Montag, 26. Februar 2024

Der Calcutta Cup bleibt in Schottland

Zum vierten Mal in Folge gelang den Brave Hearts ein Sieg über England

Schottlands Rugby-Team hat zum vierten Mal in Folge im Rahmen des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Nationen gegen England gewonnen und darf den silbernen Calcutta Cup, 1906 von König George V für den Sieger dieses traditionsreichsten Länderspiels gestiftet, ein weiteres Jahr in den Vitrinen des Murrayfield-Stadions behalten. Vor 62000 Zuschauern gewannen die Schotten von Trainer Gregor Townsend mit 30:21 (17:13) Punkten und holten dabei einen 0:10-Rückstand auf.

„Spieler des Tagest“ war der in Südafrika aufgewachsene Außendreiviertel Duhan van der Merwe, der aufgrund seiner Schnelligkeit die englischen Verteidiger alt aussehen ließ und mit drei Versuchen 15 Punkte erzielte. Ebenfalls 15 Punkte buchte 100-Prozent-Kicker Finn Russell mit drei Erhöhungen und drei Straftritten. Englands Trittspezialist George Ford erzielte mit einer Erhöhung, einem Dropgoal und zwei Straftritten elf Zähler. Hinzu kamen zwei Versuche von Schlussmann George Furbank und dem eingewechselten Innendreiviertel Immanuel Feyi-Waboso.

Nach dem dritten Spieltag kann nur noch Titelverteidiger Irland den Grand Slam gewinnen, denn die Fünfzehn des englischen Trainers Andy Farrell hat nach dem 31:7 (17:0)-Heimsieg über Wales nun drei Siege auf dem Konto. Die neue Formation des walisischen Trainers Warren Gatland ist blutjung und macht noch viele Leichtsinnfehler. Der Zweite-Reihe-Stürmer Dafydd Jenkins ist mit 21 Jahren der jüngste Kapitän aller Zeiten bei den Roten Drachen. Die Iren kamen durch Hakler Dan Sheehan, Außen James Lowe, Schlussmann Ciaran Frawley und Zweite-Reihe-Stürmer Tadhg Beirne zu vier Versuchen und zum offensiven Bonuspunkte, elf Zähler besorgte Kicker Jack Crowley. Der Nachfolger von Jonny Sexton hatte keinen Fehlversuch.

Als der von Paolo Garbisi getretene Ball nach 81 Minuten vom rechten Goalpfosten ins Feld zurückprallte, wussten die 50083 Zuschauer im Stade Pierre Mauroy von Villeneuve-d’Ascq, dass die Franzosen mit dem 13:13 (10:3) gegen die in der zweiten Halbzeit mit 62 Prozent Ballbesitz drückend überlegenen Italiener mit einem blauen Auge davongekommen sind. Frankreichs Fünfzehn, bei der es seit dem Viertelfinal-Aus bei der WM im eigenen Land nicht mehr rund läuft, betrieb im ersten Spielabschnitt einen sträflichen Chancenwucher und verlor in der 40. Minute ihren Innendreiviertel Jonathan Danty durch Platzverweis. Vielleicht wird auch der stämmige Mann aus La Rochelle irgendwann verstehen, dass man den Kopf eines Gegners nicht mit der Schulter rammen darf…

Den Versuch Italiens, mit dessen Erhöhung von ganz links außen Garbisi aus Heidelbergs Partnerstadt Montpellier das Endergebnis herstellte, erzielte der vor 24 Jahren im französischen Grenoble als Sohn italienischer Eltern geborene Schlussmann und Hobby-Kunstmaler Ange Capuozzo. Die Franzosen erzielten ihre Punkte durch einen Versuch des Ersatz-Kapitäns Charles Ollivon sowie eine Erhöhung und zwei Straftritte von Schlussmann Thomas Ramos, dem der geschonte Captain Gregory Alldritt brav das Kickhütchen auf den Rasen brachte.  

St. Ilgens Germanen klettern auf Platz drei

2. Gewichtheber-Liga: Drei persönliche Bestleistungen beim Sieg über Weinheim


Der Athleten-Club Germania St. Ilgen ist durch einen 561,4:464,6-Heimsieg über den AC Weinheim auf den dritten Tabellenplatz der 2. Gewichtheber-Bundesliga (Gruppe C) geklettert – und dabei wird es bis zum Saisonende am 9. März bleiben, denn ein Sieg gegen den überragenden Spitzenreiter TSV Heinsheim, der makellose 15:0 Punkte und bei seinem Heimerfolg gegen Dortmund-Derne 730,2 Kilopunkte auf die Heber-Bühne gezaubert hat, ist „ziemlich unrealistisch, obwohl wir mit unserer besten Mannschaft antreten werden“, wie der Vereinsvorsitzende Bernd Börgerding versichert.

