Mittwoch, 18. Februar 2026

Die erste Chance auf den Klassenverbleib

In der Rugby-Europameisterschaft will die deutsche Fünfzehn in Belgien bestehen

Nach ihrem 30:24-Sieg von Heidelberg gegen Rumänien und der 12:68-Niederlage von Dessau gegen Portugal bieten sich der deutschen Rugby-Nationalmannschaft drei Möglichkeiten, dem Abstieg aus der Division 1 der Europameisterschaft zu entgehen. Die erste Chance hat die Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann am Samstag um 20 Uhr im Stade Charles Tondreau in Mons. „Wenn wir in Belgien gewinnen sollten, wären wir Gruppenzweiter und hätten den Klassenverbleib geschafft“, sagt Kuhlmann. Denn nach ihrer 6:23-Niederlage in Rumänien haben die Belgier noch keinen Punkt, während die Deutschen durch die Überraschung gegen Rumänien vier Punkte eingesammelt haben. Kuhlmanns Rechnung geht natürlich nur dann perfekt auf, wenn Portugal am Sonntag um 17.30 Uhr in Lissabon gegen Rumänien gewönne.

Sollte Deutschland als Nummer 31 der Weltrangliste in Belgien, das durch die beiden jüngsten Niederlagen um zwei Plätze auf Rang 23 zurückgefallen ist, verlieren, bestehen weitere Möglichkeiten zur Rettung in den beiden folgenden Spielen gegen die schwächeren Teams der Gruppe A – gegen die Niederlande und die Schweiz also.

Die deutsche Fünfzehn wird am Freitagmorgen in Heidelberg abreisen, um 19.30 Uhr und am Samstagmorgen in Mons im Stadion trainieren und bis auf den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC) mit den Siegern von Heidelberg antreten. Neu in dem am Dienstag von Teammanagerin Ulrike Faye (Heidelberg) veröffentlichten 26-köpfigen Kader sind der hoch gewachsene Iestyn Rees vom Nottingham RFC, der bereits für Wales U20 gespielt hat, und der Dritte-Reihe-Stürmer John Ireland von den Oxford Harlequins, der beim deutschen Sieg über die Militär-Nationalmannschaft Großbritannien getestet wurde und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Andrew Reitges (Heidelberger RK) wird als Hakler, Oliver Stein (SC Frankfurt 1880) als Gassenfänger und dessen Vereinskamerad Oliver Paine als Gedrängehalb in die Startformation zurückkehren.

Am dritten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers der führenden europäischen Teams, das ein geschlossener Klub ohne Auf- und Abstieg ist, ist Tabellenführer Frankreich, das beim 36:14 gegen Irland und beim 54:12 in Wales so brillant aufgespielt hat, klarer Favorit gegen das stark verbesserte Italien, das mit dem 18:15-Sieg über Schottland, aber auch mit der 13:20-Niederlage in Irland aufhorchen ließ und sich unter dem argentinischen Cheftrainer Gonzalo Quesada, bei der WM 2007 in Frankreich Spielmacher des damaligen Bronze-Teams, spielerisch deutlich gesteigert hat. Gespielt wird am Sonntag um 16.10 Uhr im Stade Pierre Mauroy in Lille.

Bei England gegen Irland am Samstag um 15.10 Uhr in Twickenham und bei Wales gegen Schottland am Samstag um 17.40 Uhr in Cardiff geht um die Verfolgung der Franzosen und um die Triple Crown für den britischen Meister, die nur noch die Schotten und Iren erobern können. Pro7 Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Mons, live.

Dienstag, 17. Februar 2026

Turniersieg in Nairobi

Deutsche Siebenerrugby-Auswahl startet erfolgreich in die Weltserie

Ende letzten Jahres ist die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft erstmals in den höchsten Wettbewerb, die World Sevens Series, aufgestiegen, die vom in Dublin ansässigen Weltverband nach einer Modusänderung nun in zwei Divisionen ausgetragen werden. Nach vier Turnieren der Division 1 führt Fidschi mit 70 Punkten vor Südafrika (66), Neuseeland (62), Olympiasieger Frankreich (54), Australien (54), Argentinien (44), Spanien (36) und Großbritannien (30) das Achterfeld an. Und nach dem ersten Turnier der Division 2 in Nairobi ist Deutschland mit 20 Punkten Tabellenführer vor den USA (18), Gastgeber Kenia (16), Uruguay (14), Belgien (12) und Kanada (10). Die Mannschaft des spanischen Bundestrainers Pablo Feijo ist gegenwärtig also auf Platz neun in der Welt.

Diese Momentaufnahme gilt es nun beim zweiten Turnier am 21. und 22. März in Montevideo er bestätigen. „Insgesamt bin ich superglücklich mit der Leistung dieses Teams. Die Jungs haben zu 100 Prozent füreinander gearbeitet und gekämpft. Darauf können wir stolz sein“, sagte Feijo, dessen Spieler am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar stationiert sind, von wo sie sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren möchten.

In Nairobi hat das Profiteam von Rugby Deutschland vier der fünf Spiele über zweimal sieben Minuten gewonnen. Der Start in den ersten Turniertag geriet beim 19:14 (7:14)-Sieg über Uruguay etwas holprig. Felix Hufnagel vom deutschen Meister SC Germania List (2) und Maximilian Heid vom SC Neuenheim legten drei Versuche, Hufnagel traf mit zwei Erhöhungskicks ins Goal.

Im zweiten Match gegen Kanada musste ein 5:17-Pausenrückstand in einen 26:17-Sieg gedreht werden, zu dem Niklas Koch (List/2), Kapitän Tim Lichtenberg (RG Heidelberg) und Jakob Dipper (SCN) vier Versuche und Hufnagel drei Erhöhungen beisteuerten. Der erste Tag endete mit einer 10:15 (10:0, 10:10)-Niederlage durch sudden try gegen Kenia. Ben Ellermann (FC St. Pauli) und Hufnagel legten die beiden Versuche.

