Sonntag, 7. Mai 2023

Fünf verschiedene Stadtschulmeister

Über die Titelkämpfe der Heidelberger Rugby-Schulen

Fünf verschiedene Schulen haben gegen Ende des Schuljahres 2022/23 die fünf Meistertitel bei den Heidelberger Stadtschulmeisterschaften im englischen Schulsport Rugby gewonnen, die unter der Leitung von Elke Bayer auf den drei Rugbyplätzen neben dem Zoo ausgetragen wurden. Auffällig und bemerkenswert war das starke Engagement von Mitgliedern des TSV Handschuhsheim in der Organisation.

Die Sportart wurde 1823 mehr zufällig auf dem Internatsrasen der Rugby School in der mittelenglischen Grafschaft Warwickshire durch den Schüler und späteren Pfarrer William Web Ellis „erfunden“, der sich im Laufe eines Fußballspiels zwischen den Schülern und der Dorfjugend, an dem über hundert junge Burschen teilnahmen, darüber ärgerte, dass er nie den Ball bekam. Er nahm die mit Lumpen gefüllte Schweinsblase schließlich in die Hände nahm und legte sie nach einem Sprint im gegnerischen Tor ab. Das fanden seine Mitschüler cool und spielten fortan dieses nach der Kleinstadt benannte Spiel, ab 1850 auch in englischen Vereinen und in zwei Colleges in Baden-Württemberg: Dem Neuenheim College in Heidelberg und einer Privatschule in Bad Cannstatt.

Es ist erfreulich, dass 173 Jahre nachdem der Lehrer Edward Hill Ullrich die Rugbyregeln am Neuenheim College bekannt gemacht und ovale Bälle von einer England-Reise mitgebracht hatte, die Mannschaft des Heidelberg College aus Neuenheim in der Altersklasse U12 an den Stadtschulmeisterschaften teilnahm und von Lehrerin Antje Sarna und Lehrer Tom Luca Hoffmann auf den zweiten Platz hinter dem Bunsen-Gymnasium und vor dem Elisabeth-von-Thadden-Gymnasium geführt wurde.

Schulrugby hat in Heidelberg eine lange Tradition: In den 1970-er Jahren veranstaltete die Schulrugby-Vereinigung unter der Leitung ihrer Gründer Karl Lachat, Günter Friedel, Heinz Albers, Herbert Klix und Dierk Baumgarten große Turniere auf der Neckarwiese, und ab 1992 beschäftigte der Rugby-Verband Baden-Württemberg (RBW) mit dem vormaligen jugoslawischen Nationaltrainer Marko Protega einen hauptberuflichen Schulrugby-Koordinator, der den Stadtschulmeisterschaften gemeinsam mit den RBW-Jugendwarten Manfred Hofmann und Peter Bews zu prächtiger Blüte verhalf.

Nach der durch das Coronavirus verursachten Schulsport-Pause ist aller Wiederbeginn schwer. Elke Bayer freute sich über die Teilnahme von 15 Mannschaften aus sieben Heidelberger Schulen. Da man im Rugby den Gedanken der Metropolregion lebt, durften auch das Lieselotte-Gymnasium Mannheim mit Lehrer Matthias Bechtel und die Kurpfalz-Realschule Schriesheim mit Eva Zerweck das Turnier beleben. Diese Lehrerin möchte künftig das Schulrugby-Team des RBW verstärken.

Die Stadtschulmeister 2023, die wie die Vizemeister am Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ am 13. Juli in Pforzheim-Eutingen teilnehmen dürfen, sind die Kurpfalzschule Kirchheim vor der Fröbelschule Wieblingen in der Wettkampfklasse U8, die Tiefburgschule Handschuhsheim vor der Fröbelschule in der WK U10, das Bunsen-Gymnasium vor dem Heidelberg College in der WK U12, das Englische Institut vor dem Bunsen-Gymnasium in der WK U14 sowie das Elisabeth-von Thaden-Gymnasium vor dem Englischen Institut in der WK U16. Die siegreichen und platzierten Mannschaften erhielten silberne Pokale und wurden von den Jungen und Mädchen ihrer Konkurrenten fair gefeiert. Alle Spielerinnen und Spieler wurden mit goldenen Medaillen für ihre Teilnahme, ihre guten Leistungen, ihren Kampfgeist und ihre Fairness belohnt. Wie die beiden Ersthelferinnen des Deutschen Roten Kreuzes berichteten, gab es außer einer Muskelzerrung und zwei blaue Flecken am Schienbein keine Verletzungen.