Im nordbadischen Derby gegen die jeweils drei starken Frauen und Männer aus der Zweiburgenstadt ist den St. Ilgenern ein sehr guter Wettkampf gelungen. In der mit über 120 Zuschauern gut gefüllten Aegidiushalle herrschte eine motivierende Stimmung, denn die U14-Fußballer aus Lörrach, die eine Turnier-Teilnahme in der Kurpfalz zu einem Besuch bei den Gewichthebern nutzten, leisteten aus 50 Kehlen lautstarke Unterstützung. Den Gastgebern gelangen fünf persönliche Bestleistungen, und hätte die 18-jährige Schülerin Florie Raclet, die am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar lebt und von Robby Behm aufgebaut wird, im beidarmigen Stoßen kein „Loch“ gebaut, dann hätte die Staffel rund 50 Kilopunkte mehr erreichen können. Statt 34 hatte das Talent in dieser Saison schon 84 Kilopunkte erreicht.

Lina Goßmann, die das Talent ihres Vaters und Trainers Ringo geerbt hat, hatte sechs gültige Versuche, verbesserte sich im Reißen um ein auf 66 Kilogramm und im Ergebnis um drei auf 104 Kilopunkte. Sophie Meike Eichkorn stellte mit 84 Kilogramm im Stoßen und im Zweikampf mit plus vier auf 103 Kilopunkte zwei Bestleistungen auf. Besser war nur der von einer Corona-Episode genesene Etienne Benz, der sich um 0,7 Kilopunkte auf 112,4 Kilopunkte verbesserte und stärkster Akteur des Abends war. Jeweils 104 Kilopunkte in der mit durchschnittlich 20 Jahren jüngsten Bundesliga-Staffel schafften Elena Smeenk und Maksym Kara, der mit 17 Jahren erst am Anfang einer verheißungsvollen Laufbahn steht.

Weinheim trat ohne den bei einem Crossfit-Wettkampf engagierten ehemaligen St. Ilgener Josef Hesse an und hatte in Sarah Bechter seine Spitzenkraft. Die von Tom Schwarzbach betreute 20-jährige Bundeskader-Athletin stellte mit 108 Kilogramm im Stoßen eine Bestleistung auf und kam auf 104 Kilopunkte. Wie Bechter hatte auch der ehemalige St. Ilgener Felix Rehder, inzwischen Arzt an der Orthopädischen Uni-Klinik in Schlierbach, sechs gültige Versuche mit einer Zweikampf-Bestleistung von 83,6 Kilopunkten.

AC Germania St. Ilgen – AC Weinheim 561,4:464,6, St. Ilgen: Etienne Benz (93,8 kg Körpergewicht) 130 kg im Reißen + 170 kg im Stoßen = 300 kg im Zweikampf/112,4 Punkte; Lina Goßmann (57,8) 66 + 83 = 149/104; Elena Smeenk (59,4) 70 + 84 = 154/104; Maksym Kara (76,4) 120 + 135 = 255/104; Sophie Meike Eichkorn (58) 64 + 84 = 148/103; Florie Raclet (64,7) 65 + 0 = 65/34.

Weinheim: Sara Bechter (81) 84 + 108 = 192/106; Sven Szymon (76) 112 +140 = 252/104; Felix Rehder (89,2) 116 + 146 = 262/83,6; Nanina Brehm (66,2) 63 + 80 = 143/77; Nicole Nützel (61,8) 57 + 73 = 130/75; Olesa Tropmann (61,3) 33 + 41 = 74/19.        

Samstag, 24. Februar 2024

Der BSB“ ist 80 Jahre alt

Ehrenpräsident Heinz Janalik ist noch immer ein aktiver Botschafter des Sports

Am 23. Februar 2024 werden in Mosbach höchste Funktionäre des baden-württembergischen Sports auf einen Klingelknopf drücken, weil sie Heinz Janalik, dem Ehrenpräsidenten des Badischen Sportbundes Nord, zweimal gratulieren möchten: Dass er die ersten 80 Jahre seines fraglos anstrengenden Lebens ohne sichtbare Blessuren gut überstanden hat und dass er vor Jahrzehnten mit Christa eine Ehefrau gefunden hat, die ihn stark unterstützt und hin und wieder auch kompetent berät.

Heinz Janalik war von 2000 – zunächst für ein Jahr interimistisch – bis 2016 der siebte Präsident des BSB Nord und gleichzeitig Vizepräsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg. Er schätzt Freundschaften im Sport wie im Privaten und pflegte beste Beziehungen zu seinen Kollegen Alfons Hörmann (DOSB), Dieter Schmidt-Volkmar (LSV) und Gundolf Fleischer (BSB Süd) und den Mitarbeitenden im Präsidium und im Hauptamt des BSB Nord. Heinz Janalik, ein aufmerksamer Zuhörer und passionierter Redner, ist ein Meister in Personalführung und Mitarbeitermotivation; er holte viele Talente zum Sportbund, schenkte den Neulingen Vertrauen und schuf ein fruchtbares Betriebsklima. Da er nie große Sprüche machte, sondern lieber harte Fakten für sich sprechen ließ, zählte er 2006 zu den Vätern des Solidarpakts zwischen der Landesregierung und dem Sport, welcher den Sportbünden, den Fachverbänden und den Vereinen seither finanzielle Planungssicherheit bietet.

Heinz Janalik, am 23. Februar 1944 in Südmähren geboren und mit den Eltern vor der Roten Armee nach Rosenberg geflohen, ist ein Multisportler. Er spielte Fußball für den FV Mosbach in der 1. Amateurliga, der damaligen 3. Liga, war ein engagierter Gesprächspartner der Schiedsrichter, ein harter Judokämpfer und bis heute ein begeisterter Skifahrer. Er hätte auch in der Formel 1 Erfolge feiern können – wer erlebt hat, wie er viele hundert Mal mit Bleifuß von Mosbach zum Haus des Sports nach Karlsruhe gebraust ist, kann das bezeugen.

Nach Anstellungen an der Eduard-Mörike-Realschule in Heilbronn und der Schlossschule Salem unterrichtete Heinz Janalik ab 1972 an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und ging nach 37 Amtsjahren als Akademischer Direktor in den Ruhestand. Den BSB repräsentiert er bis heute bei runden Jubiläen von Vereinen und Fachverbänden, so dass die nordbadischen Sportler den Eindruck gewonnen haben, Heinz Janalik sei der BSB. Die von ihm geprägte Anerkennungskultur, die zur Schaffung einer Ehrenordnung führte, wird im BSB noch immer gelebt, und seine Nachfolger freuen sich sehr, wenn er als meinungsstarker Ratgeber an den Präsidiumssitzungen „seines Sportbundes“ teilnimmt.

Montag, 19. Februar 2024

Noch ist nicht alles verloren

Rugby-EM: Doch Deutschland verlor auch in den Niederlanden mit 13:39

Wäre man in Zeiten, in denen Baden-Württemberg zwar viele Lehrkräfte produzierte, aber keine in den Schuldienst einstellte, doch Lehrer geworden, so hätte man nach den drei Gruppenspielen in der Rugby-Europameisterschaft 2024 der deutschen Fünfzehn diese Zensuren geben dürfen: Eine Zwei für das Heimspiel gegen Titelverteidiger Georgien, eine Drei-bis-vier für das Spiel in Spanien und gestern für das Spiel in Amsterdam gegen die Niederlande eine Vier-bis-fünf. Die Holländer hatten nur eine rund 20-minütige Schwächephase, in der die deutsche Mannschaft den 0:12-Rückstand bis zur Pause auf 10:12 verringern konnte, doch am Ende stand es 39:13.

Nach drei Niederlagen in drei Spielen belegt die Mannschaft von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) in der Gruppe A den vierten Rang und muss in zwei Wochen im Heysel-Stadion von Brüssel gegen Belgien, den Dritten der Gruppe B, antreten. Der Sieger spielt am 17. März in Paris gegen den Sieger aus der Partie Niederlande gegen Polen um EM-Platz fünf, während die beiden Verlierer ebenfalls im Stade Jean Bouin, das dem Heidelberger Unternehmer Hans-Peter Wild gehört, um Platz sieben und gegen den Abstieg kämpfen werden.

Auf dem Kunstrasen im Nationalen Stadion des Königlichen Rugby-Bundes der Niederlande hatte die deutsche Mannschaft bei Dauerregen und böigem Wind einen miserablen Start und lag nach einer Viertelstunde nach zwei Versuchen von Außendreiviertel Siem Noorman und Spielmacher Reinhardt Fortuin sowie einer Erhöhung von David Weersma mit 0:12 zurück. Mit vier Erhöhungen und zwei Straftritten buchte Innendreiviertel Weersma alleine 14 Punkte und damit einen Zähler mehr als die gesamte deutsche Mannschaft.

Die hatte erneut Standschwierigkeiten in den angeordneten Gedrängen, bei den Angriffen der kaum über die Vorteilslinie spielenden Dreivierteln und im Ausnutzen eigener Versuchschancen. Vorwürfe der Stürmer, Abseitsstellungen an den Paketen, schiefe Gasseneinwürfe und überhastete Einzelaktionen verdarben ein durchaus mögliches besseres Resultat; ein deutscher Sieg war angesichts der Überlegenheit der niederländischen Stümer, die durch Wolf van Dijk (54.) und Ross Bennie-Coulson (68. und 85.) drei weitere Versuche legten, nicht möglich.

Die Deutschen erzielten ihre 13 Punkte durch einen Versuch des Haklers Mika Tyumenev (28.) sowie eine Erhöhung und zwei Straftritte des Verbindungshalbs Edoardo Stella. Nach diesem Spiel lässt sich vermuten, dass die deutsche Fünfzehn auch in Brüssel nicht favorisiert ist.

Deutschland: Smeed (Bristol University, 52. Rodwell/SC Frankfurt 1880) – C. McDonald (British Army), N. Klewinghaus (SC Neuenheim), L. Wolf (Frankfurt), Z. Hees (RK Heusenstamm) – Stella (Frankfurt, 69. Gerlach/RSV Köln), Paine (SCN, 41. M. McDonald/British Army) – Renc (TSV Handschuhsheim, 78. Frauenfeld/Handschuhsheim), Henn (Frankfurt), Ball (Watsonians FC) – Lindsay (ohne Verein, 65. Rayan/Frankfurt), Ferreira (Nottingham RFC) – Bachofer (SCN, 41. Zymvragos/Frankfurt), Tyumenev (RC Hyères, 65. Reintges/Heidelberger RK), Schröder (Kapitän/HRK, 60. D. Wolf/Frankfurt). 

Sonntag, 11. Februar 2024

Kein Durchkommen in Madrid

Rugby-EM: Deutschland verlor das zweite Saisonspiel in Spanien mit 5:27

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat das zweite Saisonspiel der Europameisterschaft deutlich verloren. Auf das 17:28 vor Wochenfrist in Dessau gegen den Titelverteidiger Georgien folgte vor 7500 Zuschauern im Uni-Stadion von Madrid ein 5:27 (5:15) gegen den Vorjahresvierten Spanien. Die Mannschaft von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) hätte allerdings nicht so deutlich verlieren müssen, denn in der ersten Halbzeit war das von dem HRK-Stürmer Jörn Schröder in seinem 43. Länderspiel angeführte Team völlig gleichwertig, und in der zweiten Hälfte waren ebenfalls mehr Punkte für die „Schwarzen Adler“ möglich.

Kämpferisch zeigte die deutsche Fünfzehn eine tadellose Leistung, doch Schwächen waren zu lange im Gassenspiel erkennbar, wo nur Justin Renc – der beste Mann auf dem Platz – und Sebastian Ferreira die Bälle sicher fingen und mancher Einwurf zu unpräzise oder sogar schief war. Und außerdem gelang es den Hintermannschaftsspielern nicht ein einziges Mal, die gefährlichen Außendreiviertel Felix Lammers und Cameron McDonald freizuspielen.

So blieb es bei nur einem deutschen Versuch durch den in Hyères am Mittelmeer spielenden Profi-Hakler Mika Tyumenev nach einem mächtig vorpreschenden Stürmerpaket in der 31. Minute, während die Spanier die wenigen Lücken in der deutschen Defensive sehr clever zu vier Versuchen durch Außen Martiniano Cian (15. Minute), Innen Martin Mateu (32.), Gedrängehalb Estanislao Bay (56.) und Schlussmann John Bell (80.) ausnutzten.

