Michael Seidler und sein Präsidium haben gravierende Altlasten beseitigt
Nach 126 Jahren hat sich der Deutsche Rugby-Verband in Rugby Deutschland e. V. umbenannt und seinen Sitz von Hannover nach Heidelberg verlegt, wo die Geschäftsführung im Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar im Neuenheimer Feld residiert. Das ist ein Ergebnis des Deutschen Rugby-Tages 2025, der am Samstag mit erheblicher Verspätung in der Sportschule des Landessportbundes Berlin stattfand und Präsident Michael Seidler (67) vom Berliner RC mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigte.
Der erfahrene Wirtschaftsführer freute sich über die „sachlichen Diskussionen und die vielen guten Beschlüsse“ bei diesem DRT, bei dem Jürgen Schlicksupp (TSV Handschuhsheim) als Leistungssport-Vizepräsident, Professor Dr. Ulrich Tödtmann (Heidelberger RK) als Good Governance-Beauftragter und Dirk Frase (SC Neuenheim) als Beauftragter für Inklusion und Prävention gegen sexualisierte Gewalt gewählt und Sophie Hacker (HRK) als Athletensprecherin bestätigt wurden.
Nachdem die Mitgliederversammlung dem verstorbenen ehemaligen Nationaltrainer Ivo Paracek (08 Ricklingen) gedacht hatte, verkündete Michael Seidler zwei bedeutende Ehrungen. Maria Latos (Hamburg) erhielt nach ihrem Schiedsrichter-Einsatz bei den Olympischen Spielen in Paris den Verdienstwimpel, Susanne Wodarz (Frankfurt/Main), seit 2003 Antidoping-Beauftragte ohne jeglichen Doping-Verstoß im Verband, bekam den Goldenen Rugbyball. Damit es im Rugby auch künftig fair zugeht, startet der Bundesliga-Ausschuss nun mit einem Pilotprojekt, wonach Tätlichkeiten aufgrund eines Videobeweises auch in den Tagen nach einem Spiel geahndet werden sollen.
Beim Deutschen Rugby-Tag herrschte deshalb eine so positive Atmosphäre, weil Präsident Seidler zwei Stunden lang in allen Details über die Misswirtschaft früherer Vorstände und Präsidien von 2016 bis 2024 Auskunft gab und jede Frage umfassend beantwortete. Ein Wirtschaftsprüfer und diverse Behörden haben sich mit den Machenschaften in diesem Zeitraum befasst und Verstöße gegen die Satzung, gegen Gesetze und gegen die Abgabenordnung festgestellt. So musste der DRV wegen des Ausstellens einer falschen Spendenbescheinigung eine teure Bestrafung des Finanzamtes Hannover akzeptieren, das dem Verband für 2019 und 2020 auch die Gemeinnützigkeit entzogen hat. „In den letzten zehn Monaten habe ich mich ausschließlich um die Beseitigung ärgerlicher Altlasten kümmern müssen“, sagte Michael Seidler.
Dazu gehörte auch, die Beziehungen zu World Rugby und Rugby Europe zu normalisieren, weshalb von diesen Institutionen nun wieder Zuschüsse in bedeutendem Umfang fließen werden. Außerdem ist es dem Vorstand Florian Hartmann (Berlin) und der Deutschen Rugby-Marketing GmbH gelungen, neue Sponsoren zu gewinnen, so dass die Liquidität von RD gesichert ist und alle Nationalteams ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen können. Ein Turnier der Siebenerrugby-EM wird vom 3. bis 5. Juli in Hamburg stattfinden, das Match der Frauen-EM gegen Finnland am 28. Februar in Heidelberg.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen