Montag, 8. Juni 2026

Der SC Frankfurt 1880 will seinen Meistertitel verteidigen

Im 103. deutschen Rugby-Endspiel strebt der Herausforderer Sportclub Neuenheim die 10. Meisterschaft an

Im 103. Endspiel um die deutsche Rugby-Meisterschaft, das am 13. Juni um 15 Uhr im Stadion der Sportfreunde Ricklingen stattfindet, treffen mit dem Titelverteidiger SC Frankfurt 1880 und dem Sportclub Neuenheim 1902 alte Bekannte aufeinander, die bei aller Rivalität auch eine lange Freundschaft verbindet. Dies dokumentiert eine Urkunde, die in den 1980-er Jahren vom SC Frankfurt 1880 ausgefertigt wurde, im Klubhaus des SCN in der Heidelberger Tiergartenstraße 7 hängt und bescheinigt, dass die beiden Vereine bereits seit den 1910-er Jahren befreundete Spielpartner sind.

In einem deutschen Endspiel begegnen sich diese beiden Vereine heute zum dritten Mal. 2023 in Frankfurt/Main mit 30:16 und 2024 in Heidelberg mit 20:14 haben die Mainhessen den Titel gewonnen. Der SC Frankfurt 1880, der seit der Spielzeit 2018/19 in Deutschland keine Niederlage – weder in der Bundesliga, noch in Finals – erlitten hat, bestreitet sein 19. Endspiel um die deutsche Meisterschaft und möchte seinen zwölften Meistertitel insgesamt und den sechsten in Folge erringen, während der SC Neuenheim im 27. deutschen Endspiel zum zehnten Mal triumphieren möchte. Doch die Favoritenrolle ist an die Frankfurter vergeben.

Seit 1909, als auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart zum ersten Mal ein Endspiel um die deutsche Rugby-Meisterschaft stattfand und der nicht mehr existierende FV 1897 Hannover mit 6:3 gegen den FV Stuttgart (heute: VfB Stuttgart) gewann, wurde der deutsche Meister nur zweimal nicht in einem Finalspiel ermittelt: 1911 fand zwischen den eigentlich qualifizierten FV1897 Hannover und SC Frankfurt 1880 kein Endspiel statt, weil sich kein Ausrichter fand, und 2002 wurde der DRC Hannover als Erster der Bundesliga-Runde deutscher Meister. Von 1915 bis 1919 und von 1943 bis 1947 wurde wegen der beiden Weltkriege keine Meisterschaften ausgetragen. 1935 gab es keinen deutschen Meister, weil der Deutsche Rugby-Verband ein Werbejahr organisiert hatte und ausgerechnet auf seine attraktivste nationale Veranstaltung verzichtete. 1941 mit dem Gesamtsieger SC Elite Hannover und 2001 mit dem Meister DRC Hannover gab es jeweils zwei Endspiele um den Titel.

Im Jahr 2005 mit dem 21:9 des DRC Hannover über den TSV Handschuhsheim wurde zum letzten Mal ein deutsches Endspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt ausgetragen. Hannover war insgesamt 38-mal Austragungsort eines Meisterschaftsendspiels, Heidelberg 27-mal und Frankfurt/Main 18-mal.

Deutscher Rekordmeister ist der TSV Victoria Linden mit 20 Titelgewinnen, dessen sagenhafte Mannschaft der 1950-er Jahre am 7. Juni 1953 von Bundespräsident Theodor Heuss, einem der Gründungsverleger der Rhein-Neckar-Zeitung, mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten staatlichen Auszeichnung für erfolgreiche Sportler, ausgezeichnet worden waren. Vierzehn deutsche Meistertitel gewann der Heidelberger Ruderklub, elf der SC Frankfurt 1880, jeweils neun der Deutsche Sportvereine von 1878 Hannover und der SC Neuenheim und sieben der DRC Hannover. Die übrigen deutschen Rugby-Meister sind: SV Odin Hannover (6 Titelgewinne), FV 1897 Linden und Rudergesellschaft Heidelberg (je 4), FC Schwalbe Hannover, VfR Döhren, SV 1908 Ricklingen und SC Germania List (je 3), VfV Hannover (2), Ordnungspolizei Berlin, SC Elite Hannover, FC 1897 Hannover, TSV Handschuhsheim und TV Pforzheim (je 1).

Das letzte deutsche Endspiel 2025 gewann der SC Frankfurt 1880 auf eigenem Platz in der Feldgerichtstraße neben dem Hessischen Rundfunk mit 43:5 gegen den TSV Handschuhsheim.

Die Titelgewinne der Finalisten, SC Frankfurt 1880: 1910, 1913, 1922, 1925, 2008, 2009, 2019, 2022, 2023, 2024, 2025.

SC Neuenheim: 1912, 1921, 1924, 1949, 1966, 1967, 1995, 2003, 2004.

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