Um diese spanische Mannschaft zu schlagen, hätte es einer perfekten, völlig fehlerfreien Leistung der Deutschen bedurft, die am Samstag um 13.30 Uhr im Nationalstadion von Amsterdam gegen die Niederlande gewinnen müssen, um dem Klassenverbleib in der EM-Division 1 näher zu kommen. Die Holländer haben gegen Spanien nur mit 18:20 verloren…

Im Sechs-Nationen-Turnier der führenden europäischen Teams deutet sich ein Zweikampf zwischen Titelverteidiger Irland und England an, die nach dem zweiten Spieltag zwei Siege auf ihrem Konto haben. Die Engländer ließen dem 27:24 in Rom gegen Italien einen erneut hauchdünnen 16:14 (5:14)-Erfolg über die blutjunge Mannschaft aus Wales folgen. Vor dem Match in Twickenham, das 82 000 Zuschauer auf ihren Sitzplätzen verfolgten, verabschiedete sich die Rugbywelt von Barry John. Der geniale Spielmacher von Llanelli, Cardiff, Wales und der British and Irish Lions, den sie „The King“ nannten, ist am 4. Februar mit 79 Jahren gestorben.

Die erste Halbzeit ging an die schneller spielenden „Roten Drachen“, die durch einen Strafversuch nach 17 Minuten mit 0:7 in Führung gingen. Außerdem legten sie einen Versuch durch den 22-jährigen Flankenstürmer Alex Mann vom Barry-John-Club Cardiff RFC, den der gleichaltrige Verbinder Ioan Lloyd erhöhte. Die Engländer legten zwei unerhöhte Versuche durch Sturmführer Ben Earl (Saracens London) und Innendreiviertel Fraser Dingwall aus Northampton. Kicker George Ford (Sale Sharks) traf aber mit zwei Straftritten und sicherte so den Sieg des Rosenteams.

Die Iren bauten ihre Tabellenführung durch einen 36:0 (19:0)-Heimsieg über Italien aus und erzielten sechs Versuche durch Hakler Dan Sheehan (2), Verbinder Jack Crowley, Sturmführer Jack Conan und die beiden Außen James Lowe und Calvin Nash.

Nach ihrer 17:38-Niederlage in Marseille gegen Irland präsentierten sich die Franzosen auf dem von 62 000 Zuschauern umsäumten Murrayfield von Edinburgh verbessert und landeten einen etwas glücklichen 16:20 (13:10)-Sieg über Schottland. Glück hatten die Franzosen vor allem in der Nachspielzeit, als der australische Referee Nic Berry fünf Minuten lang mit dem Video-Schiedsrichter diskutierte, ob Schottlands Last-minute-Versuch zählen dürfe. Er entschied: Ball nicht auf dem Rasen, sondern auf einer französischen Handfläche, kein Versuch. Frankreich erzielte einen Versuch durch Gael Fickou (Racing Paris) zum 13:8 und ging durch den pfeilschnellen Louis Bielle-Biarrey aus Bordeaux zehn Minuten vor Schluss mit 15:16 erstmals in Führung. Schlussmann Thomas Ramos von Stade Toulousain hatte wieder einmal eine Kickausbeute von 100 Prozent und steuerte zehn Punkte zum Sieg bei. Die „Brave Hearts“ feierten vor den Augen von Prinzessin Anne einen Versuch von Gedrängehalb Ben White aus Toulon, elf Punkte buchte ihr Spielmacher Finn Russell aus Bath.

Deutschland: N. Klewinghaus (SC Neuenheim, 61. Smeed/Bristol University) – Lammers (SCN, 72. Z. Hees/RK Heusenstamm), Rodwell (SC Frankfurt 1880), L. Wolf (Frankfurt), C. McDonald (British Army) – Stella (Frankfurt), Paine (SCN, 65. M. McDonald/British Army) – Renc (TSV Handschuhsheim), Ferreira (Nottingham RFC), Henn (Frankfurt, 72. Maaser/Berliner RC) – Rayan (Frankfurt), Lindsay (ohne Verein, 61. Frauenfeld/Handschuhsheim) – Zymvragos (Frankfurt, 61. Edene/Frankfurt), Tyumenev (RC Hyères, 45. Reintges/Heidelberger RK), Schröder (Kapitän/HRK, 53. D. Wolf/Frankfurt).