Den Meistern und Vizemeistern aus Heidelberg ist zuzutrauen, sich sogar für das Bundesfinale in Berlin zu qualifizieren.

Donnerstag, 4. Mai 2023

Warum Klaus Kreutz vom großen Kunstturnen träumt

Über den japanischen Jugend-Olympiasieger Kenya Yuasa

Der Saisonbeginn in der 2. Kunstturn-Bundesliga 2022 war der KTG Heidelberg misslungen. Danach wurde die Riege von Trainer Michael Wilhelm von Wettkampf zu Wettkampf stärker und beendete die Saison hinter Kirchheim/Teck und Ries auf dem dritten Tabellenplatz und weit entfernt von jeglicher Abstiegsgefahr. Ein Erfolgsgarant der Heidelberger war der Japaner Tomoya Kashiwagi (25), der im letzten Wettkampf gegen die TG Allgäu mit der international wertvollen Note von 83,55 Punkten aufwartete und das Publikum zum Rasen brachte. Kashiwagi, der nach anderthalb Jahren in Heidelberg passabel Deutsch spricht, ist nicht nur ein Spitzenturner, sondern trainiert auch mit großem Geschick die begeisterten KTG-Kinder.

In der am 23. September mit einem Wettkampf bei der KTV Koblenz beginnenden Saison 2023 soll das KTG-Team noch stärker sein und mit vereinten Kräften an die Tür zur Bundesliga klopfen. Das jedenfalls wünscht sich KTG-Präsidiumsmitglied Klaus Kreutz, der in seinem Verein für Programme und Projekte zuständig ist und keine Mühen scheut, die Voraussetzungen zu schaffen, um Turnen in Heidelberg noch attraktiver zu machen und deutlich mehr Fans in die Kirchheimer Sporthalle Süd zu locken.

Das jüngste „Projekt“ des 63-jährigen Sportpädagogen, der von 2001 bis 2004 als Mitarbeiter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Mongolei gelebt hatte und Asien sehr gut kennt, heißt Kenya Yuasa. Dieser 24-jährige Japaner ist ein Freund von Tomoya Kashiwagi und hält sich seit sechs Wochen in Heidelberg auf, um beim Kindertraining zu helfen, Deutsch zu lernen und die administrativen Voraussetzungen zu schaffen, um dauerhaft in Heidelberg turnen zu können. Dabei ist die Hilfe der Leistungssport-Stadt Heidelberg, der für die Integration zuständigen Behörden und Persönlichkeiten der Stadt und des Sportkreises und selbstverständlich der KTG-Mitglieder nötig. Denn Kenya Yuasa ist nicht irgendwer, sondern für Vereine aus ganz Mitteleuropa interessant.

Kenya Yuasa, mit dem man sich auf Englisch prima verständigen kann, ein ebenso höflicher wie fröhlicher und ehrgeiziger Mensch ist und seine tiefschwarzen Kopfhaare der japanischen Jugendmode entsprechend orange gefärbt hat, ist in Kanagawa im Südwesten der 38-Millionen-Hauptstadt Tokio bei seiner Familie mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen. Die Brüder waren im Turnen auch nicht schlecht, aber längst nicht so begabt wie der jüngste Spross der Familie, der schon im Alter von zwölf Jahren in die Nationalmannschaft berufen wurde. Da er auch um Mitternacht und mit verbundenen Augen im Sechskampf mehr als 85 Punkte turnen kann, gehörte er dem „Team Nippon“ mit Ausnahme der Coronavirus-Jahre 2019 bis 2022 permanent an. Seinen wertvollsten Erfolg feierte er 2014 mit 16 Jahren, als die Heidelberger Kampfrichterin Linda Müller im chinesischen Nanjing mit eigenen Augen sehen konnte, wie Kenya Yuasa Jugend-Olympiasieger wurde.