Am zweiten Turniertag gelang ein triumphaler 28:7 (14:0)-Sieg über die USA. Cedric Eichholz (RGH), Bennet Veil (TSV Handschuhsheim) und Felix Hufnagel (2) erzielten die vier Versuche, die Hufnagel allesamt erhöhte. Das abschließende Spiel gegen Belgien, das die Deutschen mit 10:7 (5:0) gewannen, wurde zu einem Nervenkitzel. Das deutsche Team, das aus 14 Spielern mit zehn Heidelbergern besteht, legte zwei Versuche durch Koch und Dipper und brachte die hauchdünne Führung über die Zeit. Tim Lichtenberg (29) bestritt das 50. Turnier für die deutsche Nationalmannschaft.

Sonntag, 15. Februar 2026

Gegen Portugal nicht den Hauch einer Chance

Die deutsche Rugby-Fünfzehn unterlag beim EM-Spiel in Dessau mit 12:68 Punkten

Im zweiten Europameisterschaftsspiel der Saison 2026 wollte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft nach ihrem überraschenden 30:24-Auftaktsieg von Heidelberg gegen Rumänien auch Portugal ärgern und ein gutes Ergebnis erzielen. Beides ist der Fünfzehn von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) nicht gelungen. Die Portugiesen, EM-Vierte des Vorjahres und bereits für die WM 2027 in Australien qualifiziert, siegten vor 3400 Zuschauern in Dessau mit 68:12 (33:0) Punkten, und leider haben die Deutschen an die überragende Leistung des letzten Sonntags nicht anknüpfen können.

Mark Kuhlmann hatte schon im Vorfeld des Spiels gegenüber dieser Zeitung die Befürchtung geäußert, „dass wir nicht gewinnen können, denn die Portugiesen sind deutlich besser als Rumänien.“ Ob das stimmt, wird das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams am 22. Februar in Lissabon zeigen. Auf jeden Fall spielten die Iberer – wie von Kuhlmann vorhergesagt – mannschaftlich viel schneller und variantenreicher und individuell deutlich flinker und ballsicherer. Das Ergebnis waren zehn Versuche durch Innendreiviertel Rodrigo Marta (2), die Außendreiviertel Manuel Cardoso Pinto und Vincent Pinto, Schlussmann Manuel Vareiro (2), Innen Guilherme Vasconcelas und die Stürmer Joao Granate, Nuno Mascarenhas und Simao Bento, von denen Domingos Cabral, ein 24-jähriger Verbindungshalb mit ganz feinem Fuß, neun erhöhte.

Die Deutschen hatten vor allem deshalb keine Chance, weil sie erst in der 54. Minute beim Stande von 0:47 durch Kapitän Justin Renc den ersten Ball nach einem Gasseneinwurf gewannen, und nach dem dritten Ballgewinn gelang dem eingewechselten Hakler und Einwerfer Andre Reintges vom Heidelberger Ruderklub der erste Versuch, den der eingewechselte Verbinder Bader Pretorius aus dem portugiesischen Sao Miguel zum 7:47 erhöhte. In der Nachspielzeit glückte dem ebenfalls eingewechselten Außendreiviertel Aiden Dixon vom deutschen Meister SC Frankfurt 1880 eine Ergebniskosmetik.

Gegen die wendigen und auch im Spiel auf engstem Raum einfallsreichen Portugiesen klappte auch die Defensive nicht gut genug. „Wenn Gegner dieser Klasse ihre Überzahl ausspielen, sind wir in der Verteidigung geschlagen. Wir brauchen dann zu viele Spieler, um einen einzigen Gegner zu stoppen“, sagte Mark Kuhlmann, der am Samstag um 20 Uhr in Mons gegen Belgien seine – im Gegensatz zu Dessau – beste Formation aufbieten möchte.

Nach dem zweiten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers ist Frankreich alleiniger Tabellenführer. In Cardiff, wo Frankreichs Trainer Fabien Galthié 1999 als Gedrängehalb die Vizeweltmeisterschaft gefeiert hatte, gewann die XV de France gestern mit 54:12 gegen Wales und legte dabei acht blendend herausgespielte Versuche durch Emilien Gailleton, Louis Bielle-Biarrey, Debütant Fabien Brau Boirie, Matthieu Jalibert, Julien Marchand, Théo Attissogbe (2) und Charles Ollivon, von denen Schlussmann Thomas Ramos sieben erhöhte.

England kann auf dem Murrayfield nicht gewinnen. Im 144. Spiel zwischen Schottland und England gewannen die Brave Hearts mit 31:20 zum 45. Mal den silbernen Calcutta Cup, den Prinzessin Anne mit sichtlichem Stolz überreichte. Die Schotten legten vier Versuche durch Huw Jones (2), Jamie Ritchie und Ben White. Spielmacher Finn Russell traf mit allen Erhöhungen und einem Straftritt. England kam nur zu zwei Versuchen durch Henry Arundell, der später Gelb-Rot sah, und Ben Earl. Irland hatte große Mühe, um Italien mit 20:13 zu besiegen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe, Dawe, Lammers (41. Pretorius) – L. Wolf (59. Dixon), M. McDonald (65. Piosik) – Ingle, Ball, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Bauer), Rayan (59. Kasper) – Zymvragos (65. Howells), Ferrar (41. Reintges), D. Wolf (41. Mizera).


Sechs-Nationen-Turnier

Irland – Italien 20:13

Schottland – England 31:20

Wales – Frankreich 12:54

Tabelle: 1. Frankreich (TV) 10 Punkte, 2. Schottland 6, 3. England 5, 4. Italien 5, 5. Irland 4, 6. Wales 0.

Europameisterschaft, Gruppe A

Niederlande – Georgien 12:61

Spanien – Schweiz 53:14

Tabelle: 1. Georgien (TV) 10, 2. Spanien 10, 3. Niederlande 0, 4. Schweiz 0.

Gruppe B

Deutschland – Portugal 12:68

Samstag, 20 Uhr: Belgien – Deutschland in Mons.

Freitag, 13. Februar 2026

Rugby-Nationalteam will auch Portugal ärgern

In der Europameisterschaft am Samstag in Dessau die zweite Bewährungsprobe – Siebenerrugby-Team in Nairobi

Nach ihrem völlig unerwarteten 30:24-Sieg über Rumänien ist die deutsche Rugby-Nationalmannschaft guter Laune und vor dem zweiten Europameisterschaftsspiel am Samstag um 13 Uhr in Dessau gegen Portugal voll motiviert. Der Erfolg gegen die vielfachen Europameister, die in den 1970-er Jahren auf einer Stufe mit den Franzosen standen und diese – unter anderem mit dem späteren deutschen Bundestrainer Peter Ianusevici als Außendreiviertel – mehrfach besiegt haben, hat sich sofort ausgezahlt. In der Rangliste von World Rugby hat sich Deutschland um vier Plätze auf Rang 31 verbessert und Paraguay, Russland, Schweden und Brasilien hinter sich gelassen, während Rumänien auf Rang 22 verharrt.

Portugal, EM-Vierter des Vorjahren nach einem 7:21 im Bronze-Finale gegen Rumänien, ist nach dem jüngsten 47:17-Sieg in Belgien in der Weltrangliste um einen Platz auf Rang 19 und damit vor Samoa geklettert. „So gut sind die Portugiesen auch“, sagt Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn), für den sich an der Zielsetzung nichts geändert hat: „Wir wollen auch gegen Portugal ein gutes Spiel machen, Punkte auf die Anzeigetafel und den Gegner in Verlegenheit bringen. Für uns geht es nur um den Klassenverbleib.“

Mark Kuhlmann und seine Assistenten Michael Poppmeier, Samy Füchsel (beide Frankfurt) und BJ Botha, mit Südafrika Weltmeister 2007, reisten am Donnerstag mit 26 Spielern von Heidelberg nach Dessau, bestreiten am Freitag zwei Trainingseinheiten, frühstücken am Samstag schon um sieben Uhr, um sich zur ungewohnten und den Wünschen des Fernsehens geschuldeten Zeit um 13 Uhr in den Kampf zu stürzen. Die Trainer haben die Start-Fünfzehn aus Gründen der Belastungssteuerung auf zwei Positionen verändert. Für den Erste-Reihe-Pfeiler Edward Shekete (Rossendale RUFC) wird der Frankfurter Cosmo Zymvragos beginnen, für den Zweite-Reihe-Stürmer Ewan McTaggart vom Sutton & Epsom RFC könnte Tobias Bauer (Hannover 78) spielen. Die Deutschen müssen fünf Länderspiele binnen sechs Wochen durchstehen. Kuhlmann freut sich, dass Bader Pretorius vom portugiesischen Spitzenklub Sao Miguel eine Handverletzung auskuriert hat. „Das gibt uns für die Hintermannschaft weitere Variationsmöglichkeiten“, sagt der Trainer.

Die Portugiesen sind nicht so schwer und nicht ganz so groß wie die Rumänen, aber viel flinker und im Angriff deutlich einfallsreicher. Gegen Rumänien hat Deutschland, obwohl vier Versuche gelungen sind, übrigens keinen offensiven Bonuspunkt erhalten. Den gäbe es in der WM, im Sechs-Nationen-Turnier und in der Bundesliga für vier Versuche. Rugby Europe tanzt aus der Reihe und gibt den offensiven Bonuspunkt nur dann, wenn man vier Versuche und drei mehr legt als der Gegner.

Die deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft startet am Samstag und Sonntag im kenianischen Nairobi in die World Sevens Series, die höchste Liga im Weltrugby. Aussteiger Deutschland trifft auf Belgien, Kanada, Uruguay, Kenia und die USA. Bundestrainer Pablo Feijoo hat mit Cedric Eichholz, Henry Smeed, Jan Lammers, Tim Lichtenberg (RGH), Bennet Veil, Daniel Eneke (TSV Handschuhsheim), Max Roddick, Maximilian Heid, Chris Umeh und Jakob Dipper (SCN) zehn Heidelberger Vollprofis in seinem 14-köpfigen Kader.

Im Sechs-Nationen-Turnier ist Irland am Samstag um 15.10 Uhr Favorit gegen Italien, während Schottland und England um 17.40 Uhr um den Calcutta-Cup kämpfen. Wales ist am Sonntag um 16.10 Uhr Außenseiter gegen Frankreich, dessen Trainer Fabien Galthié ebenfalls zum Mittel der Belastungssteuerung greift, was mit einem 42-er Kader kein Problem ist. Pro7Maxx überträgt alle Spiele, auch aus Dessau, live.

Sonntag, 8. Februar 2026

Historischer Rugby-Sieg in Heidelberg

Zum Auftakt der Europameisterschaft schlägt Deutschland den hohen Favoriten Rumänien mit 30:24

Der Frankfurter Spielmacher Leo Wolf, dem fünf Minuten vor Schluss der entscheidende vierte Versuch zum 30:24 (6:14)-Sieg und zum offensiven Bonuspunkt gelungen war, sprach vom „schönsten Gefühl meines Lebens.“ Der Handschuhsheimer Flankenstürmer Justin Renc, der die deutsche Rugby-Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld führen durfte, wollte vor Freude die ganze Welt umarmen. Mit einem völlig unerwarteten und dennoch vollkommen verdienten Erfolg über den vielfachen Titelträger Rumänien ist Deutschland erfolgreich in die Europameisterschaft 2026 gestartet, in der nach wie vor nur ein Ziel gilt: Der Klassenverbleib.

1500 Zuschauer erlebten im Heidelberger Fritz-Grunebaum-Sportpark, wohin das Match kurzfristig von Kassel verlegt worden war, eine der besten Leistungen einer deutschen Fünfzehn seit vielen Jahrzehnten. In ihrem „Wohnzimmer“ zeigten die Schützlinge von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) eine fantastische Defensive, und sie spielten auch stark im angeordneten Gedränge und an den Gassen gegen die deutlich höher gewachsenen und schwereren Rumänen, die dann brandgefährlich waren, wenn sie mit dem massiven Sturm ins Rollen kamen. Mark Kuhlmann sagte: „Ich bin zwar nie zufrieden, aber heute bin ich glücklich!“

In der ersten Halbzeit glückten nur zwei Straftritte von Linksfuß Leo Wolf zum 3:0 (16.) und 6:7 (31.), während die rumänischen Eichen zwei Versuche durch ihr Paket (20.) und den für Aurillac in der französischen Pro D2 spielenden Außen Toni Maftei erzielten, die Alin Conache zum 6:14-Pausenstand erhöhte.

Dann aber befolgten die deutschen Spieler den Rat ihres Sturmtrainers Michael Poppmeier (Frankfurt) und nahmen ihre Herzen in beide Hände. Das Ergebnis: Viele selbstbewusste, ja freche Angriffe und vier Versuche durch Gedrängehalb Oliver Paine (50.), Linksaußen Felix Lammers (54.), Rechtsaußen Daniel Hamilton-Strong (70.) und Leo Wolf (75.), der auch drei Erhöhungen ins Goal trat. Dem hatten die zunehmend entnervten Rumänen nur noch einen Versuch von Gheorghe Gajion (73.), eine Erhöhung und einen Straftritt von Conache entgegen zu setzen.

Am Samstag spielt Deutschland um 13 Uhr in Dessau gegen Portugal. Es geht wieder mit 0:0 los, und Pro7Maxx überträgt live.

Titelverteidiger Frankreich, Italien und England heißen die Sieger am ersten Spieltag des Sechs-Nationen-Turniers. Die Franzosen zeigten vor 81000 Zuschauern im Stade de France eine zauberhafte Leistung und besiegten Irland, den Gesamtsieger von 2024, mit 38:14 (22:0). Die Fünfzehn von Trainer Fabien Galthié erzielte fünf Versuche durch Außensprinter Louis Bielle-Biarrey (2), Verbinder Matthieu Jalibert, Zweite-Reihe-Stürmer Charles Ollivon und Rechtaußen Théo Attissogbe, denen Thomas Ramos vier Erhöhungen und einen Straftritt hinzufügte.

Italien kämpfte Schottland im strömenden Regen von Rom nieder und gewann aufgrund einer fantastischen Verteidigungsleistung verdient. Louis Lynagh und Tommaso Menoncello legten zwei Versuche vor, Paolo Garbisi traf mit einer Erhöhung und zwei Straftritten. Die Schotten scorten durch Jack Dempsey und George Horne. Finn Russell traf mit einer Erhöhung und einem Straftritt. Mitfavorit England hatte beim 48:7 in Twickenham gegen das schwache Wales keine Probleme, um einen Hattrick von Henry Arundell und drei weitere Versuche durch Ben Earl, Tom Roebuck und Tommy Freeman zu erzielen.

Deutschland: Hennig – Hamilton-Strong, Plümpe (71. Wakefield), Dawe, Lammers (71. Dixon) – L. Wolf, Paine (64. M. McDonald) – Ingle, Stein, Renc (Kapitän) – McTaggart (41. Rayan), Ball – Shekete (41. Howells), Reitges (56. Ferrar), Mizera (63. D. Wolf)..


Für die Tabellenseite

Rugby

Sechs-Nationen-Turnier

Frankreich (TV) – Irland 36:14

Italien – Schottland 18:15

England – Wales 48:7

Europameisterschaft, Division 1

Gruppe A

Schweiz – Georgien (TV) 3:54

Niederlande – Spanien 33:51

Gruppe B

Deutschland – Rumänien 30:24

Belgien – Portugal 17:47

Samstag, 13 Uhr: Deutschland – Portugal in Dessau.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Gegen Rumänien auch Versuche legen

Auftaktspiel der Rugby-EM am Sonntag um 16 Uhr in Heidelberg – Stadion in Kassel wurde gesperrt

„Was wir wissen können“ heißt der neue großartige Roman von Ian McEwan. Was wir hätten wissen können, muss man sich bei Rugby Europe und Rugby Deutschland eingestehen, nachdem das Winterwetter die beiden Verbände gezwungen hat, das Auftaktspiel der Rugby-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Rumänien, das im Aue-Stadion von Hessen Kassel hätte stattfinden sollen, abzusagen. Das Länderspiel des Außenseiters Deutschland und des hohen Favoriten Rumänien findet nun am Sonntag um 16 Uhr im Fritz-Grunebaum-Sportpark der Stadt Heidelberg am Kirchheimer Harbigweg statt und wird von der Rudergesellschaft Heidelberg organisatorisch begleitet. Direkt daneben im ausverkauften SNP Dome spielen die MLP Academics um 18 Uhr Basketball gegen Bayern München – ein Verkehrschaos ist vorprogrammiert, aber das interessiert bei Rugby Europe oder Rugby Deutschland niemanden.

Rugby-Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) reagiert professionell auf die neue Situation, obwohl er bis gestern Mittag noch nicht wusste, wo seine 23 Spieler ihre Beine zur Nachtruhe ausstrecken dürfen und wo es etwas Nahrhaftes zu essen gibt. Das Hin und Her ist einer seriösen EM-Spielvorbereitung nicht förderlich. Immerhin steht fest: Die Delegation trifft sich am heutigen Donnerstagabend und wird am Freitag und Samstag, jeweils um 10 Uhr und um 14.30 Uhr im Landesleistungszentrum beim Heidelberger Ruderklub, vier gemeinsame Trainings absolvieren.

„Gegen die Rumänen, die normalerweise besser sind und ihre Mannschaft bereits auf die Weltmeisterschaft 2027 in Australien vorbereiten, wollen wir gut spielen, Versuche legen, hart verteidigen und ein gutes Ergebnis erzielen“, sagt Mark Kuhlmann. Der 56-jährige Mitarbeiter der MLP AG in Wiesloch hat mit seinen Kollegen Michael Poppmeier und Samy Füchsel (beide Frankfurt) 26 Spieler nominiert, von denen nach den Trainings drei auf der Tribüne Platz nehmen müssen.

Deutschland: Luis Ball (Watsonians Edinburgh), Tobias Bauer (Hannover 78), John Dawe (Guernsey RFC), Aiden Dixon (SC Frankfurt 1880), Darren Ferrar (Bohemians RFC), Jaden Gliatis (Heidelberger RK), Daniel Hamilton-Strong (Loughborough University), Christopher Hennig (FC Grenoble), Christopher Howells (Frankfurt), Shawn Ingle (Maidenhead RFC), Felix Lammers (SC Neuenheim), Michael McDonald (Caldy RFC), Ewan McTaggart (Sutton & Epsom RFC), Dustin Mizera (Hannover 78), Oliver Paine (Frankfurt), Jan Piosik (Hannover 78), Robin Plümpe (RG Heidelberg), Hassan Rayan (Frankfurt), Iestyn Rees (Nottingham RFC), Andrew Reintges (HRK), Justin Renc (Kapitän/TSV Handschuhsheim), Edward Shekete (Rossendale RUFC), Oliver Stein (Frankfurt), Luke Wakefield (SCN), Daniel und Leo Wolf (Frankfurt).

Dienstag, 3. Februar 2026

Den Knüller gleich am Anfang

Im Sechs-Nationen-Turnier startet Frankreich gegen Irland

Am Donnerstag um 21.10 Uhr beginnt im Stade de France in St. Denis mit dem Knüller der beiden Vorjahressieger Frankreich (2025) und Irland (2024) das 27. Sechs-Nationen-Turnier der führenden europäischen Rugby-Nationalmannschaften. Aufgrund der Tatsache, dass sie in dieser Saison von ihren fünf Spielen bis zum 14. März drei in französischen Stadien austragen darf, ist die Equipe Tricolore – allerdings nur leicht - favorisiert.

Denn zum einen treten auch die Iren gegen Italien, Wales und Schottland und die Waliser gegen Frankreich, Schottland und Italien dreimal zu Hause an, zum anderen hat Frankreichs Trainer Fabien Galthié seine Mannschaft aufgrund zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle neu formieren müssen. So fallen in der Dreiviertelreihe so starke Spieler wie Verbindungshalb Romain N’Tamack, Gael Fickou, Damien Penaud und Léo Barré aus – einige sind wegen Formschwäche auch nicht nominiert worden.

Immerhin kehrt mit Gedrängehalb und Olympiasieger Antione Dupont der beste Rugbyspieler der Welt in die Startformation der Franzosen zurück. Der 29-jährige Dynamiker aus Toulouse bildet das Scharnier des Teams nun gemeinsam mit Verbindungshalb Matthieu Jalibert aus Bordeaux, der mit Nicolas Depoortère, Yoram Moefana und Louis Bielle-Biarrey drei Vereinskameraden neben sich hat.

Irland mit Trainer Andy Farrell und Captain Caelan Doris tritt mit einer sehr erfahrenen, spiel- und kampfstarken Fünfzehn an und hat Chancen auf einen Erfolg im mit 81336 Besuchern ausverkauften Stade de France und den Turniersieg.

Am Samstag um 15.10 Uhr stehen sich Italien mit dem argentinischen Trainer Gonzalo Quesada und Schottland mit dem in Neuseeland aufgewachsenen Gregor Townsend im Olympiastadion von Rom in einem völlig offenen Match gegenüber. Dagegen ist England am Samstag um 17.40 Uhr im heimischen Twickenham gegen die 2025 sieglosen Waliser hoch favorisiert. England wird nach wie vor von Steve Borthwick betreut, während Wales mit Steve Tandy einen neuen Coach verpflichtet hat.

Sechs-Nationen-Turnier, 1. Spieltag, Donnerstag, 21.10 Uhr: Frankreich – Irland; Samstag, 15.10 Uhr: Italien – Schottland; 17.40 Uhr: England – Wales.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Es geht nur um den Klassenverbleib

Deutschland startet gegen Rumänien und Portugal in die Rückrunde der Europameisterschaft

Für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft beginnt die Rückrunde der Saison 2025/26 am 8. Februar um 16 Uhr im Aue-Stadion in Kassel mit einem Heimspiel gegen Rumänien. Die Schützlinge von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (56) aus Heilbronn müssen binnen sechs Wochen fünf EM-Spiele bestreiten, was für eine überwiegend aus Amateurspielern bestehende Fünfzehn „sehr schwer“ ist.

Die Deutschen spielen in der European Championship, also in der höchsten kontinentalen Liga, und treffen in den Gruppenspielen außerdem auf Portugal (14. Februar, 13 Uhr in Dessau) und Belgien (21. Februar, 20 Uhr in Mons). Danach folgen ein Überkreuzspiel gegen ein Team aus der anderen Gruppe und ein Platzierungsspiel. In der anderen Gruppe spielen Titelverteidiger Georgien, Spanien, die Niederlande und die Schweiz. In der Vorrunde 2025 hat Kuhlmanns Team alle fünf Spiele verloren, weshalb der Nationaltrainer, als Versicherungskaufmann der MLP AG ein kühler Rechner, nur ein Ziel nennt: „Den Klassenverbleib.“

Zwar gibt es auch im Rugby, dem kontrolliertesten aller Ballspiele, hin und wieder Überraschungen, doch Trainer sollten nicht träumen, sondern die Realität erkennen und bewerten. Wenn alles ganz normal läuft, wird das junge Team von Rugby Deutschland gegen Rumänien, das einen mächtigen Sturm hat, und gegen die flinken Portugiesen verlieren. In Belgien besteht eine klitzekleine Siegchance, obwohl die taktisch viel besseren westlichen Nachbarn am 16. Februar 2025 in Kassel mit 39:19 überlegen waren. Im Überkreuzspiel und dem Platzierungsmatch dürften die Gegner Niederlande und Schweiz heißen, und Kuhlmann geht davon aus, dass sein Team gegen die Eidgenossen besser spielen wird als im März letzten Jahres, als es in Heidelberg eine fast unbegreifliche 17:20-Niederlage setzte.

Kuhlmann und die seine beiden Assistenten Michael Poppmeier und Samy Füchsel (beide Frankfurt) werden in dieser Saison von dem südafrikanischen Gedränge-Spezialisten BJ Botha (46/Natal Sharks) unterstützt, der als Stürmer 2007 in Frankreich mit den Springboks Weltmeister war. Außerdem – und das ist neu und für die Trainer eine enorme Entlastung – gibt es mit Ulrike Faye vom Heidelberger Ruderklub und Erik Schulze vom RK Heusenstamm zwei Teammanager, die ehrenamtlich und mit Herzblut den organisatorischen Rahmen für die internationalen Aufgaben schaffen.

Die deutsche Mannschaft, die für diese EM-Kampagne 33 Spieler umfassen wird, hat sich gewissenhaft vorbereitet und bei internationalen Vergleichen zwei Siege errungen: In Gloucester gab es am Erinnerungstag an den Ersten Weltkrieg einen 29:24-Erfolg gegen die Auswahl der British Armed Forces, in Heidelberg beim Testmatch über 100 Minuten einen 45:26-Sieg über Pogon Awenta Siedlce, der die polnische Ekstraliga mit drei Punkten Vorsprung anführt.

Neuer Kapitän ist Justin Renc (25), der unermüdliche Flankenstürmer des TSV Handschuhsheim, der in zumindest einigen EM-Spielen auch die starken Stürmer Eric Marks von der französischen Zweitliga-Spitzenmannschaft Vannes, Shawn Ingle aus dem englischen Maidenhead und Luis Ball vom schottischen Topclub Watsonians Edinburgh an seiner Seite hat. Die Nominierung für die ersten beiden Spiele werden die Trainer am Wochenende vornehmen, wobei Spielmacher Christopher Hennig vom FC Grenoble und der 35-jährige eisenharte Erste-Reihe-Knochen Nicola Breglia aus dem italienischen Aquila sicherlich gute Chancen haben werden. Außerdem stehen weitere elf Akteure der Heidelberger Klubs HRK, RGH und SCN zur Auswahl bereit.


Eine Niederlage, die Mut macht

2. Gewichtheber-Bundesliga: Maksym Kara bester Akteur gegen Gräfenroda

Bernd Börgerding war zufrieden. Der Vorsitzende des AC Germania St. Ilgen hatte bei der 583,2:600-Niederlage seiner Staffel gegen den Tabellendritten SV Gräfenroda sogar „Spaß empfunden“. St. Ilgen, ohne die operierten Lina Gossmann (Fuß) und Lilli Svatek (Handgelenk) sowie ohne die verletzten Alisa Arda (Rücken) und Mandy Treutlein (Schulter), hatte mit einer Niederlage gegen die Thüringer rechnen müssen, doch waren die Leistungen durchaus ansprechend. Das beidarmige Stoßen gewann Gräfenroda mit 369:368,9 Kilopunkten – um 100 Gramm also, was vor allem daran lag, dass die Gäste in dieser Teildisziplin keinen einzigen Fehlversuch hatten.

Bester Heber vor 80 Zuschauern in der Aegidiushalle war Maksym Kara mit 127 kg im Reißen und 155 kg im Stoßen, was 131 Kilopunkte ergab. Der 19-jährige deutsche Meister der Junioren und Männer wog am Samstag 76,5 kg, wurde auch von seinem Vater beglückwünscht und fühlt sich seit dem 12. Dezember 2025 jeder Aufgabe gewachsen. Der aus dem ukrainischen Odessa stammende Maksym Kara spricht hervorragend Deutsch, macht eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann bei Pfitzenmeier und gehört neuerdings dem Nachwuchskader des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber an. „Es läuft!“, findet Maksym Kara.

Rückblende: Zwei Wochen vor Weihnachten fuhr Kara als Titelverteidiger im Mittelgewicht (bis 79 kg) zu den deutschen Meisterschaften nach Böbingen, wo er den Titel mit 130 kg im Reißen und 156 kg im Stoßen, mithin 286 im Zweikampf, souverän gewann, denn Vizemeister Lukas Walker vom TSV Röthenbach hatte nur 267 kg und der drittplatzierte Isaac Molina Becker vom TuS Raubling 250 kg zu Buche stehen. Maksym Kara orientierte sich daher an dem gleichaltrigen Robert Moritz Hennig vom ASK Frankfurt/Oder, der allerdings in der Gewichtsklasse bis 88 kg antrat. „Als Robert im Reißen nur neun Kilo mehr hob als ich, hat es ,klick‘ gemacht. Da wusste ich, dass ich Meister werden kann. Da war ich wie ein Tiger auf der Jagd“, erinnert sich der St. Ilgener Spitzenheber.

Sehr respektable Leistungen zeigten der kurzfristig eingesprungene Trainer Robby Behm, der im zarten Alter von 39 Jahren seine Saison-Bestleistung um neun auf glatte 100 Kilopunkte steigerte, während Mehmet Milli, der 28-jährige Pädagogik-Student der Uni Frankfurt/Main, mit 119 kg im Reißen und 92 Kilopunkten zwei neue Bestleistungen aufstellte. Lauter gültige Versuche hatten der aus Rostock an die Heidelberger Willy-Hellpach-Schule gewechselte Fiete Glücklich mit 99 kg im Reißen und das 16-jährige Eigengewächs Justus Ruffert mit 120 kg im Stoßen. „In der letzten Woche habe ich meine Atemtechnik vor dem Ausstoßen verbessert“, ließ Ruffert wissen und freut sich bereits auf den nächsten Einsatz in der ersten Mannschaft der „Germanen“. Vielleicht schon am 7. Februar im Bundesleistungszentrum in Leimen gegen den AC Weinheim. „Vielleicht bringen unsere Heber ja mal all ihre Freunde mit, dann hätten wir ein volles Haus“, hofft Sportwart Ringo Gossmann auf mehr Unterstützung für seine junge Staffel.

AC St. Ilgen – SV Gräfenroda 583,2:600, St. Ilgen: Maksym Kara (76,5 kg Körpergewicht) 127 kg in Reißen + 155 kg im Stoßen = 282 kg in Zweikampf/131 Kilopunkte; Sophie Meike Eichkorn (59,8) 66 + 86 = 152/102; Robby Behm (99,6) 131 + 164 = 295/100; Justus Moritz (80,6) 117 + 140 = 257/95,8; Mehmet Milli (83,5) 119 + 140 = 259/92; Fiete Glücklich (82,6) 99 im Reißen/16,4; Justus Ruffert (75,5) 120 im Stoßen/46.

Gräfenroda: Marc Pfeiffer (75,5) 116 + 148 = 264/116; Simona Jerabkova (72,9) 80 + 108 = 188/110; Jakub Bartecek (97,5) 130 + 170 = 300/107; Franziska Erbert (62,9) 69 + 85 = 154/97; Lotta Frank (52,5) 60 + 68 = 128/93; Carina Gerlach (56,2) 53 + 67 = 120/77.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Für das Lebenswerk im Schwimmen ausgezeichnet

Dr. Michael Spikermann vom OSP Metropolregion Rhein-Neckar erhielt den Trainerpreis des LSV 2025

Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) hat am Dienstagabend im Porsche-Museum in Zuffenhausen zum 29. Mal und unter der bewährt-humorvollen Moderation von Michael Antwerpes die Trainerpreise 2025 vergeben. Eine Jury unter der Leitung des LSV-Präsidenten Jürgen Scholz hatte aus den sehr zahlreichen Bewerbungen drei Trainer und eine Institution ausgewählt, die diesmal auch persönlich zur Auszeichnung in schickem Rahmen erschienen waren.

Den Trainerpreis für sein Lebenswerk erhielt Dr. Michael Spikermann, der langjährige Bundesstützpunkttrainer des Deutschen Schwimm-Verbandes und Landestrainer der ARGE Schwimmen in Baden-Württemberg, dessen Wirkungsfeld seit 35 Jahren der Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar ist.

Michael Spikermann (66) lebt in Rimbach im Odenwald, ist promovierter Sportwissenschaftler, Autor trainingswissenschaftlicher Bücher und einer der erfolgreichsten Schwimmtrainer Deutschlands. Das wurde aus der mit liebevollen Emotionen vorgetragenen Laudatio seines ehemaligen Schützlings Simone Ulrich (früher Weiler, ganz früher Karn) deutlich. Spikermann hat elf Athletinnen und Athleten zwischen 1992 und 2021 zu acht Olympischen Spielen geführt. Mark Pinger über 4x100 m Freistil 1992 und 1996, Petra Dallmann über 4x200 m Freistil 2004 und Sarah Wellbrock (früher Köhler) über 1500 m Freistil 2021 haben dabei vier Medaillen gewonnen. Insgesamt kamen Spikermanns Schützlinge auf rund 80 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften und auf eine dreistellige Anzahl an deutschen Meistertiteln, wovon in nicht geringem Maße der SV Nikar Heidelberg profitierte.

In seinen prägenden Lehrjahren als Schwimmtrainer hat er in Offenbach Hartmut Oeleker assistiert und war in den Aufbau und die Laufbahn von Olympiasieger und Weltrekordler Michael Groß eingebunden. In Heidelberg entwickelte er sich zu einem selbstbewussten Trainer, der laut „Simi“ Ulrich „mit Leidenschaft, Hingabe, Humor und unerschütterlichem Glauben an das Potenzial und die Fähigkeiten seiner Schützlinge“ gearbeitet hat. Er war immer ganz genau vorbereitet, was sich auch dadurch zeigte, „dass er seine Trainingspläne mit der Schreibmaschine geschrien hat.“ Michael Spikermann sei ein strenger, fordernder Trainer gewesen, „der aber auch mal Fünfe gerade sein lassen konnte“.

Weitere mit jeweils 3000 Euro dotierte Trainerpreise erhielten der Ringertrainer Sedat Sevsay (52) vom ASV Schorndorf, dessen Schützling und Stiefsohn Jello Krahmer der einzige deutsche Olympiaringer in Paris war und häufig am OSP in Heidelberg betreut wird, und der 69-jährige Klaus Faißt, der seit 33 Jahren am Bundesstützpunkt der Nordischen Kombinierer in Baiersbronn tätig ist und seinen Sohn Manuel zu Olympia-Silber geführt hat. Den LSV-Ehrenpreis überreichte der Stuttgarter Tatort-Hauptkommissar Thorsten Lannert (alias Richy Müller und ohne Porsche 911 ins Museum geeilt) an die Landespolizei, deren Spitzensport-Förderung 20 Jahre alt wurde.

Frische Luft bei Rugby Deutschland

Michael Seidler und sein Präsidium haben gravierende Altlasten beseitigt

Nach 126 Jahren hat sich der Deutsche Rugby-Verband in Rugby Deutschland e. V. umbenannt und seinen Sitz von Hannover nach Heidelberg verlegt, wo die Geschäftsführung im Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar im Neuenheimer Feld residiert. Das ist ein Ergebnis des Deutschen Rugby-Tages 2025, der am Samstag mit erheblicher Verspätung in der Sportschule des Landessportbundes Berlin stattfand und Präsident Michael Seidler (67) vom Berliner RC mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigte.

Der erfahrene Wirtschaftsführer freute sich über die „sachlichen Diskussionen und die vielen guten Beschlüsse“ bei diesem DRT, bei dem Jürgen Schlicksupp (TSV Handschuhsheim) als Leistungssport-Vizepräsident, Professor Dr. Ulrich Tödtmann (Heidelberger RK) als Good Governance-Beauftragter und Dirk Frase (SC Neuenheim) als Beauftragter für Inklusion und Prävention gegen sexualisierte Gewalt gewählt und Sophie Hacker (HRK) als Athletensprecherin bestätigt wurden.

Nachdem die Mitgliederversammlung dem verstorbenen ehemaligen Nationaltrainer Ivo Paracek (08 Ricklingen) gedacht hatte, verkündete Michael Seidler zwei bedeutende Ehrungen. Maria Latos (Hamburg) erhielt nach ihrem Schiedsrichter-Einsatz bei den Olympischen Spielen in Paris den Verdienstwimpel, Susanne Wodarz (Frankfurt/Main), seit 2003 Antidoping-Beauftragte ohne jeglichen Doping-Verstoß im Verband, bekam den Goldenen Rugbyball. Damit es im Rugby auch künftig fair zugeht, startet der Bundesliga-Ausschuss nun mit einem Pilotprojekt, wonach Tätlichkeiten aufgrund eines Videobeweises auch in den Tagen nach einem Spiel geahndet werden sollen.

Beim Deutschen Rugby-Tag herrschte deshalb eine so positive Atmosphäre, weil Präsident Seidler zwei Stunden lang in allen Details über die Misswirtschaft früherer Vorstände und Präsidien von 2016 bis 2024 Auskunft gab und jede Frage umfassend beantwortete. Ein Wirtschaftsprüfer und diverse Behörden haben sich mit den Machenschaften in diesem Zeitraum befasst und Verstöße gegen die Satzung, gegen Gesetze und gegen die Abgabenordnung festgestellt. So musste der DRV wegen des Ausstellens einer falschen Spendenbescheinigung eine teure Bestrafung des Finanzamtes Hannover akzeptieren, das dem Verband für 2019 und 2020 auch die Gemeinnützigkeit entzogen hat. „In den letzten zehn Monaten habe ich mich ausschließlich um die Beseitigung ärgerlicher Altlasten kümmern müssen“, sagte Michael Seidler.

Dazu gehörte auch, die Beziehungen zu World Rugby und Rugby Europe zu normalisieren, weshalb von diesen Institutionen nun wieder Zuschüsse in bedeutendem Umfang fließen werden. Außerdem ist es dem Vorstand Florian Hartmann (Berlin) und der Deutschen Rugby-Marketing GmbH gelungen, neue Sponsoren zu gewinnen, so dass die Liquidität von RD gesichert ist und alle Nationalteams ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen können. Ein Turnier der Siebenerrugby-EM wird vom 3. bis 5. Juli in Hamburg stattfinden, das Match der Frauen-EM gegen Finnland am 28. Februar in Heidelberg.

