Capuozzo legten die brillant herausgespielten Versuche für das Team von Trainer Ugo Mola, dessen Pariser Kollege Frédéric Michalak ziemlich ratlos wirkte.

Vielleicht kann Thomas Ramos bei der Titelverteidigung mithelfen, dann ist Toulouse noch stärker.

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