Klaus Kreutz träumt gerne vom ganz großen Kunstturnen in Heidelberg, nachdem es schon ein paar Jahre her ist, dass die KTG in der Bundesliga überzeugte und in Eppelheim sogar das DTL-Finale erreicht hatte. Er sagt: „Mit Tomoya und Kenya und unseren Stammturnern um Eigengewächs Shimon Aoki in einer Riege könnten wir in der Bundesliga gut mithalten. Das wäre eine Attraktion für den Heidelberger Sport.“ Wo er Recht hat, hat er Recht…  


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Der japanische Spitzenturner Kenya Yuasa freut sich über die Unterstützung durch seinen Mentor Klaus Kreutz. Foto: Helmut Pfeifer

Marathon war seine Leidenschaft

Der siebenmalige Paralympics-Sieger Heini Köberle ist mit 76 Jahren gestorben Heidelberg. 

Die Rollstuhlsportler trauern um einen ihrer Besten. Am 15. April ist Heinrich Köberle im Alter von 76 Jahren in Bad Schönborn im Beisein seiner lieben Ehefrau Gudrun verstorben, die über Jahrzehnte auch seine Managerin und Begleiterin bei zahllosen Sportreisen war.

Heinrich Köberle, den alle „Heini“ riefen, erlitt bei einem Autounfall eine Halswirbelsäulen-Verletzung und war fortan Tetraplegiker – er konnte nur noch Kopf und Arme bewegen. Der in Obermaiselstein im Oberallgäu am Fuße des Nebelhorns geborene Sportler, Bergführer und Skilehrer wollte sich mit der schweren Verletzung nicht abfinden und näherte sich im Umschulungsheim der Stiftung Rehabilitation in Heidelberg-Schlierbach dem Rollstuhlsport. Dort lernte er auch den nach einem Badeunfall gelähmten Hennes Lübbering und Christel Wittmann von der RSG Schlierbach kennen. Lübbering nennt Heini „meinen Zwillingsbruder“, während die auch im Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) unermüdlich tätige Christel Wittmann die beiden Sportler betreute und sie zu internationalen Wettkämpfen begleitete.

Nachdem sie fleißig trainiert und sich 1980 für den Leistungssport entschieden hatten, wurde das Schnellfahren im Rollstuhl nach Bogenschießen, Schwimmen und Tischtennis ihre Spezialität. Lübbering konzentrierte sich auf den Sprint, Heini Köberle auf den Rollstuhl-Marathon, den er 1982 in Berlin als erster Tetraplegiker der Welt über die volle Distanz von 42,195 Kilometern absolvierte. In einem Nachruf nennt der DRS Heini Köberle „einen Pionier, der zusammen mit seinem Heidelberger Weggefährten Errol Marklein den Einsatz von speziell konstruierten Rennrollstühlen vorangetrieben hat“.

Heini Köberle ist der erfolgreichste Rollstuhl-Marathoni der Welt. Er nahm an fünf Paralympischen Spielen teil: 1984 in New York und Stoke Mandeville, dem „Geburtsort“ des Behindertensports. 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney. Dabei gewann er 14 Medaillen, darunter sieben Goldmedaillen. In New York gewann er nach 3:41,47 Stunden, in Atlanta war er mit 2:49,11 fast eine Stunde schneller.

Mit Gudrun Köberle, die er 1972 lieben lernte und später in Las Vegas heiratete, ist Heini Köberle viel gereist, hat für den Rollstuhlsport geworben und bei Seminaren in den USA und Japan Vorträge über Motivation trotz Behinderung und über Nachwuchsgewinnung im Sport gehalten. Der Nachwuchs lag ihm am Herzen. Sprint-Weltmeister Marc Schuh vom Team des Olympiastützpunkts Metropolregion Rhein-Neckar ist einer seiner Schützlinge.

„Heini hat die ganze Welt kennengelernt und ansonsten ein ganz normales und erfülltes Leben geführt“, weiß Hennes Lübbering, der allerdings auch miterleben musste, wie sehr der fröhliche, lebens- und unternehmungslustige „Freund Heini“ in den letzten fünf Jahren unter den Folgen der Parkinsonschen Krankheit leiden musste.

Heini Köberle wird am heutigen Samstag um 10 Uhr auf dem alten Friedhof in Ziegelhausen verabschiedet.