Sonntag, 4. Januar 2026

Nazar Chepurnyi hat es in Heidelberg gefallen

Der Spitzenturner der Ukraine war bei Klaus Kreutz zu Gast und trainierte im Turnzentrum

Auch über ein Jahr nach dem Rückzug der KTG Heidelberg aus der 2. Kunstturn-Bundesliga der Männer lässt das Spitzenturnen Klaus Kreutz nicht los. Der 65-jährige Heidelberger, der mit seiner Ehefrau in der Höhe über Ziegelhausen lebt, wird den ukrainischen Athleten Nazar Chepurnyi bei den beiden Weltcups vom 19. bis zum 22. Februar in Cottbus und vom 5. bis zum 8. März in Baku betreuen.

„Ich möchte diese Gelegenheiten auch dazu nutzen, meine vielfältigen Kontakte zu den Nationalteams mehrerer Länder auszubauen und Spitzenturnern zu helfen, in den deutschen Bundesligen Fuß zu fassen“, sagt Klaus Kreutz, der bis 2004 Lehrer an einem privaten Gymnasium in Mannheim war und seither für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) viele Länder bereist hat, in denen das Kunstturnen einen höheren Bekanntheitsgrad und Stellenwert hat als in Deutschland. Trotz der großartigen Erfolge von Elisabeth Seitz, Kim Bui, Eberhard Gienger, Fabian Hambüchen oder Lukas Dauser und trotz einer sehr komfortablen Leistungssport-Förderung lockt das Kunstturnen hierzulande nur bei internationalen Meisterschaften ein größeres Publikum an. Wettkämpfe der Bundesliga erreichen selten vierstellige Zuschauerzahlen, die Zweitliga-Wettkämpfe der KTG Heidelberg besuchten kaum 300 Turnturn-Enthusiasten.

In den letzten Jahren hat Klaus Kreutz immer wieder Spitzenturner nach Deutschland gelockt. Tomoya Kashiwagi aus Japan begeisterte die Heidelberger nicht nur als Sechskämpfer und Topscorer, sondern auch als Kindertrainer, bevor er mit der KTV Straubenhardt deutscher Mannschaftsmeister wurde. Der japanische Jugend-Olympiasieger Kenya Yuasa wohnte ein paar Wochen bei Klaus Kreutz in Ziegelhausen und turnt seit 2023 bei der TG Saar. Der nette Lette Richard Plate kam durch Kreutz zur KTG Heidelberg und stabilisierte die Riege trotz einer langwierigen und schmerzhaften Schulterverletzung, ehe er vom Gym Team Essen dankbar aufgenommen wurde. Und der Israeli Ilia Liubimov wurde von Kreuz an den Erstligisten TG Saar vermittelt, wo er am Seitpferd, Barren und Reck hervorragende Leistungen für den Tabellendritten der Saison 2025 erbringt. In der nächsten Saison könnten weitere Spitzenturner aus dem Ausland in deutschen Vereinen tätig werden, denn eine Bundesliga-Riege darf dann bis zu fünf Gastturner aufnehmen.

In der abgelaufenen Saison hat Nazar Chepurnyi mit dem MTV Ludwigsburg, dem Verein des jungen deutschen Topturners Timo Eder, in der Bundesliga den achten Platz belegt und zählte am Boden, Pauschenpferd und an seinem Spezialgerät Sprung stets zu den Besten. Der am 3. September 2002 in Cherkasy rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew geborene Chepurnyi bewohnte ein Gästezimmer in Ziegelhausen, liebte den selbst gebackenen Marmorkuchen von Frau Kreutz und konnte sich beim Training im Heidelberger Turnzentrum und bei den Wettkämpfen für Ludwigsburg ganz auf seinen Sport konzentrieren. „Ich fühle mich hier sehr wohl und bin glücklich“, sagt Nazar Chepurnyi in einwandfreiem Englisch und hat in seiner Freizeit begonnen, die deutsche Sprache zu erlernen.

Der 23-jährige Sohn eines 55-jährigen Fliesenlegers und passionierten Ruderers und einer Friseurin begann im Alter von vier Jahren mit dem Turnen und hatte mit 14 den ersten Einsatz in einer Nationalmannschaft der Ukraine, deren Verteidigungsministerium ihn vom Kriegsdienst freigestellt hat. „Das gilt momentan“, sagt Nazar Chepurnyi, der nicht ausschließen kann, eines Tages doch eingezogen zu werden, falls sich die momentan schon schwierige militärische Lage nach dem grausamen Überfall der Russen vor vier Jahren weiter verschlechtern sollte. Seine persönlichen politischen Einschätzungen möchte er nicht preisgeben, um seinen privilegierten Status als Spitzensportler nicht zu gefährden.

Denn Nazar Chepurnyi, der in der Heimat von Gennady Sartynskyi trainiert wird, ist im Kunsturnen kein Namenloser. Der Junioren-Weltmeister am Barren von 2019 in Györ und Studenten-Weltmeister im Sprung von 2021 in Chengdu hat bei den Weltmeisterschaften 2023 in Antwerpen und 2025 in Jakarta die Bronzemedaillen am Sprung gewonnen und ist mit dem ukrainischen Team 2024 in Rimini Europameister geworden. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris wurde Nazar Chepurnyi Sechster am Sprung und Fünfter im Team-Mehrkampf. Hier gelang den auf Rang zwölf gestarteten Ukrainern eine Verbesserung um sagenhafte sieben Plätze.

Gegenwärtig bemüht sich Klaus Kreutz darum, nicht nur der Riege der Ukraine das der Stadt Heidelberg liebe und teure Turnzentrum als Vorbereitungsstätte vor internationalen Meisterschaften schmackhaft zu machen. Nach den Weltcups in Cottbus und Baku locken die Weltmeisterschaften im Oktober 2026 in Rotterdam. Erste Gespräche mit Sportamt und Sportkreis Heidelberg hat Klaus Kreutz geführt. Mal sehen, ob er seine Träume verwirklichen kann.