Niklas Didebashvili folgte den Rugby-Stürmern Colin Wiedemann und Aaron Engels
Der jüngste Neuzugang des französischen Rugby-Spitzenklubs Stade Français Paris, der in der Top-14-Liga nach drei Siegen und drei Niederlagen zum Saisonbeginn mit 14 Punkten den achten Rang einnimmt, kommt aus Heidelberg. Der 17-jährige Niklas Didebashvili ist aus dem Sportclub Neuenheim hervorgegangen und war in den letzten fünf Jahren Gastspieler des TSV Handschuhsheim, mit dem er in den Altersklassen U14, U16 und U18 vier deutsche Meistertitel gesammelt hat. Trainiert wurde der kampfstarke Erste-Reihe-Stürmer mit Gardemaß – 120 Kilogramm auf 1,85 Meter – in den letzten Jahren von Ruben May und seinem Vater Shalva Didebashvili, der aus Georgien stammt und beim SCN ein sehr guter deutscher Nationalspieler war. Gegenwärtig ist Shalva Didebashvili Co-Trainer des SCN-Bundesligateams.
Niklas Didebashvili wurde nach Probetrainings in Paris von Kobus Potgieter engagiert. Der ehemalige Trainer des Heidelberger Ruderklub und der deutschen Nationalmannschaft ist seit einigen Jahren in dem Pariser Verein, der 1893 erstmals französischer Meister war und nach wie vor dem Heidelberger Milliardär Dr. Hans-Peter Wild (Capri-Sun) gehört, für die Nachwuchsförderung zuständig und blickt bei seinem Scouting natürlich über die Grenzen des Hektagons hinaus. Niklas Didebashvili wurde in allen drei Spielen der noch jungen Saison in der U18 bei den rosaroten „Espoirs“ (Hoffnungen) eingesetzt: Bei den beiden Niederlagen beim Stadtrivalen Racing 92 und in Dijon jeweils in der zweiten Halbzeit und beim 36:14-Heimsieg gegen Nevers über die gesamte Spieldauer.
Gemeinsam mit Colin Wiedemann und Aaron Engels, die schon auf einige Erfahrungen bei Stade Français zurückblicken können und für die U21 spielen, wohnt Niklas Didebashvili in einem gut eingerichteten Studenten-Wohnheim, in dem jeder Spieler ein eigenes Zimmer mit Küche und Bad verfügt. Neben dem täglichen Rugby-Training, bei dem die individuellen Skills mit den U18 und das Teamwork gemeinsam mit der U21 im Vereinszentrum in Boulogne-Billancourt geübt wird, besucht er eine Sprachschule, um möglichst schnell die Anweisungen der Trainer zu verstehen und dem reizvollen Leben in der Hauptstadt gewachsen zu sein.
Colin Wiedemann vom HRK, ein 1,98 Meter großer und 108 Kilogramm schwerer Zweite-Reihe-Stürmer, spielt in der dritten Saison bei Stade Français. Der Eppelheimer, der Anfang Dezember seinen 19. Geburtstag feiern wird, hat die Sprachschule bereits absolviert und macht gerade in einem Fernkurs das deutsche Abitur. Er ist ein Sohn von Alexander Wiedemann, des stellvertretenden Vorsitzenden des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg und langjährigen Trainers des HRK-Nachwuchses.
Aaron Engels, der in der nächsten Woche 18 wird, ist seit 15 Monaten bei Stade Français und ebenfalls ein mächtiger Zweite-Reihe-Stürmer, zwei Meter lang und 115 Kilogramm schwer, der – wie sein Vater Tobias nach einem gemeinsamen Urlaub beteuert - nach einem Jahr Sprachschule „babbelt wie ein Franzose“. Der Pfaffengründer verbindet seine Rugby-Karriere mit einer Ausbildung zum Koch, womit er in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Tobias Engels hat im HRK-Sturm Rugby gespielt und kocht in der Betriebskantine von Heidelberg Materials. Die nächsten Wochen werden für Aaron Engels besonders anspruchsvoll. Am nächsten Donnerstag fliegt er mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zu dem Olympischen Jugendspielen in den Senegal, danach geht es zur U18-Europameisterschaft nach Prag – mit Teamchef Alexander Wiedemann.