Freitag, 28. April 2023

Andrea Michels übernimmt den Staffelstab

Die Sportregion Rhein-Neckar, die 2024 zwanzig Jahre alt wird, hat ab dem 1. Juli eine neue Geschäftsführerin. Bei der Mitgliederversammlung des eingetragenen Vereins am 24. April 2023 im Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion wurden Stephanie Wirth vom Vorsitzenden Professor Dr. Eckart Würzner verabschiedet und Andrea Michels, eine frühere Turnerin des TV Dielheim und Handballerin der TSG Wiesloch, als Nachfolgerin vorgestellt.

Stephanie Wirth hat acht Jahre lang die Geschäftsstelle im Mannheimer Stadthaus M1 geleitet und, so Würzner, „das große Netzwerk des Sports in der Metropolregion mit Geschick und Umsicht geleitet.“ Der Verein hat mittlerweile knapp über 200 Mitgliedsorganisationen, das sind Sportvereine, Fachverbände, Städte und Kommunen, Stiftungen, Unternehmen, Landkreise, Sportkreise und Bildungseinrichtungen. Es gibt zwei Vollzeitstellen für drei Mitarbeiterinnen.

Ein Arbeitsziel für Andrea Michels ist die Mitgliederwerbung. „Es wäre schön, wenn wir 2000 Mitglieder hätten“, schmunzelte der Schatzmeister Gerhard Schäfer (Heidelberg) mit Blick auf die Finanzkraft der Sportregion. Stephanie Wirth, die mit bunten Frühlingsblumen und stehendem Applaus der Delegierten belohnt wurde, übergab einen Staffelstab an Andrea Michels, die gegenwärtig noch das Kultur- und Sportamt der Stadt Wiesloch leitet.

„Finanzminister“ Schäfer berichtete für 2022 über Einnahmen in Höhe von rund 193.000 Euro und Ausgaben von rund 214.000, was ein Defizit von rund 20.500 Euro ergab. Das kann der Verein angesichts seiner Rücklagen noch gut verkraften. Dennoch stellte der Vorstand den Antrag auf eine Beitragserhöhung, die ebenso einstimmig genehmigt wurde wie die von Kassenprüfer Gert Bartmann (Heidelberg) beantragte Entlastung des Vorstandes. Vereine unter 1500 Mitgliedern zahlen künftig 51,50 Euro pro Jahr, größere Vereine 103 Euro, Fachverbände und Sportkreise unter 10.000 Mitglieder 250 Euro, Sportbünde und größere Fachverbände 500 Euro, Unternehmen zwischen 365 und 730 Euro, die Städte Heidelberg und Mannheim jeweils 15.000 Euro. Das alles ist moderat und sichert die Zukunft des Netzwerks, das von Vereinen und Fachverbänden stark genutzt wird, um ihre Veranstaltungen zu propagieren.

Sportinteressierte Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar dürfen sich auf bedeutende Ereignisse freuen: Die Faustball-Weltmeisterschaft vom 23. bis zum 29. Juli im Rhein-Neckar-Stadion und der SAP Arena mit Deutschland als Topfavorit, die Handball-WM vom 11. bis zum 16. Januar 2024 in der SAP Arena und die Tauzieh-WM vom 12. bis zum 15. September in der Quadratestadt.

Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris wird die Metropolregion mit ihrem „Team Paris“ vertreten sein und damit rund zehn Prozent der 400 bis 430 Athletinnen und Athleten großen deutschen Olympiamannschaft stellen. Daniel Strigel, der Leiter des Olympiastützpunkts Metropolregion Rhein-Neckar, betonte das Alleinstellungsmerkmal der OSP-Athletenförderung (rund 200.000 Euro pro Jahr) und kündigte an, dass die Olympioniken auf der „Königin Silvia“, dem Flaggschiff der Weißen Neckar-Flotte, an die Seine verabschiedet werden. Der Sport Award Rhein-Neckar wird am 21. Oktober 2024 im Rosengarten stattfinden.



Sonntag, 2. April 2023

Eine großartige Rugby-Sinfonie

Über die 9. deutsche Meisterschaft der HRK-Frauen

Die Rugby-Frauen des Heidelberger Ruderklub haben am Samstag zum neunten Mal die deutsche Meisterschaft gewonnen. Die Titelverteidigerinnen, die bereits in den beiden Bundesligaspielen mit 77:0 und 54:12 glasklar besser waren, besiegten den Sportclub Neuenheim im Endspiel mit 50:0 (31:0) und erhielten aus den Händen von Heidelbergs Sportamtsleiter Gert Bartmann den goldenen Meisterkranz und den Karl-Ehrmann-Pokal, der an den 2005 mit nur 48 Jahren verstorbenen Frauen-Nationaltrainer erinnert.

Der nun drei Mal in Folge erfolgreiche HRK, von den Trainern Pierre Mathurin, Chris Kleebauer und Andreas Hacker drei Mal pro Woche gedrillt und zu einer einmalig harmonierenden Einheit geformt, hatte leichtes Spiel und erzielte acht Versuche durch die Flügelflitzer Johanna Hacker (2) und Soraya Hölzer-Castillo (2), Innendreiviertel Mette Zimmat (2), Spielmacherin Lara Bürger und Sturmführerin Riccarda Hennig, während die von Trainerin Elisa Trick zu tadellosem Kampfgeist animierten SCN-Frauen nie in die Nähe des HRK-Malfeldes kamen. Lara Bürger (3) und Charlotte Malaizier (2) traten fünf Erhöhungen zwischen die Goalstangen.

„Der HRK hat hoch verdient gewonnen und war in einem einseitigen Spiel klar besser. Der SCN verdient meinen Respekt, denn die Mannschaft hat bis zum Schluss nie aufgegeben und hatte auch etliche gute Phasen“, lobte Gert Bartmann und fügte hinzu: „Ich bin froh, dass die beiden besten deutschen Mannschaften aus Heidelberg kommen. Das möge so bleiben!“ Landestrainer Jan Ceselka (Heidelberg) sagte: „Das Spiel war eines Finales würdig. Der HRK hat seine ganze Klasse gezeigt, der SCN hat im ersten Drittel gut mitgehalten.“

Der alte und neue Meister hatte augenfällig die flinkeren Beine, die bessere Fitness und – weil in Bestbesetzung angetreten – auch ein perfektes Teamwork. Der Vizemeister hatte am Ende einer von langfristigen Ausfällen zerstörten Saison nur noch 17 Spielerinnen zur Verfügung. Es fehlten neun Stammkräfte, darunter mit Sarah Goßmann, Katharina Bader, Maike Waibel, Lea Predikant, Kristina Reinbold und Julia Rettig sechs Nationalspielerinnen. Schlussfrau Amelie Harris musste nach 14 Minuten ausscheiden, so dass Elisa Trick dem Verzweifeln nahe war.

Riesig war hingegen die Freude bei Pierre Mathurin, als Mette Zimmat und Tina Schuckert den Kranz entgegennahmen: „Wir haben sehr hart für diesen Erfolg gearbeitet. Prominente Spielerinnen hatten im Sommer ihre Laufbahn beendet, doch unsere jungen Mädchen haben sich großartig in die Mannschaft gespielt. Ihnen gehört die Zukunft!“

HRK: Sophie Hacker (72. Jule Karstens)  – Johanna Hacker, Annika Nowotny (57. Charlotte Malaizier), Mette Zimmat, Soraya Hölzer-Castillo (75. Lara Heinz) – Lara Bürger, Emilia Hacker – Maite Lopez-Aizpeola (72. Paula Hacker), Riccarda Hennig, Esther Tilgner (67. Selina Meissner) – Muriel Weigel (57. Lara Stimmler), Salome Trauth – Tina Schucker (75. Julia Eichhorn), Joy Weatherspoon, Ronja Strauch.

SCN: Amelie Harris (14. Ann Catherine Schwinn) – Julia Wich-Schwarz, Steffi Gruber, Lisa Bohrmann, Catharina Günther – Laura Schwinn, Clara Tauschek – Michelle Henninger, Sahtara Wehe, Yona Rossol – Aino Le Grand, Aileen Henninger – Noemi Mager (80. Sophie Niebel), Emma Dehnert, Pia Erhart.

Schiedsrichter: Marius Bollian (RG Heidelberg); Zuschauer: 350; Punkte: 5:0 (12.) Versuch Bürger; 12:0 (16.) V J. Hacker + Erhöhung Bürger; 17:0 (31.) V Hölzer-Castillo; 24:0 (33.) V J. Hacker + E Bürger; 31:0 (40.) V Hölzer-Castillo + E Bürger; 36:0 (55.) V Hennig; 43:0 (63.) V Zimmat + E Malaizier; 50:0 (80.) V Zimmat + E Malaizier.